Rezension zu Angelfall – Tage der Dunkelheit von Susan Ee
Seitenzahl: 448
Format: Taschenbuch
Preis: 9,99 Euro
ISBN: 978-3-453-31748-2
Übersetzer: Sonja Rebernik-Heidegger
Band 2
Inhalt:
Nachdem Raffe Penryns vermeintliche
Leiche an ihre Angehörigen übergeben hat, geht er seinen eigenen
Weg. Penryn selbst hat sich mittlerweile von der Lähmung
erholt. Sorge bereitet ihr die Tatsache, dass Paige das Essen nicht
bei sich behalten kann. Und dann kommt es eines Tages zu einem
unschönen Vorfall. Der Widerstand stuft Paige als Monster ein und
legt sie in Fesseln. Doch das kleine Mädchen ist stärker, als es
aussieht. Ihr gelingt die Flucht. Für Penryn ist klar, dass sie ihre
Schwester finden muss. Gemeinsam mit ihrer Mutter nimmt sie die Spur
auf und landet genau da, wo die Gefahr am Größten ist: Im neuen
Quartier des Feindes.
Wichtigste Charaktere:
Penryn ist eine Heldin wider
Willen. Eigentlich ist sie ein junges Mädchen und hat keine Ahnung,
wie sie in dieser neuen Welt jeden nächsten Tag überleben soll.
Jedoch kann ihre verrückte Mutter keine Verantwortung übernehmen
und einer muss doch für die jüngere Schwester Paige sorgen. Penryns
spontane Ideen, ihr Mut, die Kenntnisse von verschiedenen
Kampfkunsttechniken und das Engelsschwert von Raffe sorgen dafür,
dass das Mädchen bis heute überlebt hat.
Raffe wurden im letzten Teil die
angeborenen Engelsflügel vom Körper getrennt. Auf der Suche nach
jemanden, der ihm helfen kann, geriet er an eine Ärztin, die ihm
jedoch im Koma Fledermausflügel mit gefährlichen Klingen angenäht
hat. Verstoßen von seinen eigenen Leuten, gefürchtet von den
Menschen, ist er nun alleine unterwegs, um Rache zu üben und seine
Flügel zurückzubekommen.
Nachdem Paige ein Opfer eines
Experiments wurde, zieren ihren Körper viele Narben. Ihre Zähne
wurden durch Metallspitzen ausgetauscht. Äußerlich sieht sie aus
wie ein Monster. Doch in ihr schlummert das verletzliche und
ängstliche Mädchen, welches nur den Schutz ihrer großen Schwester
sucht.
Schreibstil:
Teil zwei der Angelfallsaga setzt genau
an der Stelle an, an der der erste Teil geendet hat. Penryn befindet
sich gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Schwester auf dem Lastwagen
des Widerstands. Ihre Lähmung lässt nach.
Susan Ee führt ihren kinoreifen
Schreibstil auch in der Fortsetzung weiter. Ihr Weltenentwurf ist
düster. Die Engel stehen kurz davor die Apokalypse einzuleiten, auf
den Straßen herrschen die Gangs, der Widerstand ist dabei sich zu
organisieren. Jeder kämpft hier ums nackte Überleben. Die Geschäfte
sind geplündert, die Häuser besetzt oder verlassen. Nahrung ist
knapp.
Mitten durch dieses
Weltuntergangsszenario begleitet man das junge Mädchen Penryn,
welches mit einer Mutter, die in wirren Worten vermutlich zum Teufel
betet und Leichen mit wilden Mustern bemalt und ihrer mit Narben und
scharfen Metallzähnen versehenen Schwester unterwegs ist. Auf Penryn
lastet eine große Verantwortung und mittlerweile auch Gefühle zu
einem verstoßenen Engel, die sie nicht haben dürfte. Denn ein Engel
darf keinen Menschen lieben. So will es das Gesetz. Wäre das nicht
alles schon schlimm genug, so ist Raffe eh verschwunden, denn er
glaubt Penryn tot. Penryn selbst muss, einzig bewaffnet mit einem
Engelsschwert, welches sie für Raffe aufbewahrt und welches sie
nicht führen kann, versuchen zu überleben. Sie sucht nach Nahrung
in dieser verlassenen und gefürchteten Welt und muss zusehen, wie
Paige keinen einzigen Happen bei sich behalten kann.
Paige selbst, äußerlich mehr Monster,
als junges Mädchen, innerlich jedoch verletzlich und ängstlich, wie
es ein Kind in ihrem Alter nur sein kann, wird jedoch durch ihr
äußeres Erscheinungsbild und auch bald durch einen unkontrollierten
Vorfall von den Bewohnern des Widerstandscamps gefangengenommen. Man
plant nichts Gutes mit ihr und Paige weiß, dass sie fliehen muss.
Penryn nimmt die Verfolgung auf. Sie weiß, dass ihre Schwester
verängstigt ist, doch wohin sie flieht, ist ungewiss. Bald schon
gerät Penryn wieder in die Nähe des gefürchteten Engelhorsts. Nach
und nach erfährt sie immer mehr über das, was Paige in ihrer
Abwesenheit zugestoßen ist.
Susan Ee macht auch mit der Fortsetzung
wieder alles richtig. Sie schafft einen verstörenden und spannenden
Plot. In ihrer gefährlichen Welt setzt sie eine Protagonistin aus,
die eine Last tragen muss, die eigentlich viel zu groß für sie sein
sollte, lässt sie kämpfen und mit einer guten Prise Glück oft
gewinnen.
Humor lockert das Geschehen auf. Auch,
wenn in diesem zweiten Teil Penryn nur in Träumen auf Raffe stößt
und der bissige Humor der Dialoge ausbleibt, wird der Leser schnell
über diesen Verlust hinweggekommen. Denn Penyrn sorgt auch so mit
ihrem Verhalten und ihren Ideen für kleine lustige Momente. Wenn sie
zum Beispiel das gefürchtete Engelsschwert mit einem in Tüll
gehüllten Teddybären tarnt und ihm den Namen Pooky (Name von Garfields
Kuscheltier) gibt, zürnt vielleicht die stolze Waffe. Der Leser
muss aber gewiss grinsen.
Fazit:
Auch der zweite
Teil von Angelfall punktet mit seinem gut gewählten Setting, einem
Weltuntergangsszenario, einem fesselnden und gut durchdachten Plot,
Charakteren mit großen Schwächen und noch größeren Stärken sowie
einer Prise Humor.
Gruselige/brutale
Szenen, wie die aus dem ersten Band bekannt, findet man auch in der
Fortsetzung.
Diese Reihe ist
und bleibt ein absolutes Lesemuss für Freunde von guter
Fantasyliteratur.
Buchzitate:
Es ist eine wahre Kunst,
meiner Mom Informationen zu entlocken. Man muss mit einem Fuß in der
Realität bleiben und mit dem anderen einen Schritt in ihre Welt
machen, um ein besseres Bild davon zu erhalten, wovon sie spricht.
Kurzgefasst:
Spannung/Action:
Liebe:
Charaktere:
Weltenaufbau:
Handlungsstrang:
Schreibstil:
Im Gesamtpaket:


