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Donnerstag, 13. April 2017

Durchgelesen

Rezension zu Plötzlich Banshee von Nina MacKay



Verlag: Ivi (Piper)
Seitenzahl: 400
Format: Klappbroschur
Preis: 15,00 Euro
ISBN: 978-3-492-70393-2
Abgeschlossene Erzählung










Inhalt:

Alana ist eine Banshee. Immer, wenn jemand in ihrer Nähe kurz davor ist zu sterben, entfleucht ihr ein unkontrollierter, lauter Schrei. Über jedem, der kein Banshee ist, sieht sie eine rote Ziffernanzeige, welche die Lebenszeit quantifiziert, derer sich die Menschen noch erfreuen können.
Als Alana eines Tages vor ihre Haustür tritt, läuft sie mit einem Fuß mitten in ein Goldfischglas. Dem Besitzer, einem kleinen Jungen namens Rider, folgt ein großer, sehr gutaussehender Mann. Dylan stellt sich als örtlicher Polizist vor, der in einem Entführungsfall ermittelt. Bei dem Opfer handelt sich um keinen anderen, als um den Freund des Jungen, dem Alana vor geraumer Zeit das Leben gerettet hat. Auch ein sich anschließender Mordfall wird mit Alana in Verbindung gebracht. Immer mehr gerät Alana in den Fokus der Ermittlungen und immer mehr wird ihr Umfeld bedroht.



Schreibstil:

Der Roman beginnt mit einer Verfolgungsjagd auf dem Dach eines fahrenden Zuges. Als Leser erfährt man bald, dass es sich bei dem Gejagten um einen Jungen handelt, der nur noch wenige Minuten zu leben hat. Seine Verfolgerin ist eine Banshee namens Alana. Alana sieht über jeder Person eine rote Ziffernanzeige, die ihr die verbleibende Lebenszeit des Gegenübers ankündigt. Sie weiß, dass man mit einem kleinen Eingriff ins Schicksal viel bewirken kann.

Kaum ist Alana wieder heimgekehrt, um sich dort wieder ihrer Arbeit als Privatdetektivin zuzuwenden, wird sie vom großen Bruder des Jungen angesprochen, in dessen Goldfischglas sie beim beschwingten Gang aus der Haustür getreten ist. Dylan arbeitet als Detectiv und wurde mit einem Entführungsfall betraut. Das Opfer ist kein geringerer als Justus Freund. Dass Alana die Jungs kurz zuvor noch auf dem Dach des Zuges getroffen hat, weckt das Interesse von Dylan.

Alana findet bald Gefallen an dem smarten und gutaussehendem Detectiv. Da gibt es nur zwei Probleme: Jedes Date, mit dem sie sich einlässt, verliert ziemlich bald und ziemlich schnell an Lebensenergie. Außerdem rückt sie als Tatverdächtige immer mehr in den Fokus der Ermittlungen, zumal Alana sich immer kurz vor der Tat in der Nähe der folgenden Opfer befand. Auch ist Clay, Alanas bester Freund und Mitbewohner gar nicht angetan von den vermehrten Besuchen des Detectives.

Mit Alana begleitet der Leser eine zynische, stellenweise griesgrämige und stets tollpatschige Todesfee, die sich jedoch nicht unterkriegen lässt. Ständig tappt die Protagonistin in irgendein Fettnäpfchen. Sei es, dass sie bei einem Date ihrem Gegenüber kurz vor dem ersten Kuss direkt ins Gesicht niesen muss oder dass sie beim „perfekten Abgang“ mit dem Keilabsatz im Abtrittrost hängen bleibt. Aber Alana lässt sich von solchen Missgeschicken nicht unterkriegen. Sie kontert mit einem coolen Spruch oder einer weit hergeholten Ausrede. Gerade dieses toughe Verhalten und der zugleich unbeholfene Auftritt gefällt Detectiv Dylon einerseits sehr, bringt ihn aber auch oft zur Weißglut.

Manche Stellen wirken etwas schräg. Wenn Alana zum Beispiel ihren Todesschrei damit rechtfertigt eine Würstchenallergie zu haben, so kauft Dylon ihr diese Aussage wohl mit Recht nicht vollends ab. Auch der Haupttwist ist sehr stereotyp gestrickt. Dennoch mag man dem Buch kleine Schwächen dieser Art gerne verzeihen. Liebhaber von skurriler Literatur kommen hier auf jeden Fall auf ihre Kosten. Hier passiert einfach immer was und es ist meist so schräg, dass es schon wieder komisch ist.



Fazit: 
 
Skuril, witzig, emotional - ein tolles Buch mit einer zu Herzen gehenden Story.
Plötzlich Banshee punktet darüber hinaus mit seiner tollpatschigen, zynischen und toughen Protagonistin, welche keine der Fettnäpfchen des Alltags auslässt und alles in eine Krise verwandelt. Auf schräge Szenen sollte man sich als Leser aber einlassen können. Wem das gelingt, der wird mit einem skurrilen, humorvollen Roman belohnt.



Buchzitate:

Roy wartete auf meine Antwort. Allerdings wurde er beim Warten auch nicht jünger. Über seinem Kopf sprang gerade die Minutenanzeige seiner Lebensuhr um eine Minute zurück.



Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Liebe: 






Charaktere:






Handlungsstrang:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket: 


Donnerstag, 30. März 2017

Durchgelesen

Rezension zu Türkisgrüner Winter von Carina Bartsch



Verlag: Rowohlt
Seitenzahl: 464
Format: Taschenbuch
Preis: 9,99 Euro
ISBN: 978-3-499-22791-2
Band 2











Inhalt:

Emely kann nicht verstehen, dass sich Elyas plötzlich ohne jede Erklärung von ihr fernhält. Als wäre das nicht schon schlimm genug, teilt Luca mit, dass er das anstehende Treffen erst einmal absagen muss. Auch werden E-mails unter dem Vorwand, Luca habe derzeit viel Stress, weniger.
Gerade Elyas Verhalten verunsichert Emely. Sie überlegt ihn anzusprechen und traut es sich dann, aus Angst vor einer Abfuhr, doch nicht. Bald stellt sich heraus, dass es gute Gründe für Elyas Handeln gibt.



Schreibstil:

Auch in dieser Fortsetzung von Kirschroter Sommer legt die Autorin wieder den Fokus auf die Liebesgeschichte. Wieder verfolgt man als Leser das Hin und Her zwischen den Protagonisten. Während im ersten Teil die feurigen Dialoge Schwung und Esprit verspürten, findet man in der Fortsetzung nur recht selten solche Wortwechsel. Vielmehr versuchen die Protagonisten zueinanderzufinden, trauen sich aber nicht, aus Angst vor einer Abfuhr. Emely wünscht sich ihren alten Elyas zurück. Den, der um keinen Spruch verlegen war und ihr ständig auf die Nerven ging. Mit Recht: Denn auch, als Elyas und Emely wieder Kontakt knüpfen, fehlte der gewisse Biss.

Lustig und unterhaltsam wird es, als Emely sich betrinkt. Sie wirkt geradezu niedlich, sagt, was sie denkt. Vielleicht nervt sie mit ihrem Verhalten Elyas. Den Leser aber ganz bestimmt nicht, zumal sie etwas Schwung in die Handlung bringt, die gelegentlich ein klein wenig lahmt. Erst ab etwa Seite 300 kommt noch ein weiterer Nebenplot hinzu, der zwar für ein wenig Spannung sorgt, aber auch nicht zur Genüge zu fesseln weiß. Es fehlte dem Roman an einem straffen roten Faden. Seitenlang liest man etwas über die Playlist, die Elyas Emely zukommen lässt, zum Ende hin sorgt ein langer Flashback für eine Aufklärung der Ereignisse.

Charaktere aus Band 1 tauchen auch wieder in der Fortsetzung auf. Viele Namen werden hier eingebaut, ohne eine Hilfestellung für den Leser zu geben. So sollte man noch wissen, wer Eva, Jessica oder Nicolas doch gleich waren. Es bietet sich also an, Band 2 direkt im Anschluss an den Vorgänger zu lesen.

Natürlich spielt auch Alex wieder eine Rolle in der Geschichte. Jedoch verhält sie sich nicht immer so, wie man es von einer besten Freundin erwarten würde. Wieder stellt sie Modethemen, Frauendinge und ihre Liebesbeziehung in den Vordergrund, redet in endlosen Monologen mit Emely und bekommt so kaum mit, dass diese einige Probleme plagen. Umso unverständlicher wirkt die Szene, als sie schließlich wütend wird, weil sie mutmaßt, dass zwischen Emely und Elyas etwas vor sich geht und ihr keiner etwas davon erzählt hat.



Fazit:

Türkisgrüner Winter und sein Vorgänger Kirschroter Sommer beziehen sich in erster Linie auf das Hin und Her zwischen den Charakteren.
Türkisgrüner Winter hat seinen Vorgänger nicht übertroffen. Es wird ein schnell langweilig werdendes Personen- und Ereignisgestöber ausgebreitet. Auch stilistisch liegt der Roman unter dem Niveau seines Vorgängers.
Reichte die Grundidee der Handlung noch für Band 1, so scheitert sie weitere ca. 460 Seiten mit Spannung zu füllen. Die harten und lakonischen Dialoge, mit denen der Vorgänger besticht, sind hier selten.
Empfand ich Emelys beste Freundin Alex im ersten Band noch als speziell, war sie mir in der Fortsetzung ein wenig unsympatisch.
Leider wusste mich Türkisgrüner Winter im Gegensatz zu seinem Vorgänger nicht zu überzeugen.



Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Liebe:






Charaktere:






Handlungsstrang:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket:


Freitag, 3. März 2017

Durchgelesen

Rezension zu Traumprinz von David Safier


Verlag: Rowohlt/Kindler
Seitenzahl: 320
Format: Hardcover
Preis: 19,95 Euro
ISBN: 978-3-463-40604-6
Illustrator: Oliver Kurth
Abgeschlossene Erzählung









Inhalt:

Nellie befindet sich gerade mit ihrer großen Liebe Bendix in der Badewanne seiner hippen Berliner Altbauwohnung, als eine Stimme durch den Flur schallt. Bendix verkündet, noch mit dem Prosecco in der Hand: „Mist, da kommt meine Freundin!“ und für Nellie bricht eine Welt zusammen.

Als könnte es nicht noch schlimmer kommen, wirft Bendixs Freundin, die ungebetene Besucherin ohne Klamotten, nur mit einem Handtuch bekleidet, raus - mitten auf Berlins Straßen. Nellie ist frustriert und sucht Rat bei ihrem Kollegen Lenny. Ein Ausflug zu einer Kunstausstellung soll für Ablenkung sorgen.

Eine Begegnung mit dem ausstellendem Künstler Moore sorgt für weitere Überraschungen, denn dieser bekommt als Fangeschenk ein hübsches Notizbuch geschenkt. Nellie ist verzaubert und entschließt sich kurzerhand zu einer kleptomanischen Tat: Sie steckt das Büchlein ein. Hierin möchte sie neue Inspirationen und Freude beim Zeichnen finden. Die folgenden Ereignisse werden nicht nur Nellies Leben vollumfänglich verändern. Denn bei diesem Buch handelt es sich nicht nur um ein normales Zeichenheft. Die Bilder werden vielmehr lebendig und schon bald steht vor Nellie die personifizierte Ausgeburt ihrer Träume … - aber auch das nur auf den ersten Blick.



Schreibstil:

Traumprinz zeigt viele schöne Ansätze. Gerade, was die fantastischen Elemente angeht. Der Roman wimmelt nur von Ideen. Der besondere Blick für Charaktere erlaubt Safier die Modulation individuell gestalteter Typen. Gelegentlich brechen aber karikatureske Züge durch.

Eine der Randfiguren nennt sich zum Beispiel Lenny. Der drogensüchtige Arbeitskollege von Nelly, der mit dieser in einem Comicladen arbeitet, entwirft in seiner Freizeit ein Brettspiel, bei dem die Spielfigur, ein Waisenkind namens Evila, alles dafür tut, dass die heile Welt um sich herum zerstört wird. Wenn Lenny von Evila erzählt, dann leuchten seine Augen. Lenny hatte vermutlich nie eine Freundin, dafür aber sehr nerdige und leidenschaftliche Hobbies. Wenn Nellie also mit Liebeskummer Trost bei ihrem Kollegen sucht, dann wird dieser kaum mit einer großen Packung Eis und Taschentücher aufwarten. Nein, Lenny schlägt stattdessen einen Abend mit einer Zombieliebeskomödie vor.

Die Protagonistin Nellie selbst, handelt oft unüberlegt. Sie stolpert somit von einer Katastrophe in die nächste. Auch ihre Worte sprudeln oft einfach so aus ihr heraus. Leider entsteht nicht immer Situationskomik. Eher bleiben die Dialoge oft oberflächlich und teilweise auch etwas albern. Beispiel: Nellie trifft auf die zwei Bodyguards des Künstlers Moore. Diese reagieren aggressiv mit ihrem schwedischen (?) Dialekt (Buchzitat): „Wir bröken dir die Böne“. Und ich dachte mir: Möst.

Traumprinz Retro hingegen, erwacht mithilfe von Nellies Zeichnung im magischen Notizbuch als ritterlicher Gefährte. Gerade zum Anfang tut er sich schwer mit der Realität, kommt er doch mitten aus der Fabelwelt Amanpour, wo sprechende Bäume, Prinzessinnen, Hexen und Schlangenmenschen zu Hause sind. Retro reagiert also angemessen, wenn er auf leicht bekleidete Mädchen in der Innenstadt Berlins trifft und diesen einen gutgemeinten Ratschlag erteilt: Sucht euch doch eine Anstellung als Fischausnehmer im Hafen, damit ihr euer Leben nicht als Huren verdingen müsst.
Auch im weiteren Verlauf ist Retro erbarmungslos ehrlich. Er sagt Nellie freiheraus, dass diese keine Schönheit ist und einen sehr erstaunlichen Damenbart ihr Eigen nennt. Nellie mag gekränkt reagieren, doch die Ehrlichkeit Retros kann auch aufmunternd wirken, wenn der Prinz im nächsten Moment den Mut seiner Begleiterin lobt.

Bei David Safiers Traumprinz war ich hin- und hergerissen. Stellenweise empfand ich die fantastischen Wendungen als sehr kreativ und sehr unterhaltsam, teilweise wirken sie so weit hergeholt, dass sie einfach nur zur Unterhaltung dienen.
Stellenweise hatte ich das Gefühl, dass D. Safier für seinen Zeichner schreibt.

Ein absolutes Highlight dieses Romans sind die Zeichnungen von Oliver Kurth in diesem Buch. Ihm gelingt es im Comicstil die Ideen des Autors humorvoll umzusetzen. Beim Umblättern freut man sich über jedes neue Bild, welches den stellenweise etwas überhitzten Worten des Ausdruck verleiht.



Fazit:

In Traumprinz warten individuelle Charakteren und fantasiereiche Elemente auf den Leser. Die Erzählung wirkt stellenweise aber so weit hergeholt, dass sie einfach nur zur Unterhaltung dient und bestenfalls als Parabel zu verstehen ist.
Ein besonderes Highlight stellen die Zeichnungen von Oliver Kurth im Innenteil dar. Der Leidenschaft, die ich im Text teilweise vermisst habe, wurde hier Ausdruck verliehen.



Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Liebe: 






Charaktere:






Weltenaufbau: 






Handlungsstrang:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket:


Donnerstag, 19. Januar 2017

Durchgelesen

Rezension zu Atemnot von Ilsa J. Bick

Verlag: Egmont Ink
Seitenzahl: 352 Seiten
Format: Klappbroschur
Preis: 14,99 Euro
ISBN: 978-3-86396-064-3
Übersetzer: Anke Caroline Burger
Altersempfehlung des Verlages: 14 bis 17 Jahre
Abgeschlossene Erzählung








Inhalt:

Kommissar Pendleton händigt Jenna, welche kurze Zeit zuvor von der Polizei aus dem Wasser gezogen wurde, ein Aufnahmegerät aus und bittet sie der Polizei ihre Geschichte zu erzählen. Nach und nach offenbart das Mädchen, was geschehen ist, bis zu dem Zeitpunkt an dem der Polizeibeamte sie aus dem Wasser fischte. Jenna gibt gleich von Anfang an zu, dass sie nicht unbedingt ein Opfer ist. Sie gesteht eine Lügnerin zu sein. Sie offenbart eine düstere und einsame Welt, in der sie jeden Tag einen stillen Kampf auszufechten hatte. Sie erzählt von ihrem Vater, der stets die Augen verschließen und eine heile Welt sehen wollte, von Eltern, die mit den äußeren Umständen nicht zurecht kamen und Halt bei einem fremden Partner gesucht haben. Jenna berichtet, wie sie Opfer eines Hausbrands wurde und welche Narben ihre Vergangenheit bei ihr hinterlassen hat. Sie ist sehr stark, aber sie ist auch nicht unzerbrechlich. In dem Schulwechsel sieht sie keine Hoffnung auf Besserung. Doch ihre Welt verändert sich, als sie auf Menschen trifft, die es gut mit ihr meinen. So gibt es zum Beispiel den Lehrer, Mr. Anderson, der eine Schwäche für Mädchen mit Problem-Biografien hat.



Wichtigste Charaktere:

Jenna ist die Protagonistin der Geschichte. Sie musste in ihrer Vergangenheit einiges über sich ergehen lassen. Einerseits ist sie stark und tough, andererseits zeigt sie auch eine zerbrechliche Seite. Jenna ist sehr klug und weiß sich zu helfen.

Mr Anderson ist einer von Jennas Lehrern an der neuen Schule. Mr. Anderson ist sehr feinfühlig und bietet dem Mädchen stets seine Hilfe an.

David begegnet Jenna als einer der wenigen Menschen an der neuen Schule offen, hilfsbereit und freundlich.

Danielle steht Jenna gleich von Anfang an feindsehlig gegenüber. Sie lästert über Jenna und macht ihr das Leben gerne schwer.

Bob, auch genannt Mr. Pendleton, ist der Kommissar, der Jenna aus einer Notlage hilft. Er wurde mit ihrem Fall betraut und erhofft sich eine Aussage von ihr.



Schreibstil:

Mit Atemnot schafft Ilsa J. Bick einen Roman der von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Sie schreibt über Menschen, die an der Welt zerbrochen sind und die dennoch versuchen weiterzumachen.

So gibt es hier einen Lehrer, dessen Träume nach und nach zerplatzt sind. Der jedoch versucht seinem Leben einen Sinn zu geben, indem er anderen Menschen helfen möchte, ihre kaputten Seelen zu heilen. Es gibt einen Vater; der vordergründig brave Bürger, kompensiert seine reale Ohnmacht um die Zerbrechlichkeit seines Familienglücks, indem er Trost bei einer anderen Frau sucht.
Doch gerade dieses Verhalten sorgt bei Frau und Tochter für ganz eigene Probleme. Die Tochter wird gezwungen Geschehenes zu verschweigen, mit der damit verbundenen schweren seelischen Belastung.
Die Mutter hingegen versucht, dem Kummer und der Last, derer sie nicht Herr werden kann ebenfalls zu entfliehen, indem auch sie sich eine Liason sucht und an ihrem letzten großen Traum, einer Buchhandlung, festhängt, der die Familie jedoch finanziell zu zerstören droht.
Die Probleme sind so festgefahren, dass es keinen Ausweg außer dem eines großen Knalls zu geben scheint.

Immer wieder baut die Autorin Spannung auf, beginnt mit subtilen Andeutungen, die sich langsam verdichten und schließlich ihren Kulminationspunkt im offen beschriebenen Grauen finden.
So gibt Jenna bereits zu Anfang zu, dass sie nicht unbedingt nur ein Opfer ist. Sie gesteht, eine Lügnerin zu sein. Der Kommissar bittet Jenna die Geschichte zu erzählen, weil sie die Einzige ist, die noch lebt. Alleine diese Andeutungen bleiben im Kopf und zerstören die Hoffnung, die man immer wieder fassen möchte, im Keim und dennoch klammert man sich als Leser daran. Genauso ergeht es auch der Protagonistin und den Charakteren der Geschichte. Sie wissen, dass das Leben ihnen nicht gut mitspielt und dennoch kämpfen sie sich voran. Sie hoffen und versuchen etwas zu verbessern.



Fazit:

Ilsa J. Bick berichtet in Atemnot von der Zerbrechlichkeit familiärer Lebenssicherheiten, von Jenna, einem Mädchen, das für eine Opfer-Geschichte nicht taugt.
Sie erschafft Menschen, die ein einfaches Schema von Opfer-Täter Beziehungen mehrfach durchbrechen. Menschen, die Jenna helfen wollen, aus ihrer Situation auszubrechen, aber andererseits selbst am Leben gescheitert sind. Ilsa J. Bick berichtet in Atemnot von Enttäuschung, Verlust, Hoffnung und Liebe und schreibt eine fesselnde und psychologisch tiefgründige Geschichte, die einen noch lange nicht loslassen wird.

In diesem Roman gibt es keine Gewinner oder Verlierer. Es gibt Menschen, die auf ihre Art versuchen, ihr Leben zu meistern und nicht selten daran scheitern.
Ganz großes Leseerlebnis!



Buchzitate:

In der Klapse hatten wir noch eine andere Ritzerin. Sie hat Worte und Buchstaben geschnitten. Ich nicht.

Ich bin ein Glückskind, eine Lügnerin, eine Streberin, eine Prinzessin, ich habe gestohlen - und getötet. Und meine Geschichte – die Wahrheit – fängt mit Mr. Anderson an.



Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Liebe:






Charaktere:






Handlungsstrang:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket:

Freitag, 6. Januar 2017

Durchgelesen

Rezension zu Begin again von Mona Kasten


Verlag: Lyx
Seitenzahl: 484
Format: Klappbroschur
Preis: 12,00 Euro
ISBN: 978-3-7363-0247-1
Band 1










Aufmachung & Specials:

Auf den ersten Seiten findet der geneigte Leser eine von der Autorin zum Roman zusammengestellte Playlist.



Inhalt:

Allie hat bereits mehrere Wohnungen besichtigt. Einige waren verschimmelt, einige Vermieter wollten ihr direkt an die Wäsche und einer wollte sie gleich als Babysitterin für das eigene Kind einstellen. Mr. White ist an diesem Tag ihre letzte Hoffnung. Wenn er sie nicht einziehen lässt, dann muss sie entweder aufgeben oder sich in auf einer Parkbank, einem dreckigen Motel oder einem kleinen Auto eine Unterkunft suchen. Zurück zu ihren Eltern ziehen kommt für Allie nicht infrage. Das käme Aufgeben gleich. So dringend möchte sie ihr Studium in Woodshill und ein eigenes, freies Leben beginnen.

Doch Mr. White begrüßt sie an der Tür nicht herzlich. Er telefoniert und würdigt sie kaum eines Blickes. Als er sie dann endlich in der Wohnungstür wahrnimmt, ist sein erstes Wort „Nein!“. Doch Allie gibt nicht auf. Die Wohnung sieht nahezu perfekt aus. Als gerade der letzte Besichtigungstermin am Telefon absagt, muss Kaden gezwungener Maßen einknicken. Er braucht das Geld, aber keine Frau in seiner Wohnung.

Allie darf nur unter Beachtung der „Regeln“ einziehen. Die sind streng: 1. Allie soll ihren Weiberkram für sich behalten. Bedeutet: Keine Mädelsabende, Kaden entscheidet das Fernsehprogramm und kein Geheule, 2. Allie soll „die Klappe halten“, wenn Kaden jemanden aufreißt und 3. auf keinen Fall werden beide miteinander in der Kiste landen.



Wichtigste Charaktere:

Kaden ist heiß. Der Traum aller Mädels. Sein Körper ist durchtrainiert und mit Tattoos überseht. Er versteht es zu flirten. Sein Auftreten ist selbstbewusst und zugleich wirkt er mit seiner ruppigen Art gelegentlich abweisend.

Allie ist genau das, was Kaden so gar nicht in seinem Leben haben wollte: Ein typisches Mädchen. Sie liebt Badekugeln, Düfte jeglicher Art, Kaffee mit Creamer und absurden Geschmacksrichtungen und Lichterketten auf Schreibtisch und an Wänden.



Schreibstil:

In Begin again begleitet der Leser Allie bei ihrer Wohnungssuche. Sie ist frustriert, als sie nach vielen Misserfolgen vor Kadens Tür steht und dort von einem arroganten, aber durchaus attraktivem Kerl erneut eine Abfuhr erhält. Kaden ist ein absolutes Ekelpaket. Er behandelt Allie gleich vom ersten Moment an von oben herab. Seine Worte sind fies, ja nahezu garstig. Nur aus reiner Not lässt er das Mädchen letztlich bei sich einziehen.

Das Zusammenleben mit Kaden gestaltet sich sehr schwierig. Denn Kaden ist zu sehr von sich selbst überzeugt. Er neigt zu zweideutigen Kommentaren und Schikanen. Nicht mal das Zimmer kann Allie abschließen, weil der Vermieter ihr die Schlüssel verweigert.
Doch Allie lässt sich nicht unterkriegen. Bald schon lernt sie auf dem College eine Studienkollegin namens Dawn kennen. Die Mädchen verstehen sich auf den ersten Blick und werden bald zu engen Vertrauten. Auch Kadens Freunde scheinen so ganz anders zu sein, als er selbst. Sie sind offen und schließen Allie schnell in ihren Kreis mit ein.

Bald schon müssen beide Kompromisse eingehen. Allie hat die Regeln zu beachten und Kaden beginnt morgens einen Kaffee für seine Mitbewohnerin mitzukochen. Irgendwie gelingt das Zusammenleben mehr schlecht als recht. Als Kaden bei einer WG Party Pizza für alle kauft, bricht Allie in Tränen aus. Das ist nicht die einzige Regel, die sie brechen wird.

Die Charaktere in Begin again sind unglaublich gut ausgearbeitet. Sie haben Ecken und Kanten. Auch die Nebencharaktere schließt man sofort ins Herz und möchte mit ihnen Zeit verbringen. Besonders Kaden macht eine extreme Wandlung durch. Nach und nach erfährt man als Leser die Vergangenheit der Protagonisten und versteht, warum Allie und Kaden zu den Menschen geworden sind, die sie nun sind. 

Während Allie das „typische“ Mädchen verkörpert, die gerne hochhackige Schuhe anzieht, auch mal in Tränen ausbricht, wenn alles über ihr zusammenbricht und ihre Wohnung mit Lichterketten und Duftkerzen ausschmückt, ist Kaden eher der harte Typ. Er zockt auf der Konsole, veranstaltet Partys mit Freunden und geht gerne in der Natur wandern. Mädchen wie Allie sind für ihn eigentlich ein Tabuthema. Doch Allie und Kaden scheinen mehr miteinander gemein zu haben, als es auf den ersten Blick vielleicht scheint.



Fazit:

Begin again weiß von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln. Dieses Buch mag man keine Sekunde aus den Händen legen. Das liegt zum einen an den gut geschliffenen Charakteren und zum anderen an dem konfliktgeladenem Handlungsstrang.

Prickelnde Erotik, innige Freundschaften, wunderschöne Momente all das wird der Leser hier am eigenen Körper mitempfinden. Mona Kastens Schreibstil zieht den Leser mitten zwischen die Seiten und wird ihn nicht so schnell wieder loslassen.

Ein Buch, welches man nicht mehr aus den Händen legen kann, wenn man erst mal mit dem Lesen begonnen hat.



Buchzitate:

Er versprühte nicht nur Leben, sondern auch Freiheit. Kaden machte sich von allem frei und war einfach er selbst. Ich wollte auch so durchs Leben gehen.

„Kaden hat Pizza mitgebracht“, sagte ich mit zitternder Stimme. Langsam ließ ich meine Hände sinken. Dawn blinzelte perplex. „Dieser Mistkerl. Was fällt ihm ein?“

Nur Kaden schaffte es in einem Moment fürsorglich, und im nächsten Moment schon wieder unflätig zu klingen.

„Moment mal – du hast dir den Namen deiner Mutter tätowieren lassen?“, fragte ich überrascht. „Ja, und?“ Ich presste mir beide Hände aufs Herz. „Das ist so süß, Kaden. Zuckersüß.“



Kurzgefasst:

Spannung/Action:





Liebe:






Charaktere:






Handlungsstrang:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket:


Donnerstag, 29. Dezember 2016

Durchgelesen

Rezension zu Die Magie der Namen von Nicole Gozdek


Verlag: ivi (Piper) Seitenzahl: 368 Seiten
Format: Hardcover
Preis: 16,99 Euro
ISBN: 978-3-492-70387-1
Altersempfehlung des Verlages: 12 bis 17 Jahre
Band 1










Aufmachung:

Eine Karte im hinteren und vorderen Buchdeckel stellt die Welt von Mirobortas vor. Weiterhin befindet sich im hinteren Teil des Buches ein Namensverzeichnis, eine Auflistung der einzelnen Dynastien sowie der Adelstitel.

Die einzelnen Kapitel werden mit kleinen Zitaten aus den Lehrbüchern begonnen. Diese kleinen Textausschnitte stimmen bereits frühzeitig auf die kommende Geschichte ein.


Inhalt:

In Mirobortas erhalten Babys nach der Geburt eine Nummer zugeteilt. Es ist strengstens verboten sie eigenständig mit einem Namen zu versehen. Sehr früh werden sie von ihren Eltern getrennt. Die Heranwachsenden werden auf einer Schule bis zum Tag der Namensgebung großgezogen.

Nummer 19 ist solch ein Schüler. Gespannt wartet er auf diesen besonderen Tag, der alle viertel Jahre immer dann stattfindet, wenn ein Namensgeber im Dorf zugegen ist. Endlich soll er seinen eigenen Namen erfahren, der ihm Auskunft über seinen Stand in der Gesellschaft über seinen Werdegang liefern wird. Wird er vielleicht ein Söldner werden oder wird er zukünftig den Beruf eines Bibliothekars ausüben?

Mit vielem hat Nummer 19 gerechnet, vielleicht sogar ein wenig damit, dass er einem niederen Stand zugeteilt wird. Nicht jedoch damit, dass sein Name weder die übliche Namensmagie freisetzt, noch irgendwem etwas sagt. Tirasan Passario scheint unbedeutend und gar ohne irgendwelchen Fähigkeiten ausgestattet worden zu sein. So macht Tir sich auf die Suche nach der Vergangenheit seines Namens. Begleitet wird er von seinen ehemaligen Mitschülern, mit denen er zu Zeiten als Nummer nicht viel zu tun hatte. Ein spannendes Abenteuer beginnt.



Wichtigste Charaktere:

Tirasan Passario ist klein, eher schwächlich, kurzsichtig und optisch eher unauffällig. Er liest sehr gerne und mag keinen Sport. Auf der Schule hat er kaum Freunde. Mit der Namensgebung verändert sich jedoch einiges. Rustan hat sich in den Kopf gesetzt als Leibwächter Tirasan zu beschützen und auf der Suche nach der Bedeutung seines Namens zu begleiten.

Baro ist Rustans engster Freund auf der Schule der Nummern. Nach der Namensgebung entschließt Rustan sich Tirasan nicht mehr von der Seite zu weichen. Das verwirrt Baro. Doch er möchte seinen Freund nicht verlieren und schließt sich somit der kleinen Gruppe von Abenteurern an. Als Nummer hat Baro gerne andere Mitschüler geärgert. Als Name ist er hochnäsig und fühlt sich anderen weiterhin überlegen.

Rustan hat ein großes Herz. Als Leibwächter ist es seine Pflicht, dem ausgesprochenen Eid nachzukommen, in dem er geschworen hat Tirasan Schutz zu bieten. Er ist absolut loyal

Allira erhält nach der Namensgebung die Bestimmung als Sängerin zugeteilt. Sie ist in der Lage mit ihrer Stimme die Zuhörer um sich herum zu verzaubern. Allerdings benötigt das Mädchen diese Aufmerksamkeit dringend. Steht sie nicht im Mittelpunkt, so fühlt sie sich minderwertig.

Nelia ist nach der Namensgebung zu einer Magierin geworden. Ihre Fähigkeiten sind im Kampf eine sehr große und wichtige Hilfe.



Welt:

In Mirabortas erhalten Kinder früh nach der Geburt eine Nummer zugewiesen. Bis zum Tage ihrer Namensgebung dürfen sie nicht anders angesprochen werden. Die vorzeitige Vergabe eines Namens oder einer anderen Anrede wird hart bestraft.

Am Tage der Namensgebung erhält eine Nummer den Namen der fortan das Leben des Trägers bestimmt sowie ein Wappen ausgehändigt, welches ihn einer Dynastie, der er nun zugehörig sein wird, zuordnet. Der Nachname ist es, der einer bestimmten Berufsgruppe entspricht. So bedeutet Hero zum Beispiel Jurist oder Ellubis Bibliotheksassistent. Auch haben Vor- und Nachname eine gewisse Geschichte. Mit der Verkündung des Namens wird eine Magie freigesetzt, die das Äußere und auch das Innere eines jeden Trägers verändert. Der Träger wird zu einer ähnlichen Version des damaligen Namensträgers.

Aber auch die Anzahl der verkündeten Namen hat eine Bedeutung. Besteht ein Name zum Beispiel aus zwei Namensteilen, so erhält der Träger eine wichtige Stellung in der Gesellschaft. Ein Namensträger, dessen Name aus fünf Bezeichnungen besteht, hat hingegen kein Eigentum, keinen Beruf und muss sehen, wie er im Leben zurecht kommt.

Erst mit der Erteilung des Namens erhält man das Recht die Schule zu verlassen und die Stadt zu besuchen. Man kann gehen, wann und wohin man will, darf sich verlieben, wenn einem der Sinn danach steht.



Schreibstil:

Diese Geschichte lebt besonders von dem interessanten Weltenentwurf. Gerade auf den ersten Seiten ist es sehr interessant diese Welt und die Charaktere zu erkunden.
Sodann begibt man sich mit Tir und seinen Begleitern auf eine spannende Reise, die dadurch bestimmt wird, dass Tir versucht, die Herkunft seines Namens herauszufinden. Der Junge ist dabei gerade anfangs sehr frustriert, weil seine ehemaligen Mitschüler, ganz im Gegensatz zu ihm, bereits wissen, wohin ihr Weg sie ungefähr führen wird.

Doch gerade die Frage, welcher Dynastie Tir denn nun angehört, wer er überhaupt jetzt ist, macht die Geschichte auch so spannend. Selbst das Wappen, welches jeder Schüler bei der Namensgebung ausgehändigt bekommt, scheint mit einem schlichten langweiligen Kreis unbekannt zu sein.

Es ist spannend zu beobachten, wie Tir neue Freunde findet und wie diese sich weiterentwickeln. Hierbei liegt das Augenmerk jedoch eher auf Baro und Rustan. Die Gruppe wird außerdem noch durch Allira und Nelia vervollständigt. Während die männlichen Gefährten mit ihren Eigenschaften gut ausgearbeitet wurden, bleiben die weiblichen Begleiter hier eher blass und im Hintergrund zurück.

Sehr oft wird der Leser in diesem Buch mit den einzelnen Berufsbezeichnungen konfrontiert. Um den Bezug zur Geschichte nicht zu verlieren, wird man hier sehr häufig auf das Namensverzeichnis im hinteren Teil des Buches zurückgreifen müssen. Dieses Nachlesen reißt einen jedoch auch immer wieder aus der Geschichte heraus. Hier muss der Leser für sich entscheiden, ob es ihm an der Stelle egal ist, ob zum Beispiel ein Wabloo seinen Weg kreuzt oder ein Nateri die Helden anspricht.



Fazit:

Die Magie der Namen strotz nur so vor Ideen und Verrücktheiten. Es ist ein Gewinn in die fantasievolle und dabei lehrreiche Welt eintauchen. Auch der Protagonist Tir wirkt mit Ecken und Kanten authentisch. Auf den Leser wartet hier gemeinsam mit Tir und seinen Freunden ein spannendes Abenteuer mit dem Ziel die Herkunft seines Namens zu erfahren und plötzlich auftauchenden Widersachern entgegenzutreten.

Ein gut ausgearbeiteter Fantasyroman, der gewiss auch jüngeren Lesern gut gefallen wird.



Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Charaktere:






Weltenaufbau: 






Handlungsstrang:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket:



Freitag, 23. Dezember 2016

Durchgelesen

Rezension zu The Cage – Entführt von Megan Shepherd

Verlag: Heyne fliegt
Seitenzahl: 464
Format: Klappbroschur
Preis: 12,99 Euro
ISBN: 978-3-453-26893-7
Altersempfehlung des Verlages: Ab 14 Jahren
Band 1









Inhalt:

Als Cora in einer scheinbar endlosen Wüste erwacht, ahnt sie bereits, dass sie entführt worden ist. Schon bald findet sie Wasser und stößt dabei auf den Körper eines Mädchens, der von den Wellen des Ozeans an Land gespült wurde. Sie trifft auf einen Jungen namens Lucky, der ihr anbietet, sich zusammenzuschließen. Schnell wird klar, dass mit diesem Flecken Land, auf dem sie „ausgesetzt“ wurde, irgendetwas nicht stimmt.
Neben einer Stadt gibt es sogar eine Berglandschaft. Eine geografische Topografie, die so gedrängt eigentlich nicht existieren dürfte. Als sich dann noch der wunderschöne Mann mit der bronzefarbenen Haut vor ihr materialisiert und sich als der Hüter vorstellt, wird klar, dass es sich hier nicht um eine normale Entführung handelt. Sechs Jugendliche, wovon eine bereits dem Ozean zum Opfer gefallen ist, sollen in dieser kleinen Stadt überleben. Sie werden beobachtet und es gibt Regeln, an die sie sich unbedingt halten müssen. Doch Cora denkt nicht daran sich einfach so zu fügen …



Wichtigste Charaktere:

Cora ist die Tochter eines ehrenwerten Senators. Sie hat gelernt, dass sie, egal, wie schlimm die Situation ihr gerade mitspielt, immer gute Mine zum bösen Spiel machen muss. Cora ist eine Kämpferin. Sie ist mutig und mental stark.

Lucky ist dafür verantwortlich, dass Coras Leben zerstört wurde. Er wagt es nicht über das Geheimnis aus der Vergangenheit zu sprechen. Er ist stets nett und zuvorkommend.

Nok war in ihrer Vergangenheit Fotomodell bei einer zwielichtigen Agentur. Sie hat in ärmlichen Verhältnissen gewohnt. Jetzt weiß sie genau, wie sie Männer umgarnen muss, wenn sie etwas erreichen möchte.

Rolf ist unglaublich klug. In seiner Vergangenheit wurde er oft gehänselt und gemobbt.

Leon ist ein tätowierter Hüne. Er ist die Art von Junge, vor dem man gleich Angst bekommt, wenn man ihn nur sieht. Er ist stark und fügt sich nur ungern in eine Gruppe ein.



Schreibstil:

Megan Shepard beginnt die Geschichte, indem sie ihre Protagonistin in einer Wüste aussetzt. Nach und nach lernt der Leser mit ihr die neue Welt und weitere Charaktere kennen. An vielen Stellen des Romans wirft die Autorin Fragen auf. Gleich zu Anfang fragt man sich bereits, wo sich Cora gerade befindet, warum gibt es so nah an der Wüste einen Ozean? Wurde Cora entführt und wenn ja, von wem? Warum ist weit und breit kein Mensch zu sehen, wenn sie doch entführt worden ist?

Schon bald stößt Cora auf die erste Leiche. Es wird spannend. Wer hat das Mädchen getötet? Lauert irgendwo eine Gefahr? Ein fremder Junge taucht aus dem Nichts auf und bietet ihr an, dass sie sich doch zusammenschließen könnten. Natürlich ist man gegenüber dem Fremden erst einmal misstrauisch.

Im weiteren Verlauf trifft Cora auf weitere Jugendliche. Mögen die Charaktere vielleicht auf den ersten Blick etwas flach wirken, so gewinnen sie im weiteren Verlauf an Konturen. Nach und nach offenbaren sich die einzelnen Lebensgeschichten. Jeder der Charaktere ist vom Leben gezeichnet. So hat der kluge Rolf zum Beispiel in seiner Vergangenheit viel Häme und Spot erfahren. Er war immer das Opfer. Nun leidet er unter Zuckungen und ist sehr in sich gekehrt. Sobald ihm aber die Möglichkeit geboten wird aus seiner Opferrolle auszubrechen, zeigt er seine düstere Seite.

Die Kapitel werden in erster Linie aus der Sicht von Cora geführt. Einige Kapitel werden aus der Perspektive der anderen Jugendlichen beleuchtet. Die zahlreichen Perspektivwechsel dynamisieren und unterstützen die Spannung, sorgen aber auch für eine nicht immer notwendig erscheinende Fragmentierung.

Geheimnisse sind zentral in diesem Roman.Was bedeuten die merkwürdigen schwarzen Punkte am Hals eines jeden Jugendlichen? Bald schon lernen die Jugendlichen, dass sie immer wieder Rätsel lösen müssen, um eine Belohnung zu erhalten. Immer mehr erinnert sie das Szenario an eine Versuchsreihe, wie man sie auch bei Ratten anwendet. Sind sie Teil eines Experiments? Unheimlich wird es, als plötzlich das Lied gespielt wird, welches Cora einst im Geheimen geschrieben hat. Rolf braucht plötzlich keine Brille mehr, Noks Asthma scheint geheilt.

Aber auch die Geheimnisse des Begehrens und die Geheimnisse dessen, was die Menschen wirklich wollen und wovor sie sich am meisten fürchten. Gefühle wie Misstrauen, Neid, Eifersucht, verletztes Vertrauen und Angst bestimmen das Leben der Charaktere.

Auch eine spannende Liebesgeschichte wird der Leser in diesem Roman finden. Es sind gleich zwei Männer, zwischen denen sich Cora entscheiden kann. Ob und für wen sie sich entscheiden wird, lasse ich an dieser Stelle offen.



Fazit:

The Cage – Entführt ist ein Roman, der mit vielen Fragen und Geheimnissen für Spannung sorgt. Es ist interessant die fremde Welt mit den verschiedenen dicht angesiedelten Biotopen und den Rätseln zu erkunden. Die für ein Gruppenleben typischen Emotionen wie Eifersucht, Neid und Missgunst treiben die Handlung zusätzlich voran.

Ein sehr spannender Auftakt, der die Vorfreude auf eine Fortsetzung schürt.



Buchzitate:

Wenn Gerechtigkeit verloren geht, verliert man das, was uns zu Menschen macht.



Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Liebe:






Charaktere:





Weltenaufbau:






Handlungsstrang:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket: