Freitag, 3. Juni 2016

Durchgelesen

Rezension zu Die Königin der Schatten – Verflucht von Erika Johansen



Verlag: Heyne
Seitenzahl: 608 Seiten
Format: Klappbroschur
Preis: 14,99 Euro
ISBN: 978-3-453-31587-7
Band 2









Inhalt:


Kelsea versucht weiterhin ihr Reich gerecht zu regieren. Doch das ist leichter gesagt, als getan. Immer noch versucht sie den Hochverräter Thorne, der einst für die Mortlieferungen verantwortlich zeichnete, dingfest zu machen, sie möchte die Kirche besteuern und muss sich gleichzeitig einer tödlichen Bedrohung an der Grenze des Landes stellen: Die Mortkönigin hat ihre Armee mobilisiert, um gegen Tearling loszuschlagen.

Mit ihrem neuen Regierungsstil bringt Kelsea die Günstlinge ihrer Vorgänger gegen sich auf.

Die Feinde der Königin sind daher allgegenwärtig, dabei sehnt sich Kelsea nach einem normalen Leben. Sie sehnt sich nach einer Beziehung zu einem Mann. Zeit bleibt ihr dafür keine. Die Last der Regierung beschwert sie sehr, darüber hinaus wird Kelsea von Visionen geplagt, die so real anmuten, dass nicht nur ihr Geist, sondern auch ihr Körper in Mitleidenschaft gezogen wird. Kelsea kämpft mit all ihrer Kraft, doch nicht nur einmal muss sie ihr eigenes Scheitern beobachten.

Der Weg zur Hölle ist gepflastert mit guten Absichten. Dieses angelsächsische Sprichwort droht sich auch für Kelsea wieder einmal zu bewahrheiten.



Wichtigste Charaktere:

Kelsea ist eine sehr starke Königin. Jeden Tag muss sie um eine bessere Welt kämpfen, jeden Tag muss sie ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen, dabei wäre sie doch so gerne einfach nur für ein paar Minuten eine ganz normale Frau.

Mace/Lazarus ist Kelseas engster Vertrauter. Bedingungslos steht er an der Seite der Königin. Nicht immer ist er mit ihr einer Meinung. Zwar äußert er seine Bedenken, doch bleibt er stets loyal.

Pen ist Tag und Nacht an Kelseas Seite und schützt die Königin vor Angriffen. Er empfindet viel für die junge und starke Frau.

Pater Tyler ist ein herzensguter Mann, der eine innige Liebe zu seinen Büchern hegt. Der Heilige Vater jedoch macht ihm das Leben schwer. Er muss beobachten wie Menschen im Mahlwerk der religiösen Dogmen kaputtgemacht werden.



Welt:

Erika Johansen beschreibt in ihrem Roman „Die Königin der Schatten“ ein dystopisches Szenario. Während die alte Welt jedoch mit technischen Hilfsmitteln, Pistolen, Wolkenkratzern und medizinischer Versorgung aufwartet und die Menschen mit implantierten Chips durch eine Security kontrolliert werden, verhält sich die „neue“ Welt einem mittelalterlichen Szenario gleich.



Schreibstil:

Die Fortsetzung der „Königin der Schatten“ steht dem Vorgänger in keinem Punkt nach. Wieder einmal beweist die Autorin ihr Können. Ein düsterer, rauer Ton zieht sich passend zum Szenario durch die Geschichte, die Charaktere werden selbst im zweiten Band weiter ausgearbeitet, der Spannungsbogen wird über 600 Seiten konsequent aufrecht erhalten, die provozierenden Wortwechsel unterhalten den Leser, ebenso wie unvorhersehbare Wendungen im Geschehen.

Während der Leser im ersten Teil die Königin dabei beobachten musste, wie sie knapp ihre Inthronisierung überlebte, beobachtet er jetzt ihr Bemühen, bei Gefahr für Leib und Leben, ihre Herrschaft zu konsolidieren.

Kaum ist ein Problem gelöst, so steht das nächste vor der Tür. So schafft sich die Königin mit dem Oberhaupt der Kirche einen mächtigen Feind, auch das Heer der Mortkönigin scheint nicht mehr viel länger von den Grenzen Tearlings ferngehalten werden zu können und die Kriegsflüchtlinge sind ein Problem, um dass es sich zu kümmern gilt.

Die Handlung wird im Buch mehrfach entwickelt und aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Was geschah und geschieht, das wird aus verschiedenen Gesichtskreisen im Detail aufgezeichnet.

So wird dem Leser der Alltag eines Gefängniswärters eröffnet, er darf mit dem General an der Front Kriegsstrategien planen und schlüpft in den Körper des Priesters Tyler, der unter der Herrschaft des korrupten Kirchenoberhauptes stark zu leiden hat.

Kelsea selbst hat in diesem Buch stark mit einer in sich aufkeimenden Wut zu kämpfen. Ihre engsten Vertrauten merken, dass die Ratschläge immer mehr an ihrer Königin abprallen. Sie müssen zusehen, wie Kelsea in ihr Verderben zu laufen scheint und können nicht mehr tun, als treu an ihrer Seite zu stehen.

Parallel zu den Ereignissen wird die Geschichte einer jungen Dame namens Lily, die in der „alten“ Welt unter ihrem herrschsüchtigen Ehemann zu leiden hat, in den Plot eingewoben. Wir begleiten die junge Frau auf ihrem Weg in den Widerstand, zunächst gegen ihren Gatten, dann gegen das System.



Fazit:


Auch der zweite Teil der „Königin der Schatten“-Reihe führt durch den bisweilen brutalen Alltag der Protagonistinnen. Dadurch wird die Botschaft des Romans aber umso eingängiger und mitreißender. Man leidet und kämpft mit starken Frauen für ein besseres Leben. Die Handlung wird im Buch mehrfach entwickelt und aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Was geschah und geschieht, das wird aus verschiedenen Gesichtskreisen im Detail aufgezeichnet.

Die Spannung baut sich direkt ab der ersten Seite auf und steigert sich im Laufe der 600 Seiten. Nie „plätscherte“ die Story einfach nur dahin. Die Idee, die Handlung mit der Hereinnahme von Lily in ihren wichtigsten Grundzügen parallel auf zwei Zeitachsen laufen zu lassen, enthebt das Buch endgültig von jedem gängigen Plot.

Letztlich legt man den zweiten Teil beiseite und ist unbefriedigt. Nicht, weil die Geschichte schlecht gewesen wäre, sondern einfach, weil man den dritten Band noch nicht zur Hand hat, um gleich weiter zu lesen. Es bleibt zu sagen: Ich habe seit langem keinen so genialen Roman gelesen. Absolute Empfehlung von mir an jeden Leser, der gute Literatur zu schätzen weiß.



Buchzitate:

„Ihr lebt in einer Welt, die niemand von uns sehen kann, Lady. Das akzeptiere ich. Und ihr trefft Eure eigenen Entscheidungen.“

Ich werde ihn nie haben könne. Sie flüstere es sogar in ihr Kissen, doch der Fetch blieb hartnäckig in ihrer Brust und in ihrer Kehle, wie etwas, das sich nicht herunterschlucken ließ.



Kurzgefasst: 

Spannung/Action:









 Charaktere:









Weltenaufbau:








Handlungsstrang:








Schreibstil:








Im Gesamtpaket:
 










Ich danke dem Verlag recht herzlich für die Zurverfügungstellung des Rezensionsexemplars.

Kommentare:

  1. Huhu Tanja,

    ich kann dich so mega gut verstehen. Und ich freue mich gerade, dass ich noch gut 140 Seiten vor mir habe. Wie du schon schreibst, finde ich die Hereinnahme von Lily absolut grandios und total untypisch für so ein Buch. Ich liebe es jetzt schon abgöttisch. Und das will bei einem Mittelband schon etwas heißen ;-)

    LG Sandra

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    1. Huhu Sandra,
      ich freue mich immer noch total, dass dir dieses Buch genauso viel Lesefreude bereitet wie mir. Vor allem macht das Buch ja wirklich von der ersten bis zur letzten Seite Spaß.
      Ich bin mit sehr hohen Erwartungen an den zweiten Teil gegangen. Meist ist sowas ein großes Fehler. Hier jedoch nicht. Das soll schon was heißen.
      Nun können wir beide ja nur hoffen, dass Band drei bald in den Regalen zu finden ist XD

      Ganz liebe Grüße Tanja :o)

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    2. Leider habe ich gesehen, dass Band 3 noch nicht mal auf Englisch erschienen ist :-( Da werden wir wohl also noch ein wenig länger auf das Finale warten müssen.

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    3. Hm..., das ist ja keine so gute Nachricht. Aber ich weiß schon, dass das Buch, sobald es erhältlich ist sofort gekauft werden wird :o))))))

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    4. Jep, das wird bei mir genauso sein. Obwohl das Ende ja nicht ganz soooo fies war, aber man muss trotzdem einfach weiterlesen.

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  2. Hallo Tanja,
    so ging es mir am Ende auch :/ Wieder das gleiche wie letztes Jahr. Viel zu lange warten. Aber dafür bekommt schön was geboten ^^
    Liebe grüße
    Tanja

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    1. Huhu Tanja :o)
      Unbedingt! Ich freue mich, dass dir der zweite Teil genauso gefallen hat. Ich hoffe doch sehr, dass der dritte Teil nicht so lange auf sich warten lässt :o)

      Ganz liebe Grüße Tanja :o)

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