Mittwoch, 31. März 2021

Durchgelesen: Searching Lucy

Rezension zu Searching Lucy von Christina Stein


Verlag: Sauerländer (Werbung gem. TMG)
Seitenzahl: 288
Format: Klappbroschur
Altersempfehlung des Verlages: Ab 13 Jahren
ISBN: 978-3-7373-5712-8
Abgeschlossene Erzählung








Inhalt:


Mittlerweile geht es Amber ganz einfach von der Hand. Sie hat das richtige Werkzeug und beherrscht die Griffe, die es möglich machen, eine Balkontür zu öffnen. Mittels Tracker und Spionage ermittelt sie, wann die Nachbarn und Bekannten unterwegs sind. Innerhalb weniger Minuten ist sie in das Haus eines Fremden eingebrochen. Sie schaut sich an, wie der Besitzer lebt. Mutmaßt, was ihn so herumtreibt, versucht, ihn näher kennenzulernen. Der Gang durchs Haus endet immer im Keller. Denn dort könnte sich Lucy befinden. Ambers Schwester, die kurz nach dem Verschwinden des Vaters ebenfalls spurlos vom Erdboden verschwunden war.



Meinung:


Amber ist sich sicher, dass ihre Schwester nicht tot ist. Sie muss einfach noch leben! Es geschah kurz nach Taylors Party: Eine verbale Auseinandersetzung, beide Schwestern sind im Disput auseinandergegangen und dann war Lucy weg und wurde nie wieder gesehen. Gewaltverbrechen werden oft von Menschen aus dem näheren Umfeld begangen. Das weiß Amber. Sie ist sich sicher, dass irgendwer das Mädchen entführt haben muss. Vielleicht wurde sie geschändet. Vielleicht wird sie gequält. Die Zeit rennt.

Die oberste Priorität des Polizeiapparates ist nicht die Suche nach der Schwester. Vielmehr scheint man zu erwarten, dass die Missetäter vor den Füßen der Polizei abgeladen werden.

Amber beginnt daher eine eigene Suche und bricht hierfür in die Wohnungen der Nachbarn und Bekannten ein.

Neben dem Schicksal von Lucy verstehen es vor allem Ambers Besuche in fremden Häusern für Spannung zu sorgen. Jederzeit könnte etwas schief gehen. Ein kleiner Fehler, eine verfrühte Heimkehr des Hausbesitzers. Was dann?

Jeder könnte der Täter sein. Als Leser versucht man gemeinsam mit Amber zu ermitteln. Wer erscheint verdächtig? Taylor, der stets von sich überzeugt war, und seine Freundinnen nicht gerade vorbildlich behandelt hat? Oder der Neue, Jamie, der immer so schweigsam ist und der irgendetwas zu verbergen scheint? Oder doch vielleicht einer aus der Lehrerschaft? Es gibt so viele Verdächtige.

Amber zeigt oft das psychoanalytische Profil einer paranoiden Persönlichkeit. Oft kommt sie in Konflikt mit moralischen Grundwerten. All dies ist aber in ihrer Biografie überzeugend begründet.

Die Geschichte wird höchst dramatisch, ja beklemmend spannend bis zu ihrem Ende vorangetrieben.



Fazit:


Searching Lucy ist eine gelungene Mischung aus Krimi, Thriller und Sozialdrama. Diesen Zutaten verdankt das Werk seine Dichte, die den Leser tatsächlich bis zum Ende um das Schicksal seiner Figuren bangen lässt. Das Buch entwickelt eine zum Ende hin schier unerträgliche Spannung, die den Leser komplett vereinnahmt. Während sich vieles im Fortschreiten der Geschichte peu à peu erhellt, verdichten sich andere Mysterien und das mitunter paranoid. Realismus war allerdings nicht das oberste Ziel der Autorin.

Wer einen fesselnden und gruseligen Thriller sucht, ist mit diesem Buch gut bedient.



Kurzgefasst:


Spannung/Action:




 

Liebe/Freundschaft:




 

Charaktere:





Handlungsstrang:





Schreibstil:





Im Gesamtpaket:

 

 

 


Kommentare:

  1. Liebe Tanja

    Das klingt total spannend. Ich ärgere mich immer wieder darüber, dass sehr viele "Thriller" den Namen gar nicht verdient haben. Gruselig und spannend klingt für mich aber perfekt.

    Ich werde mir das Buch einmal näher ansehen und danke dir jetzt schon für den Tipp.

    Alles Liebe
    Livia

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    1. Hallo liebe Livia,

      ich lese nur selten Thriller, daher kann ich leider auch keine Vergleiche ziehen.

      Eine Geschichte sollte, meiner Meinung, mal ganz abgesehen vom Genre, den Leser an die Seiten fesseln. Ob Searching Lucy einen hartgesottenen Thrillerleser Gänsehautmomente beschert, vermag ich nicht zu sagen. Ich vermute aber nicht. Für mich hatte dieses Buch jedoch genau die richtige Menge an Spannung und Action.

      Liebe Grüße
      Tanja :o)

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  2. Hallo Tanja,
    du hast mir ja schon ein bisschen von dem Buch erzählt gehabt. Es klingt auf jeden Fall nach einer interessanten und auch spannenden Geschichte. Wenn meine Schwester verschwinden würde, wäre ich definitiv auch verzweifelt, auch wenn ich vielleicht nicht ringsrum in die Häuser einbrechen würde. Aber irgendwie kann man auch verstehen, dass sie das Bedürfnis hat, mehr zu tun, als nur zu warten, besonders wenn sie das Gefühl hat, die Polizei macht nicht genug.
    Danke für die schöne Buchvorstellung :)
    Liebe Grüße
    Dana

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    1. Hallo liebe Dana,
      ich möchte mal behaupten, dass die meisten Menschen nicht zu solch drastischen Mitteln greifen würden, wie Amber. Die Story ist auf jeden Fall sehr gruselig und Amber fühlt sich hilflos. Dass sie in Häuser einbricht, verleiht der Geschichte nochmal einen extra Bonus, was die Spannung angeht. Allerdings verhält sich Amber auch schon recht abgebrüht, was die Sache mit den Einbrüchen angeht.

      Ich freue mich, dass dir die Buchvorstellung gefallen hat <3

      Liebe Grüße
      Tanja :o)

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  3. Hallo Tanja

    Hattest du nicht mal erwähnt, dass du nie Thriller liest, oder verwechsel ich da jetzt etwas? :D

    Von diesem Buch habe ich bisher noch nie etwas gehört, aber die Idee klingt interessant. Schön, dass dich das Buch fesseln konnte! :)

    Ich lese im Moment nur noch selten Thriller, deshalb wird das Buch trotz deines positiven Fazits vorerst nicht auf meiner "interesting"-Liste landen :)

    Liebe Grüsse
    Mel

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    1. Hallo liebe Mel,

      du verwechselst nichts. Ich lese, was Erwachsenenliteratur angeht, so gut wie nie Thriller. Auch das Genre Krimi ist nicht meins. Im Jugendbuchbereich verhält es sich etwas anders. Diese Lektüre ist etwas "leichter".

      Ich muss allerdings sagen, dass mich auch der ein oder andere alte Titel von King interessiert und einige Rezension zu Fitzeks Werken haben mich auch sehr neugierig werden lassen. Vielleicht werde ich ja irgendwann meine Meinung mal ändern. Aktuell fühle ich mich aber im Jugendbuchbereich immer noch mehr beheimatet. ;o)

      Liebe Grüße
      Tanja

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  4. Hallo liebe Tanja,

    es freut mich zu lesen, das dein "Experiment mit einem Thriller" gut funktioniert hat. Auch mir war das Buch in der Vorschau aufgefallen, aber irgendwie hat es mich nicht so angesprochen. Und obwohl deine Rezension neugierig macht, konnte bei mir der Funke letztlich nicht überspringen. Dies liegt wohl vorrangig am Genre selbst, obwohl ich dieses, wie du weißt, früher sehr gemocht habe.


    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Hallo lieber Uwe,
      das ist irgendwie lustig, dass du als Thrillerleser momentan eher nicht zu dem Genre greifen magst, während ich, als Nicht-Thriller-Leser total Lust darauf hatte :o))))
      Ich denke man muss für dieses Genre auch in der passenden Laune sein.

      Liebe Grüße
      Tanja :o)

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  5. Liebe Tanja,

    vielen Dank für deine tolle Buchvorstellung. Das Buch klingt richtig gut, obwohl ich doch eher Fan von realistischen Thrillern bin. Die Vorstellung, dass sowas wirklich passieren könnte, macht für mich einen Thriller erst richtig spannend.

    Liebe Grüße
    Jenny

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    Antworten
    1. Hallo liebe Jenny,
      ich glaube das ist ein Punkt, der für mich gerade kritisch ist. Ich bin eigentlich nicht unbedingt der Thriller und Krimileser. Wenn es dann noch richtig blutig und zu sehr realistisch wird ... hm... ich weiß nicht recht.

      Liebe Grüße
      Tanja :o)

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    2. Liebe Tanja,

      ja so unterschiedlich ist man :D Ich lese ja auch eigentlich eher selten Thriller und Krimis, aber wann dann will ich mich richtig gruseln. Die Bücher von Stephan King z.B. sind total unterhalstam, aber für mich mehr Fantasy als Thriller.

      Liebe Grüße
      Jenny

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    3. Hallo liebe Jenny,
      naja, King braucht ja auch etwas um "warm zu werden" ;o) Aber ich finde zum Ende hin legt er dann oft richtig los. So war es zumindest bei seinen alten Werken. Ich weiß gar nicht, wie seine Bücher heute so sind. Hast du neuere Werke gelesen? Hat sich da vom Spannungslevel was geändert?

      Liebe Grüße
      Tanja :o)

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