Donnerstag, 11. Februar 2016

Durchgelesen

Rezension Chicagoland Vampires – Frisch gebissen von Chloe Neill



Verlag: Egmont Lyx
Seitenzahl: 432 Seiten
Format: Klappbroschur
Preis: 9,95 Euro
ISBN: 978-3-8025-8362-9

Band 1





Inhalt:

Als Merit eines Abends unterwegs ist, wird sie von einem Vampir überfallen. Bevor dieser jedoch seine Tat vollenden kann, wird er von zwei Gestalten unterbrochen. Merit hört die Worte, „Ihr müsst euch beeilen, Lehnsherr“ und spürt einen Mund, der an ihrer frischen Halswunde saugt.
Kurze Zeit später erwacht sie in einer Limousine, gekleidet in ein Cocktailkleid, auf dem Weg nach Hause.
Merit erfährt, dass sie das zweite Opfer einer Mordserie werden sollte. Ihr Retter Ethan Sullivan der Anführer des Hauses Cardogan, hat sie noch rechtzeitig zu einem Vampir verwandelt. Nunmehr muss sich die junge Frau an das Leben als Untote gewöhnen. Zudem verlangt man von ihr eine Entscheidung. Sie soll sich mittels eines Eides ihrem Lehnsherr und seinem Hause verpflichten. 
Merit erfährt alsbald, dass ihr Großvater in vorgenannter Mordserie ermittelt.
Bald schon ist Merit bis zum Hals in all die neuen Geschehnisse verwickelt. Sie findet neue Freunde und stößt auf gefährliche Feinde.


Wichtigste Charaktere:

Merit ist eine 27 Jahre alte Doktorantin. Sie ist selbstbewusst, durchsetzungsstark und nimmt kein Blatt vor den Mund. Besonders stolz ist sie auf ihren Sarkasmus, mit dem sie sich in Gesprächen zu behaupten wagt.

Ethan Sullivan ist der Anführer eines der in Chicago herrschenden Vampirhäuser. Er ist es gewohnt, dass man seinem Wort Folge leistet. Merit gerät bald in den Fokus seiner Aufmerksamkeit. Nicht nur, dass die junge Frau äußerst eigenwillig agiert, sie nennt als Initiantin auch schon außergewöhnlich starke Kräfte ihr eigen.

Jeff & Catcher arbeiten für Merits Großvater, der als Mittelsmann zwischen den magischen Wesen dieser Welt und den Menschen agiert. Während Jeff als Formwandler stets positiv und optimisch durch die Welt geht, ist Catcher eher ein launisch düsterer Geselle, der gerne auch mal einen herrischen Ton an den Tag legt.

Mallory ist Merits beste Freundin. Sie teilt sich eine Wohnung mit Merit. Beide haben einen ähnlichen Humor. Als Merit eines Tages als frisch gebissene Vampirin zurückkehrt, reagiert die Freundin wenig erschrocken. Kurz darauf stellt Merit fest, dass auch sie Fähigkeiten besitzt, die ihr in dieser Welt zum Vorteil gereichen könnten.



Welt:

Nachdem sich die Vampirhäuser den Menschen geoutet haben, befindet sich die Welt in einem Wandel. Die Clans verhalten sich zwar friedlich, dennoch sind leichte Spannungen spürbar. So fällt das Haus Cardogan negativ auf, weil es als einziges Blut direkt aus den Hälsen ihrer Opfer trinkt. Clanlose Vampire streifen durch das Land und ein Serienmörder stiftet unter den Häusern Unruhe.



Weitere Details zum Inhalt und Schreibstil:

Der Roman beginnt rasant. Auf den ersten Seiten beginnt Merit mit der Erzählung, wie es dazu kam, dass sie zu einer sehr mächtigen und gefürchteten Vampirin wurde. Im Schnelldurchlauf wird der Leser durch den Überfall geführt, der an diesen Ereignissen schuld war. Er lernt die Hauptcharakterin als sehr toughe junge Frau kennen, die sich zügig mit ihrem Dasein als Vampirin anfreundet.

Als Merit nach dem Überfall mit einer Limousine nach Hause gebracht wird, erhält sie auch eine kurze Einführung von einer Vampirin Cardogans. Im Kühlschrank befinden sich Blutkonserven und ein dicker Kanon soll ihr als Regelwerk dienen. Zudem wäre es ratsam sich dem Lehnsherren Ethan demnächst vorzustellen.

Merit begegnet Ethan nicht mit Respekt. Zum einen fordert sie den Anführer gleich am ersten Tag zu einem Kampf heraus, zum anderen möchte sie sich ihrem Herren nicht als sexuelle Gespielin unterwerfen.

Der Schreibstil von Chloe Neill ist einfach gehalten. Die Seiten fliegen beim Lesen nur so dahin. Jedoch bleiben die Ereignisse oft nur an der Oberfläche. Die Ereignisse werden aneinandergereiht und nicht vermittelt. Merits Vater wirkt beispielhaft über die Tatsache, dass seine Tochter nun eine Vampirin ist sehr unerschrocken. Seine Gedanken drehen sich sofort um die Frage, was diese Wandlung für seinen Ruf als Geschäftsmann mit sich bringen mag.

Auf die Frage „was macht einen Vampir aus“ antwortet der Roman mit bereits bekannten Ideen. Vampire sind von Natur aus blass, manche von ihnen nennen ein wenig Magie ihr eigen, sie kleiden sich gerne schwarz und edel. Im Kühlschrank finden sich Blutkonserven neben normalen Lebensmitteln wieder. Den Tod eines Vampirs kann man mit einem Espenpflock herbeiführen. Sonnenlicht führt zu Verbrennungen auf der Haut.

Merit selbst ist mit einem sarkastischen Humor gesegnet, auf den sie auch sehr stolz ist. Gerne zieht sie Vergleiche zu bekannten Fernsehserien wie Buffy.
Ob man den Humor der Autorin mag, muss man als Leser selbst entscheiden. Bei mir persönlich fand er nicht genügend Anklang.

Hier ein paar kurze Buchzitate:

„Blut. Lecker, lecker Blut.“ Ihr Schütteln ließ die karminrote Flüssigkeit langsam im Beutel hin und her schwappen, wie sanfte Wellen in einem kleinen, in sich geschlossenen Ozean. Mich machte es seekrank.

„Machst du dich über mein Essen lustig?“ Sie schloss die Augen. „Die Firma, die diesen Vampir-Lieferservice erledigt heißt 'Lebenssaft'. Blöder geht’s doch kaum, oder? ...“

„Tritt ihn in den Arsch mein totes Mädchen.“



Fazit:

Der Auftakt der Chicagoland Vampires-Reihe konnte mich leider nicht fesseln. Die Geschehnisse blieben auf der Oberfläche des Vampirklischees zurück. Auch der Humor konnten mich nicht überzeugen. Der auffällig sexuell aufgeladene Grundton des Buchs mündet nicht in einem Fortgang der Handlung und wirkt für mich daher stellenweise etwas deplatziert.

Die etwas im Hintergrund verbleibenden Ideen wie die Entwicklung auf Seiten des gegnerischen Clans und Merits erwachende Kräfte, nähren die Hoffnung, dass die Reihe im Laufe der Folgebände an Spannung gewinnt.



Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Liebe:






Charaktere:






Weltenaufbau:






Handlungsstrang:





Schreibstil:






Im Gesamtpaket:

Kommentare:

  1. Hey Tanja,

    nach deiner Rezi bin ich richtig froh, dass ich bisher einen Bogen um die Reihe gemacht habe. Nach Twilight, Vampire Diaries und Co. war mein Bedarf an Vampiren erst mal gedeckt ;-)

    Ganz liebe Grüße
    Sandra

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    1. Huhu Sandra,
      naja, es kann ja durchaus sein, dass anderen das Buch gefällt. Nicht umsonst hat es wahrscheinlich so eine gute Bewertung bei Amazon erhalten. Mich persönlich hat einiges sehr daran gestört.

      Gerade Vampire Diaries war schuld, dass ich unbedingt einen Vampirersatz brauchte :o) Heute ist aber Original bei mir eingezogen. Ich überlege auch, ob ich demnächst noch ein paar weitere Vampirbücher teste.

      Ganz liebe Grüße Tanja :o)

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  2. Hallo Tanya,

    wirklich schade, dass dir das Buch nicht so gefallen hat. Ich hätte gerne mal wieder einen neuen Vampirroman gelesen, aber um den mache ich dann erst einmal einen Bogen. Vielleicht läuft mir ja demnächst noch ein anderer über den Weg.

    Ich kann wirklich gut verstehen, dass Vampire Diaries dich süchtig nach Vampiren macht :)
    Geht mir auch so. Die Serie ist einfach so toll.
    Wie schon mal erwähnt, würde ich dir "Unsterblich-Tor der Dämmerung" von Julie Kagawa empfehlen.

    Liebe Grüße
    Tina

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    1. Hallo Tina,

      es kann natürlich sein, dass dir die Chicagoland Vampire-Reihe gefällt. Meins war es leider nicht so.

      Mein bislang bestes Vampirleseerlebnis war die Bissreihe von Stephanie Meyer.

      Ich überlege, ob ich demnächst noch ein paar weitere Vampirromane teste.
      Vielen Dank nochmal für deinen Tip. Ich denke den Roman werde ich gewiss noch lesen :o)

      Ganz liebe Grüße Tanja

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  3. Hey Tanja,
    das hört sich wirklich nicht so gut an. Vielleicht liegt es auch an der Übersetzung. Des kann viel ausmachen. Ich hab noch so einige Vampir Bücher auf dem SuB,da werde ich um die Reihe eher einen Boden machen.
    Lg

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    1. Huhu Tanja,

      damit magst du gar nicht so falsch liegen. An einer Stelle haben sich die Freundinnen glaube ich mit Schlampe angeredet. Da war ich sehr schockiert. Mein Mann sagte daraufhin, dass der Ausdruck Bitch in Amerika "gang und gebe" ist.
      Vielleicht empfindest du beim Lesen auch ganz anders als ich. Welche Vampirbücher planst du demnächst zu lesen?

      Liebe Grüße Tanja

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