Dienstag, 17. November 2020

Durchgelesen: Handlettering mit Procreate

Rezension zu Handlettering mit Procreate von Pavo "Djangonaut" Ivkovic

 

Verlag: mitp (Werbung gem. TMG)
Seitenzahl: 240
Format: Broschiert (19.2 x 1.5 x 25.9 cm)
Preis: 24,99 Euro
ISBN: 9783747501375
Homepage des Autors: www.djangonaut.de
Auf der Verlagsseite kannst du auch direkt einen Blick ins Buch werfen





Inhalt:


In „Handlettering mit Procreate“ widmet sich der Autor, wie der Buchtitel bereits verrät, dem digitalen Lettering mit der Software Procreate. In der Einleitung entwickelt der Herausgeber unter ausführlichem Rekurs auf das Grafikprogramm und das Thema Handlettering Grundwissen.

Back to the basics erklärt der Autor das Programm Procreate. Er beginnt bereits bei der Galerie, verrät, wie man über Gestensteuerung aber auch mit dem „Pencil“ verschiedene Funktionen abrufen und sinnvoll verwenden kann. Anfänger werden hier mit den Basics vertraut gemacht, aber auch fortgeschrittenere Nutzer der Software erhalten wertvolle Tipps. Welchen DPI-Wert sollte man bei der Leinwandgestaltung eingeben, welcher Farbraum eignet sich am besten für das gewünschte Druckergebnis und in welches Format soll man sein Bild letztlich exportieren?

Nach den Erläuterungen zur Leinwand und Galerie widmet sich Pavo Ivkovic den einzelnen Funktionen der Bedienoberfläche. Hierbei lässt er nichts aus. Jede einzelne Funktion wird so vorgestellt, dass der Leser sich ein Bild davon machen kann, was man darunter versteht und wie man dieses Hilfsmittel/diese Schaltfläche gewinnbringend nutzen kann.

Schon bei der Erläuterung der Grundlagen arbeitet der Autor mit kleinen Beispielen. Anhand von Bildern erkennt man schnell, wie man sein Lettering z.B. mit Bewegungsunschärfe, Perspektiver Unschärfe, Gauß'scher Unschärfe oder Rauschen zu einem wahren Hingucker machen kann.

Zu den zahlreichen Features von Procreate gehört unter anderem die Zeichenhilfe. Mit ihrer Hilfe kann man u.a.. optisch sehr ansprechende 3D-Letterings ins Werk setzen. Ein spiegelverkehrtes Lettering, ein hübsches Buchstaben-Mandala - all das und noch viel mehr lässt sich mit diesem Feature spielend leicht umsetzen.

Ein weiteres Kapitel des Buches beschäftigt sich mit den Ebenen. Wann sollte man die Funktion Maskieren verwenden, wofür ist die Alphasperre gut, was bedeutet Clipping-Maske? All diese Begriffe erläutert der Autor. Immer wieder gibt es hier bebilderte Beispiele, anhand derer der Leser üben und das Gelesene somit sogleich in der Praxis vertiefen kann. Mann kann seinen Ebenen auch noch einen Effekt verleihen. Auch hier kann der Leser anhand von Beispielen sehr schnell erkennen, welchen Unterschied die Aktivierung der Schaltfläche „farbig nachbelichten“ oder „negativ multiplizieren“ doch ausmacht.

Einen genauen Blick wirft Pavo Ivkovic in seinem Kapitel, „Die Pinsel“, auf die vielen verschiedenen Funktionen des Pinselstudios. Als kleines Feature gibt es im zweiten Teil des Buches auch Vorlagen für einen einfachen Brush Pen, einen Color Dynamic Brush Pen und einen Watercolor Brush Pen.

Ein weiteres Kapitel des Buches widmet sich dem Thema Farben. Neben den Möglichkeiten, die Procreate bietet, um eine stimmige Farbwahl für sein Bild zu finden, bietet der Autor auch einen kleinen Ausflug in das Thema Farbenlehre. Der Autor stellt hier unter anderem die Frage, welcher Grund hinter der Farbwahl von Firmenlogos stecken könnte.

Ein gutes Lettering besteht aus einigen Elementen. Beispielsweise aus einem stimmigen Layout. Wie platziere ich das Bild am besten? Welches Wort sollte man besonders hervorheben? Welcher Stil passt zu meinem Text und was mache ich mit Weißräumen? Auch diese Themen greift der Autor in seinem Buch auf. Eine weiterer Clou ist eine Anleitung zum Zeichnen verschiedener Banner.

Mit einem Schatten bekommt dein Lettering noch das gewisse Etwas verliehen. Es gibt so viele Möglichkeiten einen Schatten zu platzieren. Nutze z.B. einen überlappenden Schatten, einen Banderolen-Schatten oder den Effekt „langer Schatten“. Mit Farbverläufen sowohl innerhalb der Buchstaben oder auch im Hintergrund, Lichthighlights oder einem Foto innerhalb des Wortes, kann man sein Lettering sehr effektiv in Szene setzen.

Im zweiten Teil des Buches findet der Leser dann einige sehr eindrucksvolle Bilder, die er anhand ausführlicher Tutorials spielend leicht nachmachen kann. Auch hier ist die Lernkurve sehr steil. Denn die einzelnen Elemente lassen sich auf beliebige eigene Werke in verschiedenen Abwandlungen anwenden.

Dann verrät der Autor, wie man eigene Alphabete erstellen und Vorlagen nutzen kann. Erstelle dir z.B. eine Letteringvorlage, auf der du das Zeichnen von Buchstaben üben kannst.

Nächster Halt: Was musst du beachten, wenn du dein eigenes Lettering in den Druck z.B. für ein schönes T-Shirt-Geschenk oder eine selbstgestaltete Tasse geben möchtest? Auch eine Anleitung zum Animieren deiner Letterings enthält das Buch.

Zu guter Letzt präsentiert das Buch einige Motivations-Kicks und wendet sich dem Thema Vektorisieren zu.

© mitp-Verlag

Eigene Meinung:


Neben der Leinwand wird dem Leser auch die Bedienoberfläche des Programms genau erklärt.

Das kleinteilig gegliederte Werk überspringt keinen einzelnen Punkt, sondern erläutert geduldig nach und nach jedes einzelne Element.

Procreate hält für seine Nutzer viele Features bereit. Oft nutzt man nur eine handvoll davon. Pavo Ivkovic vermittelt mit seinem detaillierten und informativen Erläuterungen, warum es sich lohnt beispielsweise auch mal einen genaueren Blick auf die einzelnen Einstellungen für die Pinselerstellung oder die Funktionen der Zeichenhilfe zu werfen. Dieses Buch ist keines, das man zügig und in einem Rutsch lesen kann. Es will immer wieder zur Hand genommen werden. Nach und nach werden die Tipps des Autors dabei helfen, noch sicherer mit dem Programm zu werden. Die vielen Hilfsmittel, die Procreate bietet, können helfen, spielend leicht grandiose Bilder ins Werk zu setzen. Ein Lernprozess, der sich, schaut man sich die Werke des Autors an, durchaus auszahlen kann.

Pavo Ivkovic vermittelt hier nicht nur an Anfänger wertvolle Tipps. Auch fortgeschrittene Nutzer des Programms Procreate kommen voll auf ihre Kosten.

Handlettering mit Procreate liefert so viele Informationen, dass sich Anfänger vielleicht im ersten Moment davon erschlagen fühlen werden. Gerade diese detaillierte Aufschlüsselung bietet aber auch so viele Möglichkeiten. Neben Tutorials und Erläuterungen der einzelnen Bedienelemente und ihrer Funktionen wagt Pavo Ivkovic auch kleine Ausflüge z.B. in die Farbenlehre, den Aufbau der Buchstaben und die Layoutgestaltung eines Letterings. Als Feature gibt es Anleitungen für drei sehr interessante Pinsel und sogar eine zum Watercolor Brush Pen passende Papiervorlage. So kann der Zeichner auch gleich mit einem eigenen digitalen Watercolorlettering starten.


© mitp-Verlag


Fazit:


„Handlettering mit Procreate“ beleuchtet ein bisher zu Unrecht vernachlässigtes Thema. Endlich ein Buch, das sich mit dem Thema digitales Lettering beschäftigt!

Herausgekommen ist ein voluminöses und äußerst detailverliebtes Werk. Auf Grund der Komplexität der Materie muss man Pavo Ivkovic dankbar sein, dass er keine halben Sachen macht.

Gerade die Vielfalt der Perspektiven und Themen macht dieses Buch zu einer horizonterweiternden Lektüre. Die angeschnittenen Themen, auch Farbenlehre, Layout, Vektorisieren, Vorlagenerstellung und vieles mehr, bieten einen reichhaltigen Überblick zum Thema.

Das Buch wendet sich auch an den Anfänger, ist tatsächlich aber auch für Fortgeschrittene zu empfehlen, insofern einer differenzierten Darstellung in jedem Fall der Vorrang eingeräumt ist.

Ich empfehle daher, Lesen, ganz besonders gründliches und wiederholtes Lesen.



Kurzgefasst:


Informationsgehalt:




 

Aufmachung:

 


 

Aufbau:




 

Umsetzung:





Schreibstil:


 

 
Im Gesamtpaket:


 

Zum Abschluss möchte ich euch ein paar Bilder zeigen, die ich mit Hilfe der Anleitungen von Pavo Ivkovic gezeichnet habe:

 



Kommentare:

  1. Ach, ich glaub, ich bleib doch lieber beim normalen Lettering. Digital ist da nicht so meins.
    GLG sigrid

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    Antworten
    1. Hallo liebe Sigrid,
      der Vorteil am digitalen Lettering ist, das man seine Stifte nicht erst zusammensuchen muss. Man kann gleich loslegen und hat quasi alles, was man braucht gleich "dabei" :o) Ein weiterer Vorteil ist natürlich, dass man Fehler leicht korrigieren kann. Bei mir ist es unterschiedlich. Mal greife ich lieber zum Pinsel, mal zu den Stiften und dann mal gerne wieder zum IPad.
      Ganz liebe Grüße
      Tanja

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  2. Liebe Tanja,
    wow Deine Letterings sind mega schön geworden.
    Mit der Anleitung und Deinem Talent kannst Du nun auch digital durchstarten.
    Das gibt Deinem Hobby nochmal eine ganz neue Richtung und kannst Dich auch so ausleben.
    Eine tolle Buchvorstellung, auch wenn ich persönlich das traditionelle Handlettering bevorzuge.
    Liebste Grüße
    Andrea ♥

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    Antworten
    1. Hallo liebe Andrea,
      vielen Dank für deine lieben Worte zu den Bildern <3 Die Anleitungen in dem Buch waren aber auch richtig gut. :o)
      Was digitales Lettering im Vergleich zum Papierlettering angeht: Ich kann gut verstehen, dass du lieber zu Stift und Papier greifst und dir dann eine Auszeit vom Monitor gönnst. Ich finde beides hat Vor- und Nachteile. Für das Malen auf dem Papier brauche ich allerdings viel Ruhe und Zeit. Lettern am IPad geht auch mal gut "zwischendurch" :o)

      Liebe Grüße
      Tanja :o)

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