Dienstag, 20. September 2022

Durchgelesen: Spring Storm - Blühender Verrat

Rezension zu Spring Storm – Blühender Verrat von Marie Graßhoff

 

Verlag: Thienemann-Esslinger (Werbung gem. TMG)
Seitenzahl: 464
Format: Hardcover mit Schutzumschlag
Preis: 18,00 Euro
Altersempfehlung des Verlages: Ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-522-50717-2
Band 1 einer Reihe 








Inhalt:


Mit sieben Jahren musste Cora dabei zusehen, wie ihre Eltern im Krieg der Dimensionen ums Leben kamen. Seitdem befand sich das Mädchen ständig auf der Flucht. Immer wieder ist sie Zeugin von Angriffen geworden, immer wieder hatte sie Glück und war eine der wenigen Überlebenden.

Auf ihrer Flucht hatte Cora nie das Gefühl irgendwo dazuzugehören. Sie kämpfte sich durch das Leben, bis sie in den durch die Quellstrahlung verseuchten Wäldern endlich ein wenig zur Ruhe kommen konnte.

Doch irgendwann packt Cora erneut ihre Sachen. Sie verlässt die schützende Obhut der Wälder und geht zurück in die Stadt. Hier schließt sie sich, um für ihren Lebensunterhalt zu sorgen, einem Einsatzteam an, das sich täglich Aufgaben widmet, die der Quellstrahlungsverseuchung geschuldet sind. Diese Tätigkeit kann nicht jeder ausführen. Denn die Chance, dass ein Mensch den Kontakt mit der Strahlung überlebt, liegt lediglich bei 20 %. Diese glücklichen 20 % entwickelten eine sogenannte Cosmic Power. Cora hingegen schien eine der wenigen zu sein, die immun gegen die Strahlung ist und die zugleich auch noch dieses unglaubliche Glück hatte, bei Angriffen stets zu überleben. Der Nimbus der Unsterblichkeit umstrahlt sie.

Das machte Cora zu einem sehr wertvollen Teammitglied des Einsatzteams. Doch das schützt sie nicht vor einer Suspendierung als ein Mitglied durch Coras Verhalten verunfallt. Zwar hatte sie noch einen Zweitjob bei „Boss“, einem Gewürzhändler, doch sie benötigte die Einsätze dringend, um ihren Lebensstandard halten zu können.

Die Lösung sollte die Aufnahme in die „Academy of Cosmic Power“ sein. Mit einem bestandenen Test könnte Cora auch wieder zum Einsatzteam stoßen. Doch ihre Kommilitonen legen die Latte angesichts von deren Fähigkeiten sehr hoch. Schnell wird sich klären, ob das Glück oder ihre Fähigkeiten Cora hierher geführt hat.

Cora wird bis zum ersten Test zur Bewährung an der Akademie angenommen. Harte Arbeit und ihre Mitstudenten, die auf Konkurrenz und nicht auf Kooperation setzen, vergällen ihr den Alltag.
Und dann gibt es da noch King. Die Studentin, die Cora eigentlich als Mentorin zugewiesen wurde, die sie aus unerfindlichen Gründen aber ganz besonders zu hassen scheint.



Meinung:


Marie Graßhoff schreibt mit dem ersten Band ihrer „Spring Storm“-Reihe einen unglaublich spannenden und fesselnden Reihenauftakt. In Sachen Worldbuilding und kunstfertiger Umsetzung ihrer Ideen macht Marie Graßhoff keiner etwas vor.

Denn die Autorin liefert dem Leser nicht gleich alle Fakten auf dem Tablett, sie lässt ihn stattdessen nach und nach die Welt ihrer Geschichte erkunden. Was hat es mit dieser Quellenenergie bzw. den Fragmenten auf sich? Was geschieht in den Wäldern, in denen sich Cora so wohlfühlt? Mit geschickt eingebauten Rückblenden wird der Leser immer wieder aus der Gegenwart in die Vergangenheit geschickt. Hier erfährt er, wie Cora kriegsbedingt ihre Eltern verlassen musste. Welche einzelnen Stationen sie auf der Flucht durchlaufen ist. Nach und nach bekommt der Leser immer mehr Fakten geliefert, die dazu führen, dass man versteht, warum Cora zu dem Menschen geworden ist, der sie heute ist.

Charakterentwicklung und Handlungsführung sind äußerst gekonnt. Mit dem Besuch der Akademie findet das Mädchen innerhalb kürzester Zeit Freunde, auch, wenn das eigentlich gar nicht unbedingt ihr Plan war. Dieser Kniff der Autorin führt dazu, dass man auch als Leser eine enge Beziehung zu den Nebencharakteren aufbaut, die größtenteils mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten sowie Ecken und Kanten sehr interessant gestaltet sind.

Auf einem ihrer Einsätze in den Wäldern hat Cora zudem einen Gefährten gefunden. In den Wäldern ist die Quellstrahlung oft sehr hoch. Die Strahlung hat dazu geführt, dass die Pflanzen und auch einige Wesen Mutationen zeigen. So kommt es, dass Cora eine Katze bei sich aufnimmt, die die Auftraggeberin nicht zurückfordert. Anstatt Fell trägt „Bob“ am ganzen Körper wunderschöne Blüten und Blätter. Der Kater ist über das gesamte Buch hinweg stets an Coras Seite und wuchs mir als Leserin somit auch sehr ans Herz.

Die Geschichte spielt zu einem großen Teil an der „Academy of Cosmic Powers“. Hier weht ein rauer Wind. Die Studierenden besitzen, oft der Quellenergie ausgesetzt, starke Fähigkeiten. Diese variieren von Fall zu Fall. So kann ein/e Studierende/r z.B. das Gehör eines anderen Menschen beeinflussen, ein/e andere/r kann die Materie eines Gegenstandes verändern, Licht und Schatten erzeugen, Dinge innerhalb kürzester Zeit zerstören.



Fazit:


Marie Graßhoff will mit „Spring Storm – Blühender Verrat“ keine Liebesgeschichte erzählen. Ein Jugendbuch also, das zu überraschen versteht, allen voran die Protagonistin. Und fast jede dieser Überraschungen vermag zu überzeugen.

Der rote Faden, der sich durch die Storyline des Buches zieht, wird mit jeder Seite sichtbarer, weil jede Menge gekonnt zusammengeflochten wird. Das geschieht mit einer großen Prise Fantasie und einer guten Portion Female Empowerment. Fast alle Figuren zeigen dabei ein düsteres Geheimnis, das sich dem Leser sukzessive erschließt.

All dies sticht heraus und macht den Roman zu einem Lesehighlight.



Kurzgefasst:


Spannung/Action: 





Charaktere: 





Weltenaufbau: 





Handlungsstrang: 





Schreibstil: 





Im Gesamtpaket: 




 



10 Kommentare:

  1. Hallo liebe Tanja,

    es freut mich sehr, dass dich die Geschichte so überzeugen konnte. Mich konnte mein erstes Buch von der Autorin irgendwie nicht so ganz begeistern. Ich hätte gerne mehr über die Welt außerhalb der Schule erfahren. Denn den Anfang in der Wildnis fand ich richtig stark. Danach hat mich die Handlung leider ein wenig verloren.

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Hallo liebe Sandra,
      es war tatsächlich auch mein erstes Buch von der Autorin. Ich hatte also so gar keine Ahnung, was mich hier erwarten wird.
      Den Teil in der Wildnis mochte ich auch sehr. Ich fand aber auch das Setting an der Schule sehr spannend.
      Ich finde es sehr schade, dass die Geschichte nicht so auf dich gewirkt hat, wie es bei mir der Fall gewesen ist.

      Aber immerhin waren wir ja bei Dark Sigils beide absolut einer Meinung :o)

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

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  2. Hallo liebe Tanja :)

    Wie schön, dass dich das Buch so zu überzeugen weiß. Ich habe tatsächlich erstmal nicht zur Geschichte gegriffen, da mich Hard Liquor von der Autorin nicht so richtig zu überzeugen wusste. Daher habe ich hier erstmal auf die ersten Meinungen gewartet. Aber was du schreibst, klingt wirklich toll, daher schreibe ich mir das Buch doch mal auf die Wunschliste.

    Liebe Grüße
    Jenny

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    1. Hallo liebe Jenny,
      ah, ich hatte jetzt gar nicht auf dem Schirm, dass Hard Liquor auch von M. Graßhoff ist. Die Geschichte habe ich damals nicht gelesen, da mich der Klappentext nicht so ganz angesprochen hat. Ich war aber im Nachhinein noch stark hin- und hergerissen, ob ich das Buch nicht doch noch lesen möchte.
      Leider kann ich daher jetzt hier auch keine Vergleiche zu den beiden Geschichten ziehen.

      Vielleicht liest du dir einfach noch ein paar weitere Meinungen durch, dann kannst ggf. besser einschätzen, ob das Buch was für dich ist.

      Mir hat der Auftakt sehr gefallen.

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

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  3. Liebe Tanja,
    wie schön, dass dich das Buch so überzeugen konnte. Von der Autorin kenne ich noch nichts, aber deine Rezension macht mir große Lust, "Spring Storm" zu lesen. Düstere Geheimnisse finde ich super! :)
    Liebe Grüße
    Marie

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    1. Hallo liebe Marie,
      es war auch mein erstes Buch von der Autorin und ich bin begeistert. Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung :o)

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

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  4. Huhu Tanja,

    das Buch hört sich beinahe wie ein kleines Highlight an. Es kombiniert wirklich viele, positive Elemente. Charakterentwicklung, ein roter Faden, greifbare Nebencharaktere und ein süßer, tierischer Begleiter. Auch die Fantasy-Elemente machen total neugierig.
    Das Buch wandert dann mal auf meine Wunschliste. =)))

    Ganz liebe Grüße
    Leni

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    1. Huhu Leni,
      das Buch hätte Potential zum Monatshighlight gehabt, wäre da nicht Dark Sigils gewesen ... :o) Ich hatte in diesem Monat wirklich einen richtig guten Lauf. Aktuell lese ich den zweiten Band von Prison Healer und der ist auch so richtig schön spannend. Ich denke Spring Storm könnte was für dich sein.

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

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  5. Huhu Tanja,

    oh jetzt bin ich so froh mir das Buch doch gekauft zu haben XD Habe ewig hin und her überlegt. ♥ Aber spätestens jetzt wäre ich wohl schwach geworden :D Man merkt richtig wie begeistert du bist. Und wir haben ja recht häufig einen ähnlichen Geschmack. :D Gerade das es mal keine Liebesgeschichte erzählen soll, klingt spannend. Aber ich glaube es wird eine Reihe, oder?

    Tintengrüße von der Ruby

    https://rubystintengewisper.de/

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    1. Hallo liebe Ruby,
      darf ich fragen, warum du gezögert hast? Hast du von der Autorin noch weitere Bücher gelesen?
      Ich fand den Auftakt richtig klasse. Er hatte für mich alles, was ein guter Fantasyreihenauftakt benötigt.
      Die Sache mit der Liebesgeschichte hat mir hier auch sehr zugesagt. So oft wird eine Lovestory eingeflochten, einfach, damit sie da ist. Das wurde hier - bis vielleicht eine kleine Andeutung - vermieden. Ich bin sehr gespannt, was du zu dem Buch sagen wirst, wenn du es denn lesen wirst.

      Ja, genau, es wird (laut Homepage der Autorin) eine Dilogie. :o)

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

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