Werbung | Rezensionsexemplar:
Dieses Buch habe ich vom Verlag kostenlos erhalten.
Meine Meinung ist davon unbeeinflusst.
Rezension zu Red City (Stadt der Alchemisten 1) von Marie Lu
Verlag: Piper
Seitenzahl: 592
Format: Klappenbroschur
Preis: 18,00 Euro
Übersetzer: Ulrike Gerstner
ISBN: 978-3-492-71111-1
Band 1
Inhalt:
Gegensätzlicher könnten Ari und Sam kaum sein. Während Ari ständig im Rampenlicht steht – schutzlos dem Spott und dem Gelächter der anderen Kinder ausgeliefert –, gleicht Sam einem Phantom. Sie verschmilzt mit der Menge, sodass kein einziger Blick an ihr hängen bleibt.
Schon in jungen Jahren wurde Ari von seiner Familie getrennt. Seine Eltern wollten ihm die bestmögliche Zukunft sichern, doch das mühsam erkämpfte Stipendium forderte einen hohen Preis. Fernab der Heimat muss Ari nicht nur lernen, auf eigenen Beinen zu stehen, er gerät auch in die Fänge der Unterwelt. Sein Mentor gehört ausgerechnet zu Lumines, einem der zwei mächtigsten Verbrechersyndikate in Angel City. Dieser erkennt Aris außergewöhnliches Potenzial und beschließt, ihn gezielt zu fördern.
Während Ari in der Hierarchie des Syndikats aufsteigt und lernt, seine Schwächen in Stärken zu verwandeln, kämpft Sam jeden Tag aufs Neue ihren eigenen Kampf – gegen die Armut, um die Aufmerksamkeit ihrer Mutter und um ihr Bestehen an der Schule.
Als Sam und Ari sich in der Schule begegnen, spüren sie sofort eine tiefe Verbindung. Aus ersten Momenten wird ein festes Band aus Vertrauen und Zuneigung. Bald beginnen sie, sich poetische Briefe zu schreiben – Zeilen voller intensiver Gefühle, die jedoch die dunkelsten Geheimnisse ihres Lebens geschickt im Verborgenen halten.
Ein plötzlicher Schicksalsschlag reißt Sam von einem Tag auf den anderen den Boden unter den Füßen weg. Ohne Ausweg klammert sie sich an den letzten Strohhalm: eine der einflussreichsten Personen der Stadt. Zu Sams Überraschung wird sie tatsächlich angehört. Doch die Hilfe ist an eine gefährliche Bedingung geknüpft, denn die Frau an der Spitze gehört zu Grand Central, dem erklärten Erzfeind von Lumines.
Diamond nimmt Sam auf. Sie erkennt das Potenzial in ihr, das sonst niemand gesehen hat: Sams Fähigkeit, in der Masse unterzugehen, wird zu ihrer größten Stärke.
Sams und Aris Wege trennen sich. Beide beginnen, in ihren neuen „Familien“ Fuß zu fassen, und geraten schon bald in einen Strudel aus Macht, Geheimnissen und Gewalt. Was bleibt, ist ihre tiefe Verbindung und die alten Gefühle. Doch jetzt stehen sie sich als Feinde in einem gnadenlosen Bandenkrieg gegenüber.
Während die Fronten von Tag zu Tag härter werden, geraten Ari und Sam zwischen die Fronten eines mörderischen Spiels. In einer Welt, die absolut kein Mitgefühl duldet, bleibt ihnen fürs Überleben nur eine Wahl: Sie müssen gegeneinander kämpfen.
Meinung:
Von Marie Lus Büchern hatte ich in der Vergangenheit viel Gutes gehört. Ich wollte schon längst etwas von der Autorin gelesen haben. Als „Red City“ als Neuerscheinungen angekündigt wurde, war für mich klar, dass ich dieses Buch lesen möchte.
Schon nach den ersten Seiten von „Red City“ war mir klar, warum die Autorin so einen Hype genießt. Ihr Schreibstil ist unglaublich bildhaft und geht direkt unter die Haut. Marie Lu nimmt sich bewusst Zeit für ihre Geschichte; sie erzählt ohne Eile und schafft es dadurch, der Handlung eine spürbare, tiefgründige Emotionalität zu verleihen.
Der Buchrücken wirbt mit dem Slogan „Romeo & Julia meets Der Pate“. Diese Aussage trifft den Kern des Buches meiner Meinung nach perfekt. Wir begleiten eine herzzerreißende Entwicklung zweier Figuren, deren Gefühle nach und nach zu etwas extrem Starkem heranwachsen, während ihr Schicksal unaufhaltsam auf einen Abgrund zuzusteuern scheint.
Mit Ari und Sam treffen wir auf zwei Protagonisten, die sich als Kinder kennenlernen und schon früh spüren, dass sie ein besonderes Band verbindet. Beide sind auf ihre Art einsam und beide besitzen ein großes Herz. Das Schicksal sorgt jedoch dafür, dass sie von den Oberhäuptern der beiden mächtigsten Verbrechersyndikate Angel Citys rekrutiert werden. Beide steigen schnell auf und werden für die jeweiligen Organisationen unentbehrlich.
Marie Lu schildert packend das Erwachsenwerden der beiden Hauptfiguren, die internen Machtstrukturen der Syndikate und die Wirkung der Droge Sand, welche die menschlichen Fähigkeiten drastisch steigert.
Besonders das Magiekonzept sticht heraus: Statt auf klassische Zauberei setzt Marie Lu auf eine strukturierte, aber brandgefährliche Alchemie. Sie ermöglicht es, Materie und menschliche Körperteile zu verändern oder mit der Umgebung zu verschmelzen. In der kriminellen Unterwelt machen sich beide Syndikate dieses Wissen zunutze: Ihre Top-Alchemisten setzen die Methode ein, um die Spuren brutaler Folter perfekt zu verwischen.
Die unaufgeregte Erzählweise der Autorin zieht Lesende mitten hinein in den düsteren Abgrund von Angel City. Im Zentrum stehen dabei hochkomplexe Beziehungen: Die Bindung zwischen Sam und Will – Diamonds Sohn und rechte Hand bei Grand Central – ist alles andere als feinfühlig; sie ist brutal und unbarmherzig. Ebenso tiefgründig ist der Konflikt zwischen Sam und ihrer Mutter Connie. Durch den Blick hinter die Kulissen wird Connies hartes Handeln greifbar. Man spürt förmlich den Schmerz, der Mutter und Tochter gleichermaßen trennt und zusammenschweißt. Dank der wechselnden Perspektiven offenbaren sich die geheimen Motive der Figuren, die sie umeinander verbergen müssen.
Fazit:
Mit „Red City“ legt Marie Lu einen starken Start hin. Die leisen Anfänge wandeln sich in pure Intensität, bei der echte Gefühle auf eiskalte, stimmige Härte treffen.
Das Ergebnis ist eine atmosphärische und emotionale Tour de Force, die extrem unter die Haut geht und einen Sog der Ausweglosigkeit entwickelt, dem man sich nicht entziehen kann.
Ein tragisches, hochspannendes Highlight, das noch lange nachhallt und den Wunsch nach der Fortsetzung schürt.
Buchzitate:
Sie sind keine Kindheitsfreunde mehr – sie sind Feinde auf gegenüberliegenden Seiten eines Abgrunds, und heute Nacht lodert ein Feuer zwischen ihnen.
Kurzgefasst:
Spannung/Action:
Liebe/Freundschaft/Gefühle:
Charaktere:
Handlung:
Schreibstil:





Hallo liebe Tanja!
AntwortenLöschenIch bin ja kein so großer "Liebesgeschichten" Fan - aber Romeo & Julia ist ein großartiger Klassiker und in der Kombination mit Der Pate klingt das schon richtig gut!
Von Marie Lu hab ich damals die Legend Trilogie gelesen, die mich damals auch begeistern konnte. Ich weiß allerdings nicht, ob das heute noch so wäre...
Deshalb hab ich zwischenzeitlich auch nichts mehr von ihr gelesen - und ich bin auch grade unschlüssig, ob sie in ihren Geschichten "mitgewachsen" ist oder so schreibt wie damals ... deine Beschreibung: "Wir begleiten eine herzzerreißende Entwicklung zweier Figuren, deren Gefühle nach und nach zu etwas extrem Starkem heranwachsen" schreckt mich tatsächlich dahingehend eher ab :)
Aber neugierig bleibe ich dennoch, vielleicht sollte ich es einfach mal ausprobieren. Dieses Jahr hab ich schon zu viel noch vorgenommen - aber für nächstes Jahr ist es sicher mal in der Onleihe zu haben. Ich werde Ausschau halten!
Vielen Dank für deine Eindrücke!
Liebste Grüße, Aleshanee
Hallo Tanja!
LöschenIch hab in meine Stöberrunde ja seit einiger Zeit auch Rezensionen dazu genommen und mittlerweile ist die Aktion immer "größer" geworden. Neuerscheinungsposts, Diskussionen und Buchthemen, Leserunden und Rezensionen... ein schönes Paket an buchigen Linktipps.
Deshalb hab ich jetzt auch nach so langer Zeit den Namen der Aktion geändert und ich würde mich freuen, wenn du mal hier vorbeischaust :)
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
Aleshanee
Hallo liebe Aleshanee,
Löschenes fällt mir wirklich schwer einzuschätzen, wie dir die Geschichte gefällt, gerade, wenn dich der Part mit der Liebesgeschichte etwas abschreckt. Für mich war es mein erstes Buch der Autorin und es hat mir richtig gut gefallen. Man muss aber auch dazu sagen, dass es sich um einen Reihenauftakt handelt. Band 1 findet einen recht guten Abschluss, aber es sind auch noch kleine Punkte offen.
Oh, danke für den Hinweis bzgl. der Stöberrunde. Schaue ich mir gleich mal an! :o)
Ganz liebe Grüße
Tanja :o)
Liebe Tanja,
AntwortenLöschen„Romeo & Julia meets Der Pate“ klingt ja nach einer richtig spannenden Mischung. Ich hatte beim ersten Blick auf das Cover und den Titel eigentlich gedacht, dass es sich um ganz klassische Fantasy handelt. Aber dein Einblick in die alchemistischen Elemente und die Gangster-Syndikate zeigt ja, dass es eher in eine düstere Richtung geht. Da ich sonst super wenig Fantasy lese, klingt diese strukturierte Alchemie tatsächlich nach einem coolen Ansatz. Deine begeisterte Rezension macht mich auf jeden Fall neugierig.
Liebe Grüße
Mo
Hallo liebe Mo,
Löschenja, ich muss sagen, dass mir der Mix hier auch sehr gut gefallen hat. Es war mein erstes Buch der Autorin und ich hatte im Vorfeld schon viel Gutes über ihren Schreibstil gelesen. Ich kann mich diesen positiven Bewertungen nun endlich anschließen.
Zu diesem Auftakt im Allgemeinen habe ich noch keine Rezensionen gelesen. Ich bin auch sehr gespannt, wie andere Leser diesen Titel gerade im Vergleich zu den anderen Werken von Marie Lu beurteilen werden.
Mir hat es sehr gefallen und ich freue mich, dass ich dich mit meinen Worten neugierig machen konnte.
Ganz liebe Grüße
Tanja :o)
Hallo liebe Tanja,
AntwortenLöschenomg.... ich muss gestehen "Syndikat" und "Alchemie" haben ja direkt mein Herzchen höher schlagen lassen. Mag ich auf jeden Fall, klingt immer spannend.
Auch in deinem weiteren Verlauf hört es sich unheimlich gut an. Eine Liebesgeschichte, die hoffentlich noch gut für die beiden ausgehen wird, der Klassiker der immer geht mit Romeo und Julia (wobei es für die ja nicht so gut geendet hat) und ein toller Schreibstil :D daaaaas klingt nach guter Lektüre ^^
Also hab ich es auf jeden Fall mal auf meine WL geschubst. Dem Cover muss ich aber einen dududu Finger zeigen, dass finde ich leider gar nicht ansprechen. Daher hätte ich wohl evt auch nicht darauf geachtet, wenn ich es gesehen hätte.
Schöne Rezension ^^
Liebe Grüße
Mina ^^
Hallo liebe Mina,
Löschendas kann ich verstehen, dass dich das Cover dich nicht auf den ersten Blick angesprochen hat. Ich finde es okay. Aber ich sehe es auch so, dass es kein absoluter Eyecatcher ist.
Die Geschichte ist definitiv slow burn. Aber vermutlich genau deswegen so fesselnd. Die Kombi hat mir hier richtig gut gefallen. Romeo & Julia Vibes sind hier definitiv vorhanden.
Freut mich, dass es dich anspricht. Es handelt sich übrigens um einen Reihenauftakt. Das war mir vorher nicht ganz bewusst. Mit dem Ende kann man erstmal gut abschließen. Es lässt aber noch Freiraum für die weitere Erzählung.
Ganz liebe Grüße
Tanja :o)