Rezension Zwischen Licht und Finsternis
von Lucy Inglis
Seitenzahl: 400 Seiten
Format: Hardcover
Preis: 19,99 Euro
ISBN: 978-3-551-52080-7
Altersempfehlung des Verlages: Ab 14 Jahren
Band 1
Inhalt:
In Londons Innenstadt erscheinen immer
mehr düstere Kreaturen. Während Lily mit ihrem Vater an einem Fall
arbeitet, bei dem ein mysteriöser Passfälscher Klärung verspricht,
jagt der 19-jährige Regan die Kreaturen der Finsternis.
Als Lily sich bei ihren Ermittlungen in
eine Gasse verirrt und plötzlich einem zweiköpfigen Hund
gegenübersteht, traut sie ihren Augen kaum. Die Kreatur greift das
Mädchen an und verletzt sie tödlich. Zufällig ist Regan in der
Nähe und kommt Lily zur Hilfe. Als er ihr eine Bluttransfusion geben
muss, stellt Lily überrascht fest, dass Regans Blut das erste ist,
welches mit ihrem harmoniert. Die Beiden erkennen bald, dass ihre
Schicksale eng miteinander verknüpft sind. Sie beginnen sich zu
unterstützen und versuchen ihre Ziele nunmehr gemeinsam zu
erreichen. Bald schon liegt nicht mehr nur das eigene Schicksal,
sondern das der ganzen Stadt in den Händen der beiden Jugendlichen.
Wichtigste Charaktere:
Lily ist eine grandiose Hackerin. Sie
ist in der Lage sich sogar bei Großkonzernen wie Facebook
einzuloggen und deren Daten zu hacken. Zusammen mit ihrem Vater, der
von Beruf Anwalt ist, versucht sie mithilfe ihrer Fähigkeit
schwierige Fälle aufzuklären.
Regan ist halb Mensch, halb Eldritche.
Offiziell arbeitet er als Security. In Wahrheit jagt er in der Nacht
die Chaoskreaturen, die sich hinter die Stadttore Londons schleichen.
Welt:
Für ihre Geschichte hat die Autorin
das sehr passende unheimliche Flair der Stadt London gewählt. In den
Ecken und Winkeln lauern Kreaturen wie Drachen, zweiköpfige Hunde
namens Bandoggen, Hausgeister, kleine Elfen, Wasserwesen oder
Banshees. Einige von ihnen lauern nur darauf endlich zu erwachen oder
einen Weg in die Stadt zu finden.
Schreibstil:
Lucy Inglis beginnt ihren Roman sofort
spannend. Der Leser befindet sich gleich mittendrin, indem er Lily
und ihren Vater dabei beobachtet, wie sie nach einer Person forschen,
die untergetaucht ist.
Durch diese zügige Einleitung ins
Geschehen, beginnt sich der Leser gleich Fragen zu stellen. Er möchte
wissen, wer die mysteriöse Frau ist, von der die Rede ist, was es
mit dem Passfälscher auf sich hat. Währenddessen versucht er, sich
ein Bild von Lily und ihrem Vater zu machen.
Auch auf den Folgeseiten kommt keine
Langeweile auf. Bald gerät Lily, die gerne auf eigene Faust
ermittelt, an das erste Ungetüm, welches sich in einer dunklen Gasse
Londons aufhält. Zwar mag man hier noch nicht so sehr mit der
Charakterin um ihr Leben bangen, weil man sie zum einen noch nicht so
gut kennengelernt hat und weil klar ist, dass sie wohl nicht auf den
ersten Seiten sterben wird, doch trägt diese erste Actionszene dazu
bei, dass der Roman Tempo aufnimmt. Auch lernt Lily hier den
attraktiven Regan kennen.
Die Folgeseiten des Buches bleiben
nicht zuletzt aufgrund Regans Berufung als Jäger der Chaoskreaturen
und Lilys Neugierde und Abenteuerlust spannend. Immer wieder taucht
eine Bedrohung auf. Auch Lilys Suche nach ihrer Mutter und die
Aufklärung ihres Schicksals tragen dazu bei, dass stets etwas
passiert.
Leider werden Konflikte hier schnell
gelöst. Eigentlich ausweglose Situationen werden inflationär
aneinander gereiht und zum Teil nicht ausreichend vertieft.
Leser/innen, die in einem Roman auch
eine kleine Liebesgeschichte schätzen, können beruhigt sein. Hier
gibt es den attraktiven Regan, der nicht zu feinfühlig, aber auch
nicht als Bad Boy unterwegs ist. Sein Beschützerinstinkt ist zwar
vorhanden, er wirkt dadurch aber auch nicht so aufdringlich, als dass
er der Hauptcharakterin selbstständige Entscheidungen abnehmen
würde. Ganz im Gegenteil: Lily scheut kein Risiko und begibt sich
auch selbst in Risikosituationen, mit denen sie zwar nicht durch
Kraft, aber durch ihre Fähigkeit als Hackerin die ein oder andere
Lösung selbst findet.
Allerdings fiel mir das Zusammenspiel
von Regan und Lily anfangs etwas schwer. So wirkten die Dialoge der
beiden auf mich unvollendet, die Zuneigung zwischen ihnen zu rasant.
Dieses Gefühl legte sich aber im Laufe des Lesens. Die beiden wurden
für mich zu einem eng verbundenen Team, bei dem nicht alles
ausdiskutiert werden muss.
Fazit:
In dem Roman „Zwischen Licht und
Finsternis“ kam ich mir vor, wie in einem guten Action-Krimi.
Zwischen Ermittlungen und ständigen Kämpfen und Geschehnissen,
erkundet man als Leser ein passend düsteres Szenario Londons.
Den Einstieg in den Roman empfand ich
als sehr gelungen. Hier startet der Leser gleich mitten im Geschehen.
Charaktervorstellung und Handlungsstrang ergeben sich von alleine auf
den Folgeseiten.
Regan und Lily brauchten etwas, um bei
mir glaubhaft anzukommen. Danach kam ich sehr gut mit beiden zurecht
und war gerne mit ihnen unterwegs.
Buchzitate:
„Sind alle Menschenmädchen so wie
du?“, fragte Regan nach langem Schweigen. „Wieso? Wie meinst du
das?“ - „So unmöglich.“ - „Nur die besten.“
„Was macht ihr Menschen, wenn ein
Mädchen nicht tut, was man ihm sagt?“ - „Kompromisse schließen.“
Die Scheinwerfer der Lkw ließen
wirbelnde Nebelschwaden aufschimmern. Das Café an der
gegenüberliegenden Ecke war hell erleuchtet. Einige der Träger
hatten ihre Schicht beendet und verschlangen heiße Pfannengerichte,
die sie mit großen Humpen Bier hinunterschütteten, obwohl es erst
kurz nach sechs Uhr morgens war.
Kurzgefasst:
Spannung/Action:
Liebe:
Charaktere:
Weltenaufbau:
Handlungsstrang:
Schreibstil:
Im Gesamtpaket:
