Freitag, 22. Juli 2016

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Rezension Heroin – Liebe spielt nie fair von Thabita Waters



Verlag: LatosVerlag
Seitenzahl: 245 Seiten
Format: Taschenbuch
Preis: 9,99 Euro
ISBN: 978-3-943308-63-1
Abgeschlossene Erzählung









Inhalt:

Sascha ist so ganz anders als Bianka. Er ist selbstbewusst, er weiß, was er will. Schnell greift er nach Biankas Hand, behandelt sie gleich so, als gehöre sie in sein Leben. Noch am selben Abend als beide einander begegnen, küsst er das Mädchen und bescheidet, dass sie nun zusammen wären.
Bianka verliebt sich in den so gegensätzlichen Jungen. Doch schnell wird klar, dass Sascha mit seinem Leben nicht so zufrieden ist, wie es auf den ersten Blick schien. Die Eltern sind reich, doch ist ihnen der eigene Junge egal. Hauptsache die Außenwirkung stimmt. Sascha sehnt sich nach Liebe und Aufmerksamkeit. Immer mehr klammert er sich an Bianka. Als Schule und Freundschaften leiden und Biankas Mutter fordert, dass sich das Kind an Haushalt und Verwandtenbesuchen beteiligt, reagiert Sascha mit Unverständnis.
Bald schon verstreiten sich die beiden Teenager. Die erste Trennung droht und damit nimmt das Unheil auch schon seinen Lauf. Sascha sucht die Flucht aus der Realität. Er lässt sich den ersten Schuss Heroin verpassen. Die schon verfahrene Situation von Bianka und Sascha wird immer schlimmer. Bianka soll an seiner Seite bleiben und ihn retten. Das Mädchen ist über beide Ohren verliebt. In einem Alter von dreizehn Jahren muss sie eine Verantwortung auf sich laden, die sehr viel Kraft einfordert und an der beide zu zerbrechen drohen.



Schreibstil:

Bei „Heroin - Liebe spielt nie fair“ handelt es sich um eine wahre Begebenheit. Die Autorin berichtet aus ihrer Jugend, in der sie auf einen selbstbewussten Jungen namens Sascha traf. Sascha ist so ganz anders als sie selbst. Er nimmt sich, was er braucht und das ist die Liebe von Bianka.

Saschas Mutter ist die Erbin eines großen Konzerns. Sie ist es gewohnt alles zu bekommen. Gleich auf den ersten Blick ist ihr Bianka unsympathisch. Das Mädchen ist nicht gut für das Bild, welches sie für Presse und Öffentlichkeit zeichnet. Sascha rebelliert. Er versucht genau das zu machen, was seiner Mutter missfallen könnte. Er sehnt sich nach der elterlichen Zuneigung und Verständnis. Das Schauspiel, welches die Familie tagtäglich abliefert ist ihm zuwider. All das, was er zu Hause nicht bekommt, findet er in Bianka. So erdrückt Sascha das Mädchen fast mit seinen Gefühlen. Er ist eifersüchtig, wenn Bianka auch mal was mit den Freundinnen machen möchte. Er möchte sie rund um die Uhr sehen. Die nächtlichen Besuche fordern ihren Tribut. Beide Jugendlichen sind gereizt vom Schlafmangel, die schulische Leistung leidet und immer häufiger kommt es zum Streit.

Gerade Sascha kann sehr aufbrausend sein. So liebevoll er an manchen Tagen ist, so stark sind auch seine Wutausbrüche, die plötzlich aus ihm herausbrechen. Doch gerade die schönen Momente sind es, die Bianka dazu bringen, ihre Mutter und auch die Freunde zu belügen. An einem ganz besonders schlimmen Tag spricht Bianka aber die Trennung aus. In diesem schwachen Moment, lässt sich Sascha gehen und nimmt die Lösung einer Barbekanntschaft dankend an: Seinen ersten Schuss.
Von da an geht es für beide mit Vollgas auf dem Weg in den Abgrund weiter.

Immer wieder fordert Sascha von Bianka Aufmerksamkeit, immer wieder lastet er alle Verantwortung auf ihren Schultern ab. Bianka ist schuld, dass er an die Drogen geraten ist, Bianka ist daran schuld, dass es ihm schlecht geht und sich in Wut flüchtet. Nach dem Drogenkonsum soll das Mädchen ihm helfen den Entzug zu Hause durchzuführen. Ein Klinikaufenthalt kommt für Sascha nicht in Frage.

Die Last, die auf Biankas Schultern lastet, wird für den Leser auf jeder Seite spürbar. Die Freunde von Sascha und Bianka sind zwar nett, doch die Verantwortung trägt allein das Mädchen. Die Last der Beziehung wiegt schwer. Auch Biankas Mutter ist mit ihrem eigenen Leben als alleinerziehende Mutter zweier Kinder überfordert. Die Probleme ihrer Tochter sind für sie Kinderprobleme.



Fazit:

Dieses Buch zeichnet ein bedrückend-realistisches Bild der Liebe eines dreizehnjährigen Mädchens und eines fünfzehnjährigen Jungen; einen messerscharfen und entlarvenden Blick auf eine dysfunktionale Familie unter deren heilen Oberfläche das Unheil lauert und die nicht in der Lage ist, den Teenagern Halt zu geben. Auch, wenn der Leser hier sehr oft mit Bianka leidet, weil Sascha so ungerecht empfindet, so wird klar, dass der Junge nur Halt sucht und ihn nie wirklich findet. Dieses Buch regt zum Nachdenken an. Es fesselt den Leser und es zeigt, wie wichtig die Rolle jedes einzelnen im Leben ist.



Buchzitate:

Du bist das einzig Reale in meinem Leben. Alls andere ist nur gespielt.
(Sascha zu Bianka)

Das hier ist verlogen, du bist ehrlich. Keine falsche Hülle. Kein Trugbild einer scheinbar heilen Welt.
(Sascha zu Bianka)



Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Liebe:






Charaktere:






Handlungsstrang:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket: 






Ich danke dem Verlag recht herzlich für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

Kommentare:

  1. Hey ;)
    Von dem Buch habe ich bisher noch gar nichts gehört. Ich glaube zwar nicht, dass es ein Buch für mich ist, da mir die Charaktere einfach zu jung sind.
    Trotzdem hört es sich wirklich toll an.

    Liebe Grüße,
    Lena

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    1. Hallo Lena,
      ich bin auch nur durch das Stöbern im Verlagsprogramm darauf aufmerksam geworden. Die Geschichte ist wirklich sehr fesselnd und berührend. Ich kann dir das Buch nur wärmstens empfehlen.

      Ganz liebe Grüße Tanja :o)

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