Donnerstag, 24. Oktober 2019

Durchgelesen: Glück für alle Felle

Rezension zu Glück für alle Felle von Meg Rosoff


Verlag: KJB - Fischerverlage (Werbung gem. TMG)
Seitenzahl: 144
Format: Hardcover
Preis: 9,99 Euro
Übersetzer: Brigitte Jakobeit
Illustriert von Anke Faust
ISBN: 978-3-7336-5175-6
Altersempfehlung des Verlages: Ab 8 Jahren
Band 1







Inhalt:

Auf Mama Peacheys Ankündigung, dass sie ihren Job als Mutter an den Nagel hängen möchte, reagiert der Rest der Familie mit Begeisterung. Keine Vorschriften mehr, kein Gemecker, wenn etwas anders läuft als geplant, und morgens solange schlafen wie man möchte. Das klingt doch fabelhaft. Schon nach wenigen Tagen müssen Ava, Olli und Papa allerdings feststellen, was die jüngste Tochter der Familie, Betty, schon längst geahnt hat: Ohne Mama drohen Kontrollverlust und Anarchie.

Bald schon türmen sich Berge an Schmutzwäsche, der Abwasch wird nicht mehr gemacht und jeden Tag gibt es nur noch Pizza. Im Bad herrscht morgens heilloses Durcheinander. Betty weiß,dass irgendetwas passieren muss. Ein Hund muss her.

Die Familie, mit Ausnahme von Papa, spricht sich geschlossen für den Hund aus. Papa wird von den restlichen Peacheys überstimmt und muss mit ins Tierheim fahren. Jeder hat seine eigene Vorstellung vom perfekten Hund. Doch letztlich ist es wieder Betty, die eine Entscheidung trifft. Es soll die schweigsame und zurückhaltende Promenadenmischung namens Mister Tavish werden.

Mister Tavish bekommt ein selbstgenähtes Körbchen von Betty und den besten Platz unter der Treppe, von wo aus er alles beobachten kann. Und das tut das neue Familienmitglied auch - und zwar ausgiebig. Einen ganzen Tag lang analysiert Mister Tavish das Verhalten seiner neuen Familie. Schnell stellt er fest, dass die Peacheys dringend Hilfe nötig haben.



Im Detail:

Seitdem Mama Peachey ihren Job als Mutter gekündigt hat, läuft alles drunter und drüber. Mama lässt Papas schlechte Laune und das Chaos, das allmählich in der Wohnung Überhand zu nehmen droht, jedoch völlig kalt. Sie praktiziert ihre Yogaübungen, kocht sich gesundes Essen und plant sogar mit dem attraktivem und jungen neuen Yogalehrer Pradeep nach Indien zu gehen und ihr „spirituelles Ich“ zu erforschen. Als Papa von diesen Plänen hört, rastet er vollkommen aus.
Betty erkennt, dass ihre Familie dringend Hilfe benötigt. Mit Mister Tavish soll wieder Ordnung ins Haus einkehren.

Im ersten Moment empfand ich die Idee der Familie Peachey, sich einen Hund anzuschaffen, als ziemlich unüberlegt. Ein Hund braucht Pflege, jemanden, der sich um ihn kümmert und Aufmerksamkeit. Also all das, was die Familie Peachey zur Zeit scheinbar überhaupt nicht bieten kann. Ich war mir nicht sicher, ob das Buch hier nicht eine falsche Botschaft vermittelt. Nämlich die, dass man sich in Krisensituationen noch mehr Probleme auflädt, anstatt an Lösungen zu arbeiten.

Dieser Kritikpunkt schmälert den positiven Gesamteindruck jedoch kaum: Denn Mister Tavish stellt den Ruhepol dar, den die Familie so dringend benötigt. Gemeinsam mit dem jüngsten und auch klügsten Familienmitglied, der kleinen Betty, überlegt er sich einen Plan, wie die Familie noch geretten werden kann. Eigentlich benötigt die Familie nur einen kleinen Schubser in die richtige Richtung, ein paar Anregungen und ein klein wenig Hilfe von eben diesem klugen und ruhigen Mister Tavish.

Im Tierheim darf sich die Familie nicht einfach nur einen Hund aussuchen und diesen mit nach Hause nehmen. Zuerst muss noch ein Fragebogen ausgefüllt werden. Auch hierbei hebt sich Betty wieder durch ihre Intelligenz von ihrer Familie ab. Jüngere Leser/innen lernen hier ganz nebenbei, gemeinsam mit der Familie Peachey, dass ein Haustier auch Ansprüche stellt.

Im Anschluss an die Geschichte findet der geneigte Leser auch noch einmal eine übersichtliche Auflistung - kindgerecht formuliert - in der er erfährt, was ein Hund alles benötigt.

Ein weiteres schönes Special findet sich ebenfalls auf den letzten Seiten. Hier gibt es noch ein Rezept zum Nachkochen, das in der Geschichte eine wichtige Rolle spielt.

Außerdem erklärt die Autorin, wie die Romanfigur Mister Tavish entstanden ist.
Im Nachwort wird erwähnt, dass sämtliche Autorenhonorare der Wohltätigkeitsorganisation, „Blue Cross“, zur Verfügung gestellt werden. Bei Blue Cross handelt es sich um eine Organisation, die sich seit 1897 dafür einsetzt, herrenlosen, ungewollten, kranken und verletzten Haustieren ein glücklicheres Zuhause zu bieten.



Fazit:

Mütter sind Managerin, Putzfrau, Köchin, Taxifahrerin, Krankenschwester und Chauffeurin in einer Person. Ein Job, der so hart ist, dass er eigentlich öfter gekündigt werden müsste.
Glück für alle Felle“ ist die zauberhafte Geschichte einer chaotischen Familie, die von einem Tag auf den anderen ohne ihre Allrounderin alleine den Alltag bewältigen muss. Mit Mister Tavish zieht aber ein Mischlingsrüde in den Haushalt ein, der wieder für Ordnung sorgt.

Chaotische Familien waren schon immer bester Lesestoff. Ein bisschen verkorkst müssen die Verhältnisse sein, ungewöhnlich die Familiensituation.

Meg Rosoffs Buch ist kleinteilig, mit Herzenswärme und dem ihm eigenen Schalk.
Jüngere Leser werden sich von ihr angesprochen fühlen. Ältere aber auch. Eine absolute Leseempfehlung.



Buchzitate:

Angesichts der Tatsache, dass sie von vollkommen verschiedenen Arten abstammten, hatten Betty und Mister Tavish bemerkenswert ähnliche Gemüter. Sie sehnten sich beide nach Harmonie und Odnung. Und so wurden sie Verbündete.



Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Freundschaft und Zusammenhalt:






Charaktere:






Handlungsstrang:






Botschaft:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket:


Kommentare:

  1. Das klingt nach einem sehr süßen Kinderbuch! Das wäre so eine Geschchte gewesen, die mir damals auch total gefallen hätte. ;)

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    1. Hallo Christine,
      die Geschichte ist wirklich total süß. Ich kann dieses Buch wirklich nur weiterempfehlen. Von Meg Rosoff habe ich vor längerer Zeit auch schon mal ein Jugendbuch gelesen, was mich auch auf ganzer Linie überzeugt hat. Die Autorin hat wirklich ein Händchen für gute Geschichten.

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

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  2. Hallo Tanja,
    mein erster GEdanke war auch "Wenn man im Chaos versinkt, wieso holt man sich dann einen Hung?", aber insgesamt scheint dich das Buch ja dann trotzdem angesprochen zu haben :) Wenn man plötzlich Verantwortung übernehmen muss, dann sortieren sich vielleicht auch die anderen Pflichten im Haushalt wieder. Man sollte auf jeden Fall nicht unterschätzen, was Eltern im Haushalt so alles tun ;)LG Dana

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    1. Hallo liebe Dana,
      jaaa, der Gedanke, warum man sich einen Hund zulegt, wenn man sich gerade selbst im totalen Chaos befindet, liegt nahe. Ich finde die Autorin hat hier aber eine sehr schöne Geschichte um die Auflösung der Frage herum gesponnen. Mister Tavish hat einiges dazu beigetragen, dass die "Ordnung" wieder in die Familie einkehren durfte :o)

      Deinen Worten zum Thema "Pflichten von Eltern" kann ich nur zustimmen. Wobei in diesem Buch wirklich die Mutter der treibende Part war. Ich konnte verstehen, dass sie da irgendwann mal gesagt hat: So, ich nehme mir jetzt mal meine Auszeit.

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

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  3. Hallöchen Tanja,

    dieses Büchlein sehe ich heute zum ersten Mal. Auch ich hatte zunächst den Gedanken, dass ein neuer Hund in dem Chaos nur untergehen kann. Doch zum Glück ist dem ja nicht so und er hilft der ganzen Familie, was wirklich schön ist. Toll ist auch, dass gerade die Kleinste in der Familie so schlau und vernünftig ist.

    Liebe Grüße,
    Ally

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    1. Hallo Ally,
      ich kann dir "Ein Glück für alle Felle" nur ans Herz legen. Es ist eine zauberhafte, süße und zugleich auch humorvolle Geschichte. Es gibt auch kleine Zeichnungen am Kapitelanfang, die mir sehr gefallen haben.

      Ohja, ich war auch skeptisch, ob ein Hund der Familie helfen oder nicht eher schaden würde. Mister Tavish war ja auch ein sehr ruhiger und bedachter Charakter. Ich fand es sehr interessant die Wendung, die er der Familie gegeben hat, mitzuerleben.

      Betty war wirklich goldig und irgendwie hatte man das Gefühl, sie wäre die Person, die sich am erwachsensten von allen verhalten hat :o)

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

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  4. Hallo liebe Tanja,
    diese Rezension hört sich sehr interessant an und man merkt, dass Du Dich mit dem Buch gut amüsiert hast.
    Mich persönlich spricht diese Lektüre leider nicht so wirklich an. Ich glaube da fehlt mir im Moment etwas der Bezug.
    Aber hört sich nichtsdestotrotz nach einer guten Leseempfehlung an.
    Herzliche Grüße
    Andrea ♥

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    1. Hallo liebe Andrea,
      ich musste nun schon mehrfach feststellen, dass Kinderbücher oft richtig schön gemacht sind. Dieses Buch hat mir wieder einmal humorvolle und fesselnde Lesestunden beschert. Schade, dass ich dich mit der Rezension nicht so ganz überzeugen konnte.

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

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  5. Hallo Tanja,
    das ist eine wirklich sehr ausführliche Rezension. Aber das Buch ist auch wirklich super toll. Enkel fand es auch klasse, zumal wir ja auch seit Oktober wieder einen Hund im Haus haben. Boomer ist 61/2 Jahre und hat nun ein neues Zuhause bei uns gefunden. Die Kinder lieben ihn.
    Liebe Grüße Hanne

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    1. Hallo liebe Hanne,
      ich bin ganz deiner Meinung: Die Geschichte war wirklich unglaublich niedlich und sorgt für einige humorvolle und fesselnde Lesestunden.
      Boomer ist ja mal ein süßer Name. Ich freue mich, dass er bei euch einziehen durfte. Ich wünsche euch ganz viel Freude mit dem neuen Familienmitglied <3

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

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