Rezension zu Der Dunkle Turm – Schwarz
von Stephen King
Verlag: Heyne
Seitenzahl: 352 Seiten
Format: Taschenbuch
Preis: 8,99 Euro
ISBN: 978-3-453-87556-2
Band 1
Inhalt:
Der Revolvermann ist seit Jahren auf
der Suche nach dem schwarzen Mann. Er will ihn töten, weiß aber,
dass dieses Ziel vermutlich noch in weiter Ferne steht, selbst, wenn
er ihn endlich gefunden haben mag. Immer wieder stößt Roland, so
sein Name, nur auf die Hinterlassenschaften seines Gegners. Er findet
Leute vor, die wie vom Teufel besessen scheinen. Jedes Mal scheint
es, als wäre der schwarze Mann ihm bereits einen Schritt
zuvorgekommen.
Wichtigste Charaktere:
Der Revolvermann namens Roland
ist der letzte seiner Art. Revolvermänner treten in die Fußstapfen
ihrer Väter. Sie sind hart, sie sind nahezu unbesiegbar. In einer
langwierigen und harten Prüfung als Kind müssen sie sich beweisen,
um dann, wenn sie ihren Meister besiegt haben, in die Welt als eben
jene treten zu dürfen, zu denen sie nun geworden sind: Männer, vor
denen man sich fürchten muss und denen andere Menschen mit Recht
Achtung schenken.
Roland selbst ist ein gebrochener
Held.
Der schwarze Mann ist Roland
stets einen Schritt voraus. Allerdings scheint Roland ihm
mittlerweile so nah wie noch nie gekommen zu sein.
Jake ist ein Junge, der aus
einer anderen Zeit, ja vielleicht sogar aus einer anderen Welt (der
unsrigen) zu kommen scheint. Der Revolvermann nimmt ihn ein Stück
mit auf seiner Suche und merkt, wie ihm das Kind allmählich ans Herz
wächst.
Schreibstil:
King beginnt seinen Roman mit einer gut
zwanzig Seiten langen Einleitung nebst Vorwort. Hierin erhält der
Leser einen Einblick in die Gedanken des Schriftstellers zu seinem
Werk und zu seinem Leben als Autor.
Ähnlich wie bei seinem Roman „Das
Leben und das Schreiben“ nur eben auf weniger Seiten, hat man das
Gefühl, einem wortgewandten und erfahrenem Mann dabei zuzuhören,
wie sich sein Leben entwickelt hat. King stiftet den Leser an etwas
zu wagen, seine Träume nicht ungelebt zu lassen.
Gemächlich formt King die Handlung
seines Romans. Er lässt den Leser lange seinen Protagonisten
beobachten, mit ihm die Welt erkunden, die trostlos und karg wirkt.
Der Revolvermann trifft auf die Bewohner dieses Landes, die gebrochen
und verängstigt wirken, ob dem, der plötzlich vor ihnen steht und
dem, was sie bereits erlebt haben.
Die Sprache der Charaktere ist derb
gehalten. Sie sind vom Leben abgehärtet und das kommt in ihren
Worten herüber. Roland ist in seinen Sätzen sehr direkt. Nur selten
formuliert er eine Frage und wenn er das tut, dann ist sie sehr
zielgerichtet.
Kings Schreibstil in diesem Roman ist
einerseits sehr plastisch, stellenweise sehr mystisch, dann wieder
zäh und auch sehr verwirrend.
Stellenweise mag man sich als Leser
fragen: Was will der Autor mir mit diesem Roman sagen. Wenn Roland
nach ewiger Suche endlich auf den Schwarzen Mann trifft und dieser
ihm zum Beispiel erst mal die (Tarot-)Karten legt, dann ist nicht nur
der Protagonist, sondern vielleicht auch der Leser selbst verwirrt
und stellt sich sodann unweigerlich die Frage: Wo ist der Realismus
in dieser Szene geblieben, wirkt das nicht alles sehr surreal?
Fazit:
King wollte mit dieser Romanreihe etwas
Besonderes erschaffen. Er erschafft ein Endzeitszenario, mit
gebrochenen Helden
mit großer Seelentiefe.
Er
entführt den Leser in surreale
Welten, Filmrisse, wirre
Gedanken und Panik.
Trotz
der komplexen Handlung
und den vielfältigen Protagonisten hätte mehr Inhalt gut getan.
So
langsam
wie sich der Anfang entfaltet, wirken Mittelteil und Ende. Weshalb man
sich für den zweiten Teil mehr Substanz wünscht.
Buchzitate:
Er war müde; zwischen hier und dem
Grauen, das sich in Tull abgespielt hatte, dem letzten Dorf, war er
am Tag sechzehn, manchmal achtzehn Stunden lang unterwegs gewesen.
Und die letzten zwölf Tage sogar noch zu Fuß, weil das Maultier
völlig am Ende war und nur noch aus alter Gewohnheit weiterlebte.
… aber seine Augen wirkten
intelligent. Sie strahlten eine Unschuld aus, die in diesem Drecksnest
nicht lange bestehen würde.
Sie sah ihm in die Augen; sie war
wahrscheinlich hübsch gewesen, als sie hier anfing, aber die Welt
hatte sich seitdem weiterbewegt.
Hör auf mit deinem
Selbstmitleid, nimm es einfach hin.
Kurzgefasst:
Spannung/Action:
Charaktere:
Weltenaufbau:
Handlungsstrang:
Schreibstil:
Im Gesamtpaket:
