Donnerstag, 25. Juni 2026

Gewinner der Sommeraktion Saisonales Bookvoting 2026: Summer of Hearts & Souls

Zur Aktion „Saisonales Bookvoting“ - Wie es dazu gekommen ist, dass ich dieses Buch gelesen habe, und der große Hörbuchkonflikt:

  

Als ich auf meinem Blog die Aktion „Saisonales Bookvoting“ ins Leben gerufen habe, habt ihr aus drei Büchern meinen Begleiter für den Sommer ausgewählt. „Summer of Hearts & Souls“ ist mit knappem Vorsprung als Gewinner hervorgegangen.


Ziel der Aktion "Saisonales Bookvoting": Bei dieser Aktion schnappe ich mir für euch ein absolutes Sommerbuch und teste es. Im Anschluss erwartet euch eine ausführliche Rezension. So erfahrt ihr, ob dieses Buch das Zeug zu eurem neuen Lieblingsbegleiter am Strand, auf dem Balkon oder im Park hat und könnt für euch entscheiden, ob es vielleicht auch euren Lesesommer versüßen darf.

Der Gewinner des Sommervotings 2026 - "Summer of Hearts & Souls": Da die Onleihe meiner Bibliothek den Titel als Hörbuch im Bestand hatte, dachte ich mir: Schlag zwei Fliegen mit einer Klappe. Ich wollte dem Medium Hörbuch unbedingt noch eine Chance geben. Bisher hatte ich damit eher schlechte Erfahrungen gemacht, da meine Gedanken schnell abschweiften und ich meist den Faden verlor. Die Idee, Geschichten ganz flexibel in den Alltag zu integrieren – etwa beim Putzen, Kochen oder auf dem Weg zur Arbeit –, fand ich jedoch schon immer klasse. Dieses Buch schien mir die perfekte Gelegenheit für einen neuen Versuch zu sein.

Fazit: Ich bin froh, dass ich dem Hörbuch noch eine zweite Chance gegeben habe. Es hat sich wirklich gelohnt. Die Erzählung hat mich von Beginn an vereinnahmt. Die Geschichte hat mir für eine Weile geholfen, den den Alltag komplett auszublenden.


Rezension zu Summer of Hearts and Souls von Colleen Hoover


Verlag: Hörbuch Hamburg (Silberfisch)
Hörminuten: 539
Format: Hörbuch
Preis bei Thalia: 14,79 Euro
Sprecherin: Leonie Landa
Altersempfehlung des Verlages: Ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-8449-2959-1
Abgeschlossene Erzählung




Inhalt:


Für Beyah bedeutete jeder neue Morgen kein Versprechen, sondern eine weitere Hürde, die es irgendwie zu nehmen galt. Sie hatte früh gelernt, unsichtbar zu sein und zu funktionieren. Der Grund dafür war ihre Mutter Janine, deren Leben vollkommen von der Gier nach Drogen und dem Rausch des Glücksspiels beherrscht wurde. Geld sickerte durch Janines Finger wie Sand – direkt in die Taschen von Dealern. Zurück blieb eine Leere, die sich besonders in der Küche bemerkbar machte. Wenn Beyah die Schränke öffnete, blickte sie meist ins Nichts. Ein einsames Ei vom Vortag oder eine verstaubte Dose Erbsen zu ergattern, glich in ihrer Welt bereits einem kleinen Sieg im täglichen Kampf gegen den Hunger.

Als das Leben von Janine abrupt endet, spürt Beyah vor allem eines: die kalte Notwendigkeit zu funktionieren. Trauer ist ein Luxus, den sie sich nicht leisten kann. Die Bestätigung folgt prompt, als der Vermieter an die Tür ihres Trailers poltert: Drei Monate Mietrückstand und ein Räumungsaufruf bis zum Wochenende.

Beyah steht vor dem absoluten Nichts. Ihr Rettungsanker, ein Volleyballstipendium in Pennsylvania, ist zum Greifen nah, doch die zwei Monate bis zum Semesterbeginn wirken plötzlich wie eine Ewigkeit. Ohne Obdach und mit einem lächerlichen Vermögen von 27 Dollar in der Tasche ist guter Rat teuer. Gegen ihren Stolz und ihre Prinzipien wendet sie sich an Brian. Ihr Vater, der sich nie für sie interessiert hat, führt inzwischen ein gut situiertes Leben in Texas. Entgegen all ihrer Befürchtungen sagt er sofort ja, als sie ihn um Aufnahme bittet. Doch Beyah fliegt nicht als Tochter nach Texas, die Trost sucht. Sie fliegt als Überlebende. Deshalb behält sie das düstere Geheimnis um den Tod ihrer Mutter und das jahrelange Martyrium im Trailerpark strikt für sich.

Bereits die Überfahrt zum neuen Lebensabschnitt beginnt für Beyah mit einer emotionalen Zerreißprobe. Auf der Fähre treibt sie der Hunger dazu, Reste aus einer weggeworfenen Brottüte zu essen. Sie ahnt nicht, dass sie dabei von einem fremden Jungen beobachtet wird. Statt sie bloßzustellen, beweist er tiefes Mitgefühl und schiebt ihr heimlich etwas Geld zu. Für Beyah ist diese Situation eine Demütigung, die ihr Schamgefühl triggert. Dennoch hinterlässt die Geste, und der intensive Blick aus den faszinierenden Augen des Jungen, einen bleibenden Eindruck, den Beyah nicht mehr abschütteln kann.

Am Ziel angekommen, trifft Beyah auf eine völlig fremde Welt. Das luxuriöse Strandhaus ihres Vaters Brian, das er mit seiner neuen Ehefrau und deren Tochter Sara bewohnt, überwältigt sie komplett. Nach Jahren der bitteren Armut ist dieser Prachtbau am Meer für sie kaum fassbar. Geprägt von ihren harten Lebenserfahrungen begegnet Beyah der neuen Familie mit großem Misstrauen. Sie ist fest davon überzeugt, dass Brians neue Familie oberflächlich, eingebildet und voller Vorurteile sein wird.

Die Kluft zwischen den Welten zeigt sich schnell im Alltag. Sara, die im Wohlstand aufgewachsen ist, versteht Beyahs Realität anfangs überhaupt nicht. Sie wundert sich über Beyahs abgemagerte Figur, versteht ihre Faszination für einen simplen Sonnenuntergang nicht und begreift kaum, warum ihre Stiefschwester Second-Hand-Läden nach Kleidung durchstöbert. Trotz dieser tiefen Kontraste reagiert Sara jedoch nicht mit Arroganz, sondern mit offener Herzlichkeit. Von der ersten Sekunde an sucht sie Beyahs Nähe. Sara will eine echte Freundschaft aufbauen, gemeinsam die Sommerabende am Strand verbringen und Beyah in ihre Clique integrieren.

Saras Pläne gehen noch weiter: Sie will Beyah unbedingt mit Samson verkuppeln. Samson ist der attraktive Nachbarsjunge, der in der Küstenstadt als unnahbarer Herzensbrecher gilt und für seine unverbindlichen, flüchtigen Sommeraffären bekannt ist. Beyah will von diesem Liebesarrangement absolut nichts wissen. Als sie dann realisiert, dass Samson ausgerechnet der Junge von der Fähre ist, der ihr Geheimnis kennt, ist das Chaos perfekt. Die peinliche Erinnerung sorgt für einen extrem holprigen Start zwischen den beiden.

Trotz der anfänglichen Spannungen knistert es gewaltig. Beyah bemerkt schnell, dass sie und Samson sich ähnlicher sind, als es den Anschein hat. Auch Samson hat eine massive emotionale Festung um sich errichtet. Er verbirgt tiefe, dunkle Geheimnisse hinter einer perfekten Fassade. In zögerlichen Schritten beginnen ihre mühsam aufgebauten Schutzmauern zu bröckeln. Sie öffnen sich einander und finden im jeweils anderen ein Verständnis, das sie sonst nirgends finden.

Das junge, fragile Glück steht jedoch von Anfang an unter keinem guten Stern. Wie ein Damoklesschwert schwebt über ihrer intensiven Annäherung die Perspektive, am Ende des Sommers ohne Tränen getrennte Wege zu gehen. Beide haben feste Pläne für die Zukunft, die keinen Platz füreinander vorsehen.



Meinung:


Ich habe schon einige Bücher von Colleen Hoover gelesen, und die Autorin konnte mich mit ihrer Art zu schreiben bisher immer überzeugen. „Summer of Hearts and Souls“ erzählt die berührende Geschichte von Beyah, deren Kindheit und Jugend ein einziger Kampf ums nackte Überleben war.

Durch Rückblicke und Erzählungen der Protagonistin erfahren wir nach und nach Bruchstücke aus ihrer Vergangenheit. So hören wir zum Beispiel von ihrem ersten Kuss, den ihr ein fremder Mann in der Küche aufgezwungen hat – ein Mann, den ihre Mutter für eine Nacht mit nach Hause gebracht hatte. Beyah wollte sich in diesem Moment nur das letzte Ei aus dem Schrank zubereiten. Erst wollte der Fremde ihr das Frühstück streitig machen, dann wurde er übergriffig. Die Art und Weise, wie Beyahs Geschichte erzählt wird, geht unter die Haut. Ich habe bei diesen Schlüsselmomenten jedes Auf und Ab emotional miterlebt und war berührt davon, wie authentisch Beyahs Schmerz dargestellt wurde.

Es ist absolut nachvollziehbar, dass Beyah ihrer neuen Familie, die scheinbar noch nie Geldsorgen hatte, extrem skeptisch gegenübersteht und sich in Lügengeschichten verstrickt. Die Wahrheit hätte vieles einfacher gemacht, aber Beyah hat nie gelernt zu vertrauen. Lügen sind ihre persönliche Sicherheitszone.

Mit der Zeit öffnet sich Beyah ihrer Stiefschwester Sara jedoch in kleinen Schritten. Als diese beispielsweise Beyahs Figur bewundert, offenbart Beyah die traurige Realität: dass sie nicht freiwillig so dünn ist, sich teilweise von Müll ernähren musste und nie Geld hatte. Zur gleichen Zeit klären sich nach und nach Missverständnisse auf. Beyah erfährt die Wahrheit über ihre Vergangenheit: Ihr Vater hat sich über die Jahre hinweg regelmäßig nach ihrem Wohlergehen erkundigt und ihr über die Mutter Geld sowie materielle Aufmerksamkeiten – wie ein Handy – zukommen lassen. Janine behielt diese Zuwendungen stets für sich. Dadurch blieb Beyah jahrelang im Glauben, ihr Vater hätte kein Interesse an ihr, während sie in Armut aufwuchs.

Die Liebesgeschichte bringt eine ganz besondere Dynamik in das Buch. Sara versucht von Anfang an, den stillen Nachbarsjungen Samson mit Beyah zu verkuppeln. Samson wirkt unnahbar, und genau diese Verschlossenheit teilt er mit Beyah. Es war schön zu beobachten, wie die beiden sich zaghaft annähern. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir die Szene, in der Samson auf Beyahs neuem Handy die wichtigsten Nummern einspeichert und heimlich einen Wecker stellt. Als dieser im Morgengrauen klingelt, begegnen sich die beiden auf ihren jeweiligen Balkons und genießen ohne große Worte den Sonnenaufgang. Einer der wohl schönsten Momente in Beyahs Leben.

Doch auch Samson hat seine Geheimnisse, und irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem ihn seine Vergangenheit einholt. Dieser Moment kommt mit einem lauten Knall daher und ändert den Verlauf der Geschichte komplett. Die zarte Liebesgeschichte zwischen Beyah und Samson wird auf eine harte Probe gestellt …

„Summer of Hearts and Souls“ war für mich eine kleine Achterbahnfahrt der Gefühle; eine Geschichte, die mich sehr mitgenommen hat. Es gab allerdings ein paar Stellen im Buch, bei denen ich ins Grübeln geraten bin.

Beyah lernt schnell, dass Geld zwar nicht glücklich macht, man ohne aber nicht überleben kann. Umso widersprüchlicher wirkt ihre spätere Aussage zu Samson, dass sie ihn ohne Geld noch lieber hätte. Zwar versteht man, was die Autorin damit ausdrücken möchte, doch die Formulierung hinkt. Für ein Mädchen, das bis vor kurzem unter extremer Armut und Hunger litt, ist dieser Satz schlichtweg unauthentisch.

Gerade bei den essenziellen Motiven wie der sozialen Ungleichheit und dem Drogenkonsum hätte ich mir eine tiefergehende Ausarbeitung gewünscht. Dass Beyah in ihrem jugendlichen Alter ihre Aussagen kaum reflektiert, macht die Ambivalenzen der Geschichte jedoch psychologisch glaubwürdig

Ein großes Lob möchte ich auch der Sprecherin Leonie Landa aussprechen. Sie trägt die Geschichte mit einer äußerst angenehmen Stimme vor. Die Vertonung trägt viel dazu bei, wie man die Figuren wahrnimmt, und hat bei mir ein Kopfkino ausgelöst. Diese grandiose Vertonung war so unterhaltsam, dass ich meine alte Hörbuch-Skepsis komplett vergessen habe.



Fazit:


Hinter der sonnigen Fassade von „Summer of Hearts and Souls“ steckt weit mehr als eine seichte Romanze. Colleen Hoover verwebt eine berührende New-Adult-Geschichte mit harten Realitäten wie Sucht, Vernachlässigung und dem nackten Überleben.

Die spürbare Strandatmosphäre in Texas fängt die emotionalen Tiefen der Figuren auf besondere Weise auf. Dieses Buch ist ein echtes Highlight.

Wer lieber hört, sollte unbedingt zum Hörbuch greifen. Leonie Landa transportiert die verletzliche und zugleich starke Stimmung der Geschichte meisterhaft.

Schnappt euch euren Votinggewinner und startet in den Lese- oder Hörsommer 2026!



Kurzgefasst:


Spannung/Action: 
 
 
Liebe/Freundschaft: 
 
 
Charaktere: 
 
 

Setting/Worldbuilding: 
 
 

Handlung: 
 
 

Schreibstil/Erzählung:

 

Im Gesamtpaket:

 
 

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