Rezension zu 1001 Kuss Djinnfeuer von
Rebecca Wild
Verlag: Carlsen
Impress
Seitenzahl: 300 Seiten
Format: Ebook
Preis: 3,99 Euro
ISBN:
978-3-646-60190-9
Altersempfehlung
des Verlages: Ab 14 Jahren
Inhalt:
Rani ist die Tochter eines Piraten. Als
die Mannschaft auf das Schiff des Prinzen von Rabiyah trifft, zögert
sie nicht lange und setzt zum Entern an. Doch was sie auf Deck
vorfinden, ist mehr als seltsam. Alle Mitglieder sind tot. Rani ist
schnell klar, dass es sich um das Werk der Djinn handeln muss. In
Gedanken stößt sie auf eine weibliche Leiche, die ein wunderschönes
Fläschchen in der Hand hält. Rani greift danach. Die Frau erwacht
und fordert das Mädchen nahezu hysterisch auf, die Flasche wieder
herauszurücken. Ranis Neugierde ist geweckt. Sie öffnet den
Verschluss und entlässt damit den Djinn Jaal. Dieser ist so erzürnt,
dass er das Mädchen von Bord schmeißt. Gemeinsam mit der Flasche
und dem Falken ihres Vaters erwacht Rani kurze Zeit später am nahen
Festland. Das elterliche Schiff ist nicht in Sicht. Dafür der fremde
Geist, der ihr fortan keine Ruhe lässt. Er fordert von Rani, ihm bei
der Suche nach der Magierin behilflich zu sein, die ihn einst in die
Flasche gesperrt hat; denn nur sie ist in der Lage, ihn zu befreien.
Als Dank verspricht er Rani drei Wünsche. Das Mädchen ahnt bereits,
dass ein Pakt mit einem Djinn nur Ärger bedeuten wird, aber der
Gedanke an das, was sein könnte, ist zu verlockend.
Wichtigste Charaktere:
Rani ist ein junges aufgewecktes, aber
auch stellenweise naives Mädchen. Ihre Liebe gilt dem Schiffsjungen
Kazim, der ihre Gefühle jedoch nicht erwidert.
Jaal ist ein Djinn, er ist an eine
hübsche Flasche gebunden. Sein Bestreben ist es, dass der Zauber
gebrochen wird, damit er seine Freiheit zurückerlangt.
Durak ist Ranis Vater. Er ist ein
waschechter Pirat. Sein ständiger Begleiter ist ein Djinn, der im
Körper eines Falken steckt. Beide verbindet eher eine Hassliebe
zueinander.
Der Prinz Amare ist dem weiblichen
Geschlecht nicht gerade verfallen, sondern hält eher am anderen Ufer
Ausschau. Er ist in Begleitung seines Leibwächters, des
Meuchelmörders Nidal, unterwegs.
Welt:
In Rebecca Wilds Roman spielen die
Djinn eine große Rolle. So gibt es die Djinn, die in der Lage sind
ihre Form zu ändern und jedweden Körper anzunehmen und die niederen
dieser Gattung, die sich lediglich toten Körpern annehmen können
und Ghule genannt werden.
Djinns sind sehr schlaue und
hinterhältige Kreaturen. Mit Schutzrunen auf Schmuckstücken
versuchen sich die Menschen vor der Magie zu schützen.
Schreibstil:
Der Schreibstil von Rebecca Wild
entfaltet erst über die Seiten hinweg seinen vollen Charme. Gerade
die Charaktere, die allesamt nicht moralisch überzeugen, sondern
auch mal von dem ein oder anderen kleinen garstigen Gedanken
übermannt werden, sorgen für gelegentliches Schmunzeln. Aber
auch Ideen wie die Erschaffung eines fliegenden Teppichs mit
Höhenangst sorgen für ein großes Lesevergnügen.
Mit der Geschichte über die Djinn
erschafft die Autorin eine sehr interessante Welt. Die
Hauptcharakterin, die gierig nach Gold und emotional eher unstetig
unterwegs ist, bietet mit diesen Schwächen nicht nur ausreichend
Angriffsfläche für den Djinn Jaal, sondern sorgt auch für genügend
amüsante Momente.
Der Leser folgt dem Geschehen in diesem
Roman aus drei Perspektiven. In erster Linie folgt er der
Piratentochter Rani, die zusammen mit dem garstigen Falken ihres
Vaters und dem Flaschengeist Jaal unterwegs ist. Diese Handlung wird
durch die Sichtweise des Prinzen Amare in Begleitung seines
Leibwächters Nidal und der der Hexe Amadil, die sich mit dem zweiten
Prinzen eingelassen hat, abgelöst.
Die Stimmung des Romans ist ähnlich
wie in 1001 Nacht. Orientalisch angehaucht, verzehrt man mit den
Charakteren Fladenbrot oder sitzt im Schneidersitz auf Teppichen. Auf
dem Piratenschiff erzählt man sich gerne gute Geschichten.
Fußkettchen mit Bannzaubern und ähnliche fantasievolle Details
wirken als seien sie gerade einer
Episode aus 1001 Nacht
entsprungen.
In diesem Roman kommt dank viel Action
und einer spannenden Handlung keine Langeweile auf. Auch erfahren die
Protagonisten hier von der wahren großen Liebe. Man
sieht auch hier: Gegensätze
ziehen sich an.
Fazit:
Rebecca Wild bringt mit ihrem Roman
1001 Kuss – Djinnfeuer eine recht neue Idee mit. Ihre Geschichte
beherbergt individuelle Charaktere mit Ecken und Kanten, die dem
Leser mit ihren Worten, ihrem Denken und Handeln wohl nicht selten
ein Schmunzeln entlocken werden.
Mit einem orientalischen Flair, großen
Gefühlen und einer magischen Geschichte ist dieser Roman ideal für
Träumer und Freunde von Geschichten aus 1001 Nacht.
Buchzitate:
Sie konnte sich den Mond und die Sterne
wünschen und als Kette tragen. Die Wüste in einem Glas. Kazims
Lächeln.
„Ich will kein Gold“, wiederholte
Rani stur und ärgerte sich, weil sie wirklich,wirklich gerne einen
Batzen Gold gehabt hätte.
Erwarte keinen fairen Kampf, wenn du
dich mit einem Shaitanen misst, Teppichjunge.
„Ich hasse dich“, flüsterte er
gegen Nidals Lippen, aber es klang und fühlte sich an wie „Ich
liebe dich.“
Kurzgefasst:
Spannung/Action:
Liebe:
Charaktere:
Weltenaufbau:
Handlungsstrang:
Schreibstil:
Im Gesamtpaket:
