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Freitag, 20. Mai 2016

Durchgelesen

Rezension zu Das Feuerzeichen – Rebellion von Francesca Haig



Verlag: Heyne fliegt
Seitenzahl: 480 Seiten
Format: Hardcover
Preis: 16,99 Euro
ISBN: 978-3-453-27041-1
Band 2









Inhalt:

Cass hat sich dem Widerstand angeschlossen. Gemeinsam mit ihren neuen Freunden Piper und seiner Schwester Zoe versucht sie, einen Weg zu finden, der Regierung Einhalt zu gebieten. Geführt wird die Regierung vom Reformer und der Generalin. Wobei der Reformer kein geringerer als Cass Zwillingsbruder Zach ist. Der Plan der Herrschenden ist es, jeden Omega – den mit einem Makel versehenen Zwilling eines normalgeborenen Alphas – in einen der unzähligen Tanks zu stecken. Darin sollen die Omegas wohlbehütet in einer zähen Flüssigkeit eingelegt werden, so dass sie weder Ressourcen noch Platz verbrauchen: kurzum den Alphas nicht mehr im Weg sind.

Nach der Vernichtung der geheimen Insel, auf denen der Widerstand Unterschlupf gefunden hat, sind Cass und ihre Freunde auf der Suche nach dem Anderswo. Es muss einen Ort geben, der Hoffnung und Hilfe verspricht.



Wichtigste Charaktere:

Seit dem Tod ihres Freundes Kip ist Cass nicht mehr die Alte. Die Trauer sitzt tief. Sie wird von intensiven Visionen heimgesucht, über denen sie den Verstand zu verlieren droht. Entmutigung und Verzweiflung in der Gruppe tragen nicht gerade zur Verbesserung von Cass Gemütszustand bei.

Zach – genannt der Reformer – hat sich an die Spitze der Regierung hochgearbeitet. Auch er ist verbittert, weil ihm die Kindheit als „normaler Alpha“ verwehrt wurde. Mit aller Macht versucht er, eine „bessere Welt“ für die Alphas zu schaffen, indem er den Plan umsetzt, bei dem die Omegas konserviert werden und der Gesellschaft kein Dorn mehr im Auge sind.

Piper kämpft zusammen mit seiner Schwester Zoe an Cass Seite. Gemeinsam versuchen sie, der Regierung Widerstand zu bieten und die Pläne der Alphas zu durchkreuzen. Piper ist im Gegensatz zu seinen Begleiterinnen ruhig und besonnen.



Welt:

Francesca Haig schafft mit ihrem Roman „Das Feuerzeichen“ eine dystopische Welt, in der eine Explosion dafür gesorgt hat, dass alle Maschinen zerstört wurden. Die meisten Menschen haben Angst davor, dass die Maschinen wieder die Kontrolle über die Welt übernehmen könnten. Andere sehen darin die Hoffnung auf Fortschritt.

Die Auswirkungen der Explosion sorgten für Zwillingsgeburten. Eines der Kinder wird stets ohne Makel geboren, das andere weist eine Missbildung, wie zum Beispiel eine doppelte oder eine fehlende Gliedmaße, auf. Ganz selten wird der zweite Zwilling mit der Gabe der „Vision“ geboren.

Die Gesellschaft nennt die „perfekten“ Kinder Alphas und die Kinder mit einem Makel „Omegas“. Alphas erhalten das Recht zur Schule zu gehen und jegliche Vorzüge des Lebens zu genießen, während Omegas früh von den Eltern abgewiesen werden. Elternlos und einem unklaren Schicksal anheimgegeben kämpfen sie ums Überleben.

Zwillinge sind aneinander gebunden. In ihrer Symbiose teilen sie das gleiche Schicksal. Wenn einem von ihnen ein Leid zustößt, so erfährt es auch der andere; wenn einer stirbt, so stirbt auch sein Bruder/seine Schwester.



Schreibstil:

Der zweite Band von „Das Feuerzeichen“ wird in einer ganz ähnlich düsteren Tonlage wie der erste geführt. Das Leben der Omegas ist hart, es leidet an großer Perspektivlosigkeit. Sie schätzen die Chancen für ein besseres Leben als sehr gering ein. Die Alphas haben fast alle Städte erobert, sehr viele Omegas stecken bereits in Tanks, mit einer zähen Flüssigkeit, in denen sie nur noch konserviert werden.

Gerade diese Szenen werden sehr explizit dargestellt. So schwimmen in den Tanks Menschen, deren Haut bereits mit den Kabeln verwachsen ist. Auch Kindern wird dieses Schicksal nicht erspart.

Die Protagonistin ist verbittert. Gemeinsam mit ihren Freunden klammert sie sich an den letzten Funken Hoffnung.
Diskussionen über vergangene Tage und geschmiedete Pläne für die Zukunft lassen den Blick auf das Jetzt ein wenig in den Hintergrund rücken. Die Handlung entwickelt sich gemächlich und lässt damit actionlastige Szenen missen.



Fazit:

In dem Roman herrscht Armut, Hass und Hoffnungslosigkeit, was sich in der besonderen Intensität des Ausdrucks niederschlägt. Rückblicke und Vorhersagen dekonstruieren die Gegenwärtigkeit des Geschriebenen. In der gemächlichen Ausbreitung des Szenarios entwickelt die Handlung selten Dynamik. Die Schilderung der Aufbewahrungstanks gelingt authentisch und aufwühlend.


Persönliche Meinung:

Der zweite Teil „Das Feuerzeichen – Rebellion“ war mir persönlich zu zäh. Düstere Stimmung und brutale Szenen waren für mich nicht das Problem, eher der Mangel an Fortschritt in der Handlung und Action.



Buchzitate:

Hunderte Menschen schwammen in dem zähflüssigen Sud. Klebrig-süß hatte er sich seinen Weg in ihre Augen, Ohren, Nasen und Münder gebahnt und sie verstummen lassen, bis nichts mehr zu hören war außer dem Brummen der Maschinen.

Du gehst durch die Welt, als würde sie dir jeden Schritt übel nehmen.



Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Charaktere:






Weltenaufbau: 






Handlungsstrang:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket:






Ich danke dem Verlag recht herzlich für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares

Mittwoch, 18. Mai 2016

Und was gibts dazu?

Das Feuerzeichen – Rebellion von Francesca Haig und dazu rebellischen Kürbis


In diesem zweiten Teil der „Das Feuerzeichen“-Reihe ist Cass mit dem Widerstand unterwegs. Sie leidet noch sehr unter dem Verlust ihres Freundes Kip. Ständig wird sie von dunklen Träumen und Visionen heimgesucht, die sie an die Explosion von damals erinnern. Verbittert und mit wenig Hoffnung versehen folgt das Mädchen ihren Freunden Piper und Zoe.

Die Alphas haben unzählige Tanks geschaffen, in denen bereits viele Omegas ihr Dasein fristen. Als die drei Widerstandskämpfer davon erfahren, dass nun auch die Einwohner von New Hobart „konserviert“ werden sollen, ist für Cass, Piper und Zoe klar, dass sie die verbliebenen Omegas warnen müssen.

An dieser Stelle kommt der „rebellische Kürbis“ zum Einsatz. Wenn ihr wissen wollt, was es damit auf sich hat, müsst ihr das Buch lesen, denn ich verrate es euch an dieser Stelle nicht :o)))

Dafür habe ich aber ein köstliches „Kürbissuppen“-Rezept für euch im Gepäck, welches euch dabei helfen wird, diese Reise anzutreten und ja, vielleicht auch eure Fantasie dazu animiert, die Ereignisse schon ein wenig vorauszuahnen (?!)


Was brauche ich für eine rebellische Kürbissuppe?

1 kleinen Hokkaido-Kürbis
4 Kartoffeln
2 große Möhren
100 g Sahne
1 Liter Wasser
2 TL gemahlener Ingwer
3 TL milde Currypaste
Salz & Pfeffer


Und was mache ich damit?

Wasche den Kürbis ordentlich ab, schneide ihn auf und entferne die Kerne. Danach schälst du die Kartoffeln und schneidest das Gemüse in Stücke.

Gib alles zusammen mit einem Liter Leitungswasser in einen großen Topf und koche das Gemüse richtig schön weich. Das sollte so etwa zwanzig Minuten dauern.

Nun gib die Currypaste und das Ingwergewürz hinzu. Schnapp dir deinen Pürierstab und mixe die Suppe solange durch, bis alles schön cremig ist und keine Gemüsestückchen mehr auffindbar sind. Zuletzt rührst du die Sahne unter und würzt ordentlich mit Salz und Pfeffer nach.

Und jetzt kannst du es dir auch schon schmecken lassen :o) Guten Appetit :o)


Habt ihr eine schon eine Idee, was die Gruppe mit dem Kürbis anstellen könnte und wollt ihr sie mir verraten?

Mögt ihr Kürbis und wenn ja, wie bereitet ihr ihn am liebsten zu? Mögt ihr ihn in der Suppe auch so gerne?

Sonntag, 24. Januar 2016

Tanja & Tanja lesen gemeinsam

 

Wie bist du auf das Buch gekommen?
Ich habe das Buch schon einige Zeit zuvor bei den Neuerscheinungen der Verlagsgruppe entdeckt. Der Klappentext sprach mich sehr an. Ich wollte wissen, was es mit der Zwillingsthematik auf sich hatte.

Auch ich habe es in der Vorschau entdeckt und fand die Zwillingsthematik sehr interessant. War dann aber doch unsicher und hab die ersten Rezensionen abgewartet. Nach der begeisterten Rezi von Tanja, wollte ich es dann auch lesen.

Mein Lieblingscharakter: 
Kip mochte ich sehr gerne. Er hat in dem Buch die Erinnerung an seine Vergangenheit verloren und erhält seinen „Ersatznamen“ von Cass. Die Gedanken, woher er kommt, was er vielleicht einmal war, beschäftigen ihn sehr.
 
Ich hatte nicht so wirklich einen Liebling, da ich keinem Charakter wirklich "nah" kam. Fand aber den Zwilling von Cass, Zach sehr interessant. Ich wollte mehr über seine Beweggründe erfahren...


Welchen Charakter fandest du am nervigsten?
Zach, natürlich. Er ist so voller Missgunst und Hass. Er ist bereit seine Schwester zu verraten, nur damit er den Platz in der Gesellschaft einnehmen kann, der ihm zusteht. Allerdings fand ich ihn andererseits auch sehr gut ausgearbeitet ...


Die andere Hellseherin. Sie verrät ihre eigenen Leute.


Wie fandest du den Weltenentwurf?
 
Der Weltenentwurf war einerseits nichts neues. Eine Dystopie, eine zwiegespaltene Gesellschaft. Die Idee mit den Zwillingen gefiel mir allerdings sehr gut.

Die Idee mit den Zwillingen fand ich richtig toll. Das andere war altbekannt und nichts neues.




Hatte der Roman genug Spannung für dich:

Unbedingt. Durch die vielen Fragen, die die Autorin aufgeworfen hat, durch die gesellschaftliche Entwicklung, die Spaltung in zwei Gruppen „Omegas“ und „Alphas“ war für mich durchweg Spannung gegeben.
 
 
Nein, ich empfand die Handlung öfters als zäh. Für mich zog sie sich stark und zwar immer wieder. Spannung kam bei mir leider nie auf.


Was gefiel dir?
Die Geschichte rund um die Zwillinge. Wovon einer (die Omegas) mit einem Makel versehen ist und der andere (die Alphas) als perfekter Gegenpol von der Gesellschaft gefördert wird. Die Auswirkungen, die es hat, wenn eine Gruppe an Stärke gewinnt, wie weit sie bereit ist zu gehen, um ihren Platz in dieser Welt beizubehalten und der Kampf der anderen Seite, um nicht völlig ins Abseits gedrängt zu werden, fand ich perfekt dargestellt.


Ich kann mich Tanja da nur anschließen. Diese Thematik gefiel mir auch sehr. Aber das war es dann leider auch schon.


Was gefiel dir weniger?
Gegen Ende hin gab es ein paar Seiten auf denen die Charaktere ein wenig an Farbe verloren. Auch die Geschichte „dümpelte“ ein wenig vor sich hin. Das war allerdings nur eine kurze Phase, die es brauchte, um dann mit einem fulminanten Ende aufzuwarten.

Ich kam nicht wirklich an Cass ran, konnte ihren Charakter nicht richtig fassen. Die Handlung war für mich zu schleppend. Mir fehlte die Spannung. Wäre da nicht die Zwillings Sache gewesen, wäre das Buch für mich ein ziemlicher Reinfall gewesen...


Wie fandest du die Liebesromanze in dem Roman?
 
Die Beziehung zwischen Kip und Cass gefiel mir sehr. Sie war eher freundschaftlich und dennoch hat man gemerkt, dass die beiden eine besondere Bindung zueinander haben. Beide waren eine gute Stütze in dieser Zeit füreinander.
 
 
Mhh. Hat mich nicht ergriffen oder bewegt. Gut war, dass sie so dezent war.



Und der Schreibstil an sich?
  
Ich mochte die Spannung und den Handlungsstrang. Der Schreibstil hat dafür gesorgt, dass ich direkt in der Geschichte drin war.


War flüssig zu lesen, aber nichts besonderes, für mich stach er nicht heraus.



In diesem Buch dreht sich alles um die „Omegas“ und die „Alphas“. Erstere werden von der Gesellschaft ausgeschlossen. Sie bekommen ein bestimmtes Areal zugewiesen, auf dem sie leben können. Den Omegas fehlt es an nichts. Sie können bei den Eltern wohnen, erhalten Essen und dürfen zur Schule gehen. Alphas werden mit einem Makel geboren. Das kann ein verstümmeltes Körperteil sein oder aber eine hellseherische Fähigkeit.

Welcher Gruppe würdest du in so einer Welt wohl eher angehören? Entweder den Omegas, den es zwar an nichts mangelt, die aber dazu gedrängt werden sich von ihrem Zwilling zu entfernen und sich den Befehlen der Obrigkeit anpassen müssen oder bist du eher der rebellische Typ „Alpha“, der zwar ausgestoßen wird und um alles kämpfen muss, dafür aber frei in seinem Denken bleibt?
  
Ich bin so gar nicht der Kämpfertyp. Allerdings finde ich die Denkweise der Alphas nicht gut und ich würde auch ein freies Denken bevorzugen.

Mhhh, kommt für mich auch etwas darauf an, welchen Makel man hätte. Ich würde wohl einen gesunden und intakten Körper vorziehen.


Welcher Typ bist du? Eher der Omega- oder der Alphatyp?
Hast du das Buch bereits gelesen? Wie gefiel es dir? Wirst du die Fortsetzung lesen oder eher nicht?

Samstag, 14. November 2015

Durchgelesen

Rezension: Das Feuerzeichen von Francesca Haig




Verlag: Heyne fliegt
Seitenzahl: 480 Seiten
Format: Ebook
Preis: 13,99 Euro (Gebunden: 16,99 Euro)
ISBN: 978-3-453-27013-8
Altersempfehlung des Verlages: Ab 13 Jahren
Band 1







Inhalt:

Cass und Zach wachsen wohlbehütet als Zwillingspaar heran. Doch einer von beiden ist ein Omega - ein von der Gesellschaft Ausgestoßener. Weder Cass noch ihr Bruder zeigen einen körperlichen Makel, eine Art Kainsmal, das die Kinder einer Klasse zuordnet.

Die Eltern betrachten ihre Kinder sehr kritisch, da eine Trennung der Beiden längst hätte erfolgen müssen. Auch Zach wird zusehends ungeduldiger. Er ist sich sicher, dass nicht er derjenige ist, der das Dorf verlassen muss. Zudem möchte er endlich Freunde gewinnen und zur Schule gehen, wie es sich für einen geborenen Alpha, einem Angehörigen der herrschenden Klasse, gehört.

Als Cass eines Tages ihren Bruder vor einem herabstürzenden Ast rettet, hat ihr Bruder einen Verdacht: Cass ist eine Seherin. Er muss es lediglich beweisen. Fortan macht er seiner Schwester das Leben schwer, indem er ihr Fallen stellt, die dafür Sorge tragen sollen, dass sie ihre Gabe offenbart. Durch eine gemeine List, gelingt es ihm irgendwann, seine Schwester dem Rat als Omega zu präsentieren. 

Fortan muss Cass ein Leben, abgeschieden von ihrer Familie, auf eigenen Beinen führen. Kaum hat sich das Mädchen eingelebt, da stellt ihr das Schicksal erneut ein Bein: Ihr Bruder ist in die Politik gegangen. Er betrachtet seinen Zwilling als seine Achillesverse.
So lässt Zach seine Schwester in Isolation stecken und von der Beichtmutter vernehmen. Cass lernt, dass es nur einen Weg gibt, ihrem Leben eine neue Wendung zu geben. Sie entscheidet sich zu einer gefährlichen Flucht vor ihrem Bruder, der Beichtmutter, den Alphas und dem Rat. 
Auf diesem Weg gibt es nur wenige Verbündete. Einer davon ist der Junge, den sie aus den Fängen des Rats befreit und der sich weder an seine Vergangenheit noch an seinen Namen erinnern kann: Kip.


Wichtigste Charaktere:

Cassandra (genannt Cass) ist eine Omega. Sie ist eine der wenigen, die körperlich nicht missgebildet sind. Ihr Makel ist der, dass sie bevorstehende Ereignisse oder weit entfernte Orte sehen kann, die für andere Augen verschlossen bleiben. Sie ist die Zwillingsschwester von Zach.

Kip heißt eigentlich gar nicht so. Er erhält seinen Namen von Cass, die ihn aus der Gefangenschaft der Regierung befreit und kurzerhand in ihre Fluchtpläne integriert. Kip hat sein Gedächtnis verloren. Weder weiß er etwas über seine Vergangenheit, noch woher er kommt.

Zach ist der Zwillingsbruder von Cass. Zeit seines Lebens kämpft er darum von der Gesellschaft als Alpha-Zwilling anerkannt zu werden. Dadurch, dass Cass ihren Makel so lange geheim hält, wird der Zorn in ihm geschürt. Sein Ehrgeiz und seine Wut sind es vermutlich, die dafür sorgen, dass er eine Position in der Politik anstrebt, die alles dafür tut, damit Omegas von der Gesellschaft ausgestoßen werden.


Welt:

Nach der großen Explosion muss sich die Welt erst mal wieder erholen. Viele Ländereien liegen brach. Auch die Fauna hat durch die Naturgewalt stark gelitten. Es gibt zweiköpfige Schlangen, Tiere ohne Augen.

In der zweiten oder dritten Generation des „Nachher“ sind bei den Menschen die Zwillingsgeburten entstanden. Es wird stets ein Junge und ein Mädchen geboren. Eines der Kinder ist stark, gesund und robust, das andere trägt einen Makel in sich. Meist handelt es sich hierbei um eine missgestaltete Gliedmaße. In seltenen Fällen ist der Körper „normal“ und es handelt sich um einen Seher.

Die „perfekten“ Kinder werden Alphas genannt, die mit einem Makel Omegas. Wenn einem der Zwillinge etwas zustößt, sei es Krankheit, Schmerz oder gar Tod, so erleidet sein Pendant das gleiche Schicksal.

Während Alphas von der Gesellschaft geachtet, geschult und hofiert werden, werden Omegas vom Rat mit Plakaten und öffentlichen Aktionen ausgeschlossen. Damit jedoch den Alphas kein Leid widerfährt, erhalten sie eine minimale humanitäre Unterstützung.



Schreibstil:

Der Roman beginnt mitten in der Geschichte und somit gleich ziemlich rasant. Hier erfährt der Leser, dass Cass entführt wird und „der Zwilling“ möchte, dass ihr kein Leid zugefügt wird.
Sofort stellen sich die ersten Fragen ein: Wieso wird das Mädchen entführt, was soll mit ihr geschehen, wer ist der Zwilling und warum ist er um Cass Wohlbefinden besorgt?
Es wird sofort Spannung beim Leser erzeugt. Er ist gleich mittendrin und möchte wissen, wie es weitergeht.

Auf den Folgeseiten lernt man dann Cass und ihr Schicksal genauer kennen. Wer glaubt, dass durch diese Einführung Langeweile aufkommt, der mag sich irren. Cass Leben ist durchzogen von Ängsten und Plänen. Ständig sorgt sie sich um ihre Zukunft und muss sich behaupten.

Auch die Ich-Perspektive, die für den Roman gewählt wurde, unterstützt diese Sogwirkung zusätzlich.

Lediglich zum Ende hin gibt es vielleicht für den ein oder anderen Leser ein kleines "Hängerchen". Hier verlieren die gut ausgearbeiten Charaktere teilweise etwas an Tiefe. Es scheint so, als wäre der Weg zum Ziel notwendig und daher wirken diese Seiten nicht mehr überraschend oder spannend. Diese Stelle zieht sich jedoch nur über wenige Seiten. Letztlich kann sich der Leser auf einen sehr überraschenden Ausklang der Geschichte freuen.

Die Liebesgeschichte in diesem Roman entspinnt sich sehr zaghaft und nachvollziehbar. Durch die Situation kommen sich Kip und Cass langsam und unaufhaltsam näher.
Überhaupt sind die Charaktere in ihren Gedanken und ihrem Befinden sehr gut nachvollziehbar. Auch Zach mag dem Leser zwar nicht sympathisch erscheinen, sein Werdegang erscheint aber nachvollziehbar.



Fazit:

Das Feuerzeichen hat mich auf ganzer Linie überzeugt. Hier ist fast durchweg Spannung gegeben, die Geschichte ist gut durchdacht und hält ihren roten Faden. Auch die Charaktere waren für mich nachvollziehbar und individuell gestaltet. Die Idee hinter der Geschichte mag zwar einige Parallelen zu bereits dagewesenen Geschichten haben, konnte mich aber gerade durch die Zwillingsverbundenheit durchaus überzeugen.

Dieses Buch macht von der ersten bis zur letzten Seite Spaß und enthält alles, was ein guter Fantasyroman benötigt. Absolute Leseempfehlung.



Buchzitate:

„Du hast dich verändert“, sagte er leise. „Soll vorkommen nach vier Jahren in einer Zelle.“

„Ich weiß nicht mal, wie du heißt!“, rief ich ihm hinterher. „Geht mir genauso.“ - „Cass.“ - „Nein, ich meine, ich habe auch keine Ahnung, wie ich heiße.“

„Der Nachbar in unserem Dorf hatte einen alten Schäferhund, der den lieben langen Tag schlafend vor der Haustür lag. Er hieß Kip. So werde ich dich von jetzt an nennen.“




Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Liebe:






Charaktere:






Weltenaufbau:






Handlungsstrang:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket:







Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares

Mittwoch, 11. November 2015

Und was gibt’s dazu?

Das Feuerzeichen von Francesca Haig und dazu Haferbrei



 

Ein Mädchen lutschte verträumt an einem Löffel, während alle darauf warteten, dass der Haferbrei serviert wurde. 
 Buchzitat Seite 147 (Ebook)




"Ist das schon wieder eins deiner Geografie-Kunststückchen?" Ich lachte. "Nein, ich rieche Essen."
 Buchzitat S. 137 (Ebook)





Cass ist ein Omega, ihr Bruder Zach ein Alpha. Zeit ihres Lebens hat die Familie versucht die beiden Zwillingsgeschwister in diese Kategorien einzuordnen. Als dies gelungen ist, steht fest, dass Cass wie jeder „missratene“ Zwilling von der Familie entfernt und aus dem Dorf ausgestoßen werden muss.

Der Weg, den das Mädchen fortan gehen muss ist nicht einfach. Besonders, da ihr Bruder einen Weg in die Politik einschlägt, der nicht nur ihm sondern auch Cass einige Probleme bereiten wird.
Cass frisch aufgebautes Leben wird einmal mehr zerstört, als ihr Bruder seine Lakaien schickt, um die Schwester aus der dörflichen Gemeinschaft zu reißen und in einem Verlies sicher vor seinen Widersachern einzusperren.

Cass erkennt bald, dass sie kämpfen muss. Ihr gelingt die Flucht zusammen mit einem weiteren Gefangenen, der von seiner Vergangenheit nicht mehr viel weiß. Auch sein Name ist ihm entfallen. Kurzerhand tauft Cass den Jungen Kip. Zusammen machen sich die beiden auf eine Reise, die bedroht durch Alphas, den Rat und Zach sehr abenteuerlich anmutet.

Nach vielen Tagen ohne Nahrung, verdreckt und körperlich am Ende ihrer Kräfte, stoßen die beiden Jugendlichen auf eine Siedlung. Der Zufall führt sie in ein Waisenhaus für verstoßene Omegakinder. Dort gibt es erstmal einen stärkenden Eintopf und am nächsten Morgen Haferbrei für alle.

Zu diesem Buch empfehle ich euch als Lesebegleitung eine Schale warmen Haferbrei mit Bananenscheiben.



 Was braucht man dafür?

60 g Haferflocken
250 ml Milch
Einen guten Schuss Sahne
Honig, Agavendicksaft oder Rohrzucker (nach Belieben)
1 Banane in Scheiben geschnitten


Was macht man damit?

Die Haferflocken mit der Milch einige Minuten aufkochen. Solange, bis die Masse gut angedickt ist. Dann den Sirup, Honig oder den Zucker und die Sahne unterrühren. Auf einem Teller mit den Bananenscheiben und ein wenig Honig, Sirup oder Zucker anrichten.