Mittwoch, 2. Juni 2021

Durchgelesen: Stormdancer

Rezension zu Stormdancer – Der Lotuskrieg von Jay Kristoff

 
Verlag: Cross-Cult (Werbung gem. TMG)
Seitenzahl: 528
Format: Klappbroschur
Preis: 14,00 Euro
Übersetzer: Aimée De Bruyn Ouboter
ISBN: 978-3-966583-86-2
Band 1









Inhalt:


Eines glutheißen Morgens erwachte Yoritomo no Miya, Seii, Taishogun des Inselreiches Shima, aus seinem Schlaf. Eine Vision habe ihn heimgesucht, in der er auf einem Donnertiger durch die Lüfte ritt und eine Armee anführte, verkündet er seinem Minister. Seine Jäger mögen aufbrechen und ihm solch einen Donnertiger herbeischaffen.

Als Masaru, nunmehr ein Mann mit Auftrag, beim Glücksspiel in der örtlichen Kaschemme von dieser Queste erfährt, überlegt er für einen Moment, ob es nicht besser wäre, sich selbst das Leben zu nehmen. Donnertiger sind vermeintlich seit über einem Jahrzehnt ausgestorben. Doch natürlich, wenn sein Herrscher es befahl, so würde er einen Donnertiger auftreiben müssen.

Gemeinsam mit seinem ständigen Begleiter Akihito, seiner Tochter Yukiko und einer weiteren Jägerin Kasumi macht sich Masaru also auf die Reise, um diese unmögliche Aufgabe zu lösen. Doch mitten im Sturm, genau in dem Moment, als die Gruppe tatsächlich einen der legendären Donnertiger gesichtet und sogar kurzzeitig außer Gefecht gesetzt hatte, stürzt das Himmelsschiff, vom Umwetter beschädigt, ab.

Yukiko, Masarus Tochter, bringt es nicht über das Herz, sich ins Rettungsschiff zu begeben. Sie muss dem Donnertiger helfen, der in seinem sedierten Zustand nichts tun könnte, als selbst mit dem dem Schiff unterzugehen.

Kurz darauf findet sich Yukiko mitten in der Wildnis von Shima alleine mit einem wütenden Donnertiger wieder ...



Meinung:


Bereits der erste Satz des Buches hat es geschafft, mich innerhalb weniger Sekunden direkt zum Inselreich Shima zu katapultieren. Jay Kristoff ist bekannt für seinen ausufernden und unglaublich bildhaften Schreibstil. Mit Stormdancer präsentiert er seinen Lesern ein hybrides Genremix, eine Steampunk Novel, in der Fantasy-Elemente und eine japanische Kulisse zusammenfinden.

Die Welt steht kurz vor einem ökologischen Kollaps. Die Wolken sind dunkelrot, über den Straßen liegt eine dicke Smogschicht. Das Wasser ist nahezu schwarz. Tiere gibt es so gut wie keine mehr. Verlässt man sein Haus, so trägt man zumindest ein Tuch oder besser noch, kann man es sich denn leisten, eine elektrische Maske. Die Umweltbelastung führt bei den meisten früher oder später zu einer schweren Lungenkrankheit, der sogenannten Rußlunge.

Mitten in diesem Szenario lebt die tapfere und zugleich rebellische Yukiko, die es mit ihrem Vater und dessem engsten Vertrauten Akihito nicht immer einfach hat. Letzterer scheint noch der Vernünftigere zu sein. Zwar hält er Yukikos Vater nicht von seinen Saufgelagen und Glücksspielen ab, doch wirft er zumindest ein Auge auf ihn.

Nachdem also der furchteinflößende Shogun seinen kindlichen Willen verkündet und klargemacht hat, bricht Yukiko mit ihrem Vater, seinem Vertrauten und einer weiteren Jägerin auf, den Donnertiger zu finden.

Durch einen Zufall gelingt das Unmögliche. Doch Raijiin der Donnergott hat ganz andere Pläne. Es kommt zu einem Unglück. Kurz darauf findet sich Yukiko gemeinsam mit einem verkrüppelten Donnertiger mitten in der tiefsten Wildnis von Shima wieder und dieser hat verdammt schlechte Laune …

Das ungleiche Gespann muss sich jedoch zusammenraufen, wenn es irgendwie überleben will. Die Dialoge, aber auch das Zusammenspiel zwischen Yukiko und dem Donnertiger, den das junge Mädchen kurzerhand nach ihrem Hund benennt, sorgt für kinoreife Unterhaltung. Zumal ein Donnertiger ein Geschöpf des Donnergottes selbst ist. Er lässt sich nichts sagen und schon gar nicht von einem dummen Affenkind. Diesen Wesen, die so dumm sind, ihre Welt zugrunde zu richten, die nur an sich selbst und kein bisschen in die Zukunft denken.

Doch nach und nach merken der Donnertiger und Yukiko, dass sie gemeinsam perfekt harmonieren, dass sie in der Lage sind, etwas zu bewegen. Diese Welt, wie sie aktuell existiert, mit einem diktatorischem Herrscher, der keinerlei Widerspruch duldet, einer Gilde, die im Hintergrund das Sagen hat und die Industrialisierung konsequent vorantreibt, ist eine Welt, in der das Volk in Armut lebt und die kurz vor einem ökologischem Kollaps steht. Mitten in der Wildnis von Shima erfährt Yukiko, was Freiheit bedeutet. Sie ahnt, wie die Welt ohne die Lotusgilde, ohne die Maschinen, ohne ständige Angst und Not aussehen könnte.

Jay Kristoff präsentiert seinem Leser nicht nur eine unglaublich starke, rebellische Protagonistin. Er würzt seine Geschichte mit einem feinen Humor, zeigt, was wahre Freundschaft ist. Spannung schürt er durch Verrat, Rachegelüste, Figuren, wie einem herrschsüchtigen Diktator, aber auch einem faszinierendem Setting.

Auf den letzten Seiten treibt der Autor das Geschehen noch einmal in eine scheinbar so ausweglose Situation, dass es unmöglich erscheint, das Buch aus den Händen legen zu können. Jay Kristoff kennt kein Erbarmen mit seinen Figuren. Belohnt wird man mit einem grandiosen Finale. Ganz großes Kino!



Fazit:


Stormdancer kommt mit einem bildgewaltigen japanischen Setting und einigen düsteren Steampunkelementen daher. Eine toughe, empathische, aber auch mutige und rebellische junge Protagonistin bildet gemeinsam mit einem zwar verkrüppelten, aber dennoch sehr stolzen und eigenwilligem Donnertiger ein wundervolles Gespann, das dem Leser humorvolle Streitgespräche liefert.

Eine Welt, die kurz vor dem ökologischem Kollaps steht, Figuren, die nicht immer über jeden Zweifel erhaben sind, motorisierte Rikschas in smoggeplagten Straßen. Eine Gilde, die immer mehr die Macht übernimmt und ein kindlich, naiver, herrischer Shogun, der über das Reich herrscht. Mittendrin zwei unfreiwillige Helden …

Jay Kristoff präsentiert mit Stormdancer einen fantastischen Leckerbissen für Leser, die etwas Neues in diesem Genre suchen. Absolute Leseempfehlung!



Buchzitate:


Drei motorisierte Rikschas rumpelten hinter den Bushimännern her. Auf den Dächern saßen Geishas mit knochenweiß geschminkten Gesichtern, schwarzen Schutzbrillen und Atemmasken.

Kränkliches Rot spiegelte sich auf den Gläsern ihrer Schutzbrille. Ein Himmelsschiff tuckerte durch den Dunst aus Lotusabgasen, der sich nie auflöste; im matten Licht schimmerte sein schmutziger, rauchfleckiger Rumpf hier und da schwach auf.



Kurzgefasst:


Spannung/Action:






Liebe/Freundschaft:




 

Charaktere:






Weltenaufbau:




 

Handlungsstrang:




 

Schreibstil:






Im Gesamtpaket:







Kommentare:

  1. Klingt nach einer wirklich tollen Story!
    Wenn ich nur mittlerweile nicht so skeptisch wäre bei Mehrteilern... ich war einfach schon zu oft von Teil 2,3 usw. enttäuscht und traue mich daher irgendwie nicht mehr so ganz an solche Reihen heran!

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    1. Hallo liebe Christine,
      das Problem mit den Buchreihen kenne ich. Ich hatte es auch schon öfters, dass ein Band dann nicht so gut war. Dazu kann ich dir leider, was Stormdancer angeht, nichts weiter zu sagen, da ich bislang ja auch nur den ersten Teil gelesen habe. Der war aber richtig klasse :o)

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

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  2. Liebe Tanja,

    vielen Dank für die spannende Buchvorstellung. Die Geschichte klingt richtig mitreißend. Schön, dass sie dich so begeistern konnte.

    Sonnige Grüße
    Jenny

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    1. Hallo liebe Jenny,
      als großer Jay Kristoff-Fan musste ich das Buch einfach lesen. Bislang hat mich der Autor noch nie enttäuscht. Hat mir wirklich sehr gefallen :o)

      Ich wünsche dir einen ganz wundervollen Start ins Wochenende.

      Liebe Grüße
      Tanja

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  3. Hallo liebe Tanja,

    das was du hier schreibst und auch der kleine Anriss in deiner Sprachnachricht machen wirklich mega neugieirg auf die Geschichte! Das Jay Kristoff schreiben kann wissen wir und der von dir hier angesprochene Genremix klingt wirklich sehr besonders und fast schon einzigartig. Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass du vom Buch so begeistert bist. :-)

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Hallo liebe Sandra,
      so ein Setting, wie in diesem Buch habe ich bislang auch noch nie in einer anderen Geschichte angetroffen. Japan interessiert mich auch als Reiseziel sehr. Steampunk gegenüber war ich immer sehr skeptisch. Jay Kristoff hat beides hervorragend umgesetzt. Hier haben mir dann sogar die Steampunkelemente sehr gefallen.
      Ich hoffe ja sehr, dass du das Buch auch noch lesen wirst :o)

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

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  4. Hallo liebe Tanja :)

    Danke für die schöne Buchvorstellung. Mein Exemplar ist leider vorläufig noch auf dem SuB gelandet, aber ich hoffe sehr, dass ich schon bald dazu komme, die Geschichte zu lesen. Wie du sie beschreibst klingt sie nämlich genau nach meinem Geschmack :)

    Liebe Grüße
    Lisa von Prettytigers Bücherregal (Blog & Instagram)

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    1. Hallo liebe Lisa,
      ich hoffe, dass du bald dazu kommen wirst Stormdancer zu lesen. Mir hat die Geschichte unglaublich gut gefallen. Ich bin zuversichtlich, dass sie auch nach deinem Geschmack sein wird. Ich wünsche dir schon jetzt ganz viel Freude mit dem Buch <3

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

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  5. Huhu Tanja,

    das Buch habe ich bisher echt noch nirgends gesehen. Es klingt aber echt richtig gut und spannend. Schöne Buchvorstellung. :)

    Liebe Grüße

    Sunny

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    1. Hallo liebe Sunny,
      Stormdancer ist mir auch fast durchgerutscht. Ich habe mich so gefreut, als ich gesehen habe, dass ein neues Buch von Jay Kristoff rauskommt. Nach dem Lesen kann ich dir sagen, dass es mir richtigrichtig gut gefallen hat. Besonders das Setting war genial. Aber auch die Figuren und die Spannung am Ende hat mich das Buch kaum noch aus der Hand legen lassen.

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

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