Rezension zu Secret 1 von Yoshiki Tonogai
Seitenzahl: 226 Seiten
Format: Taschenbuch
Preis: 7,95 Euro
ISBN: 978-3-551-73962-9
Altersempfehlung des Verlages: Ab 16 Jahren
Band 1
Inhalt:
Es passiert bei einer Klassenfahrt, als
der Bus aus der Spur gerät und sich überschlägt. Mehrere Schüler
erleiden Verletzungen, einige sterben. Doch der Großteil der
Schülerschaft stirbt beim anschließenden Brand des Fahrzeugs.
Lediglich sechs Schüler überleben diesen Unfall und einer nimmt
sich daraufhin das Leben. Der Schulpsychologe Herr Mitomo
behauptet gegenüber den verbliebenen Schülern, dass drei von ihnen
Mörder sind. Er stellt ein Ultimatum: Binnen einer Woche können
sich die Täter stellen. Tun sie das nicht, so wird er die Polizei
einschalten. Unter den verbliebenen Schülern bricht Unruhe aus.
Zeichenstil:
In Secret muss man sich als Leser erst
einmal herein finden. Einer der Schüler steht vor dem Lehrer, packt
ihn am Kragen und spricht ihn mit den Worten an „sag mal bist du
nicht mehr ganz dicht oder so was?!“ Schließlich brüllt er sein
Gegenüber sogar an.
Die Form, in welcher der Schüler
seinen Lehrer anspricht und auch der Umstand, dass erst später
bestätigt wird, dass es sich bei der angesprochenen Person
tatsächlich um den Schulpsychologen handelt, sorgen für Verwirrung.
Auch im weiteren Verlauf gestaltet sich
die Handlung mysteriös und nicht immer schlüssig. Nach und nach
kommt der Betrachter dem Geschehen bruchstückhaft auf die Schliche.
Doch auch zum Schluss des ersten Bandes bleiben noch viele Fragen
offen.
Yoshiki Yonogai baut in seinen Manga
oftmals verheißungsvolle Stillleben ein. So folgt auf eine Handlung
plötzlich ein Bild mit einem verlassenen Schulflur, dann wird
plötzlich auf das Türschild der Klasse oder auch auf den leeren
Schulhof focussiert. Eine Sprechblase erscheint einsam auf einem
leeren Feld oder ein Zeigefinger, ein einzelnes Mikrofon, Schuhe
rücken im Detail in das Blickfeld des Betrachters. Hiermit verleiht
der Mangaka dem Geschehen gekonnt eine eigene Dramatik.
Rückblicke stellt der Zeichner
ebenfalls gekonnt dar. Hierzu verwendet er einen schwarzen
Hintergrund, während die Gegenwart auf weißem Blatt gezeichnet
wurde. Einige wenige der gedanklichen Rückblicke werden mit einer
leichten Bildschraffierung dargestellt.
In Yoshiki Yonogais Manga machen sich
alle Personen verdächtig. Allein nach der Ansprache des
Schulpsychologen zeigen alle verbliebenen Schüler durch
Schweißtropfen an der Stirn eine leichte Nervösität. Aber auch der
Psychologe macht sich mit der Aussage verdächtig, die seiner
Beschuldigung und dem Ultimatum folgt. Zitat: „Sollte ich sterben,
würde die ganze Wahrheit natürlich für immer mit mir begraben
werden.“ Was bezweckt der Lehrer mit dieser provokativen Aussage?
Fazit:
Secret
ist einem gelungenen Krimi gleichzusetzen. Nicht immer ist die
Handlung nachvollziehbar. Die gesamte Anlage der ziemlich mysteriösen
Charaktere und die vielen kleinen Referenzen und Anspielungen sind
oft schwer zu verstehen. Die
Bilder sind packend, kraftvoll, aussagekräftig
und sehr verschieden. Der Manga bleibt durchweg spannend. Zum Ende
fiebert man - mit Blick auf die vielen offene
Fragen - der Fortsetzung
entgegen,
Kurzgefasst:
Spannung/Action:
Charaktere:
Handlungsstrang:
Zeichenstil:
Im Gesamtpaket:
