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Donnerstag, 26. Januar 2017

Durchgelesen

Rezension zu #fingerweg von Susanne Fülscher

Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 224
Format: Taschenbuch
Preis: 6,99 Euro
ISBN: 978-3-551-31543-4
Altersempfehlung des Verlages: Ab 12 Jahren
Abgeschlossene Erzählung








Inhalt:

Endlich ist es soweit: Die Schulzeit ist vorbei. Ein anderer Lebensabschnitt beginnt. Lisa möchte die folgende freie Zeit genießen und sich dann einen Job in der Filmbranche suchen. Die Bewerbungen sind bereits raus, der Urlaub mit der besten Freundin geplant.
Doch bevor die freie Zeit richtig beginnen kann, erhält Lisa einen Anruf von keinem geringeren als dem berühmten Produzenten Maxime Léon. Der Produzent bietet ihr eine Praktikumsstelle an. Lisa ist hin und weg. Natürlich sagt sie sofort zu.
Lisas größter Traum wird Wirklichkeit. Sie darf sich Drehbücher anschauen, selbst ihre Vorschläge einbringen und sogar gemeinsam mit Maxime Filmpremieren besuchen. Doch die enge Zusammenarbeit hat auch ihre Tücken. Erst sind es nur die beiläufigen Berührungen, dann kommen obszöne Bemerkungen hinzu. Lisa muss sich entscheiden: Ihren Traum aufgeben oder gegen die ungewollte Intimität ankämpfen.



Schreibstil:

Susanne Fülscher schreibt in ihrem Buch #fingerweg über das Thema sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Ihr gelingt es, die einzelnen Stufen, die ein Opfer durchleben muss, zu vermitteln.
Dabei zeigt sie so etwas wie eine Eskalationsspirale auf. Dieser Roman regt zum Nachdenken an.

Mit Lisa stellt die Autorin dem Leser eine Charakterin vor, die einerseits sehr mutig und stark ist, andererseits auch oft Entscheidungen trifft, die nicht immer bis zum Ende durchdacht wirken. Lisas Leben ist nahezu perfekt. Ihre Eltern sind für sie da, auch die Beziehung zu der kleinen Schwester ist harmonisch. In Marie hat Lisa eine beste Freundin gefunden, die sagt, was sie denkt und auch immer für sie da ist. Natürlich gibt es auch Auseinandersetzungen und nicht immer entscheidet der jeweils andere so, wie man es gerne hätte. Doch halten die beiden Freundinnen im Ernstfall stets zueinander.
Lisa hat die Schulzeit hinter sich gebracht und erwartet voller Vorfreude einen neuen Lebensabschnitt. Ihr großer Traum ist es einen Job in der Filmbranche zu erhalten. Ein Anruf von einem bekannten Produzenten lässt diesen Traum wahr werden. Es könnte alles nicht besser sein.

Doch diese Phase des Glücks hält nicht lange an. Lisa muss sich schon bald fragen, ob die Welt der Filmbranche einfach eine etwas andere ist. Ob die ungewollte Nähe zum Chef - Anwesenheit zu einem späten Geschäftsessen oder einem Frühstück am Wochenende im Büro - normal ist. Ist es einfach so, dass die Leute beim Film offener sind? Schließlich nimmt Maxime öfters jemanden in den Arm und eine beiläufige Berührung ist vielleicht einfach nur ein Zeichen seiner herzlichen Art.

Lisa muss sich von ihren Freunden spitze Kommentare gefallen lassen, weil sie versucht dem Chef zu gefallen. Schließlich möchte sie eine gute Empfehlung und sie möchte nach dem Praktikum auch gerne ihren Weg in der Branche weitergehen.

Nach und nach wird Lisa klar, dass es ihr nicht gefällt, den von seiner Frau vor die Tür gesetzten Chef, morgens nur leicht bekleidet im Büro vorzufinden. Sie möchte nicht, dass er sie zu lange im Arm hält oder dass er sie „Hase“ nennt. Auch die Bemerkungen der Kollegen lassen Lisa aufhorchen. Doch so schnell ist Lisa nicht bereit ihren Traum aufzugeben.

Der Balanceakt zwischen Nachfühlen und Einfühlen in das Schicksal des Opfers ist geglückt. Alle Phasen erlebt der Leser hier mit Lisa. Man begreift, warum es nicht einfach ist, mit anderen zu sprechen. Man hofft, dass Lisa endlich geht, anstatt immer wieder zurückzukehren.

Auch der Charakter Maxime ist der Autorin perfekt gelungen. Der Produzent ist smart, er ist charismatisch und beliebt. Wenn man Maxime das erste Mal begegnet, dann ist es, als würde man einen Freund wiedersehen: Sofort kommt man mit ihm ins Gespräch, sofort spürt man seine Offenheit. Auch versteht es Maxime perfekt Fehltritte zu überspielen. Eine Sekunde in seiner Gegenwart und schon hat er sein Gegenüber mit Worten eingesponnen. Er ist ein charmanter, einfühlsamer, adäquater Gesprächspartner, der es versteht seine dunkle Seite zu verbergen.



Fazit:

Susanne Fülscher schreibt ihren Roman unaufgeregt, aber dabei immer aufrichtig und ehrlich, ohne zu beschönigen. Die Charaktere sind vielschichtig und glaubhaft.
Zudem analysiert die Autorin die Eskalation einer Arbeitsbeziehung gekonnt. Sie zeigt eine soziale Spirale, deren Kreise immer enger werden und am Ende nur einen möglichen Ausweg kennt.
Dieser Roman wirkt durch seine Lebensnähe nach: Unterhaltsam, lebendig, lebensnah und empfehlenswert.



Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Charaktere:






Handlungsstrang:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket:






Ich danke der Autorin, dem Verlag und der Plattform Lovelybooks herzlich für die Bereitstellung des Leseexemplars

Dienstag, 24. Januar 2017

Und was gibts dazu?

#Fingerweg von Susanne Fülscher und dazu Panna Cotta


Die Schule ist vorbei, für Lisa beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Sie möchte die Zeit ein wenig genießen, mit ihrer Freundin eine große Reise machen und feiern. Doch ein Anruf sorgt dafür, dass Lisa ihre Vorsätze fallen lässt und den Eintritt ins Arbeitsleben viel früher antreten möchte, als zunächst geplant. Kein anderer als der bekannte Regisseur Maxime Léon ist es, der Lisa eine Praktikumsstelle anbietet und ihrem Traum von einem Job in der Filmbranche damit Flügel verleihen könnte.

Lisa sagt natürlich sofort zu. Ausflüge zu Filmprämieren, Treffen mit berühmten Schauspielern und Besichtigungen von Drehorten sind die Highlights ihres neuen Arbeitsalltages. Lisa arbeitet sehr eng mit ihrem Chef zusammen. Maxime scheint ein sehr lockerer Typ zu sein. Für ihn sind beiläufige Berührungen und Nächte im Büro selbstverständlich. Immer wieder muss sich Lisa fragen, ob eine obszöne Bemerkung, eine freundschaftliche Umarmung oder späte Arbeitsessen beziehungsweise gemeinsame Frühstücke am Sonntag nicht die Grenzen einer Chef-Angestellten-Beziehung überschreiten.

Bei einem ersten gemeinsamen Arbeitsessen kommt Maxime zu spät. Lisa lässt sich zum Nachtisch Panna Cotta servieren.


Ich möchte euch passend zum Buch ein Panna Cotta Rezept verraten. Panna Cotta besteht in erster Linie aus Sahne, Vanille, Zucker und Gelatine.


In meinem Panna Cotta wollte ich jedoch nicht so viel Zucker und erst recht nicht so viel Sahne haben. Ich habe mich daher für eine andere Rezeptur mit Kokosmilch und Kokosblütenzucker entschieden. Außerdem mag ich sehr gerne Mangos. Daher war für mich klar: Es sollte eine Mangosoße dazu geben. Das Resultat sehr ihr hier:


Was brauche ich für die Panna Cotta?

400ml Dose Kokosmilch
1 Vanilleschote
3 EL Kokosblütenzucker
1 Zitrone
2 EL Sofortgelatine


Außerdem:
1 Mango
Ahornsirup





Und was mache ich jetzt damit?

Öffne die Dose Kokosmilch und schöpfe die cremige Masse mit einem Esslöffel in einen kleinen Kochtopf. In der Dose sollte nun nur noch etwa 1/3 Flüssigkeit sein. (Solltest du nicht genügend cremige Masse haben, macht das nichts. Nimm einfach noch etwas von der Flüssigkeit dazu.)

(Die restliche Flüssigkeit kannst du für Fruchtshakes verwenden. Wir brauchen sie nicht mehr.)

Nun schneide die Vanilleschote längs auf und kratze das Mark mit der Rückseite eines Messers heraus. Gib das Vanillemark und die Schote zu der Milch den Kochtopf.

Die Zitrone schneidest du einmal in der Mitte durch und drückst etwas von dem Saft auf einen Esslöffel. Gib den Esslöffel Zitronensaft mit dem Kokosblütenzucker in den Topf.

Nun alles ordentlich aufkochen. Die Vanilleschote herausfischen und wegschmeißen. Die Flüssigkeit abkühlen lassen, bis sie noch lauwarm ist. Nun die Gelatine mit einem Schneebesen unterrühren. In Gläser füllen und für mindestens drei Stunden in den Kühlschrank stellen.

Die Mango schälen und vom Kern lösen. Etwa Eindrittel zurückbehalten und in kleine Stückchen schneiden. Den Rest mit dem Ahornsirup in eine Schüssel geben und mit dem Pürierstab durchmixen.

Nachdem du die Panna Cotta aus dem Kühlschrank geholt hast, kannst du ein wenig von dem Mangopüree und noch ein paar Mangostücke als Deko oben drauf geben. Guten Appetit :o)

Hinweis: Der Kokosblütenzucker schmeckt ein wenig karamellartig. Wer das nicht mag, kann natürlich auch anders süßen. Probier es doch mit Ahornsirup, wenn du keinen Zucker verwenden magst.


Meine Frage zum Buch:
#Fingerweg ist mein zweites Buch aus dem Hause Carlsen, welches ein oft tabuisiertes Thema offen anspricht. Zuvor habe ich bereits das Buch Homevideo gelesen, bei dem es um Internetmobbing ging. Habt ihr auch schon Bücher gelesen, in denen Tabuthemen diskutiert werden? Mögt ihr mir verraten, welche Geschichte euch hier besonders im Gedächtnis geblieben ist und warum?