Donnerstag, 1. Dezember 2016

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Rezension zu Kirschroter Sommer von Carina Bartsch



Verlag: Rowohlt
Seitenzahl: 512 Seiten
Format: Taschenbuch
Preis: 9,99 Euro
ISBN: 978-3-499-22784-4
Band 1











Inhalt:

Emely ist überglücklich, als ihre beste Freundin Alex nach Berlin zieht, um dort ihren neuen Studienplatz für Modedesign anzutreten. Viel zu lange haben sich die beiden nicht mehr gesehen und viel zu sehr hat Emely ihre Freundin vermisst.
Lediglich einen Haken hat dieses Wiedersehen: Alex wird in die Wohnung ihres Bruders Elyas ziehen. Es wird sich wohl nicht vermeiden lassen, dass Emely mit den Besuchen ihrer besten Freundin auch den Jungen wiedersehen wird, der ihr einst das Herz gebrochen hat.

Während Emely eine psychologische Distanz aufgebaut hat und alles tun wird, um sich Elyas vom Pelz zu halten, hat dieser ganz andere Pläne. Immer wieder sucht er Emelys Aufmerksamkeit, macht ihr Avancen und zieht ihre distanzierte Art ins Lächerliche. Er scheint Emely partout nicht ernst zu nehmen. Gibt es denn nur Jungen auf dieser Welt, die nerven?

Emely wird schnell eines besseren belehrt, als sie von einem Fremden eine Email im Posteingang vorfindet. Sie gerät bald in einen regen Wortwechsel und stellt fest, dass Luca, so sein Name, charmant, romantisch und nahezu perfekt wirkt. So ganz anders als Elyas, der ihr mittlerweile viel zu oft nicht mehr aus dem Sinn gehen will.



Wichtigste Charaktere:

Emely gelingt es nicht pünktlich zu sein. Auf Treffen und Partys ist sie es, die über etwas stolpert und in eine Peinlichkeit nach der anderen gerät. Emelys angeborener Humor hilft ihr dabei mit erhobenem Kopf einen Ausweg aus unangenehmen Situationen zu finden.

Elyas hat es sich in den Kopf gesetzt Emely in jeder freien Minute zu beobachten, ihr Avancen zu machen und sie zu necken. Er lässt nicht locker: Er möchte dieses Mädchen für sich gewinnen. Doch nur fürs Bett oder ist da noch mehr?

Alex ist Emelys quirlige beste Freundin. Sie interessiert sich für schöne Klamotten, Jungs und Klatsch und Tratsch. Wer solche Freunde hat, der braucht keine Feinde, denkt Emely oft. Das Mädchen ist ein wenig anstrengend, aber dennoch unglaublich liebenswert. Man kann ihr keine Sekunde lang böse sein, auch wenn sie mit kleinen Tricks gerne einmal ihren Willen durchsetzt.

Luca hat Emely gesehen und seitdem möchte er dieses Mädchen näher kennenlernen. Über die Universität hat er Emelys E-Mail-Adresse herausgefunden und den ersten Schritt gewagt. In seinen Texten trifft er stets den richtigen Ton. Luca ist so feinfühlig und romantisch, - so ganz anders als Elyas.



Schreibstil:

Die Charaktere in Kirschroter Sommer sind unglaublich gut gezeichnet. Mit ihren Ecken und Kanten wirken sie allesamt sehr liebenswert.

Emely, die sich stets vom Leben bestraft fühlt, wirkt auf ihre Umwelt und natürlich auch auf den Leser stets belustigend. Sie hat immer den passenden Spruch parat und lässt sich nichts bieten.

Elyas war ihre erste Liebe, die ihr frühzeitig das erste Mal das Herz gebrochen hat und dafür verantwortlich zeichnet, dass sie lieber Dauersingle ist, als erneut Gefühle zuzulassen. Doch Elyas ist es auch, der nun in einer unglaublichen Hartnäckigkeit um Emely kämpft. Emelys stete Zurückweisungen scheinen ihn nicht im Ansatz zu stören. Ganz im Gegenteil: Sie amüsieren ihn sogar noch. Gekonnt bietet er ihr Parole und findet stets neue Wege, um sie zu provozieren.

Dieses wiederkehrende Motiv wird nie langweilig. Es ist immer Abwechslung darin.
Man will immer weiter Zeuge dieser Dialoge werden. Elyas und Emely beißen sich gegenseitig an. Gerade Emely ist unglaublich schlagfertig. Auch wenn Elyas in Kombination mit ihrer quirligen Freundin Alex das Mädchen oft zur Weißglut treibt, so hat sie immer einen Spruch parat, der ihr über die Peinlichkeiten und Probleme der jeweiligen Situation hinweghelfen. Und seien wir doch mal ehrlich: Wir wollen doch, dass Elyas ein Stück näher an Emely heranrückt und ihr den Arm um die Schulter legt, obwohl sie die Krallen ausfährt.

Neben der Frage, ob es Elyas gelingt Emely für sich zu erobern, werden kaum weitere Handlungsstränge geöffnet. Hier gibt es noch den charmanten und romantischen Email-Schreiber Luca, den Emely schnell zum perfekten Partner stilisiert hat. Doch trauen sich beide nicht die Beziehung über den Briefwechsel hinaus zu intensivieren. Wohl aus Angst, dass ein reales Treffen irgendeine Enttäuschung nach sich ziehen könnte.



Fazit:

Kirschroter Sommer ist ein Buch, das ans Herz geht. Die zynische Protagonistin wirkt mit ihrer tolpatschigen und etwas burschikosen Art schnell ebenso sympathisch wie der hartnäckige Elyas, der stets einen würdiger Gegner für Emely darbietet. Mit Humor und viel Liebe zu den Charakteren gelingt es Carina Bartsch im Verlauf des Buches selbst Randcharaktere sehr lebendig werden zu lassen.

Das Buch ist von hintergründigem Humor und sehr zynisch. Es ist überzeichnet, aber mit Niveau geschrieben. Der Humor, der sich über fünfhundert Buchseiten hält und eine Liebesgeschichte, die zu Herzen geht, trösten über einen lockeren und teilweise vorhersehbaren Handlungsstrang schnell hinweg.

Suchtgefahr!



Buchzitate:

Wieder lachte er leise, was mich langsam frustrierte. Egal, wie gemein ich zu im war, er lachte. Konnte er nicht einmal etwas persönlich nehmen?

Das, was er da mit seinen Augen tat, hatte die Grenze zum normalen Anschauen längst überschritten. Elyas sah mich nicht einfach nur an – Elyas blickfickte mich! Und ich sollte ihn verdammt noch mal anzeigen deswegen!



Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Liebe:






Charaktere:






Handlungsstrang:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket:

 


Kommentare:

  1. Hey :)

    Also ich mochte Emely ja schon in Band 1 nicht sooo gerne, aber der Humor und das Gezanke mit Elyas war einfach so unterhaltsam, dass ich das Buch trotzdem gerne gelesen habe.

    Was es mit Luca auf sich hat, war mir übrigens recht schnell klar, einfach weil die Idee jetzt auch nicht sooo neu ist. Aber auch das war trotzdem unterhaltsam.

    Liebe Grüße
    Lena

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    1. Huhu Lena,

      ich gebe dir Recht: Die Sache mit Luca war sehr vorhersehbar. Ich hatte während des Lesens immer noch gehofft, dass die Autorin da doch noch eine andere Richtung einschlägt. War aber dann doch nicht so.

      Als ich zu dem Buch gegriffen habe, hätte ich nicht gedacht, dass die Charakterin so viel "Biss" hat. Das hat mir auch sehr gefallen. :o)

      Ganz liebe Grüße
      Tanja

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