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Sonntag, 26. Juli 2026

Kaffeeklatsch – Hörbücher und wie man sie bestmöglich in den Alltag integrieren kann

Die Sparte „Kaffeeklatsch“ ist, das muss ich zugeben, irgendwie auf meinem Blog in der Versenkung verschwunden. Es wird also längst mal wieder Zeit, einen gemütlichen Kaffeeklatsch mit euch zu verbringen. Also schnappt euch eure Tassen, füllt sie mit einem Lieblingsgetränk eurer Wahl und lasst uns heute einmal über ein Thema sprechen, das mich schon seit Jahren beschäftigt: 
 

Donnerstag, 25. Juni 2026

Gewinner der Sommeraktion Saisonales Bookvoting 2026: Summer of Hearts & Souls

Zur Aktion „Saisonales Bookvoting“ - Wie es dazu gekommen ist, dass ich dieses Buch gelesen habe, und der große Hörbuchkonflikt:

  

Als ich auf meinem Blog die Aktion „Saisonales Bookvoting“ ins Leben gerufen habe, habt ihr aus drei Büchern meinen Begleiter für den Sommer ausgewählt. „Summer of Hearts & Souls“ ist mit knappem Vorsprung als Gewinner hervorgegangen.

Donnerstag, 7. November 2024

The Crimson Club - Hörspiel

Werbung: Unbezahlte Produktvorstellung
Hinweis: In diesem Beitrag schildere ich meine persönlichen Eindrücke zum Hörspiel „The Crimson Club“. Ich habe für diesen Beitrag keine Gegenleistung erhalten und äußere hier meine freie Meinung. 

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Mein erster Eindruck: „The Crimson Club – Die Sehnsucht in mir“


Wer mich kennt, weiß, dass Hörspiele und ich eine etwas komplizierte Beziehung haben – bislang zumindest. Egal, wie spannend das Hörspiel ist, früher oder später schweifen meine Gedanken ab oder ich schlafe beim Hören ein. Bei Büchern passiert mir das nicht; da kann ich mich immer voll auf die Geschichte konzentrieren. 

Donnerstag, 11. Juli 2019

Durchgehört: Cinder & Ella

Hörbuchrezension zu Cinder & Ella von Kelly Oram


Anhören bei: Audiolibrix (Werbung gem. TMG)
Verlag: Lübbe Audio (Werbung gem. TMG)
Hörbuchsprecher: Nora Jokhosha und Maximilian Artajo
Übersetzer: Fabienne Pfeiffer
Format: Hörbuch
Länge in Minuten: 11:08 h
ungekürzte Fassung
Preis: 19,99 Euro
Altersempfehlung des Verlages: Ab 14 Jahren
Band 1 von 2

Dienstag, 26. Februar 2019

Durchgehört: Golden Dynasty - Größer als Verlangen

Hörbuchrezension zu Golden Dynasty – Größer als Verlangen von Jennifer L. Armentrout


Verlag: Harper Collins bei Lübbe Audio
kaufen und/oder Hörprobe anhören bei Audiolibrix (Werbung gem. TMG)
Hörbuchsprecher: Nina Schöne
Übersetzer: Sabine Schilasky
Format: Hörbuch
Länge in Minuten: 7:38 h
gekürzte Fassung
Preis: 11,99 Euro
ISBN: 978-3-96109-072-3
Band 1

Donnerstag, 3. Januar 2019

Durchgehört: Wenn's einfach wär, würd's jeder machen

Rezension zu Wenn's einfach wär, würd's jeder machen von Petra Hülsmann

  
Verlag: Lübbe Audio (Werbung gem. TMG)
Angehört bei Audiolibrix (Werbung gem. TMG)
Hörbuchsprecher: Nana Spier
Format: Hörbuch
Länge: 7:34 h
Tracks: 111
gekürzte Fassung
Preis: 11,99 Euro
ISBN: 978-3-7857-5661-4
Altersempfehlung des Verlages: Ab 16 Jahren
Band 5 der Hamburg-Reihe (Erzählung in sich abgeschlossen)

Dienstag, 23. Oktober 2018

Fundstück Babylon Berlin


Als ich jüngst auf der Buchmesse unterwegs war, stolperte ich über die ARD-Videobox, die unter dem Titel, „werde Teil von Babylon Berlin“ stand. Diese sollte Besucher direkt in die Zwanzigerjahre katapultieren. In einer Box mit Greenscreen konnte man sich als Schauspieler von "Babylon Berlin" ausgeben und im Trailer der ARD-Krimiserie erscheinen. Das perfekte Outfit dazu bot die bereitgelegte Kleidung im Look der "Goldenen Zwanziger". Die Besucher bekamen ihren persönlichen Video-Clip und konnten ihn direkt in den Sozialen Medien teilen.
Eine gelungene Inszenierung von Aufmerksamkeit, die mein Interesse an Babylon Berlin weckte.
In der ARD- Mediathek fand ich – eine gute Nachricht für alle Binge-Wachter wie mich - alle Folgen am Stück.

In der Serie führt uns Gideon Rath, der sich eher durch zu viel Ehrgeiz als durch Cleverness auszeichnet, durch Exzess und Luxus des Nachtlebens der späten zwanziger Jahre in Berlin.
Die Geschichte dreht sich um eine mysteriöse Verschwörung, bei der emigrierte russische Adelige, kommunistische Sektierer, kriminelle Ringvereine, Nationalisten, Waffenschiebereien und eine Wagonladung Gold eine Rolle spielen. Genug Stoff für eine wendungsreiche Geschichte vor dem Hintergrund zunehmender politischer Spannungen.

Die Handlung nimmt einen wirklich gefangen. Schlechte Nachrichten gibt es allerdings für diejenigen, die Staffel eins noch nicht gesehen haben. Mit der Freischaltung der zweiten Staffel soll die erste offline gehen.

Ich glaube, dass der Erfolg auch zu einem großen Teil mit den Büchern zu tun hat. Volker Kutscher soll ein begabter Geschichtenerzähler sein.

Ich denke daher, dass „Der nasse Fisch“ im Dezember auf der Wunschliste stehen dürfte. Es liegt aber auch ein Hörbuch mit einem von David Nathan gelesenen Text vor.

Wer hierzu mehr erfahren will: https://magazin.audible.de/babylon-berlin (Werbung gem. TMG)




Krimis, wer meinen Blog regelmäßig liest, ist dies bekannt, müssen sich bei mir erst durchsetzen.

Daher meine Frage an euch: Ist „Der nasse Fisch“ nur ein schönes Buch für Krimi-Liebhaber oder schafft es das Buch den Zauber der Serie einzufangen?





Dienstag, 16. Mai 2017

Nachgefragt - Interview mit Audible

Hallo ihr Lieben,

hört ihr gerne Hörbücher? Ja?!
Ich nicht.
So oder so ähnlich hätte ich euch vor einigen Monaten noch auf diese Frage geantwortet. Ständig bin ich beim Zuhören eingeschlafen und auch oft gedanklich abgedriftet.

Das ist nun nicht mehr unbedingt so. Denn vor geraumer Zeit habe ich mein erstes Jugendhörbuch von der Plattform Audible geladen. Ich habe mich bewusst vorher mit der Hörprobe auseinandergesetzt, um die Stimme des Sprechers zu testen. Das war eine sehr gute Entscheidung, wie sich herausgestellte. Denn plötzlich lauschte ich voller Spannung der Geschichte. Ich schlief nicht ein, sondern wollte wissen, wie es weitergeht.

Durch diese neu entdeckte Begeisterung für Hörbücher, wurde ich neugierig. Ich habe angefangen mir Fragen zu stellen und ich kam auf die Idee auch mal ein wenig hinter die Kulissen von Audible zu blicken. Mein Wunsch war es mehr über Hörbücher zu erfahren und vielleicht auch euch, meine Leser, ein wenig mit dem Thema Hörbücher vertraut zu machen.

Folglich überlegte ich mir einige Fragen und schrieb die Plattform mit der Bitte um ein Interview an.
Hendrik, der den Blog von Audible betreut, erklärte sich bereit mir bei diesem Artikel zur Seite zu stehen. Herausgekommen ist ein wundervolles Interview, unterlegt, mit vielen informativen Links zu weiterführenden Artikeln, welches ich euch heute gerne präsentieren möchte:


Interview Audible & Der Duft von Büchern und Kaffee



Gesprächspartner: Hendrik Gerstung, der bei Audible unter anderem den Hörbücher-Blog verantwortet

Die Rechte für Bilder unterliegen der Plattform Audible
Hendrik, magst du mir und meinen Lesern einmal in wenigen Worten die Plattform Audible vorstellen? Wie viele Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen? Wie ist die Idee zu einer Hörbuchplattform entstanden? Seit wann existiert die Plattform schon? Vielleicht kannst du auch einen kurzen Einblick in die Entstehungsgeschichte geben?



Sehr gerne, vielen Dank für dein Interesse an Audible. Audible wurde 1995 von Don Katz in den USA gegründet. Don Katz, der noch immer als CEO unser Medienunternehmen weltweit leitet, ist selbst Buchautor und Journalist und suchte nach einem Weg, die besten Geschichten auch dann zu „lesen“, wenn die Hände und Augen beschäftigt sind, etwa beim Autofahren. Daraus und vor dem Hintergrund der langen Tradition des Geschichtenerzählens sowie des Hörbuchs – die ersten Hörbücher produzierte Edison im 19. Jahrhundert – entstand die Idee. Und Don erfand 1997 gleich noch den ersten mobilen mp3-Player, da befanden wir uns noch in der Zeit vor dem iPod. Mittlerweile gibt es Audible in sieben Ländern. Weltweit engagieren sich mehr als 1000 Mitarbeiter dafür, noch mehr Menschen von der Kraft des gesprochenen Wortes zu begeistern. Die Audible GmbH mit Sitz in Berlin wurde 2004 gegründet – damals gemeinsam mit den traditionsreichen Verlagshäusern Holtzbrinck, Bertelsmann und Lübbe. Wir sind eine 100-prozentige Tochter von Audible Inc. mit Sitz in Newark, New Jersey, die wiederum seit 2008 zur Amazon-Gruppe gehört. Unser Team in Berlin besteht aus über 100 Kolleginnen und Kollegen, die sich um unser Angebot in Deutschland, Frankreich und Italien kümmern.


Wie viele Hörbücher präsentiert die Plattform Audible?



Unser weltweiter Online-Katalog bietet mehr als 350.000 Titeln, davon sind über 200.000 Hörbücher und Hörspiele auch in Deutschland verfügbar. Toll ist, dass man auch als Audible-Hörer in Deutschland die Auswahl aus verschiedenen Sprachen hat. Man kann viele Hörbücher im englischen Original herunterladen, über 38.000 Titel auf Deutsch hören oder sich an griechischen, russischen oder japanischen Werken versuchen. In den vergangenen Jahren haben wir auch die Anzahl unserer Audible-Eigenproduktionen erhöht und gehören mittlerweile zu den großen Hörbuch- und Hörspielproduzenten in Deutschland. Für einige unserer Produktionen haben wir bereits Auszeichnungen erhalten, wie zum Beispiel eine Goldene Schallplatte und den Publikumspreis HörKules für „Passagier 23“ von Sebastian Fitzek, gelesen von Simon Jäger.





Siehst du Audible in Konkurrenz zum normalen Buchhandel oder glaubst du, dass ihr zusätzliche Leser akquiriert?



Eines der spannendsten Ergebnisse unseres „Audible Hörkompass“, einer Studie zur Hörkultur in Deutschland, war, dass Hörbuchfans auch Leseratten sind – oder umgekehrt: Wer Hörbücher hört, liest auch mehr als Nichthörer. Diese Kombination aus Buch und Hörbuch zeigt: Wer Geschichten liebt, genießt sie über verschiedene Wege. Audible ist also der richtige Ansprechpartner für all jene, die mehr Geschichten im Jahr erleben möchten, indem sie zum Beispiel hören, wenn sie nicht lesen können (etwa beim Autofahren). Und es gibt mittlerweile einige Hörbücher, bei denen sich die Verkäufe auf Augenhöhe mit den Buchverkäufen bewegen – „Geister“ von Nathan Hill, gelesen von Uve Teschner ist das aktuellste Beispiel für diese Entwicklung – so dass sich deine These, dass Audible zusätzliche „Leser“ akquiriert, hier bestätigt.

Die Rechte für Bilder unterliegen der Plattform Audible

Was spricht aus deiner Sicht für das Medium Hörbuch?



Eine Geschichte zu hören ist eine ganz andere Erfahrung als eine Geschichte nur zu lesen. Man erlebt sie intensiver, weil großartige Stimmen es schaffen, mir als Hörer Handlung und Charaktere noch näher zu bringen. Wenn dann noch weitere Sprecher, zur Story passende Geräusche oder ein Soundtrack ergänzt werden, wir also über Hörspielinszenierungen reden, sind wir in einer ganz neuen Kategorie. Wer sich schon einmal eine Geschichte von Topsprechern wie David Nathan, Simon Jäger oder Luise Helm hat vorlesen lassen, der weiß genau, was ich meine. Hinzu kommt ein ganz pragmatischer Vorteil: Ich schaffe einfach mehr Geschichten und habe diese immer auf dem Smartphone dabei – da werden selbst Wartezeiten angenehmer. Das finde übrigens nicht nur ich: In unserem „Audible Hörkompass“ bestätigten 80 Prozent der regelmäßigen Hörbuchhörer, dass sie das Gefühl haben, dank Hörbüchern ihre Zeit besser zu nutzen. Dies sind einige der beliebtesten Situationen, in denen die Deutschen hören: 68 Prozent lauschen auf Reisen im Flugzeug, in der Bahn oder im Auto. 48 Prozent lassen sich während der Hausarbeit vorlesen, beim Bügeln, Kochen oder Putzen. Das sind also die Argumente, die für Audio sprechen und meiner Meinung nach auch die Gründe, warum wir derzeit eine Wiedergeburt des Geschichtenerzählens und –erlebens im digitalen Zeitalter sehen. Immer mehr Menschen lassen sich von fantastischen Geschichten, erzählt von großartigen Stimmen in ihrem Alltag begleiten. Das merken wir ganz stark an unseren Downloadzahlen, die wir in den vergangenen drei Jahren verdoppeln konnten.
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Orientiert sich euer Angebot an den Verkaufszahlen im normalen Buchhandel oder gibt es unabhängige Hörbuchtrends?



Tatsächlich finden sich die Titel der üblichen Buchbestsellerlisten auch in unseren Downloadcharts auf den Spitzenplätzen. Es gibt aber immer wieder Ausreißer im positiven Sinn, insbesondere das Fantasy-Genre ist bei uns im Vergleich zur Buchversion etwas beliebter. Ganz unabhängig vom Buch sind Hörspiele zu betrachten, die bei uns immer wieder ganz oben in den Audible-Downloadcharts landen. Ein tolles Beispiel ist „Monster 1983“: Dieses Hörspiel hat Autor Ivar Leon Menger exklusiv als Audible Originals geschrieben, es gibt also gar keine Buchvorlage. Im Oktober erscheint bereits die dritte Staffel des Mystery-Thrillers, vor kurzem wurde die zweite Staffel als „Hörspiel des Jahres 2016“ ausgezeichnet und bei den Fans gilt „Monster 1983“ bereits als Kult-Hörspiel. Ein großartiges Skript, eine aufwändige Produktion mit fantastischem Cast – die Créme de la Créme der deutschen Sprecher spielt mit – und tollem atmosphärischem Sounddesign sind hier die Bestandteile des Erfolgsrezeptes. Dass „Monster 1983“ in drei Staffeln mit jeweils zehn einstündigen Folgen erscheint, kann man zudem als Beleg dafür sehen, dass der Serientrend aus dem TV- und Streamingbereich nun auch das Audio-Entertainment erfasst hat. 
 
Die Rechte für Bilder unterliegen der Plattform Audible

Wie kann man Hörbuchsprecher werden? Welche Qualifikationen muss man für diesen Beruf mitbringen? Wie stehen die derzeitigen Stellenchancen?



Es ist sicher kein Zufall, dass sich unter den besten Hörbuchsprechern vor allem solche wiederfinden, die auch eine Schauspielausbildung genossen haben. Auch ein professionelles Sprechtraining ist unabdingbar, selbst wenn man schon viel Talent mitbringt. Wir haben uns diesem Thema auf unserem Hörbücher-Blog mit einer dreiteiligen Artikelserie gewidmet, die ich jedem ans Herz legen kann, der sich dafür interessiert, Sprecher zu werden. Manchmal bieten wir aber auch Chancen für Quereinsteiger: Erst vergangene Woche gab es ein Gewinnspiel, bei der man eine Mini-Rolle in unserem Hörspiel „Ghostsitter“ gewinnen konnte, in dem Christoph Maria Herbst die Hauptrolle spielt. Ich kann jetzt schon verraten, dass wir so etwas bald wieder machen – also haltet die Augen und Ohren offen.





Kommt es häufiger vor, dass Vorlagen für die Hörbuchadaption gekürzt werden? Warum wird ein Buch gekürzt und in welchem Maße?



Bei uns nicht, unsere Audible-Eigenproduktionen sind ausschließlich ungekürzt. Die Frage ist ja, warum Hörbuchadaptionen überhaupt gekürzt werden. Die Antwort ist ganz einfach: Weil die Speicherkapazitäten von CDs begrenzt sind. Dies gilt aber natürlich nicht für digitale Hörbücher und Hörspiele, die wir bei Audible anbieten, deswegen nehmen wir dem Autor nichts von seiner Geschichte weg und bieten die Hörbücher ungekürzt an. Da sind dann auch Produktionen von fast 49 Stunden dabei – wie zum Beispiel „Die Säulen der Erde“ von Ken Follett, gelesen von Tobias Kluckert – aber wir wissen, dass die Fans sich dies wünschen, weil sie die ganze Geschichte ihres Lieblingsautors erleben möchten. Unser Angebot an ungekürzten Hörbüchern und Hörspielen ist mit Sicherheit eines der Hauptgründe für das beeindruckende Wachstum, das wir in den vergangenen Jahren erlebt haben. 2016 wurden 133 Millionen digitale Hörstunden bei audible.de heruntergeladen.





Welche einzelnen Schritte durchläuft ein Hörbuch in Stichworten von der Idee bis zum Verkauf?



Wir suchen stetig nach den besten Geschichten, um sie unseren Hörern anbieten zu können. Wenn uns ein Titel auffällt, lesen wir den Text und besprechen intern, ob die Geschichte in unser Programm passt: Welches Genre ist das, wie ist die Zielgruppe? Natürlich helfen uns zur Einschätzung auch die Verkaufszahlen der Buch- oder vielleicht sogar Hörbuchversion aus anderen Ländern, wenn der Titel dort bereits erschienen ist. Sind wir überzeugt, verhandeln wir mit den Rechteinhabern. Ist dies erfolgreich, bereiten wir die Produktion vor: Welcher Sprecher eignet sich für diese Geschichte besonders? Ein Mann oder eine Frau? Welches Alter, eher eine helle oder tiefe Stimme? Wir arbeiten mit mehr als 300 Sprechern in Deutschland zusammen, mit vielen bereits seit Jahren und mein Kollege Marcus hat für jede Geschichte, jedes Genre gleich mehrere passende Sprecher im Kopf. Dann geht´s an die Terminplanung mit Studio und Sprecher sowie an die Vorbereitung der Aufnahme, zum Beispiel formatieren wir das Skript oder klären, wie gewisse Namen ausgesprochen werden sollen. Die Aufnahme selbst dauert mehrere Tage, je nach Länge des Hörbuchs. Bei aufwändigen Hörspielproduktionen sind wir auch mehrere Wochen im Studio, etwa für unsere dreiteilige Reihe „Robin“ mit insgesamt mehr als 42 Stunden Spielzeit und über 200 Sprecherrollen. Manche Sprecher schaffen drei Stunden Vorlesen am Tag, andere bis zu sechs – das hängt nicht nur vom Sprecher, sondern natürlich auch vom Text ab; gerade bei sehr brutalen Horrorgeschichten und einer sehr intensiven Vorleseerfahrung möchte man vielleicht mal etwas früher Feierabend machen. Sind die Aufnahmen mit dem Sprecher fertig, beginnt die so genannte Postproduktion: Schnitt, Mastering, finales Abhören, am Ende steht auch noch einmal eine Qualitätskontrolle bei uns im Haus. Wer einmal bei Aufnahmen live dabei war, ist immer beeindruckt, wie fehlerfrei und mit wenig Anläufen die Profisprecher lesen und wie schnell und mit wenigen Klicks die Aufnahmeleitung quasi in Echtzeit rausschneidet, wenn der Sprecher sich mal räuspern muss oder sich doch ausnahmsweise Mal verspricht. Wenn wir mit der Aufnahme zufrieden sind, bereitet ein eigenes Team bei uns das Hörbuch für den Download vor: Cover und Audiodatei hochladen auf audible.de und alle wichtigen Metadaten einpflegen, z.B. Sprecher, Autor, Laufzeit, Inhaltsangabe, Genre. Erst dann ist das Hörbuch bereit, um heruntergeladen und von möglichst vielen begeistert gehört zu werden.





Welche Bücher werden als Hörbücher eingesprochen? Gibt es hierfür Voraussetzungen oder kann prinzipiell jedes Buch vertont werden?



Wie bereits erwähnt achten wir darauf, dass wir vor allem ungekürzte Produktionen anbieten, fast drei Viertel unseres deutschsprachigen Online-Katalogs sind ungekürzt. Prinzipiell kann natürlich jedes Buch vertont werden, bei Sachbüchern mit Grafiken, Illustrationen oder Statistiktabellen stößt aber selbst der beste Sprecher an seine Grenzen und es wird für die Hörer anstrengend zu folgen. Comics lassen sich naturgemäß auch nur schwer vertonen, wenngleich die Geschichten oft so gut sind, dass es sich trotzdem lohnt, sie zu erzählen – deswegen haben wir zum Beispiel den Horrorcomic „Locke & Key“ als Hörspiel inszeniert. In Asien sind Comic und Mangas beliebter als bei uns in Europa, bei unseren japanischen Audible-Kollegen laufen solche Inhalte darum noch besser. Aber unabhängig, in welchem der sieben „Audible-Länder“ wir uns befinden: Wichtig ist für uns bei Audible, dass eine Geschichte unsere Hörer fesselt, begeistert, inspiriert. Richtig gute Sprecher schaffen das selbst bei eigentlich langweiligen Texten: Ein Hörbuch zum Bürgerlichen Gesetzbuch oder ein Hörbuch zur Straßenverkehrsordnung kann man sich eigentlich nicht vorstellen, aber was Christoph Maria Herbst daraus gemacht hat, lohnt sich definitiv zu hören!





Gibt es Vorgaben, an die man sich als Hörbuchsprecher halten muss? Oder erhält der Sprecher auch freie Hand (wenn es zum Beispiel um das Verstellen der Stimme geht)?



Wir arbeiten mit den besten deutschen Sprechern zusammen. Und international mit Hollywood-Stars wie Scarlett Johansson, die exklusiv für Audible „Alice im Wunderland“ eingelesen hat oder Eddie Redmayne, der nicht nur die Hauptrolle im Kinofilm „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ spielt, sondern für uns auch das Hörbuch interpretiert hat. Für die deutsche Fassung von „Phantastische Tierwesen…“ konnten wir dann übrigens Eddies deutsche Synchronstimme Timmo Niesner gewinnen. Die wissen natürlich genau, was sie machen, da ist unser Vertrauen enorm. Das sind alles Profis, die ein sehr feines Gespür dafür haben, welcher Tonfall der Geschichte oder dem jeweiligen Charakter angemessen ist. Dies entscheiden sie gemeinsam mit den Produzenten/Regisseuren im Tonstudio. Oft haben Sprecher und Autor auch direkt Kontakt und sprechen sich ab. Wir versuchen ja, für unterschiedliche Hörbücher eines Autors den gleichen Sprecher zu verwenden, so dass sich auch zwischen den beiden eine besondere Beziehung entwickelt. Ein schönes Beispiel ist Simon Jäger, der nun seit mehr als zehn Jahren die Thriller von Sebastian Fitzek liest. Wie gut die beiden harmonieren, sieht man auch in einem gemeinsamen Videointerview, was sie uns gegeben haben.





Wie viele Leute arbeiten an der Gestaltung eines Hörbuchs mit?



Danke für die Frage und die damit verbundene Gelegenheit, einmal das Team hinter einem Hörbuch zu würdigen. Natürlich spielen Autor und Sprecher eine ganz besondere Rolle, aber damit ein Hörbuch ein Bestseller in unseren Audible-Downloadcharts wird, geben auch viele andere ihr Bestes: Texte akquirieren und formatieren, Sprecher auswählen und buchen, Studiodisposition planen, es gibt bereits im Vorfeld so viel zu tun. Im Studio dann engagieren sich Sprecher, Regisseur, Tontechniker. Anschließend kommt das erwähnte Team dazu, das den Titel auf audible.de stellt sowie meine geschätzten Marketing-Kollegen, die dafür sorgen, dass jeder (potenzielle) Hörer weiß, wenn ein neues Hörbuch seines Lieblingsautors oder ein echter Geheimtipp auf audible.de erschienen ist.





Die Stimme eines Hörbuchsprechers muss den Konsumenten ansprechen. Was macht Ihrer Meinung nach eine gute Vorleserstimme aus? Gibt es vielleicht sogar eine Stimme, der sie ganz besonders gerne lauschen?



Letztlich muss die Stimme zur Geschichte passen. Für einen Liebesroman möchte man vielleicht einen anderen Vorleser als für einen spannenden Krimi. Die besten Sprecher sind so variantenreich in ihrer Stimme, dass sie den unterschiedlichen Charakteren einer Geschichte einen ganz eigenen und individuellen Klang geben können und man so der Handlung besser folgen kann. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie die Sprecher es schaffen, nur durch ihre Stimme und Betonungen Bilder entstehen zu lassen. Und am Ende ist meiner Meinung nach auch immer ein wenig Magie im Spiel. Diese kleine Besonderheit, die man nicht erklären kann, sondern erleben muss. Zuletzt hatte ich dieses Erlebnis beim Hörbuchbestseller „Geister“ von Nathan Hill, gelesen von Uve Teschner. Hört doch mal in unsere Hörprobe rein – die verdeutlicht ziemlich gut, was ich hier mühsam zu beschreiben versuchte.





Lieber Hendrik, ich danke dir herzlich für die ausführlichen Antworten. Dieses Interview zeigt, wie viel Arbeit hinter einem Hörbuch steckt und dass nichts dem Zufall überlassen wird.

Ich wünsche dir und deinem Team weiterhin alles Gute und viele wunderschöne neue Geschichten zum Hören und Lesen :o)




Was ist mit euch? Hört ihr gelegentlich Hörbücher? Was macht für euch ein gutes Hörbuch aus?


Dienstag, 21. Februar 2017

Durchgehört

Rezension zu Beastly von Alex Flinn


Verlag: Bastei Lübbe
Kaufen und/oder Hörprobe anhören bei audible
Hörbuchsprecher: Simon Jäger
Übersetzer: Sonja Häussler
Format: Hörbuch
Länge in Minuten: Audible: 4 Std. 45 Minuten, bzw. 4 CDs – 300 Minuten
Tracks: 48
gekürzte Fassung
Preis: 7,99 Euro (Audible: 7,95 Euro)
ISBN: 978-3-8387-6765-9
Altersempfehlung des Verlages: 12 - 15 Jahre
Abgeschlossene Erzählung



Inhalt:

Der selbstbewusste Klassenschönling Kyle wurde bereits im Vorfeld des alljährlichen Frühlingsballs der Schule als Ballprinz nominiert. Für ihn steht fest, dass er mit dem schönsten Mädchen der Schule Sloan erscheinen muss. Doch als Kyle auf die nur leidlich attraktive Kendra trifft, die ihn auch noch auf seine ausgeprägte Oberflächlichkeit anspricht, schmiedet er einen neuen Plan. Unbezwingbar groß ist der Wunsch minder attraktive Menschen zu demütigen.
Kurzerhand verabredet sich der Klassenschönling mit Kendra zum Ball und lässt sie letztendlich doch sitzen. Das hätte er nicht tun sollen, denn die Strafe ist hart und wird sein Leben von Grund auf ändern.



Wichtigste Charaktere:

Kendra ist „die Neue“ an der Schule. Mit ihren grünen Haaren fällt sie auf. Das Mädchen hinterfragt die Strukturen. Warum müssen die Schönen und Reichen immer herrschen? Warum dürfen nicht auch die äußerlich unscheinbaren und Hässlichen mal im Mittelpunkt stehen?

Sloan ist eines der hübschesten Mädchen der Schule. Sie ist ähnlich wie Kyle von Oberflächlichkeit und Bösartigkeit bestimmt.

Kyle sieht nicht nur gut aus, er weiß auch die Menschen in seiner Umgebung zu manipulieren. Seine Ziele erreicht er, indem er genau das sagt, was sein Gesprächspartner gerne hören möchte. Damit wickelt er ihn um den Finger und bekommt nicht selten seinen Willen. Kyles Perspektive ist stark eingeschränkt. Er sieht nur die Schönen und Reichen, wer nicht mithalten kann prallt auf eine Wand der Ignoranz und Hartherzigkeit.


Linda ist ein eher unscheinbares Mädchen. Sie lebt in einem prekären Umfeld und hat schwer mit ihrem Vater und seinen kriminellen Machenschaften zu kämpfen.



Zur Geschichte:

Wer die Geschichte „Die Schöne und das Biest“ kennt, wird durch den Verlauf dieser Märchenadaption nicht sonderlich überrascht sein. Der Handlungsstrang bleibt in den wesentlichen Grundzügen dem Original treu. Die Unterschiede bestehen in erster Linie darin, dass die Geschichte das Leben eines sehr von sich selbst überzeugten Jugendlichen in der heutigen Zeit widerspiegelt und darin, dass die Erzählung bereits vor der Verwandlung ansetzt.

Kyle ist ein überheblicher und von sich selbst überzeugter Jugendlicher. Er weiß, dass er gut aussieht und umgibt sich gerne mit seinesgleichen. Seine Streiche sind nicht besonders bösartig sondern bewegen sich im Rahmen eines Schülers seines Alters. So bereitet es ihm Freude dem Mädchen, welches sein Ego untergräbt, indem es ihn auf seine „innere Hässlichkeit“ anspricht, einen Streich zu spielen. Er verabredet sich mit ihr zum Ball und erniedrigt sie in aller Öffentlichkeit, indem er so tut, als wäre diese Verabredung nie getroffen worden. Stattdessen erscheint er mit der schönen Sloan und würdigt Kendra keines Blickes mehr.

Eine wesentliche Rolle in der Geschichte spielt auch das Ballsträußchen, welches man seiner Begleiterin an dem großen Tag der Feier überreicht. So wünscht sich Kendra eine weiße Rose und Sloan möchte gerne mit einer Orchidee überrascht werden. Kyle beauftragt sein Dienstmädchen damit eine Blume zu organisieren. Magda bringt den Auftrag durcheinander und besorgt anstatt der Orchidee die Rose. Die Rose schenkt er einem unscheinbaren und äußerlich nicht perfekten Mädchen.
An dieser Stelle zeigt sich, dass Kyle kein von Grund auf schlechter Mensch ist. Denn er möchte der fremden Schülerin nichts Böses. Sie ist ihm eigentlich egal. Was er will, ist sich bei Kendra für ihre Worte rächen.

Sicherlich reagiert Kyle auch im weiteren Verlauf der Geschichte impulsiv und nicht immer fair gegenüber seinen Mitmenschen. Er wirkt aber auch nicht völlig unsympathisch. Vielmehr begreift man als Hörer bald, dass sein Verhalten auch seiner Erziehung geschuldet ist, denn der Vater ist reich und legt viel Wert auf das, was andere Menschen über ihn denken. Die äußere Wirkung ist ihm sogar mehr wert, als sein eigener Sohn.

Kyle lebt also eigentlich nur das nach, was ihm von seinem Vater vorgelebt wird. Durch Kendras Rache vollzieht Kyle einen radikalen Perspektivwechsel. Dieser Weg ist hart, aber auch notwendig, um sein Denken und Verhalten anderen Menschen gegenüber zu verändern.

Dadurch, dass die Autorin das Setting einer Schule gewählt hat und auch die Beweggründe der Charaktere, zum Beispiel das Ziel Kyles Ballprinz zu werden, entsprechend angepasst hat, wird mit diesem Hörbuch eine junge Zielgruppe angesprochen. Jüngere Leser werden sich in dieser Geschichte beheimatet fühlen. Aber auch für ältere Zuhörer bietet die Erzählung einen unterhaltsamen Plot.



Zum Sprecher:

Simon Jäger wusste mich vom ersten Moment an mit dem Timbre seiner Stimme zu überzeugen.

Dem Sprecher gelang es Charaktertiefe allein durch die Betonung zu schaffen. Schnell war durch eine hochnäsige und leicht zickige Stimme klar, dass Sloan von Kyles Zuschnitt war. Die Worte von Kendra hingegen sprach er eher ruhig, durchdacht und ein wenig hintertrieben aus. Seine Stimme passte sich auch bei der unscheinbaren Lindy in einer zwar helleren (weiblicheren) aber durchweg „normalen“ Tonlage an, während bei Lehrern und Erziehungsberechtigten Autorität mitschwang.



Fazit:

Wer „Die Schöne und das Biest“ in seinen Grundzügen kennt, wird bereits wissen, welche Geschichte ihn hier erwartet. Dennoch weicht der Plot durch die Ansiedlung des Settings in der Gegenwart und kleine Feinheiten in der Storyline immer noch vom Original ab und weiß in Facetten zu überraschen.
Die stimmliche Varianz von Simon Jäger sorgte für einen Hörgenuss.
Charakterentwicklung, Charaktertiefe und soziologische Stimmigkeit verbucht das Werk auf der Habenseite.
Die Leichtigkeit des Erzählens, die zeitlose Aktualität des Stoffes und eine emotional berührende, spannende Geschichte macht Beastly zu einer Empfehlung für jüngeres Publikum.



Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Liebe:






Charaktere:






Weltenaufbau:







Handlungsstrang:






Sprecher (Wirkung/Stimme/Umsetzung):






Im Gesamtpaket: 







Ich danke der Agentur Trust Agents und Audible herzlich für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.