Mittwoch, 11. Februar 2026

Durchgelesen: Wenn der Morgen die Dunkelheit vertreibt

Rezension zu Wenn der Morgen die Dunkelheit vertreibt von Brittainy C. Cherry

 

Verlag: Lyx
Seitenzahl: 448
Format: Klappbroschur
Preis: 16,00 Euro
Übersetzer: Katia Liebig
Altersempfehlung des Verlages: Ab 16 Jahren
ISBN: 978-3736310681
Band 2 



Inhalt:


Grace ist am Boden zerstört. Ihr Mann Finn hat die Koffer bereits im Auto verstaut und ist bereit zur Abfahrt: Zurück nach Chester, der kleinen Stadt in Georgia, in der sie beide aufgewachsen sind.
Ihm fällt es erschreckend leicht, die gemeinsame Wohnung zu verlassen und die Trennung zu vollziehen. Ganz im Gegensatz zu Grace, die ihren Mann noch immer liebt und gedanklich an der gemeinsamen Vergangenheit festhalten möchte.

Zurück in Chester würde sich die Nachricht schnell verbreiten. Früher oder später müsste Grace ihren Eltern die Wahrheit sagen: ihrem Vater, dem Oberhaupt der örtlichen Kirche, und ihrer Mutter, die stets zu wissen glaubt, was das Beste für die Familie ist. Die Bewohner der Stadt lieben Klatsch und Tratsch und Grace weiß, dass sie zum Gesprächsthema werden wird.

Und genau dieser Albtraum wird Realität, als Grace in ihre alte Heimat zurückkehrt. Doch es kommt noch schlimmer: Bei ihrer Ankunft versagen die Bremsen ihres alten Autos, und ausgerechnet Jackson Emery, der Griesgram der Stadt, eilt ihr zu Hilfe.

Die ersten Tage in Chester werden für Grace zur Hölle. Nicht nur Finn begegnet ihr von oben herab, auch ihre beste Freundin lässt sie schmerzhaft im Stich. Ebenso ihre Mutter, die scheinbar ausschließlich auf den Ruf der Familie bedacht ist und die Gefühle ihrer Tochter hintenanstellt. 

Ausgerechnet Jackson, der junge Mann mit dem schlechten Ruf, übt eine unerklärliche Anziehung auf Grace aus. Ja, er ist oft gemein, und sein Vater ist noch schlimmer. Doch Grace und Jackson verbindet etwas Entscheidendes: Sie gelten als Ausgestoßene. Als diejenigen, die die Regeln brechen und dem Tratsch der Stadt ausgeliefert sind.

Jackson hat dunkle Momente und in diesen stößt er alle von sich. Grace hingegen versucht einfach nur den Tag zu überleben. Zwei Menschen, die einander retten, sich aber auch gegenseitig zerstören könnten.



Meinung:


Brittainy C. Cherry ist für mich eine Autorin, deren Bücher in jeder Lesestimmung funktionieren. Sie schreibt berührend, tiefgründig und absolut fesselnd. Für mich war daher schnell klar, dass mir auch „Wenn der Morgen die Dunkelheit vertreibt“ eine intensive und schöne Lesezeit schenken würde. Und was soll ich sagen? Brittainy C. Cherry hat erneut abgeliefert.

Als ich las, dass dieser Roman Teil einer Reihe ist, war ich zunächst skeptisch, ob er sich auch als Einzelband lesen lässt. Doch ich kann Entwarnung geben: Die Geschichte behandelt andere Figuren und funktioniert vollkommen unabhängig vom Vorgänger.

Erzählt wird aus zwei Perspektiven. Zum einen aus der Sicht von Jackson, der in seiner Jugend von der wichtigsten Person seines Lebens, seiner Mutter, verlassen wurde. Dieses Ereignis hat ihn und seinen Vater nachhaltig geprägt. Jackson kämpft täglich mit seinen inneren Dämonen und mit denen seines Vaters, der sich Alkohol und Wut hingegeben hat.

Zum anderen lernen wir Grace kennen. Eine junge Frau, die ebenfalls gerade dabei ist, die wichtigsten Menschen in ihrem Leben zu verlieren und die zusätzlich immer wieder mit Ablehnung und Verletzungen konfrontiert wird.

Während Jackson bereits erfahren hat, wie grausam Menschen sein können, steht Grace diese bittere Erkenntnis erst noch bevor. Wir begleiten sie dabei, wie sie von den Bewohnern der kleinen Stadt belächelt und beobachtet wird, stets unter dem wachsamen Blick der Gerüchteküche.

Unterstützung erhält Grace nur von wenigen. Gerade von den Menschen, die eigentlich an ihrer Seite stehen sollten, wie ihrer Mutter oder ihrer besten Freundin, erfährt sie Ablehnung und Gegenwind. Sie unterlaufen ihre Erwartungen entschieden und zwingen Grace dazu, sich neu und anders zu orientieren.

Ausgerechnet Jackson ist es schließlich, der Grace Halt gibt. Doch er ist alles andere als einfach. Mit verletzenden Worten stößt er Menschen von sich, und wenn ihn seine Probleme überwältigen, zieht er sich komplett zurück. Das macht es für Grace nicht leicht.

Ich habe Grace beim Lesen sehr ins Herz geschlossen, vor allem, weil sie versucht, allem mit Liebe und Verständnis zu begegnen. Aber auch Jackson mochte ich im Verlauf der Geschichte immer mehr. Ich wollte mehr über ihn erfahren und fand es beeindruckend, wie sehr er versucht, sich von den starren Regeln der Stadt zu lösen. Etwas, das Grace deutlich schwerer fällt.

Beide geben einander viel, doch gerade Jacksons Verhalten ist oft schmerzhaft und verletzend und genau das hat Grace eigentlich nicht verdient.

Mit „Wenn der Morgen die Dunkelheit vertreibt“ erzählt Brittainy C. Cherry eine unglaublich starke und berührende Geschichte. Eine Geschichte über Trauerbewältigung, Menschlichkeit und innere Stärke. Anhand von Jackson und Grace zeigt sie eindrucksvoll, wie wichtig es ist, nicht aufzugeben.

Auch die Nebenfiguren berühren, jede auf ihre eigene Weise. Manche wecken Verständnis, andere möchte man beim Lesen am liebsten schütteln. 

Es gibt viele kleine, zauberhafte Momente in der Geschichte: etwa wenn Jackson und Grace sich gegenseitig Buchempfehlungen mit kleinen Zettelchen schenken, auf denen steht, warum genau dieses Buch gerade jetzt wichtig ist. Und dann gibt es diese Augenblicke, in denen man hofft, dass die Figuren nicht an ihrem Leben zerbrechen oder solche, in denen die Handlung überraschende Wendungen nimmt.

Brittainy C. Cherry erzählt mit einer scheinbaren Leichtigkeit Geschichten, die durchgehend fesseln. Und genau das liebe ich an ihren Büchern. Es sind Geschichten, die berühren und dem Leser etwas mit auf den Weg geben.



Fazit:


„Wenn der Morgen die Dunkelheit vertreibt“ ist ein emotionaler, tiefgründiger Roman über Menschen, denen es gelingt, trotz erlebter Widrigkeiten, Traumata und Stresserfahrungen aufrecht durch ihr Leben zu gehen.

Brittainy C. Cherry gelingt es erneut, Figuren zu erschaffen, die unter die Haut gehen und deren Schmerz man beim Lesen förmlich spürt.

Wer gefühlvolle Geschichten mit ernsten Themen, gebrochenen Charakteren und zarten Momenten voller Menschlichkeit liebt, wird dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen wollen.

Für mich ein bewegendes Highlight, das lange nachhallt.



Buchzitate:


„Vorsicht“, warnte ich. „Sobald du dich mit dem schwarzen Schaf der Stadt sehen lässt, färbt sich auch deine Wolle dunkler.“

Ein halbes Lächeln von Jackson Emery war so viel mehr als das breiteste Lächeln der meisten anderen Menschen.



Kurzgefasst:


Spannung/Action: 


Liebe/Freundschaft: 



Charaktere: 


Setting/Worldbuilding: 



Handlung: 


Schreibstil: 


Im Gesamtpaket: 


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