Hallo ihr Lieben,
wie der ein oder andere von euch
bereits mitbekommen hat, habe ich derweil meine ersten DIY-Ideen zum
Thema Handlettering umsetzen können. Neben Etiketten, die man
hervorragend an die Gläser von selbstgemachten Süßigkeiten/Müsli
befestigen kann, habe ich auch schon erste Karten gestaltet.
Schon länger hatte ich die Idee Tassen
zu beschriften. Beim Einkaufsbummel bin ich auf Porzellanstifte
gestoßen und habe mir spontan einen schwarzen Stift zugelegt. Was
die Gestaltung meiner Tassen anging, war ich mir jedoch lange
unsicher. Gerade die glatte Oberfläche, aber auch die Angst, das
Porzellan völlig zu verunstalten, hat mich vor einem Experiment
zurückschrecken lassen.
Manchmal braucht es einfach ein wenig
Zeit, bis man den Mut findet einfach loszulegen. So verhielt es sich
auch mit meiner ersten Tasse. Ich wollte gerne meinem Mann einen
selbst geletterten Kaffeebecher schenken. Auf einem Block habe ich
mich mit zwei Aufschriften dafür auseinandergesetzt. Einem Spruch,
den er sich selbst überlegt hatte und dem Wort Lieblingsmensch, der
mir für ihn einfach nur perfekt erschien. Die Entwürfe entwickelten
sich immer mehr in eine Richtung. Mir gefiel die Idee den Teil
„Lieblings-“ des Wortes in einer serifenlosen Schrift zu
schreiben und zugleich eine Hälfte der Buchstaben dicker und die
andere schmaler zu zeichnen. Die gestrichelte Ausmalung verwende ich
gerne zur Füllung breiterer Abschnitte. Sie gefiel mir auch hier.
Sehr gerne wollte ich noch einen
kleinen Eyecatcher setzen. Die Verlängerung des Unterstrichs vom L
bot sich an. Somit konnten die anderen Buchstaben „einen Halt“
finden.
Der Kalligrafie-/Brushletteringeffekt
ist nach wie vor eine meiner Lieblingsschriftarten. Jedoch finde ich,
dass ich hier noch viel üben muss. Diese Schriftart ist viel
schwieriger, als man es auf den ersten Blick vermuten mag. Dennoch
wollte ich sie gerne auch in dieses Lettering einfließen lassen. Um
einen schönen Kontrast zu setzen, blieb mir hierfür noch der zweite
Teil des Wortes „mensch“.
Herausgekommen ist dabei dieses
Lettering:
Kleiner Hinweis: Ich musste die Fotos
aufgrund der Rundung der Tasse leider in verschiedenen Schritten
machen. Ich hoffe dennoch, dass man das Lettering gut erkennen kann.
Auf der Frankfurter Buchmesse sollte
ich in diesem Jahr wieder eine Autorin treffen, die ich auch im
letzten Jahr schon einmal live kennenlernen durfte. Anna Sophie
Casper hat mich damals gefragt, ob ich ihren ersten Band „Verzaubert“
lesen möchte. Damals war noch nicht gewiss, dass die Reihe vom
Impressverlag übernommen wird. Die Protagonistin Effie ist mir mit
ihrer etwas naiven und zugleich unheimlich lieben Art sofort ans Herz
gewachsen. Als der zweite Teil dann vom Verlag veröffentlicht wurde,
habe ich mich unglaublich gefreut. Zugleich wollte ich die Geschichte
weiterlesen. Mit den beiden Abschlussbüchern hat sich Effie stark
weiterentwickelt. Der letzte Band war, wie nach Hause zu kommen.
Diese Buchreihe ist mir sehr ans Herz gewachsen.
Eine Tasse mit der Aufschrift des
Buchtitels oder aber mit den Namen der beiden Protagonisten zu
lettern lag mir sehr am Herzen. Ich wollte Anna gerne ein Geschenk
mitbringen, zumal wir beide einen sehr guten Draht zueinander hatten
und ich die liebe und freundliche Art der Autorin sehr mag.
Bei dieser Tasse war ich skeptisch.
Zwar mochte ich den Orangeton sehr, doch wusste ich nicht, ob die
Farben darauf auch zur Geltung kommen würden. Vom Ergebnis wurde ich
positiv überrascht. Ich finde, dass das Schwarz hier ebenso, wie das
Gold richtig schön hervorstechen.
Auch bei diesem Lettering habe ich mir
viele Gedanken gemacht, wie ich die Worte umsetzen könnte. Ich hatte
das Wort Verzaubert mit Sternchen versehen und war mir ziemlich
sicher, dass es von der Länge her nicht genügend Platz finden
würde, wenn ich zusätzlich auch noch Eden & Effie einbauen
wollte. Letztlich waren mir die Protagonisten wichtiger. Zu Eden
passte für mich als männlicher Charakter eher eine Blockschrift.
Effie hingegen war für mich ein sehr weiblicher und zarter Typ, so
dass schnell klar war, dass ich hier einen Kalligrafieschriftzug
verwenden wollte. Die beiden Schriften übereinander zu legen
erschien mir sinnig. Hierdurch konnte ich ausdrücken, dass Eden und
Effie zusammengehören und sich nahe stehen.
Zwei Stifte hatte ich mir zum Anfang
für dieses DIY-Projekt zugelegt. Einen goldfarbenen und einen
schwarzen. Der Glanzeffekt des Goldes passte für mich zu der
weiblichen und wundervollen Effie. Das Schwarz erschien mir für
einen männlichen Charakter passender.
Auch mit der Größe, der Buchstaben,
die sich bei der Wahl des Letterings quasi von alleine ergab, war ich
sehr einverstanden. Effie stolpert gerade in Band eins gerne mal in
das ein oder andere Fettnäpfchen. Eden ist es, der auf sie aufpasst.
Die größeren Buchstaben seines Namens werden auch zugleich seine
Beschützerrolle gerecht.
Auch bei diesem Bild musste ich leider
mehrere Aufnahmen machen. Ich hoffe, dass ihr auch bei diesem
Schriftzug gut erkennen könnt, wie sich das Lettering im Gesamtbild
zusammengefügt hat.
Ein paar letzte Worte zu den
Porzellanstiften und ihrer Anwendung:
Ich habe beide Letterings mit Bleistift
vorgezeichnet. Das hatte den Vorteil, dass ich die Linien „nur“
nachzeichnen musste und zugleich später keine Platzschwierigkeiten
bekam. Danach habe ich das Lettering mit den Stiften nachgezeichnet.
Die Farbe musste mindestens vier
Stunden trocknen. Ich habe die Tasse einfach über Nacht stehen
lassen. Am nächsten Morgen konnte ich sie dann in den Backofen
stellen.
Auf dem schwarzen Stift stand, dass das
Porzellan für 30 Minuten bei 160 Grad eingebrannt werden müsse. Der
Goldstift benötigte eine Backzeit von 90 Minuten, ebenfalls bei 160
Grad. Ich habe die Tasse also für 90 Minuten in den Ofen gestellt.
Danach kann der Herd ausgestellt
werden. Die Becher bleiben jedoch noch darin stehen. Erst, wenn sie
völlig abgekühlt sind, könnt ihr die Bleistiftlinien zum Beispiel
mit einem Tuch wegwischen.
Was sagt ihr zu meinen
ersten geletterten Tassen?
Habt ihr vielleicht
schon selbst einmal eine Tasse beschriftet?
Wie waren eure
Erfahrungen damit?
Auch würde mich sehr
interessieren, ob ihr noch mehr von meinen Handletteringerfahrungen
lesen möchtet.
Seit ihr auch schon dem
Letteringfieber verfallen oder plant ihr vielleicht sogar damit
anzufangen?
Berichtet mir doch ein wenig von euren Erlebnissen in den
Kommentaren.
Ich freue mich mit auf
einen Austausch mit euch :o)