Mittwoch, 9. Dezember 2020

Durchgelesen: Das Eismonster

Rezension zu Das Eismonster von David Walliams

Verlag: Rotfuchs (Rowohlt) (Werbung gem. TMG)
Seitenzahl: 496
Format: Hardcover mit Schutzumschlag
Preis: 15,00 Euro
Übersetzer: Bettina Münch
Illustrator: Tony Ross
Altersempfehlung des Verlages: Ab 9 Jahren
ISBN: 978-3-499-00245-8
Abgeschlossene Erzählung





Inhalt:

Haus Wurmig, das Heim für unerwünschte Kinder, trägt diesen Namen mit Recht. Hier leben sechsundzwanzig Kinder, zusammengepfercht in einem Raum. Sie bekommen kaum zu Essen, werden geschlagen und müssen Tag und Nacht arbeiten, wobei sie Taschenuhren zusammensetzen.

Die Heimleiterin, Mrs. Graus, ist besonders gemein. Sie lässt die Kinder Küchenschaben essen und steckt ihnen, wenn sie zur Schlafenszeit noch sprechen, dreckige Socken in den Mund.

Vor genau diesem Heim wird eines Nachts ein Baby ausgesetzt. Elsie, so ihr Name, wächst in der Traurig- und Bitterkeit dieses Hauses auf. Jenseits der Wirklichkeit, diesseits des Eskapismus, schöpft sie Geschichten über eine erfundene Mutter und schafft für die anderen Kinder eine Heldin, die es vielleicht nie gegeben hat.

Irgendwann merkt Elsie, dass das Leben im Waisenhaus so nicht weitergehen kann. Die Schickanen von Mrs. Graus werden so gemein, dass Elsie um ihr Leben fürchtet. Sie beschließt zu fliehen. Es folgt ein Leben als Straßenkind.

Eines Tages lauscht das Mädchen dem Vortrag der Zeitungsjungen. Im Eis wurde ein Monster gefunden! Und dieses Monster soll mitsamt des Eisklotzes, in dem es eingefroren wurde, ins Naturhistorische Museum gebracht werden. Elsie erkennt schnell in dem Monster eine Waise wie sie selbst eine ist. Sie muss das Monster sehen. Koste es, was es wolle.

Schon bei der ersten Begegnung weiß Elsie, dass dieses Ungeheuer nicht das ist, was andere in ihm sehen. Elsie verleiht dem Wesen einen Namen: Wolli. Sie weiß sofort, dass beide bald Freunde sein werden. Und Freunde müssen sich gegenseitig retten, ist es nicht so?


Meinung:

Bereits beim Aufklappen des Buchdeckels von „Das Eismonster“ offenbaren sich dem Leser niedliche, humorvolle schwarz-weiß Zeichnungen. Hier werden die Helden, Randfiguren und Antagonisten des Buches jeweils anhand einer Illustration und einer lustigen Kurzbeschreibung vorgestellt.

Die Zeichnungen selbst sind kleine künstlerischen Meisterwerke, auch beeindrucken sie durch ihre Kreativität und Originalität. Aber auch beim Lesen des Textes legt der Autor Wert auf optische Reize. So wird z.B. der Ausruf des Mammuts „TRÖÖ“ stets groß geschrieben und das Wort Nordpol „bibbert vor Kälte“, während das Wort Königin schön verziert aufs Papier gebracht wurde.

In der Geschichte geht es um das toughe und mutige Mädchen Elsie, die bereits früh lernen musste, mit schwierigen Situationen umzugehen. Elsie setzt es sich in den Kopf, das Mammut aus dem Museum zu befreien. Während dieser Rettungsaktion lernt sie einige interessante Figuren kennen. So trifft sie zum Beispiel auf die bauernschlaue Putzfrau Uschi, die in Notsituationen gerne zum Wischmop greift, die pensionierten Soldaten aus dem Royal Hospital, den Sandwichmann, der davon überzeugt ist, das das Ende immer naht und sogar auf die Königin Victoria, die auf den ersten Blick sehr respekteinflößend wirkt.

Das Abenteuer, das Elsie und Wolli erwartet, wird von David Walliams schwungvoll erzählt. Kaum eine Seite in diesem Buch vergeht, auf der die Freunde nicht von einem desaströsen Ereignis ins nächste stürzen. Aller inherenten Komik und tollen Dialogen zum Trotz, wirkt die Geschichte manchmal auch völlig überdreht.

So werden die Kinder im Waisenheim schon mal zum Trocknen an den Ohren an der Wäscheleine aufgehängt oder Elsie klettert auf den Zylinder eines Mannes und springt von da aus auf einen Baum.

Aber gerade dieser überdrehte, verrückte und sehr rasante Erzählstil macht diese Geschichte zu einem unvergesslichen Abenteuer, durch das man quasi nur so hindurchfliegt. Zurück bleibt das Gefühl eine Geschichte erlebt zu haben, die man so schnell nicht vergessen wird. Soviel sei an dieser Stelle versprochen.

Der Autor schließt sein Buch mit einigen wissenswerten Fakten zum Viktorianischen Zeitalter. Hier lernt man, was es mit dem Royal Hospital Chelsea auf sich hat, was genau die HMS Argonaut ist und dass die Königin tatsächlich, wie im Buch auch, einen indischen Helfer an ihrer Seite hatte, der sich um ihr Wohl kümmerte.


Fazit:

So abgedreht „Das Eismonster“ auf den ersten Blick auch wirkt, so bodenständig ist es tief im Inneren eigentlich. Hier werden Freundschaft und Zusammenhalt gefeiert.
Das in einer ausgefallenen Geschichte, die voll sprachlicher, inhaltlicher und visueller Überraschungen steckt.

Der Autor und der Zeichner, Tony Ross, verleihen der Geschichte Leichtigkeit, vor allem aber ordentlich Humor.

Eine literarische Nonsens-Achterbahnfahrt, die einfach nur Spaß macht.


Buchzitate:

TRÖÖÖ!



Kurzgefasst:

Spannung/Action:





Liebe/Freundschaft:





Charaktere:




 

Handlungsstrang:





Schreibstil:


 


Im Gesamtpaket:



Kommentare:

  1. Hallöchen liebe Tanja,

    über dein Zitat aus dem Buch musste ich jetzt einfach gleich mal schmunzeln. :-)
    Ansonsten hatte ich dir gegenüber ja schon erwähnt, dass ich mir unsicher bin, ob der Humor meins wäre. Was jedoch die Zeichnungen und die Geschichte an sich angeht hast du mich wirklich neugierig gemacht. Vielleicht leihe ich mir das Buch einmal in der Bücherei aus. Damit kann ich ja nichts verkehrt machen. :-)

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Hallo liebe Sandra,
      was das Zitat angeht ... Ich konnte einfach nicht anders. Es steht für das Mammut und irgendwie auch für die Geschichte ;o)
      Was den Humor angeht: Ich verstehe deine Bedenken. Bei mir geht in dieser Richtung auch nicht alles.
      Die Idee sich das Buch in der Bibliothek auszuleihen passt. Dann kannst du schauen, ob es was für dich ist. Lass uns darüber sprechen, solltest du es lesen :o)

      Ich wünsche dir einen schönen Start ins Wochenende.

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

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  2. Liebe Tanja,

    vielen Dank für die Buchvorstellung, das Buch klingt wirklich sehr niedlich und humorvoll.

    Liebe Grüße
    Jenny

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    1. Hallo liebe Jenny,
      die Geschichte ist auf jeden Fall niedlich, aber auch verrückt und humorvoll. Ein rasantes Abenteuer, so würde ich es zusammenfassen ;o)

      Liebe Grüße
      Tanja

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  3. Das hört sich nach einem wundervollen Buch an. Ganz nach meinem Geschmack.
    Da werde ich doch gleich mal wieder einen Wunsch an unsere Bücherei schicken ;)
    Ganz liebe Grüße
    Sigrid

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    1. Hallo liebe Sigrid,
      ich habe ja schon auf Instagram gesehen, dass du einen Blick auf das Buch geworfen hast. Lass es mich unbedingt wissen, solltest du es lesen. Die Geschichte macht sehr viel Spaß und ein kleines Highlight sind natürlich die vielen lustigen und süßen Illustrationen.

      Ganz liebe Grüße
      Tanja

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  4. Hallo Tanja,

    vom Cover her sieht das Buch fast wie ein Weihnachtsbuch aus. Ist es das?

    Liebe Grüße,
    Rebecca

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    1. Hallo liebe Rebecca,
      ich bin tatsächlich auch davon ausgegangen, dass es sich um ein Weihnachtsbuch handelt. Die Geschichte greift aber keine weihnachtlichen Elemente auf. Aber es gibt Eis und Kälte und damit passt es irgendwie auch doch gut in diese Lesezeit

      Liebe Grüße
      Tanja :o)

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    2. Hallo Tanja,

      dann schaue ich mir das Buch auf jeden Fall mal näher an. Ich bin noch nicht ganz sicher, ob mir dieses ausgeflippte gefallen würde...

      Liebe Grüße,
      Rebecca

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    3. Hallo liebe Rebecca,
      ich kann verstehen, dass du skeptisch bist, was den Humor anbelangt. Lässt man sich darauf ein, macht die Geschichte wirklich sehr viel Spaß. Vielleicht lohnt sich ein Blick in die Leseprobe. Dann kannst du einen ersten Eindruck gewinnen, ob das Buch was für dich ist :o)

      Liebe Grüße
      Tanja

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  5. Hallo Tanja,

    die Story klingt schon etwas schräg und andersartig und doch kann ich sehr gut verstehen, dass dich die Geschichte begeistern konnte. Allerdings weiß ich nicht, ob es mir gefallen hätte, da ich, auch was du mir erzählt hast, doch etwas skurril finde. Trotzdem käme es auf einen Versuch an ;)

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Hallo Uwe,
      es fällt mir wirklich schwer zu sagen, ob dir das Buch gefallen würde. Die Geschichte ist wirklich etwas abgedreht. Aber gerade das hat mir auch so viel Spaß gemacht. Ich bin gespannt, ob du es irgendwann lesen wirst.

      Liebe Grüße
      Tanja :o)

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  6. Liebe Tanja,
    was für ein entzückendes Büchlein mit einer doch ungewöhnlichen Story.
    Bei diesem Genre darf es doch gerne mal ein wenig ausgeflippt sein, so sticht das Buch von der Masse raus und ist zugleich erfrischend.
    wenn die Buchläden wieder ihre Tore öffnen dürfen, sehe ich mir dieses kleine Schätzchen mal genauer an :)
    Liebe Grüße
    Andrea ♥

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    1. Hallo liebe Andrea,
      ich bin ganz deiner Meinung, was "verrückte" Geschichten angeht. Wenn man dazu in der Stimmung ist, kann das richtig viel Spaß machen. Hier passte es zu den Zeichnungen sehr gut. Ich hatte eine sehr unterhaltsame Lesezeit mit dem Mammut :o)

      Ich bin sehr gespannt, was du zu dem Buch sagen wirst, wenn du durch die Seiten geblättert hast. Ich war schon von der Einleitung sehr angetan :o)

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

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  7. Noch bin ich zwar nicht ganz durch, aber ich bin schon total begeistert. Ein herrliches Buch. So humorvoll und auch für Erwachsene noch absolut lesenswert.
    Vielen lieben Dank für den tollen Tipp!
    GLG Sigrid

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    1. Hallo liebe Sigrid,
      ich finde auch, dass das Buch nicht nur für jüngere Leser geeignet ist. Ich freue mich gerade so sehr, dass du das Buch liest und es dir auch so viel Spaß macht <3 Ich wünsche dir weiterhin ganz wundervolle Lesestunden mit der Geschichte.

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

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