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Montag, 9. November 2015

Büchervorstellung

Literaturcafe Bomlitz


Zweimal im Jahr organisiert Torsten Kleiber, 1. Vorsitzender des Vereins Forum Bomlitz eine Veranstaltung von Bücherfreunden für Gleichgesinnte. Hier stellen die Liebhaber der Literatur ihre jeweiligen Halbjahreshighlights vor und inspirieren die anderen Teilnehmer.

Dieses Jahr hat Torsten sich etwas überlegt, was bei den Bewohnern der Gemeinde und auch bei den auswärtigen Besuchern scheinbar recht gut ankam. Vorgestellt wurden drei Bücher, die in den letzten Jahren im halbjährigen Literaturaustausch besonders gut ankamen sowie das Buch „Zweimal Mord in Bomlitz“.



Dazu gab es in den Pausen entspannte Klaviermusik von Jana Kleiber. Die Besucher konnten sich an einem Stück Kuchen und einer Tasse Kaffee laben und nebenher ein wenig miteinander plauschen. Klar, dass in erster Linie auch hier das Thema Lieblingsliteratur im Vordergrund stand.











Hier seht ihr ein paar kleine Auszüge von dem Nachmittag. Ich muss mich vorweg entschuldigen, da meine etwas veraltete Kamera mit den Lichtverhältnissen zu kämpfen hatte und es den Bildern mithin ein wenig an der Qualität fehlt: 


Das erste Buch wurde von Ralf vorgestellt. Er begann mit einem sehr interessanten Einblick in die Vita von Johann Peter Hebel und stellte dann aus seinen Kalendergeschichten das Werk „Unverhofftes Wiedersehen“ vor.

Der Autor schreibt in erster Linie über reale Ereignisse. Die Geschichte stammte aus dem Jahre 1811. Die traurige Liebesgeschichte spiegelt J. P. Hebels Erfahrung von Einsamkeit und Verlust.

Als kleines „Schmankerl“ gab es dann noch eine Geschichte von Volker Braun, der sich in seinem Werk auf Hebel bezieht. Der Titel dieses Werkes lautete: „Aufgeschobene Heimkehr wie von Hebel“ und handelt von einem Soldaten, der in der Kriegsgefangenenschaft eine zweite Ehe wagte.




Nun folgten die Känguru-Chroniken von Marc-Uwe Kling.

Der mehrfache Poetry-Slam-Gewinner, Autor und Sänger schildert in diesem ersten Roman seiner Trilogie, wie ein Känguru an seine Junggesellenbude klopft und sich in sein Leben mogelt.

Tanja las das erste Zusammentreffen der beiden vor, welches das Känguru nutzt, um Marc Uwe um Pfannkuchenzutaten anzuschnorren und endete dann mit einer sehr amüsanten Geschichte im Dunkelrestaurant.






Nach einer weiteren Pause, in der die Besucher schon recht angeregt miteinander diskutierten, trat dann Vera vor. Sie präsentierte den Klassiker „Liebe in Zeiten der Cholera“.
Ihre Vorlesung handelte von einem Stück Seife und um einen ganz schönen Aufruhr, der dadurch entstanden ist.
Auch hier entfleuchte den Zuhörern wieder der ein oder andere Lacher.




Den wunderbaren Abschlussakkord setzte dann Torsten mit dem kleinen bei BOD gebundenen Büchlein, der zusammengetragenen Geschichten von zwei Wettbewerben, die die Kirchengemeinde in Zusammenarbeit mit dem Verein organisiert hat.
Damals wurde ein Thema vorgegeben und zwar in diesem Falle „Gartenkrimi“. Fünf Begriffe erhielten die Teilnehmer sowie eine Seitenbeschränkung von zwei DINA4-Seiten.
Torsten begann seine Vorstellung mit der kleinen Anekdote, wie die Teilnehmer sich mit dem Trick die Schriftgröße zu verkleinern und eine andere Schriftart zu wählen dabei halfen ihren längeren Text durchzumogeln.

Sehr unterhaltsam war dann die Geschichte, die Torsten selbst bei diesem Wettbewerb abgegeben hat und die er nun den Gästen des Literaturcafes vorstellte. „Alte Freunde“ wartete mit einer überraschenden Wendung auf und entlockte wieder dem ein oder anderen ein Schmunzeln.

Es wurde noch etwas auf den bequemen Sesseln miteinander geplauscht und die letzten Stücke Kuchen vernascht. Der ein oder andere nutzte die Zeit, um sich noch einen der Bomlitzer Krimis zu kaufen.

Ich persönlich habe mir ebenfalls so ein Werk gekauft und bin sehr gespannt, welche heimischen Autoren ich darin entdecken werde. Euch werde ich auf alle Fälle an meinen Erkenntnissen dazu teilhaben lassen. Solltet ihr es nicht abwarten können oder selbst neugierig geworden sein, so könnt ihr dieses Büchlein natürlich auch selbst bestellen.
Eine Leseprobe und eine Kontaktadresse erhaltet ihr *hier*


Vielleicht hat der ein oder andere ja jetzt auch Lust bekommen auf dem nächsten Bomlitzer Literaturtreffen dabei zu sein?
Das wäre doch eine schöne Möglichkeit euch einmal kennenzulernen :o)

Dienstag, 14. Juli 2015

Durchgelesen

Unter den Eichen vom Mühlenhof von Magda Kleiber



Verlag: BOOKS on DEMAND
Seitenzahl: 108 Seiten
Format: Paperback
Preis: 8,99 Euro
ISBN: 978-3-7347-5799-0








Inhalt:

Magda Kleiber wurde 1939 in Stettin geboren. Nach der Vertreibung gelangte sie 1948 nach Benefeld. In ihrem 108 Seiten starken Buch präsentiert die Autorin Ausschnitte aus ihrer Kindheit. Der Leser geht mit ihr durch die Nachwehen des Krieges, wirft einen Blick auf die Entwicklungsgeschichte der Firma Wolff und lernt den Autor Arno Schmidt von seiner privaten Seite kennen. Kleine Anekdoten aus dem häuslichen Leben laden zum Schmunzeln ein.



Schreibstil:

Magda Kleibers Schreibstil ist einfach und locker. Schnell liest man sich durch das schmale, kurzweilige und vergnügliche Werk. Schnell fühlt man sich wie am Kaffeetisch bei Oma, die aus der guten alten Zeit berichtet.

Wenn Magda davon berichtet, wie die Mutter schimpft, „Bübchen“ eine ganze Torte alleine essen darf, während die Schwestern zuschauen müssen; wenn sie davon erzählt, wie sie in einem Heim untergebracht wird, um dort gegen die Unterernährung anzukämpfen, dann ahnt der Leser bald, dass im Leben der Autorin nicht immer alles so einfach war.
Spätestens als die Kinder sich im Haus verstecken, weil die Russen vermeintlich vor der Tür stehen, letztlich aber feststellen, dass es sich doch nur um eine englische Truppe handelt, ahnt man, dass der Krieg auch in der Nachkriegszeit noch allgegenwärtig war.
Umso mehr wird auch die Freude spürbar, wenn die Geschwister zu Weihnachten eine Puppe erhalten, die sie sich so sehr gewünscht haben oder wenn sie ein Stück Schinken über dem offenen Feuer geröstet auf ein mit Bratfett getränktes und Zwiebeln belegtes Stück Brot geben und dann verzehren dürfen.

Magda Kleiber berichtet schwere Erlebnisse in einer sehr unaufgeregten und ruhigen Tonlage. Sie untermalt ihre Erlebnisse mit kleinen Anekdoten aus dem Alltag.
Sie dramatisiert nicht und dennoch bleiben ihre Zeilen nicht gefühllos.



Fazit:

Das Büchlein „Unter den Eichen vom Mühlenhof“ lebt nicht unbedingt von geschichtlichen Fakten, es ist vielmehr ein Kindheitsbericht einer Frau, die zu einer Zeit gelebt hat, die zwar noch nicht lange her ist, aber sich dennoch von der heutigen stark unterscheidet. Es ist ein Buch, das die Vergangenheit lebendig macht und dem Leser neue Einsichten zu schenken vermag.



Meine Bewertung: 




Samstag, 11. Juli 2015

Und was gibts dazu?

Unter den Eichen vom Mühlenhof von Magda Kleiber und Blaubeeren mit Milch und Zucker



In ihrem 104 Seiten starkem Roman „Unter den Eichen vom Mühlenhof“ führt die Autorin, Magda Kleiber, den Leser durch ihre Kindheit. Nach Krieg und Flucht findet ihre Familie letztlich Unterkunft im Mühlenhof in Bomlitz/Benefeld. Hier beginnt ein Leben in kargen Verhältnissen, bestimmt nicht immer einfach, aber dennoch von einem eigenen Zauber durchzogen.
So kann Magda zum Beispiel ihr Glück kaum fassen, als sie das erste Mal eine Puppe geschenkt bekommt. Zuvor hat sie sich ihr Spielzeug aus Kastanien und Bucheckern gebastelt.
Die Kinder sammeln in ihrer Freizeit Blaubeeren und tragen sie dann in Drei-Liter-Milchkannen nach Hause. Dort, so freuen sie sich, gibt es dann Blaubeeren mit Milch und Zucker; denn „so“, sagt Magda Kleiber, „schmecken sie zu Hause am besten.“





Die Blaubeeren mit Milch und Zucker zuzubereiten ist ganz einfach.
Nimm ein Schälchen von 200 g Blaubeeren, wasche sie gründlich ab und gib sie in eine Schüssel. Ich persönlich mag es nicht ganz so süß. Daher würde ich 1 TL Rohrzucker mit 1 TL selbstgemachtem Vanillezucker mischen und beides dann über die Beeren geben. Dazu dann soviel Milch schütten, bis die Blaubeeren fast gänzlich davon bedeckt sind.

Und nun viel Spaß mit Magda Kleibers Geschichten aus der alten Heimat und den Blaubeeren mit Milch und Zucker.

Dienstag, 9. Juni 2015

Buchvorstellung

Treffen von Gleichgesinnten in der Cordinger Mühle


Wo findet man sie, die Buchliebhaber? Sie sind unterwegs auf Messen, stöbern in kleinen urigen Lädchen mit unzähligen alten und neuen Werken namhafter oder noch unentdeckter Autoren. Gerne stecken sie ihre Näschen in fremde Bücherregale oder durchforsten das Internet, stets auf der Suche nach einem neuen Schatz für ihre eigene kuschelige Leseecke.
Auch ich bin gerne unterwegs und hole mir Anregungen oder lausche den Menschen, die davon berichten, wie sie in eine fremde fantastische Welt eingetaucht sind und dabei völlig Zeit und Raum um sich herum vergessen konnten.

Diesmal war ich unterwegs in Benefeld. Hier veranstaltet Torsten Kleiber, der das Forum Bomlitz betreut, zweimal im Jahr ein Treffen für Bücherfreunde. Jeder bringt sein derzeitiges Lieblingsbuch mit, erzählt in wenigen Sätzen, worum es darin geht und liest einen kleinen Abschnitt, der ihm beim Lesen besonders aufgefallen ist, daraus vor.

Normalerweise finden diese Treffen stets in der kleinen Gemeindebibliothek Bomlitz statt. Diesmal hatte sich Herr Kleiber allerdings etwas ganz besonderes für seine Gäste ausgedacht. Mitten im kuscheligen Nachbarörtchen Benefeld an der Cordinger Mühle wird derzeit mit wenigen Plakaten das Leben von Arno Schmidt illustriert.





In gemütlicher Runde, umgeben von acht Lesern und Leserinnen, gab Torsten uns einen kleinen Einblick in die Geschichte des Schriftstellers. Er berichtete davon, dass dieser nach dem Krieg für fünf Jahre (von 1945 bis 1950) mit 12 Parteien, vorwiegend Flüchtlingen aus dem Osten, hier im Gutshaus untergebracht wurde.

Passend zu dieser Ausstellung, dem Ambiente und der neu entdeckten Leidenschaft zu dem Schriftsteller, die zugegebenerweise erst noch wachsen musste, eröffnete der Gastgeber die Büchervorstellung mit Arno Schmidts Buch aus dem Lebendes Fauns. Ein Buch, dass durch eine hervorragende Recherchearbeit eine Menge über die Wahlheimat von Torsten verrät und mit bildlicher Sprache von den damaligen Kriegsgeschehnissen berichtet.

Unterbrochen durch ein kleines literarisches Fragequiz, bei dem es eine Original-Bomlitzer Tasse zu gewinnen gab, wurden die folgenden Buchtipps von den Einheimischen und Besuchern aus dem Umland präsentiert:























 

  

Geh nicht nach El-Kuweit von Günter Eich





(Hinweis: Durch Klick auf Titel und Autor kommst Du direkt zum Buch auf der Verlagsseite. Dort kannst Du Dir weitere Details zum Buch anschauen. Vielleicht ist ja auch für Dich das ein oder andere Werk interessant?)



Alles in allem war dieser Abend unter Gleichgesinnten ein geselliges Beisammensein. Eine Runde, die nicht zuletzt durch eine charmante Moderation ihren Spaß und Freude am Buch voll entfalten konnte. Mir hat es hier sehr gefallen und ich freue mich schon auf das nächste Treffen im November/Dezember diesen Jahres.





Kurzgefasst:

Wo fand es statt?
In Benefeld

Ambiente:
Sehr idyllische Lage an der Cordinger Mühle.

Publikum:
Von jung bis alt war hier alles vertreten. Die Stimmung gemütlich und entspannt, wie bei guten Freunden die ein Hobby teilen: Bücher :o)

Versorgung:
Wem die Kehle beim Reden trocken wurde, der konnte sich an dem Getränkebuffet zwischen Apfelsaft und Wasser bedienen.

Vertretenes Genre:
Vom Krimi, Kinderbuch oder Klassiker über Kriegsbericht bishin zum Fantasybuch war hier diesmal alles vertreten.

Moderation:
Die Moderation erfolgte wie immer über Torsten Kleiber, der mit eigenem Charme, guter Laune und seiner Herzlichkeit einmal mehr alle Zuhörer auf seiner Seite hatte.

Kann ich es weiterempfehlen?
Unbedingt! Wer Lust auf ein geselliges Beisammensein hat und gerne über Bücher plaudert, kann hier eine Menge Spaß haben. Und wer weiß, vielleicht ist ja auch der ein oder andere Tipp für den nächsten Bücherkauf mit dabei?!