Mittwoch, 21. Januar 2026

Durchgelesen: This Monster of Mine

Werbung | Rezensionsexemplar: 
Dieses Buch habe ich vom Verlag kostenlos erhalten. Meine Meinung ist davon unbeeinflusst. 

Rezension zu This Monster of Mine von Shalini Abeysekara



Verlag: Piper
Seitenzahl: 480 
Format: Klappbroschur
Preis: 18,00 Euro
Übersetzer: Michaela Link
Altersempfehlung des Verlages: Jahre
ISBN: 978-3-492-71061-9
Band 1 
 


Inhalt:


Vier Jahre ist es her, dass Sarai in Edessa Opfer eines grausamen Attentats wurde. Ihr Körper wurde auf bestialische Weise verstümmelt, bevor ihr Peiniger sie vom Balkon des Sidranturms in die Tiefe stieß. Nur einem unbekannten Retter hat sie es zu verdanken, dass sie überlebte und Jahre später in einem kleinen Dorf als Schankmaid ein neues, verborgenes Leben beginnen konnte. Mithilfe von Magie hat Sarai ihre Narben versteckt. Ihre Erinnerungen an den Tathergang sind lückenhaft. Eines weiß sie jedoch ganz genau: Sie will nach Edessa zurückkehren und Rache nehmen.

Als die Gutachter in dem wohl abgelegensten Dorf von Ur Dinyé eintreffen, um im Auftrag der vier Tetrarchen von Edessa neue Petitoren auszuwählen, erkennt Sarai ihre Chance. Für einen kurzen Moment lässt sie ihre Magie aufblitzen und wird prompt von einem der Gutachter bemerkt und ausgewählt.

Ob sie tatsächlich in den Dienst eines Tetrarchen aufgenommen wird, entscheidet sich jedoch erst bei der Einkleidungszeremonie. Sarai hat dabei nur einen Wunsch: keinesfalls dem einzigen Tetrarchen zugeteilt zu werden, der über Jahre hinweg keine Petitorin erwählt hat. Kadra gilt als brutal und unbarmherzig. Zwar wird er vom Volk als gerecht verehrt, doch seine Taten erzählen eine andere Geschichte.

Ausgerechnet Kadra erhebt Anspruch auf Sarai. Als seine Stimme erklingt, durchfährt sie ein eisiger Schock, denn genau diese Stimme hat sie am Tag des Attentats gehört …



Meinung:


Als ich den Klappentext von „This Monster of Mine“ zum ersten Mal gelesen habe, war mir sofort klar, dass ich dieses Buch lesen muss. Düster, geheimnisvoll und voller Spannung. Es war genau das, wonach ich gesucht habe. 

Zugegeben: Die ersten Seiten erfordern Konzentration. Shalini Abeysekara entwirft eine komplexe, durchdachte Welt, in der Frauen kaum eine Teilhabe eingeräumt wird und das Recht des Stärkeren gilt. An der Spitze dieses Systems stehen vier Tetrarchen, Richter die im Falle eines Vergehens über Leben und Tod entscheiden können. Jedem von ihnen steht jeweils ein Petitor zur Seite steht. Diese sind mithilfe von Magie in der Lage, Wahrheit und Lüge zu erkennen und Tathergänge visuell offenzulegen.

Aufgrund jüngster Vorfälle gibt es jedoch kaum noch Bewerber für diese Position. Die vorherigen Petitoren sind auf grausame Weise gestorben. Offiziell soll es sich um Selbstmorde gehandelt habe. Sarai kennt diese Gerüchte, weiß jedoch mehr als die meisten: Das geheimnisvolle Mädchen vom Sidranturm, und somit der erste Todesfall in einer Reihe von mehreren, um dessen Tod sich zahllose Legenden ranken, war sie selbst. Um jeden Preis will sie verhindern, dass dieses Geheimnis ans Licht kommt. Gleichzeitig will sie herausfinden, was damals wirklich geschah und was hinter den Todesfällen der anderen Petitoren steckt. 

Als Sarai schließlich ausgerechnet Kadra zugeteilt wird, ist das Entsetzen groß. Er ist ihre einzige Chance, Zugang zu den versiegelten Akten des damaligen Attentats zu erhalten, doch zugleich stellt er eine massive Bedrohung dar. Seine Stimme erkennt sie wieder, und seine brutale Vorgehensweise bei Verurteilungen bestätigt schnell die Gerüchte, die ihn umgeben. Bereits beim Auswahlverfahren wird Sarai gezwungen, entgegen ihrer moralischen Überzeugungen zu handeln und öffentlich grausame Entscheidungen zu treffen.

Mir war bewusst, dass mich eine düstere Geschichte erwarten würde, doch die Intensität hat mich dennoch überrascht. Die Triggerwarnung zu Beginn ist absolut berechtigt und sollte ernst genommen werden. Schon der Prolog gibt einen eindringlichen Vorgeschmack auf das, was folgt, und lässt erahnen, welches Leid Sarai widerfahren ist.

Sarai ist eine starke, vielschichtige Protagonistin, deren Leben früh von Gewalt geprägt wurde. Bereits als Vierzehnjährige kam sie mit Gewalt in Kontakt; ein Muster, das sich auch Jahre später fortsetzt. Als sie in Kadras Turm zieht, spitzt sich die Situation weiter zu. Als einzige Petitorin muss sie dort wohnen, täglich unzählige Fälle bearbeiten und Entscheidungen treffen.

Schnell wird deutlich, dass Kadras Methoden nicht immer gesetzeskonform sind. Sarai steht immer wieder vor der Wahl, sich ihm zu beugen oder sich ihm entgegenzustellen. Doch egal, wie sie sich entscheidet, Kadra scheint ihr stets einen Schritt voraus zu sein. Dieses Gefühl permanenter Kontrolle und Manipulation erzeugte bei mir eine konstante, beinahe beklemmende Spannung.

Gemeinsam mit Sarai versucht man als Leser, die Wahrheit hinter den Ereignissen vom Sidranturm und den mysteriösen Todesfällen der Petitoren aufzudecken. Während aktuelle Fälle verhandelt werden, zieht einen die Geschichte immer tiefer hinein in eine Welt voller Machtmissbrauch, Gewalt und moralischer Grauzonen.



Fazit:


This Monster of Mine ist weit mehr als eine düstere Fantasygeschichte. Shalini Abeysekara schreibt bildhaft und intensiv und erschafft ein komplexes, atmosphärisch dichtes Worldbuilding, das von moralischen Konflikten, struktureller Gewalt und einer deutlich patriarchal geprägten Gesellschaft durchzogen ist. Die Handlung ist schonungslos, brutal und emotional fordernd, verliert dabei jedoch nie ihre erzählerische Sogkraft.

Besonders gelungen ist die Verbindung aus Fantasy und Krimi: Die mysteriösen Todesfälle der Petitoren, die versiegelten Akten und Sarais bruchstückhafte Erinnerungen verleihen der Geschichte eine investigative Spannung. Gemeinsam mit der Protagonistin sucht man nach Wahrheit, Hinweisen und Zusammenhängen, stets begleitet von der Frage, wem man trauen kann.

Die düstere Atmosphäre, die stetige Bedrohung und die psychologische Dynamik zwischen Sarai und Kadra haben mich zunehmend in ihren Bann gezogen. Abeysekara scheut sich nicht, unangenehme Themen anzusprechen, und fordert ihre Leserinnen und Leser heraus, sich mit Macht, Schuld und Gerechtigkeit auseinanderzusetzen.

Wer eine kompromisslose, spannungsgeladene Geschichte mit starken Figuren, Krimielementen und einer beklemmenden Atmosphäre sucht, wird hier fündig, sollte sich jedoch bewusst sein, dass dieses Buch nichts beschönigt und lange nachhallt.



Buchzitate:


Das Gesetz ist ein Spiel, das die Machtlosen spielen und verlieren.



Kurzgefasst:


Spannung/Action: 
 

Charaktere: 



Setting/Worldbuilding: 
 

Handlung: 



Schreibstil: 



Im Gesamtpaket: 

 


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