Freitag, 21. September 2018

Durchgelesen: Wicker King

Rezension zu Wicker King von Kayla Ancrum


Verlag: dtv (Werbung gem. TMG)
Seitenzahl: 320
Format: Hardcover
Preis: 16,95 Euro
Übersetzer: Uwe-Michael Gutzschhahn
Altersempfehlung des Verlages: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-423-76233-5
Abgeschlossene Erzählung






Inhalt:

August und Jack sind beste Freunde. In jeder noch so schlimmen Situation sind sie füreinander da. Als sich Jack immer mehr zu verändern scheint und langsam aus dem Realistischen ins Übernatürliche abgleitet, ist es August, der seinem Freund Gehör schenkt, der ihm verspricht, dass er ihm helfen wird, die ominösen Aufgaben zu lösen, von denen er jetzt ständig spricht.
Was anfangs wie ein Spiel erscheint, wird nach und nach zu einem gefährlichen Unterfangen.
August, dem Erfahrungen wie Ohnmacht und Hilflosigkeit fremd sind, merkt dass er langsam die Kontrolle verliert. Doch für ihn steht fest, dass er Jack niemals im Stich lassen wird, egal, welches Opfer er letztlich dafür erbringen muss.



Im Detail:

Sowohl Jack, als auch August wachsen in einem Umfeld auf, in dem die Erziehungsberechtigten ihre Vorbildfunktion stark vernachlässigen. August Mutter leidet unter einer schweren Depression. August ist daher schon früh daran gewöhnt, Verantwortung zu übernehmen.
Jacks Eltern wiederum sind nur selten zu Hause. Nicht mal an Weihnachten oder zum Geburtstag melden sie sich bei ihm.

Kein Wunder also, dass Jack eine Form von Eskapismus sucht. In ihm wächst der Wunsch, dem eigenen Alltag zu entfliehen. August hingegen, der es bereits gewohnt ist sich allen Aufgaben gewachsen zu zeigen, nimmt sich seinem besten Freund an. Er kümmert und sorgt sich um ihn.

Bald schon sind es die Freunde, die August raten, sich Hilfe von dritter Seite zu suchen. Doch Jack möchte nicht, dass jemand anderes von seinen Gedanken/von seiner Parallelwelt erfährt. Da August seinen Freund über alles liebt und alles für ihn tun würde, spielt er mit und begibt sich dabei auf einen sehr schmalen Grad. Am Ende ist es kein Spiel mehr, das beide spielen, sondern bitterer Ernst.

Kayla Ancrum hat mit Wicker King ein Buch geschrieben, das allein schon von der Aufmachung her ins Auge fällt. Der Leser findet im Innenteil Bilder, Fotos, Playlisten, Protokolle, Notizzettel und vieles mehr.

Dennoch fiel mir der Start in die Geschichte schwer. Das lag vermutlich einerseits an den kurzen Kapiteln, die im Durchschnitt eine Seite lang waren, andererseits aber auch an dem Schreibstil der Autorin. Lange Zeit war ich mir nicht sicher, wohin die Geschichte eigentlich gehen soll. Durch die schnellen Szenenwechsel hatte ich das Gefühl, immer wieder aus der Situation herausgerissen zu werden. Auch hatte ich das Gefühl, dass Kayla Ancrum mit einigen künstlerischen Kniffen einen besonderen Flair in die Geschichte einbauen wollte.

Hier lohnt es sich jedoch Geduld zu zeigen. Nach und nach entwickelt die Autorin eine Geschichte, der es gelingt, auf sanfte Weise eine tiefere Botschaft zu vermitteln. Auch empfand ich die Freundschaft zwischen Jack und August als etwas ganz besonderes. Ihre intensive Bindung zueinander, die Bereitschaft bedingungsloser Ehrlichkeit und Treue, gefiel mir sehr.



Fazit:

Wicker King ist schon ein Eyecatcher, wenn man im Buchladen darin herumblättert. Aber auch die Geschichte selbst braucht sich nicht zu verstecken. Der Leser wird in diesem Buch mit zwei Jungen vertraut gemacht, die sehr früh in ihrem Leben Verantwortung übernehmen mussten.
Die gegenseitige Wertschätzung, das gegenseitige Vertrauen, das Gewissen und die Redlichkeit
von August und Jack gefielen mir hier sehr.

Als gewöhnungsbedürftig empfand ich die sehr kurzen Kapitelabschnitte und eine anfangs schwer durchschaubare Storyline. Der Roman ist äußerst kunstvoll konstruiert, wirkt manchmal aber artifiziell.

Kann man darüber hinwegsehen, wird man Wicker King so viel Persönliches, Amüsantes und Lehrreiches entnehmen.



Buchzitate:

„Aber das Beste zu geben, reicht manchmal nicht“, sagte sie dann ein bisschen weniger heftig. „Manchmal muss man einfach aufhören und andere ihr Bestes geben lassen. Um selbst zu überleben.“



Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Liebe:






Charaktere:






Handlungsstrang:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket:


Kommentare:

  1. Hey liebe Tanja,

    ich finde es immer noch schade, dass du Wicker King nicht so toll fandest wie ich. Zwar hatte ich auch die Anfangsschwierigkeiten, aber bei mir hat sich dann ja irgendwann der Lesesog eingestellt. Und interessant finde ich immer noch, dass wir zwar beide Anfangsschwierigkeiten hatten, aber aus anderen Gründen.

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Hallo Sandra,

      ich finde auch, dass die Geschichte über die Seiten hinweg an Fahrt aufgenommen hat. Auch mir gefiel das Ende sehr.

      Ich glaube eine großes Problem war, dass ich anfangs gar nicht wusste, wohin die Geschichte überhaupt gehen soll. Aber auch der künstlerische Touch (gerade in Bezug auf die nicht greifbare Fantasywelt) bereitete mir Schwierigkeiten.

      Was die Freundschaft der beiden Protagonisten angeht, so gefiel mir diese sehr. Gerade die Art, wie sich die Gefühle der beiden für einander gezeigt haben, war erfrischend anders und für mich, als Leserin, auch spürbar.

      Die Aufmachung war natürlich auch richtig genial. Hier hat mich der "künstlerische" Part total abgeholt.

      Du siehst: Ich war bei diesem Buch meinungstechnisch zwiegespalten.

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

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  2. Hallo Tanja,

    danke, dass du mir über das Buch berichtet hast. Habe mir gerade auch Sandra´s Rezi durchgelesen und was den Beginn des Buches betrifft, decken sich eure Meinungen. Zwar finde ich die in dieser Geschichte enthaltenen Botschaften wichtig und trotzdem reizt mich das Buch nicht wirklich. Allerdings finde ich 3 Punkte jetzt als keine schlechte Bewertung.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Hallo Uwe,

      die Geschichte hatte durchaus auch positive Kritikpunkte.

      Die Bindung der beiden Protagonisten zueinander, die Aufmachung, aber auch das Ende gehörten definitiv dazu.

      Gerade der Anfang gestaltete sich für mich jedoch schwierig. Auch manche Kunstgriffe waren mir zu viel. Die Fantasywelt war für mich z.B. nicht greifbar. Die kurzen Kapitel haben mir gerade zum Anfang das Lesen schwer gemacht.

      Ich verstehe gut, was Leser daran mögen und ich verstehe genauso gut was man hier kritisieren kann.

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

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  3. Hey Tanja,

    eine sehr schöne Rezi von dir. :) Bei dem Buch bin ich noch total unschlüssig, ob ich es mir kaufen sollte. Ich glaube es ist nichts für mich. Zumindest spricht es mich nicht so richtig an.

    Liebe Grüße

    Sunny

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    1. Hallo Sunny,

      ich glaube bei Wicker King gehen die Meinungen auch auseinander. Ich finde die Aufmachung ist auf jeden Fall ein Highlight. Gerade zum Anfang war es für mich schwer in die Geschichte hereinzukommen. Das Ende hingegen bewegt und wartet auch mit einer schönen Botschaft auf den Leser. Da ich deinen Lesegeschmack noch nicht ganz so gut kenne, fällt es mir gerade ein wenig schwer zu sagen, ob es was für dich sein könnte oder nicht. Vielleicht kannst du ja auch einen Blick in die Leseprobe werfen oder mal ein wenig in deiner Buchhandlung darin blättern? Das könnte dir vielleicht auch ein wenig bei der Entscheidungsfindung helfen :o)

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

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  4. Hallo Tanja,

    geht es bei Wicker King mehr in eine realistische Richtung oder gibt es auch fantastische Einflüsse?

    Jedenfalls klingt deine Rezension sehr mystisch und spannend.
    Liebe Grüße Cindy

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    1. Huhu Cindy,

      oh, das ist eine schwierige Frage, wenn man nicht spoilern möchte. Also es gibt fantastische Elemente darin, aber es ist schon eine "realistische" Geschichte.

      Ich muss jedoch sagen, dass mich die Fantasyelemente in diesem Buch nicht so abgeholt haben. Aber ich glaube auch fast, dass der Fokus da auch gar nicht so sehr drauf liegen sollte.

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

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