Rezension zu Dungeon Crawler Carl von Matt Dinniman
Verlag: Fischer Tor
Seitenzahl: 512
Format: Paperback
Preis: 18,00 Euro
Übersetzer: Ruggero Leo
ISBN: 978-3-596-71248-9
Band 1
Seitenzahl: 512
Format: Paperback
Preis: 18,00 Euro
Übersetzer: Ruggero Leo
ISBN: 978-3-596-71248-9
Band 1
Inhalt:
Carls Freundin hat ihn sitzen lassen. Da er jedoch ein großes Herz hat, hat er angeboten, sich vorläufig um ihre Perserkatze, Prinzessin Donut, zu kümmern.
Mitten in der Nacht, als Carl am Fenster steht, beschließt die Katze, erstmals in ihrem Leben, frische Luft zu schnappen. Sie springt hinaus auf einen Baum, stellt schnell fest, dass es arschkalt ist, und möchte wieder zurück. Was sich allerdings als deutlich schwieriger herausstellt, als gedacht.
Kurzerhand schreit Donut die gesamte Nachbarschaft zusammen. Carl bleibt nichts anderes übrig, als nach draußen zu gehen und die Katze vom Baum zu holen.
… Und genau in diesem Moment stürzt das siebenstöckige Wohnhaus, aus dem eben noch eine Nachbarin den Kopf gesteckt und geflucht hatte, in sich zusammen.
Carl bleibt kaum Zeit, die Situation zu begreifen: Er steht draußen, in Unterhose, rosa Crocs und Lederjacke, mit der Perserkatze im Arm. Seine Wohnung existiert nicht mehr, vor seinen Füßen liegt der Kopf seiner Nachbarin und dann hört er auch noch eine fremde Stimme in seinem Kopf.
Eine Stimme, die ihm erklärt, dass sein Planet von Außerirdischen beschlagnahmt wurde, die hier Edelmetalle abbauen wollen. Die Borant Cooperation hat die Regentschaft über das Sonnensystem übernommen.
Die überlebenden Menschen erhalten allerdings eine Chance. Dafür müssen sie an einer intergalaktischen Spielshow teilnehmen.
Bei dem Schauplatz handelt es sich um ein Level-18-Dungeon voller tödlicher Kreaturen. Die Überlebenschance geht praktisch gegen Null. Sollte es dennoch einen Sieger geben, würde diesem die Regentschaft über den Planeten übertragen.
Carl hat nicht viele Optionen:
Entweder draußen erfrieren, auf einer Erde, deren Ressourcen zu 99,999999 % für den Bau des gigantischen Dungeons verwendet wurden oder das gefährlichste Spiel seines Lebens betreten.
Carl zögert nicht lange ...
Meinung:
Eine intergalaktische Spielshow, eine sprechende Perserkatze und ein Mann in Unterhose, der gegen Goblins und Drogen dealende Lamas kämpfen muss, spätestens nach dem Klappentext war mir klar: Dieses Buch muss ich lesen.
Dungeon Crawler Carl fühlt sich an wie eine völlig durchgedrehte Mischung aus Rollenspiel, Reality-TV und schwarzem Humor und genau das macht den Reiz dieses Buches aus.
Schon die ersten Seiten haben mich hervorragend unterhalten und ich kann euch versichern: Matt Dinniman hält dieses Niveau über das gesamte Buch hinweg aufrecht.
Sobald Carl den Dungeon betritt, überschlagen sich die Ereignisse. Vor seinen Augen erscheinen plötzlich Textboxen, eine KI kommentiert sein Leben und schon nach kurzer Zeit schaltet er sein erstes Achievement frei: Verrückte Katzenlady. Als Belohnung erhält er eine bronzene Katzenbox und kurz darauf folgt bereits das nächste Achievement.
Noch bevor Carl überhaupt richtig begreift, was hier passiert, stehen die ersten Gegner bereit: ein Goblin, ein Goblin-Ingenieur und eine Goblin-Todesraupe. Willkommen im Dungeon!
Carl hat kaum Zeit, die Absurdität seiner Situation zu verarbeiten, denn eine Katastrophe jagt die nächste. Immerhin scheint die Dungeon-KI ein besonderes Interesse an ihm zu haben ... genauer gesagt an seinen Füßen. Der offenbar vorhandene Fußfetisch der KI sorgt dafür, dass Carl frühzeitig Skills für Fuß-Kampftechniken erhält und sich schon bald über ein episches Fußpflegeset als Belohnung freuen darf.
Parallel dazu erscheinen auch seine ersten Charakterwerte: Stärke, Intelligenz, Konstitution, Geschicklichkeit und Charisma, ganz so, wie man es aus klassischen Rollenspielen kennt.
Und dann beginnt auch noch Donut zu sprechen.
Die selbstbewusste Perserkatze weiß genau, was sie will. Gemeinsam bilden Carl und Prinzessin Donut ein herrlich ungleiches Team, das nicht nur für die Zuschauer der Dungeon-Show, sondern auch für den Leser jede Menge Unterhaltung bietet.
Donut wirkt zunächst äußerst selbstsicher was bei einem Blick auf ihre Werte kaum überrascht. Während Carl ein Charisma von gerade einmal 4 besitzt, liegt Donuts Wert bei beeindruckenden 25. Selbst in Sachen Stärke kann die Katze ihrem Menschen durchaus Konkurrenz machen. Kein Wunder also, dass sie sich schon bald wie die eigentliche Anführerin des Duos verhält.
Trotz ihrer oft herrlich eitlen und arroganten Art zeigt Donut immer wieder auch verletzliche Seiten. Gerade diese kleinen Momente verleihen ihr überraschend viel Tiefe und machen sie zu einer deutlich vielschichtigeren Figur, als man zunächst erwarten würde.
Für mich war Donut deshalb ganz klar der heimliche Star des Romans.
Besonders begeistert ist die Katze übrigens von Lootboxen. Kaum erhält sie ein neues Item, wird es sofort ausprobiert. Nicht immer zur Freude von Carl, denn manche Gegenstände haben durchaus unerwartete Nebenwirkungen.
Relativ schnell wird den beiden klar, dass Follower und Sponsoren im Dungeon überlebenswichtig sind. Je größer ihre Fangemeinde wird, desto häufiger dürfen sie in Shows auftreten und desto mehr Unterstützung erhalten sie von außerhalb.
Donut genießt diese Aufmerksamkeit sichtlich. Als ehemalige Schönheitskönigin bei Katzenausstellungen ist ihr das Rampenlicht schließlich nicht fremd.
Auch im Dungeon selbst gibt es ständig Neues zu entdecken. Der Großteil der Zeit besteht allerdings aus Kämpfen. Z. B. gegen drogendealende Lamas, riesige Hornissen oder groteske Monstermaden.
Was mir dabei besonders gefallen hat: Matt Dinniman inszeniert die Kämpfe nicht nur spannend und oft herrlich absurd, sondern lässt zwischendurch immer wieder moralische Fragen aufblitzen. Manchmal fragt man sich tatsächlich, wer in diesem Szenario die wahren Monster sind.
Doch letztlich geht es nur um eines: ums Überleben. Wer im Dungeon zu lange zögert, hat bereits verloren.
Kleiner Kritikpunkt: Der Humor ist stellenweise bewusst überdreht. Wer mit LitRPG-Mechaniken oder Gaming-Anspielungen wenig anfangen kann, könnte sich an manchen Stellen etwas verloren fühlen. Für Fans des Genres ist genau das allerdings ein großer Teil des Spaßes.
Ich könnte noch lange darüber sprechen, warum dieser Roman für mich zu einem echten Highlight geworden ist, über die Altenheimbewohner, die zeitweise mit Carl und Donut ein Team bilden, über die herrlich absurden System-Updates oder die vielen kleinen Details, die das Buch so besonders machen.
Oder ich sage es einfach so:
Wenn ihr Lust auf eine völlig durchgedrehte Mischung aus Dungeon-Crawler, Gameshow-Satire und schwarzem Humor habt: Lest dieses Buch!
Fazit:
Dungeon Crawler Carl gehört für mich zu den besten LitRPG-Romanen, die ich bisher gelesen habe.
Das Buch ist herrlich verrückt, absurd witzig und dabei durchgehend unterhaltsam. Matt Dinniman kombiniert klassische Dungeon-Crawler-Elemente mit der Idee einer intergalaktischen Gameshow und erschafft daraus eine Geschichte, die gleichermaßen brutal, skurril und unglaublich humorvoll ist.
Freut euch auf eine KI mit Fußfetisch, eine arrogante sprechende Katze mit ausgeprägter Profilneurose, herrlich absurde Kreaturen wie watschelnde Säurepfähler, säurespuckende Lamas und Killerkakerlaken.
Wer kein Problem mit einer ordentlichen Portion Brutalität hat und Geschichten liebt, die bewusst überdreht und voller schwarzem Humor sind, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.
Kurz gesagt:
Wenn ihr Lust auf eine völlig verrückte Mischung aus Dungeon-Crawler, Gameshow-Satire, Rollenspielmechaniken und schrägem Humor habt, dann solltet ihr Dungeon Crawler Carl unbedingt lesen.
Es ist laut, chaotisch, brutal und genau deshalb so verdammt gut.
Buchzitate:
Grüne und rote Gewebefetzen flogen durch die Luft, als hätte sich die Katze in einen amoklaufenden Kartoffelschäler verwandelt.
Wir haben den Bug bei den Toiletten behoben: Wenn ihr jetzt die Tür öffnet und jemand anderes den Raum betritt, wird er nicht mehr explodieren. Der Fehler tut uns leid.
Kurzgefasst:
Spannung/Action:



Hey Tanja,
AntwortenLöschenwie schön dass du so viel Spaß beim Lesen hattest.
Ich hatte das Buch ja bei dir gesehen und auch angefangen..Und bin dann relativ schnell gestrandet.
Es ist witzig und verrückt und ich kann nicht sagen, was mich dazu bewegt hat, es nicht weiterzulesen.
Kennst du Everything, Everywhere all at Once?
Riesen Erfolg usw, aber ich fand das wahnsinnig nervig und einfach too much. Der Film wird seinem Titel voll gerecht aber ich fand es nur anstrengend.
Vielleicht ist das ein Grund dafür, das Buch erstmal wieder weggelegen zu haben– es war irgendwie too much.
Obwohl ich so aberwitzige Sachen ja mag.
Mich würde schon interessieren wie es aus geht und jetzt nach deiner so positiven Rezension werde ich es doch nochmal versuchen.
Danke fürs Vorstellen!
Liebe Grüße,
Silver
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