Heute möchte ich euch in einem DIY-Beitrag von meinem neuesten kreativen Hobby berichten: Dem Bemalen von Buchschnitten.
Zu Weihnachten habe ich von meinem Vater eine selbstgebaute Buchpresse bekommen und die wollte natürlich möglichst zeitnah ausprobiert werden.
Kurzerhand habe ich meinen Farbkasten hervorgeholt, eine grobe Recherche im Internet betrieben und dann einfach losgelegt. Von meinen Erfahrungen möchte ich euch heute gern erzählen.
Der Anfang
Bevor ich mit meinem ersten Buchschnitt-Painting begonnen habe, hatte ich, zugegebenermaßen, einige Bedenken. Ich hatte Angst, dass die Farbe ins Innere des Buches ausbluten könnte. Außerdem war ich unsicher, ob mir die Zeichnung am Ende vielleicht sogar das Buch ruinieren würde.
Mir war also schnell klar, dass ich das Buch nicht einfach nur zum Beispiel mit den Beinen zusammenpressen wollte. Ich brauchte eine Buchpresse, mit der sich das Buch wirklich sehr fest fixieren lässt, um Ausblutungen bestmöglich zu verhindern. Zum Glück habe ich einen kreativen und handwerklich geschickten Vater, der mir diesen Wunsch sofort umgesetzt hat.
Für mein Experiment habe ich mir ein älteres Buch ausgesucht. Wichtig war mir, dass mich das Cover inspiriert und dass ich für mein erstes Projekt ein Motiv wähle, das nicht allzu kompliziert ist. „Das Reich der Tränen“ schien mir perfekt: Ich liebe das traumhaft schöne Cover, und das Zeichnen von Mohnblumen habe ich mir durchaus zugetraut.
Bevor ich mit dem Zeichnen starten konnte, waren noch ein paar Vorbereitungen nötig. Der Buchdeckel sollte auf keinen Fall Farbspritzer abbekommen. Im Internet bin ich auf die Idee gestoßen, das Buch mit Pack- oder Backpapier einzuschlagen und dieses mit Malerkrepp zu fixieren. Ich habe mich stattdessen für Alufolie entschieden, die quasi von selbst „klebt“. So konnte ich auch das Risiko umgehen, dass Klebeband beim Entfernen unschöne Schäden hinterlässt.
Für dieses Projekt habe ich mich außerdem bewusst für hochwertige Aquarellfarben entschieden. Schließlich wollte ich lange Freude an meinem selbstbemalten Buchschnitt haben.
Als Pinsel habe ich mir einen eher dünnen Pinsel herausgesucht, einen, mit dem ich sowohl filigrane Stiele als auch die Flächen der Blütenblätter gut ausarbeiten konnte.
Erste Schritte
Als Erstes habe ich mir ein Motiv bzw. Inspirationen aus dem Internet gesucht. Auf dem Smartphone habe ich gezielt nach Mohnblumenmotiven geschaut und überlegt, was für mich umsetzbar wäre. Anschließend habe ich die Mohnblumen vorsichtig mit Bleistift auf den Buchschnitt skizziert.
Mein Tipp: Zeichnet wirklich nur ganz leicht. So muss man sich später keine Gedanken über das Wegradieren machen. Der Bleistift ist bei mir unter der Farbe vollständig verschwunden.
Danach habe ich meine Farben angemischt. Die verschiedenen Farbtöne aus meinem Aquarellkasten habe ich zunächst auf einem separaten Blatt Papier getestet und einige Farben durch kleine Mischungen noch angepasst.
Und dann ging es ans Malen
Zugegeben: Der erste Farbstrich hat mir kurz Sorgen bereitet. Die Farbe verlief etwas, und mir wurde schnell klar, dass ich erst ein Gefühl für die Materialien entwickeln musste.
Ich habe rasch festgestellt, dass weniger Wasser hier deutlich besser funktioniert. Um das kräftige Rot etwas abzuschwächen, habe ich daher mit Deckweiß gearbeitet.
Zuerst habe ich die Blütenblätter mit helleren Farbtönen angelegt und diese anschließend nach und nach dunkler ausgearbeitet. Manche Blätter habe ich mehrfach übermalt, um mehr Tiefe zu erzeugen. Mit dunkleren Farben lassen sich hier zusätzlich schöne Schatten setzen.
Bei den Knospen und Stielen fiel mir das Schattieren deutlich leichter, da mir hier eine größere Auswahl an Grüntönen zur Verfügung stand. Auch hier bin ich zunächst mit hellen Farben gestartet und habe später mit dunkleren Nuancen nachgearbeitet. Kleine Highlights habe ich direkt mit Deckweiß gesetzt.
Gemalt habe ich immer nur eine Buchschnittseite nach der anderen. Geduld ist dabei wirklich essenziell. Nach einem Blütenblatt habe ich mir jeweils eine andere Stelle vorgenommen, damit die Farben nicht ineinanderlaufen und die Formen klar erkennbar bleiben. Das gilt natürlich auch für die Schattierungen.
Teilweise habe ich die bemalten Buchschnittseiten sogar über Nacht trocknen lassen, bevor ich mit der nächsten weitergemacht habe. Ein Ausbluten auf die Innenseiten wollte ich unbedingt vermeiden.
Das Ergebnis – schaut selbst!
Anfangs war ich, wie so oft bei kreativen Projekten, eher skeptisch. Ich war nicht vollständig zufrieden mit der Zeichnung. Aber schließlich handelte es sich um mein erstes Buchschnittprojekt.
Besonders große Sorgen hatte ich wegen zwei Dingen: dass die Seiten aneinanderkleben könnten und dass sich im Buchinneren deutliche Farbspuren zeigen würden. Beide Befürchtungen waren zum Glück größtenteils unbegründet. Durch die Verwendung von Aquarellfarben haben die Seiten nur minimal aneinandergeklebt, und Farbeinläufe ins Innere waren zwar vorhanden, aber so gering, dass sie mich persönlich nicht gestört haben.
Wie geht es nun weiter?
Natürlich habe ich vor, noch weitere Buchschnittgestaltungen auszuprobieren. Außerdem möchte ich mich künftig auch an anderen Materialien versuchen, zum Beispiel an Stiften oder vielleicht sogar an Stempeln.
Und nun bin ich gespannt auf eure Meinung:
Habt ihr selbst schon einmal einen Buchschnitt gestaltet oder euch vielleicht bisher noch nicht daran herangetraut?
Schreibt mir gern in die Kommentare, ob euch solche DIY-Beiträge interessieren und ob ihr Lust hättet, mich auf meiner kreativen Reise weiter zu begleiten.
Wenn ihr Ideen, Materialtipps oder Motivvorschläge für zukünftige Buchschnittprojekte habt, freue ich mich sehr über eure Anregungen und natürlich auch, wenn ich euch mit diesem Beitrag ein wenig inspirieren konnte, selbst zum Pinsel zu greifen.







Du Liebe!!!!!!!!!!!
AntwortenLöschenDas schaut ja aus wie gekauft, du bist eine absolute Künstlerin und flasht mich gerade total!!!! Nie und nimmer, könnte ich das so bemalen, stempeln, da können wir drüber reden ;O)
So lieben Gruß
Gabi