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Sonntag, 27. November 2016

Durchgelesen

Rezension zu Elias & Laia – Eine Fackel im Dunkel der Nacht von Sabaa Tahir


Verlag: Bastei Lübbe (One)
Seitenzahl: 510
Format: Hardcover
Preis: 17,00 Euro
ISBN: 978-3-8466-0038-2
Übersetzer: Barbara Imgrund
Altersempfehlung des Verlages: Ab 14 Jahren
Band 2








Inhalt:

Nach der Flucht aus Schwarzkliff gibt es für Laia nur ein Ziel: Sie muss ihren Bruder Darin aus dem Gefängnis von Kauf befreien. Elias hält seinen Schwur ihr dabei behilflich zu sein. Doch der Weg nach Kauf ist gefährlich. Der neue Imperator hat ein hohes Kopfgeld auf die Flüchtigen ausgesetzt. Sein neuer Blutgreif, Helena, soll sich beweisen, und erhält den Auftrag Elias zu jagen, zu finden und persönlich zu foltern. Helena bleibt nichts anderes übrig, als sich zu fügen. Das Leben ihrer Familie steht auf dem Spiel, die Existenz des Imperiums auf wankenden Beinen. Sie muss ihre Gefühle für Elias zurückstellen und wird zu einer unerbitterlichen Jägerin.



Wichtigste Charaktere:

Elias ist gefährlich. Er ist eine ehemalige Maske, ein Elitesoldat des Materialenimperiums. Er trägt ein dutzend Messer an der Brust festgeschnallt. Er ist einerseits ein eiskalter Mörder. Andererseits hat er aber auch ein großes Herz. Er empfindet Mitgefühl, Reue und Liebe und er hat einen Schwur geleistet: Er wird Laia helfen ihren Bruder aus dem Gefängnis in Kauf zu befreien. Koste es, was es wolle.

Laias Familie wurde vor ihren Augen getötet. Sie hat niemanden mehr außer ihren Bruder Darin, der in einem der gefürchteten Gefängnisse unter der Aufsicht eines brutalen Verhörmeisters eingekerkert sein soll. Mit der Kraft ihres Willens, in Begleitung von dem ehemaligen Elitesoldat Elias und Freunden, die ihr auf der Reise begegnen, möchte sie ihren Bruder befreien.

Helena ist nach den Wettkämpfen als Blutgreif des neuen Imperators Marcus ausgerufen worden. Ihr Kadavergehorsam gegenüber dem Imperium ist sehr ausgeprägt. Eine Frau, die ihr privates Glück dem Pflichtgefühl geopfert hat.

Marcus ist der neue Imperator. Er ist unerbitterlich, er geht über Leichen ohne mit der Wimper zu zucken und er möchte Rache für den Tod seines Zwillingsbruders Zak. Helena soll ihren besten Freund Elias jagen, finden und foltern. Beide sollen so sehr leiden, wie er es getan hat. Stets an Marcus Seite befindet sich die Kommandantin.

Die Kommandantin ist Elias Mutter. Sie ist eine Meisterin darin ihre Gedanken zu verbergen. Empathie empfindet sie nicht. Sie empfindet keine Liebe, weder für Elias, der sie selbst auch nur Kommandantin nennen darf, noch für andere Menschen. Auch andere empathische Gefühle sind ihr vollkommen fremd. Sie ist gefühlskalt, brutal, berechnend und angsteinflößend in ihrem Handeln.



Die Welt:

Sabaa Tahir baut auch in diesem zweiten Teil ihre Welt rund um Schwarzkliff weiter aus. Hier lernt der Leser die Rebellenbewegung näher kennen, er wirft einen Blick in das Gefängnis von Kauf.
Wieder trifft man auf magische Kreaturen: Ifrits und Geister zeigen sich. Dschinns werden detaillierter vorgestellt. Ein paar magische Fähigkeiten spielen eine Rolle, überlagern die Handlung jedoch nicht.

Leser, die sich erhoffen mehr über die Beweggründe der Auguren zu erfahren oder die weissagenden „Mönche“ näher kennenzulernen, müssen sich wohl weiterhin gedulden. In Band zwei spielen Cain und seine Gefährten eher eine kleine, jedoch bedeutende, Randrolle.



Schreibstil:

Wieder einmal beweist Sabaa Tahir von der ersten bis zur letzten Seite, dass sie eine begnadete Schriftstellerin ist. Die Tonlage des Romans ist ernst, das Szenario gefährlich und unerbittlich. Von der ersten Seite an jagt eine Gefahrensituation die nächste. Die Protagonisten kommen nicht dazu durchzuatmen. Sie sind auf der Flucht. Das Schicksal meint es nicht gut mit ihnen.

Nach und nach entwickelt sich die Geschichte von einem Fluchtszenario weiter. Hintergründe zu den Geschehnissen offenbaren sich erst im späteren Verlauf, dafür wirken sie umso schockierender auf den Leser. Die Fäden werden weitergesponnen, schnell verdichtet sich das Buch zu einem Roman, der dem Leben mit seinen Abgründen sehr nah kommt. Während des Lesens stellte ich mir die Frage, was es mit der Zwischenwelt auf sich hat, warum sie soviel Platz in der Geschichte einnimmt. Auch hier sollte der Leser sich gedulden und Sabaa Tahir sein Vertrauen schenken. Sie wird zum Ende hin nicht enttäuschen, sondern ein Gefühl vermitteln, eine absolut runde, tiefgehende und spannende Geschichte genossen, ja ein wahres Abenteuer durchlebt zu haben und dennoch einen Funken Enttäuschung zurücklassen, dass man bis zum Erscheinen des Folgebandes wieder ein Weilchen warten muss.

Ziemlich schnell wird beim Lesen des Romans klar, dass die geliebten Charaktere ihre Charaktereigenschaften nicht abgelegt haben. Wir treffen auf eine rebellische, aber auch zugleich verletzlich wirkende Laia, die den Schutz ihrer männlichen Begleiter genießt. Immer wieder schafft sie es Kraft für eine neue Hürde aufzuwenden, weil sie tief im Herzen eine Kämpferin ist. Auch, wenn die Entscheidungen nicht immer einfach sind und auch, wenn das Resultat nicht unbedingt zum Erfolg geführt hat: Laia lässt sich nicht unterkriegen.

Aber auch Elias bleibt der, den wir in Band eins ins Herz geschlossen haben: Er tötet, weil er es muss. Er geht den Weg, der vor ihm liegt, ohne zu zögern. Er ist eine Maske, die gelernt hat, wie man Gefühle überspielt. Und dennoch: Elias hat einen weichen Kern, den seine Mitstreiter missen lassen. Er empfindet Reue und Mitgefühl. Er hat ein großes Herz und dieses schlägt unter anderem auch für Laia.

In diesem zweiten Band erhält auch Helena eine Stimme. Einzelne Kapitel werden aus ihrer Sicht geschrieben. Wir blicken hinter die Fassade von Elias bester Freundin und erfahren, dass sie unglaublich stark ist. Helena soll ihren ehemaligen engsten Vertrauten finden und vernichten. Auch, wenn es ihr das Herz brechen wird, so steht ihr Pflichtgefühl gegenüber dem Imperium und ihrer Familie an erster Stelle. Sie überwindet ihre Gefühle und stellt sich der Aufgabe. Ist es schwer solch eine Person in sein Herz zu schließen? Ja. Und dennoch schafft es Sabaa Tahir die Figur Helena so mit Konturen zu versehen, dass der Leser sie verstehen und gerne durch die Geschichte begleiten wird.

Doch auch die Randcharaktere vernachlässigt die Autorin nicht. Wie auch die Hauptcharaktere werden diese geschliffen und mit Eigenschaften versehen, die das Interesse des Lesers wecken. So taucht Köchin plötzlich wieder auf. Sie ist nicht nur um eine ziemlich hässliche Wunde im Gesicht reicher, sondern auch seelisch gezeichnet. Ihr liegt viel an Laia, doch warum will sie unter keinen Umständen, dass Helena sich an dem Mädchen vergreift?



Fazit: 
 
Elias & Laia – Eine Fackel im Dunkel der Nacht überzeugt nicht nur durch Cover und Klappentext, hier stimmt einfach alles: Perfekt gezeichnete Charaktere, viele überraschenden Wendungen, ein ernster Erzählton, eine feine, aber zugleich auch bewegenden Liebesgeschichte, die auch noch durch eine Dreiecksbeziehung für Spannung sorgt, ein gut ausgeklügelter Weltenentwurf und eine Prise Magie vermitteln dem Leser eine Geschichte, die ihn fesseln und nicht so schnell wieder loslassen wird. Ein Abenteuer in welches man mit Leib und Seele abtaucht, bei dem man kämpft, liebt, leidet und hofft. Absolutes Lesemuss für Liebhaber von Fantasyliteratur.



Buchzitate:

Meine Mutter verbirgt ihren Zorn mit geübter Arglist. Sie hüllt ihn in Gelassenheit und vergräbt ihn tief. Sie klopft den Boden darüber fest, stellt einen Grabstein darauf und tut so, als wäre er tot.
(Elias über die Kommandantin)

Laia. Das Kundigenmädchen. Glühende Asche, die darauf wartet, die ganze Welt niederzubrennen.
(Die Seelenfängerin über Laia)

„Elias sieht die Menschen so, wie sie sein sollten“, fahre ich fort. „Nicht, wie sie sind. Er lacht über sich selbst. Er bringt sich ein, und zwar vollkommen – in allem was er tut.“
(Helena über Elias)

Schwächlinge versuchen die Stille zu füllen. Eine Maske benutzt sie zu ihrem Vorteil.



Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Liebe:






Charaktere:






Weltenaufbau:






Handlungsstrang:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket:







Ich danke dem Verlag recht herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Samstag, 26. November 2016

Und was gibts dazu?

Elias & Laia – Eine Fackel im Dunkel der Nacht von Sabaa Tahir und dazu Linsensuppe mit Paprika


Elias und Laia ist die Flucht aus Schwarzkliff gelungen. Nun sind beide auf der Suche nach Laias Bruder. Darin soll sich in einem Gefängnis in den Händen des gefürchteten und skrupellosen Verhörmeisters befinden. Die Frage, wie man in dieses Gefängnis einbrechen kann ist eines der Probleme, mit denen sich die beiden noch beschäftigen müssen. Vorher jedoch gilt es die Verfolger abzuschütteln und nicht Opfer eines Verrats zu werden, denn auf beide ist ein Kopfgeld ausgesetzt und der neue Imperator hat ein dringliches Ziel: Er möchte Elias tot sehen.

Auf der Flucht greift Elias auf die Hilfe des befreundeten Stammes Saif zurück. Hier wollen Laia und er untertauchen und sich vor den Verfolgern verstecken. Bei einem herzhaften Abendbrot schmieden die Freunde Pläne. Es gibt Linsensuppe mit Paprika und dazu Fladenbrot. Beim Geschmack der Suppe werden Gedanken an Köchin wach. Laia hingegen muss an ihre Großmutter denken.


Beim ersten Bissen muss ich seufzen. Nana hat an kalten Herbstabenden immer Suppe mit Fladenbrot gemacht. Schon der Geruch vertreibt mir anscheinend ein wenig die Traurigkeit.
- Buchzitat Seite 213 -


Damit ihr dieses gesellige Abendbrot im Buch genießen könnt und damit ihr die Geschichte über gut versorgt seid, empfehle ich euch heute zu diesem Buch eine selbstgemachte Linsensuppe.


Was braucht man dafür?

100 g Linsen
500 ml Geflügelfond
400 ml (Dose) Kokosmilch
1 rote Paprika
1 Tomate
1 Möhre
1 ca. 2 cm Stück Ingwer
1 Knoblauchzehe
60 g Speck
1 TL Kurkuma
1 Banane


Und was mache ich damit?

Koche die Linsen gemeinsam mit der Brühe in einem Topf auf. Etwa 30 Minuten köcheln lassen.

Währenddessen die Paprika, Tomate und Möhre waschen und in kleine Stücke schneiden. Gemeinsam mit der Kokosmilch und dem Kurkuma noch während der 30 minütigen Kochzeit zu den Linsen geben.

Knoblauch und Ingwer in ganz feine Stückchen hacken. Zu den Linsen geben.

Den Speck in einer Pfanne anbraten.
Die Bananen in Scheiben schneiden.

Speck und Bananen kurz vor Ende der Kochzeit unter die Linsensuppe mischen.

Mit einem Löffel Kokosmilch obendrauf servieren.


Ich habe mich in die Geschichte aber natürlich auch in das Cover von Elias & Laia verliebt. Wie ist es bei euch? Habt ihr das Buch bereits gelesen? Wie findet ihr das Cover von Elias & Laia? Wenn ihr entscheiden müsstest, welches Bild hat euch besser gefallen, das von Band 1 oder das von Band 2?

Elias ist einer meiner absoluten männlichen Lieblingscharaktere überhaupt. Einerseits scheut er die Gefahr nicht. Er tötet ohne mit der Wimper zu zucken. Andererseits hat er ein sehr großes Herz. Er empfindet Reue und Mitgefühl.
Mögt ihr Elias auch so gerne wie ich oder habt ihr vielleicht einen anderen Buchcharakter noch viel mehr ins Herz geschlossen?

Sonntag, 19. Juli 2015

Durchgelesen

Elias & Laia von Sabaa Tahir




Verlag: One
Seitenzahl: 507 Seiten
Format: Hardcover
Preis: 16,99 Euro
ISBN: 978-3-8466-0009-2
Altersempfehlung: Ab 14 Jahre
Band 1 einer Reihe








Inhalt: 

Als eines Tages vor der Haustür ihrer Großeltern eine Maske, ein Elitesoldat des Regimes, mit ihren Legionären auftaucht und das Zeichenheft von Laias Bruders Darin einfordert, ist klar, dass sich das Leben des 17-jährigen Mädchens von Grund auf ändern wird. Laia begreift, dass ihr Bruder nicht nur die Waffen der ungewollten Besucher gezeichnet, sondern auch ihre genaue Herstellung festgehalten hat. Die Soldaten fackeln nicht lange. Die Großeltern werden getötet, das Haus niedergebrannt. Dass Laia diesen Überfall überlebt, hat sie nur ihrem Bruder Darin zu verdanken, der die Soldaten ablenkt und ihr Zeit zur Flucht verleiht. Laia kämpft mit ihrem Gewissen, ob sie den Bruder in den Händen des Feindes zurücklassen oder ihm zur Hilfe eilen soll. Darin jedoch fordert sie auf, zu gehen und Laia flieht schweren Herzens. Sie weiß jedoch, dass sie Darin retten muss. Doch ohne Hilfe von außen, das wird Laia bald klar, wird sie dieses Unterfangen nicht bewerkstelligen können. So sucht sie die Hilfe der Rebellen, die einst für ihre Eltern gekämpft haben. Doch der Widerstands verlangt seinen Preis. Laia soll als verdeckte Spionin in den Dienst der Kommandantin von Schwarzkliff treten. Dieses Unterfangen fordert von dem ängstlichen Mädchen einen Mut, den sie bislang nie besessen hat. Die Gefahr entdeckt zu werden, ist bald Laias kleinstes Problem, denn die Kommandantin ist für ihre Taten gefürchtet und die Masken,das ist klar, werden nicht zögern, eine schöne Sklavin zu vergewaltigen, wenn ihnen der Sinn danach steht.

Das Leben als Maske ist streng und wird ständig überwacht. Eine Maske muss töten, sie hat keine Zeit für Gefühle und unterwirft sich einer immerwährenden Pflicht gegenüber dem Imperium. Elias ist eine Maske und er will fliehen. Kurz vor der Ernennungsfeier ist ein guter Zeitpunkt, doch ein Augur lauert ihm auf und sagt ihm die Zukunft voraus. Entweder Elias setzt seinen Plan um und wird fortan immer auf der Flucht sein oder er bleibt und tut seine Pflicht. In letzterem Fall wird das Band zwischen Elias und dem Imperium reißen und Elias wird das erlangen, was er sich so sehnsüchtig wünscht: Er wird wahrhaft frei sein.
Elias entscheidet sich schweren Herzens dafür, die Fahnenflucht aufzugeben und in Schwarzkliff zu bleiben. Er will für seine Freiheit kämpfen. Doch dieser Kampf wird Opfer fordern.


Die Welt:

Sabaa Tahir baut eine Welt auf, in der ein hartes Regime für Unterdrückung sorgt. Dass gemeine Volk darf weder Eigentum besitzen noch lesen lernen. Das geringste Verbrechen zieht eine Versklavung nach sich.

Doch auch das Leben als einer der Elitekämpfer des Imperiums ist nicht einfach. Die strengen Regeln müssen auch von ihnen befolgt werden. Trägt ein Soldat zum Beispiel nicht seine Maske, so hat er allein für dieses kleine Vergehen mit einer Bestrafung durch Peitschenhiebe zu rechnen.

Eine Ausbildung als Maske beinhaltet eine erste Prüfung mit elf Jahren. Hier wird der Schüler ohne Kleidung, Nahrung und Waffen in einen der unzivilisierten Bezirke außerhalb von Schwarzkliff ausgeschickt. Vier Jahre lang muss er sich durchschlagen. Wer zurückkehrt bekommt eine Maske. Vier Jahre als Kadett und zwei Jahre als Totenkopf schließen sich an. Erst dann erfolgt die offizielle Ernennung.


Die wichtigsten Charaktere:

Laia lebt in der Obhut ihrer Großeltern und unter dem Schutz ihres starken Bruders Darin. Als ihre Welt in Stücke fällt, muss sie ihrer ängstlichen Veranlagung zuwider handeln. Laia durchlebt in diesem Roman die wohl stärkste charakterliche Veränderung von allen.

Elias besitzt als Maske eine starke Selbstdisziplin, einen gnadenlosen Instinkt und ist sehr schnell. Als einziger seiner Kameraden ist er noch in der Lage, seine Maske von seinem Gesicht zu trennen. Bei allen anderen ist sie bereits mit der Haut verwachsen.

Helena ist Elias beste Freundin. Die beiden verbindet eine verfestigte Routine, sie verstehen sich wortlos und sind immer für den anderen da. Helenas Stärke, ihr Vertrauen und ihre Treue sind unerschütterlich.

Kinan ist Laias Verbindungsmann zu den Rebellen. Stellenweise wirkt er unnahbar, in Wahrheit ist er ein gutherziger Mensch, der in Laia seine Seelengefährtin erkennt.

Die Kommandantin handelt rücksichtslos. Wer ihren Regeln nicht folgt, bekommt ihre Peitsche zu spüren. Als Sklavin im Dienste der Kommandantin darf man sich nie in Sicherheit wiegen. Der kleinste Regelverstoß kann bei ihr mit einem verlorenen Auge oder gar einem qualvollen Tod enden. Auch ihrem Sohn Elias gegenüber kennt sie kein Erbarmen. Kurz nach der Geburt hat sie ihren Jungen in der Stammeswüste ausgesetzt. Nie hätte sie damit gerechnet, dass die Auguren ihn nach Schwarzkliff zurückbringen. Mutter und Sohn verbinden Jahre des Schweigens und ein unversöhnlicher Hass.


Schreibstil:

Sabaa Tahir beginnt ihren düsteren und zuweilen erbarmungslosen Roman in einer gut durchdachten Welt. Es dauert vielleicht ein wenig, bis dem Leser der Einstieg gelingt, da die Autorin mit vielen Personen und Figuren arbeitet. Es gibt Masken, Rebellen, Matriale, einen Imperator, Auguren und einen Blutgreif.
Hat sich der Leser erst einmal in der Welt eingefunden, wird er mit einem perfekt ausgearbeiteten Handlungsstrang, bildgewaltigen Metaphern, starken Charakteren und sehr spannenden Sequenzen belohnt. Mit hartem und erbarmungslosem Ton erzählt die Autorin eine Geschichte, in der sie ihre Helden an ihre Grenzen treibt und mit einem Funken Hoffnung belohnt.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Elias und Laia erzählt. Diese Vorgehensweise geht die Autorin sehr geschickt an, so dass der Leser stellenweise ein und dasselbe Szenario aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten und verstehen kann.

Das erste Treffen zwischen Elias und Laia wird aus Sicht von Elias sehr intensiv und verstörend beschrieben. Wenn Elias den Trotz in den Augen einer Sklavin seiner Mutter erkennt und Bewunderung dafür empfindet, dass das junge Mädchen noch nicht gebrochen wurde, wenn er sich selbst in Laia sieht und beschließt sie zu beschützen, obwohl er weiß, dass dieses Vorgehen für beide schreckliche Konsequenzen haben wird, ist die emotionale Spannung für den Leser nur zu deutlich spürbar.

Die Autorin versteht mit Worten umzugehen. Die Geschichte ist nie langatmig oder gefühllos.


Fazit:

Sabaa Tahir treibt ihre Charaktere bis an deren Grenzen. Sie entfaltet in ihrem Roman eine unglaubliche Sogkraft und Spannung und überzeugt mit einem gut durchdachten Handlungsstrang.
Auch, wenn ein Glossar für den Einstieg durchaus wünschenswert gewesen wäre, gelingt es dem Leser auch so in das Geschehen hineinzufinden. Er wird schon bald mit Laia um ihrem Bruder und mit Elias um seine Freiheit kämpfen. Er wird mit den Charakteren hoffen, lieben und leiden.
Elias & Laia ist ein Buch, was auf voller Länge zu überzeugen weiß. Absolute Leseempfehlung!


Buchzitate:

Ja, wir werden frei sein. Frei, zu vergewaltigen und zu töten und dem Imperator zu huldigen. Seltsam, dass das so gar nicht nach Freiheit schmeckt.
(Elias Gedanken betreffend seiner Zukunft als Maske)

Diese Hexe kann einfach nicht aufhören ihre Mädchen umzubringen. Sie hat ein Gemüt wie eine Viper.
(Über die Kommandantin)

Als er verstummt, ist es, als wäre ein warmer, goldener Schleier über dem Raum gelüftet worden. Er hat das Talent einer Kehanni, Geschichten zu erzählen.
(Laia über Elias)

Aber das ist Helena: Ihr Vertrauen ist unerschütterlich. Ihre Treue. Ihre Stärke.

Ich fahre mit dem Finger durch die Luft, voller Faszination für den Staub, der im sanften Mondlicht herumwirbelt.

Der Bursche wirft den Kopf zurück und lacht, ein Lachen, das sanft und wild perlt, wie Wüstenregen.




Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Liebe:





Charaktere:






Handlungsstrang:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket:




Donnerstag, 16. Juli 2015

Und was gibt's dazu?

Elias & Laia und Kebab vom Spieß


Elias & Laia ist ein Buch, mit dem ich schon seit dem Erscheinungstag geliebäugelt habe. Nicht nur das Cover, sondern auch die folgenden positiven Rezensionen haben mich sehr angesprochen. Ich hörte bereits davon, dass der Inhalt brutal sein sollte, dass es beispielsweise darin Kämpfer gäbe, die eine Maske tragen, die mit der Haut verwächst. Der Schreibstil, so las ich, wäre ähnlich ernst und düster wie in dem Roman „Die Rote Königin“. Ein Buch, was eines meiner Lesehighlights in diesem Jahr war. Kurzum: Ich musste Elias & Laia haben.

Die ersten Seiten lasen sich sehr gut, auch wenn ich einen Moment brauchte, um in die Welt zu gelangen.
Die Hauptcharakterin ist mit ihrer ängstlichen Art alles andere als eine geborene Heldin. Durch den Tod ihrer Großeltern und die Gefangennahme ihres Bruders jedoch wird sie in die Geschichte hineingezogen und dazu gezwungen, Mut zu entwickeln.
Elias hingegen ist ein recht starker und selbstbewusster Charakter. Als Maske muss er sich den strengen Regeln der Kämpfer unterwerfen. Wer sich dem Regime widersetzt, wird ausgepeitscht und muss im schlimmsten Fall sogar mit dem Tod rechnen.

Noch am Anfang des Buches dürfen wir die beiden Charaktere dabei beobachten, wie sich ihr Leben gravierend verändert. Elias erlebt hier seine Ernennungsfeier als Maske. Die Stimmung ist ausgelassen und es gibt Kebab vom Spieß.

Bei 512 Seiten Lektüre bekommt man erfahrungsgemäß irgendwann Hunger. Ich empfehle als ideale Lesebegleitung zu diesem Buch ein knuspriges Fladenbrot gefüllt mit Gyros und knackigem Salat.




Was braucht ihr dafür?

Gyros fertig gewürzt
½ Fladenbrot
Schafskäse in kleine Vierecke geschnitten
½ Gurke
½ Avocado
1 handvoll Rucola oder Feldsalat (oder einer Mischung aus beidem)
200 g Rahmjoghurt
1 Knoblauchzehe
Salz & Pfeffer
3 Zweige Pfefferminze


Und was macht ihr jetzt damit?

Gib das Fladenbrot bei 180 Grad Umluft für 10 Minuten in den Ofen, damit es schön knusprig ist.
Währenddessen brätst du das Gyros in der Pfanne an. Die Gurke und die Avocado schälen und in Scheiben schneiden.

Für das Dressing gibst du den Rahmjoghurt mit dem fein zerhackten Knoblauch und der ebenfalls kleingeschnittenen Pfefferminze in eine Schale. Gib etwas Pfeffer und Salz hinzu. Nun alles schön verrühren.

Schneide das Fladenbrot in der Mitte auf, so dass du eine Tasche hast. Bestreiche die Innenseite mit dem Joghurtdressing. Jetzt gibst du immer abwechselnd erst Schafskäse und Gyros, dann Gurke und Avocado und letztlich Salat hinein. Wiederhole diesen Vorgang, bis dein Fladenbrot richtig gut gefüllt ist.
Nun nur noch alles auf einem Teller anrichten und dann zusammen mit Elias & Laia in der Kuschelecke gemütlich machen.

Sonntag, 12. Juli 2015

Tanja & Tanja lesen gemeinsam




Es ist wieder soweit: Tanja (Weinlachgummi) und ich haben uns zusammengesetzt, um ein gemeinsames Lesehighlight zu besprechen. Dieses Mal hinterfragen wir Elias & Laia. 
Wir wünschen euch viel Spaß mit dem folgenden Artikel zu dem Buch.



Wie bist du auf das Buch gekommen?

Auf die meisten Bücher werde ich über Lovelybooks aufmerksam, weil ich mir dort immer gerne die neuesten Rezensionen anschaue. So auch auf Elias und Laia. Kurz danach hat mich auch die Buchhändlerin meines Vertrauens darauf angesprochen, dass gerade dieses wirklich gute Werk in die Regale ihres Ladens Einzug erhalten hat.

Auf das Buch konnte man schlecht nicht aufmerksam werden, es war überall. Doch das Cover hat mich stark abgeschreckt, aber die Rezi von Steffi hat mich dann so neugierig gemacht, dass ich es lesen wollte.....


Mein Lieblingscharakter: 

Elias. Ich liebe seine unerschrockene Art, die Stärke, die er ausstrahlt und seinen ständigen Drang die Menschen, die er liebt beschützen zu wollen. Elias ist definitiv jemand, von dem ich mich auch gerne retten lassen würde :o)

Auch bei mir ist es Elias. Er war mir gleich sympathisch. Außerdem finde ich es bewundernswert, dass trotz der Lebensumstände ein so guter Mensch aus ihm wurde


Welchen Charakter fandest du am nervigsten?
 
Nervig trifft es nicht ganz. Marcus mag ich von allen Charakteren am wenigsten. Sein Bedürfnis Frauen seinem Willen zu unterwerfen, seine abartige Bösartigkeit und die Tatsache, wie er im Laufe des Geschehens mit seinem Bruder verfährt sind mir absolut zuwider.
Vielleicht hätte man meinen können, dass auch die Kommandantin als Antwort unter dieser Frage auftaucht. Ich muss jedoch sagen, dass mir die Kommandantin, trotz ihrer schrecklich grausamen Art fast schon wieder gefällt. Sie ist schlau, skrupellos und durch und durch böse. Meines Erachtens ein perfekter Antagonist.

Nervig ? Ganz klar Laia, sie hat mich gut die ersten 100 Seiten ziemlich stark genervt. Sie hat ein schweres Los, aber immer diese Selbstzweifel gingen mir auf die Nerven.Wen ich am wenigsten mochte, da ist die Antwort ganz klar Marcus dicht gefolgt von der Kommandantin.


Wie fandest du den Weltenentwurf?

Der Weltenentwurf gefiel mir sehr gut. Die Autorin hat alles sehr gut durchdacht. Jeder in diesem Roman trägt eine wichtige und gravierende Rolle. Seien es die Auguren, die Masken, der Imperator, der Blutgreif, die Rebellen oder die angeblichen Fabelwesen. Ich finde es spannend, wie die Ausbildung zur Maske verläuft, ebenso, wie das ganze System aufgebaut ist.
Die Angst und der Schrecken, der über allem liegt ist hier sehr gut beschrieben.
So gibt es z. B. ein Mondfest, bei dem die Einwohner für eine Nacht frei und hemmungslos voller Leidenschaft feiern können. Solange, bis plötzlich Soldaten auftauchen und wieder klar wird, wie stark das Leben doch durch das strenge Regime beeinflusst wird.

Super. Mir hat das Setting sehr gefallen, Fantasy Dystopie in der Wüste. Auch die Fantasywesen, die nicht so geläufig sind fand ich toll. Und der Aufbau bzw. wie alles durchdacht ist konnte mich auch überzeugen. Ich hoffe in Band 2 wird da noch näher drauf eingegangen.



Hatte der Roman genug Spannung für dich:

Absolut. Nicht nur die allgegenwärtige Spannung, die durch das Regime und die Kommandantin erzeugt wird sondern auch die Tatsache, dass die Charaktere Opfer bringen müssen und an ihre Grenzen getrieben werden, lässt auf keiner Seite Langeweile aufkommen.

Ja definitiv. Besonders die "Aufgaben" fand ich sehr spannend und wie es Laia und Elias allgemein ergeht. Die Brutalität und Grausamkeit hat für mich auch zu dieser Spannung beigetragen.



Was gefiel dir?

Der ganze Roman sagte mir mehr als nur zu. Mir gefiel die extreme Wandlung, die Laia als Charakter durchmacht, die durchgehende Spannung und der ernste und nie verklärt wirkende Ton, mit dem die Autorin ihre Welt beschreibt.

So gut wie alles. Die ganze Geschichte hat mich richtig umgehauen.


Was gefiel dir weniger?

Ich hätte mir in diesem Roman ein Glossar gewünscht, damit der Leser gegebenenfalls Namen nachschlagen und auch eine schnelle Definition für die Rolle des Imperators, des Blutgreifs, der Auguren etc. nachblättern kann.

Die Karte wurde leider weggelassen, was ich schade finde.
 

Wie fandest du die Liebesromanze in dem Roman?

Bei der Liebesgeschichte konnte man sich nie so ganz sicher sein, wie sie endet. Laia und Elias haben gleichermaßen nicht nur eine Person, die ihnen im Leben sehr wichtig ist. Freundschaft spielt hier eine mindestens genauso wichtige Rolle, wie Zuneigung. Ich habe gezittert und gebangt, dass die Charaktere einen Weg zueinander finden. Ob ich enttäuscht wurde oder nicht, will ich an dieser Stelle mal offen lassen. 

Ich fand es gut, dass sie so dezent war. Leider verlief sie nicht so wie ich gehofft habe, mehr verrate ich aber nicht ;)


Und der Schreibstil an sich?

Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Eine ähnlich schonungslose und fast schon düstere Erzählweise habe ich zuletzt bei „Die Rote Königin“ gelesen. Dieses Buch schaffte es zu einem meiner Lesehighlights in diesem Jahr zu werden. „Elias & Laia“ konnte hier absolut mithalten. Ein schönes Special waren für mich die zauberhaften Metaphern, die die Autorin verwendet und mich manchmal ein wenig an 1001 Nacht erinnerten.

Kann nichts an ihm aussetzen. Die Autorin konnte mich mit ihren Worten fesseln und hat ein tolles Kopfkino bei mir entstehen lassen.


Das beste Zitat aus dem Buch: 
 
Ich kann mich nur wirklich schwer für ein einziges Zitat entscheiden. Es gab mindestens drei, die ich gleich gut fand. Nehmen wir mal das folgende:
Laia ist der wilde Tanz um das Feuer der Stammesleute, Helena das kalte Blau der Flamme des Alchimisten.
(Elias über Laia und Helena)

Ich habe auch mehrere, die mir sehr gut gefallen haben ( s.h Rezi)
 Dich zu lieben ist das Schlimmste, was mit jemals passiert ist - schlimmer als die Peitschenhiebe der Kommandantin....Es ist Folter, Elias...   Seite 374


Welche der vier Prüfungen, die Elias im Namen der Auguren für die Wahl des Imperators und des Blutgreifs bestreiten muss, hat dich am meisten bewegt?

Die dritte Prüfung, die der Stärke. Ich fand es heftig zu beobachten, wie Elias mit sich selbst kämpfen musste, wie sehr er in einen Zwiespalt gerät und dann eine für ihn folgenschwere Entscheidung trifft.

Auch ich fand die 3 am schlimmsten, besonders da sie so ausweglos war. Und doch frage ich mich, hätte man die Aufgabe nicht anders lösen können,.....


Wenn du mit einem der Charaktere tauschen müsstest, mit wem würdest du lieber tauschen: Elias oder Laia?

Definitiv Laia. Zwar hätte ich dann die Kommandantin am Hals, aber ich dürfte dann Elias näher kennenlernen. Das wäre es mir wert :o))

Die Frage finde ich sehr schwer, beide haben es nicht leicht. Ich würde wohl auch Laia nehmen, da ich wohl kaum als Elias bestehen könnte, ohne dabei drauf zu gehen.......




Und nun unsere Frage an euch:
Mit wem würdet ihr am ehesten tauschen wollen: Mit Elias oder mit Laia?