Sonntag, 8. Mai 2016

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Rezension zu Deliciously Ella – Für jeden Tag von Ella Woodward



Seitenzahl: 256
Format: Laminierter Pappband
ISBN: 978-3-8270-1323-1
Preis: 19,99 Euro

Internetseite der Autorin: http://deliciouslyella.com/










Inhalt:

Ella Woodward leidet unter der Nervenkrankheit POTS. Seit dieser Diagnose ernährt sie sich ausschließlich vegan und glutenfrei.
Von einem Tag auf den anderen musste die Autorin auf raffinierten Zucker, Gluten, Milchprodukte, Fleisch und industriell verarbeitete Lebensmittel verzichten. Auch diesem – sicherlich erzwungenem - Anfang wohnte ein Zauber inne: Seit Ella ihren Körper mit vollwertigem Essen versorgt, fühlt sie sich rundum lebendig.
In diesem Buch verspricht die Autorin, mit wenig Zutaten und einem relativ geringen Arbeitsaufwand eine neue und zufriedenere Lebensweise durch natürliche und pflanzliche Ernährung.



Schreibstil und Aufmachung:

Bereits in der Einleitung erfährt man ein wenig über die Autorin. So liest man, was Ella dazu bewogen hat, ihre Ernährung umzustellen und was für eine Naschkatze sie zuvor doch eigentlich war. Mit ihren Worten motiviert die Autorin den Leser, ihre Rezepte auszuprobieren. Ella betont, dass eine Umstellung zunächst nicht einfach erscheinen mag, weist aber sogleich darauf hin, wie lohnenswert dieser Entschluss ist. Die Autorin wirkt mit ihren Worten sympathisch, natürlich und unbeschwert. Sie geht auf die eventuellen Bedenken ihrer Leser ein und motiviert mit Gegenargumenten und Vorschlägen.

Jedes Kapitel beginnt mit wertvollen und einfachen Tipps. Ella erklärt, welche Küchengeräte man im Haus haben sollte und stellt eine Einkaufsliste mit den wichtigsten Grundzutaten zusammen. Die Rezepte decken Situationen wie Gästebesuch, Snacks für Unterwegs, Süßes für den Abend auf der Couch, abwechslungsreiches Frühstück und Gerichte für den Alltag ab. Auch definiert die Autorin das Thema Salate neu.

Das Kochbuch enthält sehr schöne und schmackhaft aussehende Bilder. Nicht jedes Gericht wurde mit einem Bild dargestellt. Die Rezepte sind kurz und einfach gefasst. Wenige und vor allem sich wiederholende Zutaten heben Synergiepotenzial und senken den Arbeitsaufwand. Jedem Rezept wird ein kurzer Absatz vorangestellt, in dem Ella erklärt, was ihr an dem Rezept gefällt und wie bzw. wofür man es verwenden könnte.



Eigene Meinung:

Ich selbst bin kein Vegetarier und reagiere auf rein pflanzliche Ernährung erst mal etwas skeptisch. Als ich das Kochbuch „Deliciously Ella – Für jeden Tag“ in der Hand hielt, fiel mir auf den ersten Blick gar nicht auf, dass das Buch ohne Fleisch und Fisch auskommt und auf alternative Süßmitteln wie Datteln setzt. Die Bilder, Zutaten und der freundlich motivierende Ton der Autorin haben mich sofort angesprochen. Ich wollte alle Rezepte (ohne Ausnahme) nachkochen.

Etwas schwieriger gestaltete sich die Zutatenbeschaffung. Als normaler Kleinstadt-Konsument musste ich erst mal herausbekommen, was Tahin (= Sesampaste), Tamari (= glutenfreie Soyasoße) oder Kurkuma (= gesundes und sehr leckeres Gewürz) sind und wo sich Kokosöl und Kokoszucker im Kaufhaus verstecken. Einige Zutaten wie Kokoszucker, Tahin und Kokoscreme erhielt ich im Reformhaus.

Die Umsetzung der Rezepte war grundsätzlich einfach. Wenn man Nussmus selbst herstellen möchte empfiehlt die Autorin – mit Recht – jedoch eine leistungsstarke Küchenmaschine. Die Messer meiner Küchenmaschine greifen jedoch nicht tief genug und auch das empfohlene „vom Rand lösen“ der Masse ist keine Lösung. Ich empfehle einen leistungsstarken Stabmixer, der mir bei Mandelmus und Cashewmus wertvolle Dienste geleistet hat.



Ausprobiert habe ich (bislang) folgende Gerichte:

Quinoa mit Honig und Champions
Cashewmus mit Vanille
Cashewmilch
Kokos-Himbeer-Mousse
Die Toastaufstriche „Chili-Avocado“ und „Mandelmus mit Banane“
Heiße Schokolade
Express-Porridge "Mandelmus & Hanf"
Kurkuma-Trank
Curry mit Kichererbsen, Quinoa und Kurkuma


Die Bilder zu den Gerichten könnt ihr hier sehen: 

Cashewmilch
Cashewmus
Quinoa mit Honig und Champions

 
Chili-Avocado + Mandelmus mit Banane
Kokos-Himbeer-Mousse
Kakao mit Cashewmilch













Express-Porridge "Mandelmus & Hanf
Kurkuma-Trank
Curry mit Kichererbsen, Quinoa und Kurkuma













Pikantes Kurkuma-Hummus





























Wie hat's denn nun geschmeckt?

Wir haben die Gerichte zu Zweit verkostet. Die Ansichten waren ziemlich identisch. Alle Rezepte waren für uns sehr interessant und große Inspirationsgeber.

Cashewmilch, Express-Porridge "Mandelmus & Hanf" und Kokos-Himbeer-Mousse konnten uns nicht vollständig von sich überzeugen. Fairerweise muss man dazu sagen, dass wir beide leidenschaftliche Kuhmilchtrinker sind.

Das Quinoa mit Honig und Champions verbindet sich zu einem überraschenden, aber sehr lohnenswerten Geschmackserlebnis. Eine schöne Süße, die sich mit einer leichten Säure abwechselte und in einem fruchtigen Endgeschmack auflöste.
Das Curry mit Kichererbsen, Quinoa und Kurkuma schmeckte im Vergleich eher mild aber durchaus köstlich.
Aber auch die Aufstriche schmeckten uns als Alternative zu den gekauften Fertigprodukten wie Marmelade, Honig und Käse sehr. 

Die Schokolade war im Vergleich zum herkömmlichen Kakao wesentlich gesünder und schmeckte hervorragend.

Der Kurkuma-Trank war eine interessante Erfahrung, kam aber als Heißgetränk nicht an die Schokolade heran.

Einzig beim Kurkuma-Hummus waren wir unterschiedlicher Meinung. Vermutlich muss man Hummus erstmal grundsätzlich mögen. Während einer von uns begeistert war, schmeckte dem anderen der Hummus nicht.



Fazit:

Deliciously Ella – Für jeden Tag ist ein Kochbuch für jeden, ob Fleischesser oder Vegetarier und eignet sich hervorragend dafür Motiviation zur Nahrungsumstellung zu gewinnen. Eine erhebliche Mühewaltung bei der Zutatenbeschaffung muss in Kauf genommen werden. Es empfiehlt sich auf Dauer die Anschaffung eines leistungsstarken Stabmixers oder einer leistungsstarken Küchenmaschine.
Hier wird für jede Alltagssituation ein Rezept geboten. Kleine Naschereien, Salate, Gerichte für mehrere Personen, aber auch Snacks für Unterwegs kann man mit einem geringen Aufwand zubereiten.
Auch wenn nicht jedes Rezept geschmacklich bei mir punkten konnte, würde ich dieses Kochbuch vollumfänglich weiterempfehlen und werde mir wohl in Kürze auch den ersten Band von Ellas Woodwards Reihe zulegen.



Kurzgefasst:

Aufmachung (optisch und inhaltlich ansprechend?): 






Umsetzung: 

 




Geschmack: 






Zutaten (Menge, Exoten oder leicht zu beschaffen?): 







Vegetarier ja/nein: Ja

Meine Empfehlung für: Vegetarier wie Fleischesser gleichermaßen, Leser, die ihre Ernährungsweise auf gesunde Kost umstellen wollen.

Ergebnis: 






Ich danke dem Verlag recht herzlich für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares.

Kommentare:

  1. Hallo liebe Tanja!
    Vielen lieben Dank für diesen tollen Einblick in das Kochbuch! Von der Aufmachung her würde ich auch nicht darauf tippen, dass kein Fleisch drin vorkommt und es tatsächlich in Richtung vegan geht! Aber so wie du mit Fragezeichen über dem Kopf im Kaufhaus gestanden hast und dort nach Kurkuma und Co. gesucht hast, so ging es mir auch schon ;) Und zwar als wir viele Wok-Rezepte ausprobiert haben! Mittlerweile finde ich mich da gut zurecht. Gestern habe ich noch Xucker gekauft (Erythrit) und hey - den gibt's tatsächlich im Drogeriemarkt günstiger als bei Amazon und co!
    Das Buch wander auf jeden Fall mal auf meine Wuli!

    Viele liebe Grüße und hab noch einen schönen Tag!

    Deine Nina

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    1. Hallo Nina,

      ich bin auf dieses Kochbuch durch die Auslage in meiner Lieblingsbuchhandlung aufmerksam geworden. Dass Ella auf tierische Produkte verzichtet ist mir erst auf den zweiten Blick aufgefallen. Ich finde, dass die Gerichte schon auf den Bildern sehr schmackhaft rüber kamen. Sicherlich ist das ein oder andere bei, an das sich Nicht-Vegetarier, vielleicht nicht so schnell gewöhnen werden. So schmeckt für Milch zum Beispiel wesentlich besser als jede Pflanzenmilch. Auch das Porridge war jetzt nicht so meins. Dafür haben mich aber auch einige Rezepte mit ihrem Geschmack (positiv) sehr überrascht.

      Und ich gebe dir Recht: Man geht durchs Kaufhaus, kauft das, was man immer kauft und wenn man dann mal nach etwas neuem Ausschau hält, muss man erstmal ordentlich suchen. Alles eine Frage der Gewohnheit :o)

      Wie kommt es, dass du soviele Wok-Rezepte ausprobiert hast? Hast du auch ein neues Kochbuch oder hast du gar einen neuen Wok gekauft?

      Ganz liebe Grüße und auch dir einen zauberhaften Resttag
      Tanja :o)))

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  2. Huhu Tanja,

    das war wieder ein wundervoller und umfangreicher Einblick in ein Kochbuch. Von der Aufmachung hätte ich vermutlich auch nicht auf ein Vegetarisches Buch getippt, allerdings sieht das vom ersten Blick schon nach einem Kochbuch voller gesunder Rezepte aus. =)
    Die Rezepte, die du ausprobiert und dann fotografiert hast, sehen wirklich total lecker aus. Am neugierigsten war ich ja aufs Kokos-Himbeer-Mousse, allerdings scheint das nicht ganz so angekommen zu sein. Aber das Buch hört sich wirklich interessant und auch individuell an. Schöne Rezension! =))

    Ganz liebe Grüße
    Leni =)

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    1. Hallo Leni,
      ich fand auch, dass das Himbeer-Mousse sehr lecker aussah. Ich liebe ja auch Kokosnuss. Aber gerade die, war in diesem Fall glaube ich auch das Problem. Es hat so ein wenig buttrig-kokosnussig geschmeckt. Schwer zu beschreiben :o)

      Mich hat besonders die Geschmacksvielfalt von Quinoa mit Honig und Champions begeistern können und natürlich das Cashewmus. Ich bin süchtig danach geworden! :o)

      Gestern haben wir noch einen Süßkartoffeldip zusammen mit dem Hummus, selbstgemachten Pommes und Rohkoststicks gegessen. Das war nicht nur ein Erlebnis sondern schmeckt auch total lecker. Dazu kommt, dass man irgendwie das Gefühl hat sich gesund zu ernähren, was widerum eine innere Zufriedenheit schafft :o)

      Ganz liebe Grüße Tanja :o)

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  3. So, nun muss ich mich endlich mal für deine Liebenkommentare revanchieren. :)

    Kochbücher existieren für mich eigentlich nur zum durchblättern und all die schönen "So könnte ihr Essen aussehn" Bilder beäugen, selber Kochen wird schon zu aufwendig wenn ich Sachen lesen wie "Quinoa" (muss ich nachher noch googlen was das genau ist) - dann doch lieber zur nächsten Frittenbude marschiert. :D

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    1. Hallöchen :o)

      Ah, ich freue mich, dass du mich besuchen gekommen bist. :o)))

      Ich kann sehr gut verstehen, dass du lieber zum "Schnellgericht" greifst. Manchmal muss ich mich auch erstmal aufraffen. Wenn man aber Dinge isst, die man selbst gekocht hat und dann vielleicht auch noch sieht, dass es anderen schmeckt, dann - glaub mir - wird jede Mühe belohnt :o)

      Vor dem Kochbuch kannte ich Quinoa auch nur vom Sehen und habe mich nicht herangetraut. Großer Fehler: War total lecker!

      Ich glaube auch, wenn ich meinen Blog nicht mit Rezepten zu den Geschichten meiner Büchern bestücken würde und z.B. dieses Kochbuch nicht bei mir eingezogen wäre, wäre ich auch viel probierunfreudiger und würde einfach das kochen, bei dem ich mir sicher bin, dass es mir schmeckt.

      Das hat Vor- und Nachteile: Manchmal ist vielleicht was bei, was gar nicht schmeckt und manchmal entdeckt man Gerichte die absolut lecker sind und die man sonst vielleicht nie gekostet hätte. Beispiel: Pop-Tarts und Burritos :o)

      Ganz liebe Grüße Tanja :o)

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  4. Huhu Tanja,
    ich habe diesen Monat das andere Buch von Ella geschenkt bekommen und hatte noch in Erinnerung, dass du sie mir sogar empfohlen hattest. :)
    Ich bin schon unheimlich gespannt darauf, wie die Rezepte schmecken. Aussehen tut das Buch schon so toll und ich habe bereits hunderte Seiten markiert. Hätte mal eher markieren sollen, was ich nicht ausprobieren will. ;)
    Zutatentechnisch bin ich shcon ganz gut ausgerüstet, Tahin gibt's z.B. beim Türken nebenan am billigsten was ich dank meiner Hummussucht auch oft kaufe. :D
    Komisch finde ich nur, dass mein Buch als vegan beworben wird, aber Honig verwendet wird. Ist das bei deinem auch so oder wird es nur als vegetarisch beschrieben? Aber da ich ja nicht vegan lebe, macht mir das auch ncihts aus.
    Alles, alles Liebe <3
    Ciri

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    1. Hallo Ciri,

      oh wie cool. Du musst mir unbedingt berichten, wie dir die Rezepte im Anschluss geschmeckt haben und was du dann alles ausprobiert hast. :o)))

      Ich meine auch etwas von vegan gelesen zu haben, bin mir aber nicht mehr ganz so sicher. Ich weiß gerade auch nicht mehr genau, ob Ella in meinem Buch Honig verwandt hat.

      Mir erging es ganz ähnlich wie dir: Als ich das Buch durchgeblättert habe, hat mich so viel angesprochen. Ich war sehr motiviert alles auszuprobieren :o)

      Ganz liebe Grüße Tanja :o)

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