Rezension
Das Lied von Eis und Feuer – Die Herren von Winterfell von George
R.R. Martins
Verlag:
Blanvalet
Seitenzahl: 576 Seiten
Format: Klappbroschur
Preis: 15,00 Euro
ISBN: 978-3-442-26774-3
Band 1
Inhalt:
Als der König Robert Baratheon seinen
Freund Eddard Stark auf dessen Burg Winterfell besucht, verändert
sich das Leben der Familie Stark von einem Tag auf den anderen. Denn
Robert hat eine Bitte, die man einem König nicht ausschlagen darf:
Er möchte Eddard zu seiner Rechten Hand machen.
Während Catelyn sich damit abfinden
muss, ihren Mann ziehen zu lassen und alleine mit den Söhnen über
die Burg zu wachen, belauscht der Zweitjüngste der Familie ein
Gespräch zwischen der Königin und deren Bruder Jaime. Nicht nur,
dass Bran sieht, wie die beiden eine Liebe frönen, die nicht sein
darf, auch klingt ganz eindeutig Verrat aus ihren Worten hervor.
Immer mehr spitzen sich die Ereignisse
zu. Immer deutlicher wird, dass die letzte Rechte Hand des Königs
vielleicht nicht eines natürlichen Todes gestorben ist, sondern
vermutlich vergiftet wurde. Doch als Eddard dem Rätsel näher kommt,
ist er längst auf dem Schloss des Königs und die Familie allein und
mit weiteren Sorgen auf Burg Winterfell. Derweil schmieden andere
schon Pläne, wie sie an des Königs Thron gelangen können.
Aufmachung/Specials:
Sehr wertvoll bei dieser komplexen
Geschichte sind zum einen eine sehr detaillierte Karte von Westeros.
Wobei der nördliche Teil der Karte im vorderen und der Süden im
hinteren Buchdeckel abgebildet wurden.
Weiterhin findet man auf den letzten
vierunddreißig Seiten ein Personenverzeichnis sowie eine kurze
Erläuterung der verschiedenen Häuser/Einwohner des Landes und deren
Geschichte.
Zudem wird auf der ersten Seite des
Werkes für die App „Die Welt von Eis und Feuer“ geworben. Was
diese App genau bietet, könnt ihr
hier
nachlesen. Sie ist mit Sicherheit eine sehr nützliche und
informative Begleitung für Buch und Serie. Bedauerlicherweise
beinhaltet die kostenlose Variante jedoch nur acht Hauptcharaktere
des ersten Buchs und eine interaktive Karte von Westeros. Weitere
Features können gegen Bezahlung freigeschaltet werden.
Wichtigste Charaktere:
Daenerys (genannt Dany) ist ein
sehr schüchternes Mädchen, dass durch die Erniedrigungen in ihres
Bruders Schatten steht. In ihrer Familie ist es Sitte, dass die
Schwester den Bruder heiratet, damit das Blut des Drachenvolkes rein
bleibt.
Viserys Plan ist jedoch ist den Thron
zurückzugewinnen, nachdem sein Vater, der damalige König gestürzt
wurde. Um diese Vision zu verwirklichen verheiratet Visery seine
Schwester mit dem großen Anführer der Dothraki. Dieses robuste Volk
ist nicht nur furchtlos, sondern auch stark. Visery erhofft sich
mittels dieser Hochzeit zu einer ordentlichen Summe und einem Heer zu
gelangen, mit dem er die Thronfolge für sich zurückgewinnen kann.
Catelyn Stark ist die Frau von
Eddark. Sie lebt mit ihrer Familie auf einer Burg namens Winterfell
im kalten Norden.
Bran ist der zweitjüngste Sohn
der Familie Stark. Er liebt es zu klettern. Er wird Zeuge eines
verräterischen Gesprächs, welches sein Leben und das seiner Familie
stark verändern wird.
Jon ist Eddards Bastard. Der
Vater hat nie über die wahre Mutter des Sohnes gesprochen. Dennoch
liebt er Jon, sehr zum Verdruss von Catelyn, wie seinen eigenen Sohn.
Jon ist ein sehr kluger und gutherziger Mensch. Jedoch ist es nicht
nur sein Nachname „Schnee“, der ihn als Bastard auszeichnet, auch
wird er in vielen Situationen ausgeschlossen und daran erinnert, was
er ist: Ein unehelicher Sohn.
Tyrions Bruder Jaime Lennister hat den
letzten König getötet, um den Weg des Throns für Robert Baratheon
freizumachen. Seine Schwester ist nunmehr mit Robert verheiratet und
ihre Kinder sind die rechtmäßigen Erben des Königs. Ganz im
Gegensatz zu seiner Familie hat Tyrion, vielleicht durch seinen
Kleinwuchs geprägt, eine scharfe Zunge, die sich selbst nicht ernst
nimmt und sagt, was sie denkt. Sein Herz sitzt am rechten Fleck, doch
provoziert er gerne auch in seinen eigenen Reihen.
Eddard Stark ist der Lord von
Winterfell. Er ist ein guter Freund des Königs Robert. Als sein
Freund ihn bittet seine rechte Hand zu werden, weiß er, dass er
nicht ausschlagen darf.
Arya ist Eddards jüngste
Tochter. Sie ist im Gegensatz zu ihrer Schwester den weiblichen
Pflichten sehr abgeneigt. Lieber möchte sie mit dem Schwert kämpfen,
um Schlamm wühlen und Hosen tragen.
Sansa ist
Aryas ältere Schwester. Sie liebt schöne Kleider und das Leben am
Hof. Gerne witmet sie sich den Handarbeiten. Sie himmelt den Prinzen
Joffrey an, dem sie bereits als dessen Verlobte versprochen wurde.
Welt:
Der Autor schafft mit seinem Werk eine
sehr komplexe Welt in der die einzelnen Häuser alle Anspruch auf den
Thron erheben wollen und keine Intrige, kein Kampf gescheut wird. An
jeder Ecke lauert eine Gefahr, die nie unrealistisch wirkt. Machtvoll
und imposant ist diese Welt.
Der erste Band spricht eine vorsichtige
Andeutung auf Fantasyelemente aus. So wird von den Kreaturen jenseits
der Mauer gesprochen. Von weißen Männern, die der Winter mit sich
bringt.
Überhaupt wird von dem Winter als
große Bedrohung gesprochen, die über dem ganzen Geschehen liegt, in
diesem ersten Band aber noch nicht wirklich zum Zuge kommt. Jahre
lang herrschte nun schon Sommer und umso länger der Sommer umso
länger und härter auch der Winter. Jeder fürchtet sich davor und
jeder weiß, dass er sich nicht vor dieser Gefahr schützen kann.
Schreibstil:
George R.R. Martins entwirft mit seiner
Games of Throne-Saga eine sehr komplexe Welt. Unzählige Charaktere
verstricken sich in eine vielschichtige Handlung. Und dennoch gelingt
es dem Autor wie keinem zweiten zu fesseln.
Die Kapitel im ersten Band werden aus
Sicht von Daenerys, Catelyn, Sansa, Bran, Arya, Jon, Tyrion und
Eddard erzählt. Gerade an solch einer Erzählweise sind schon viele
Autoren gescheitert. Oft wirkt es mühselig die Rolle als Leser zu
tauschen und in eine neue Person und deren Lebenslauf einzutauchen.
Nicht so bei Martins Werk. Geschickt verwebt er das Schicksal der
Charaktere miteinander. Gekonnt sind seine einzelnen Kapitel
aufgebaut. Bilder des Films mögen hier am Auge des Lesers
vorbeiziehen, die individuellen Charaktere gehen einem nah. Jedes
Kapitel lebt mit einer eigenen Dramatik so auf, dass ab der ersten
Seite an stets Spannung gegeben ist. Nicht eine Seite bleibt trist
oder farblos.
Menschliche
Abgründe, Intrigen
und Verrat
treiben den Roman voran.
Nicht nur die
Handlung, das Agieren und die Geschichte der Charaktere, sondern auch
die kernigen Dialoge tragen zur Lesefreude bei. Einerseits warten sie
mit weisen Aussagen, andererseits provozierend und auch dramatisch
und dann wieder mit einem ganz eigenen Humor auf. Gerade Tyrion weiß
hier mit seiner spitzen aber auch ehrlichen Zunge zu überzeugen. Der
Zwerg wurde vom Leben allzu oft gebeutelt und hat gelernt, seine
Erscheinung selbst auf die Schippe zu nehmen, bevor es andere tun.
Nicht jedoch, ohne den anderen auch gleich ein wenig zu beschämen.
Sollte man die
Serie zum Buch bereits gesehen haben, so ist das gewiss eine
Erleichterung, um das Geschehen schneller aufzunehmen. Auch ist zu
bemerken, dass die Umsetzung der Serie sehr nah am Buch bleibt und
die Charaktere scheinen eigens für die Schauspieler geschmiedet zu
sein. Nur winzige Unterschiede fallen beim Lesen auf. So hat zum
Beispiel Prinz Joffrey lange gelockte Haare. Die Handlung spielt sich
fast genauso wie die Serie vorm eigenen Auge ab. Nur selten gibt es
eine Szene, die neu wirkt.
Fazit:
Der erste Band der großen Saga von
George R.R. Martin „Das Lied von Eis und Feuer – Die Herren von
Winterfell“ weiß durchweg zu überzeugen. Bereits ab der ersten
Seite beginnt es rasant mit der Handlung und zahlreichen Charakteren.
Jedes der Kapitel ist mit einem Spannungsbogen versehen, Intrigen,
Verrat, knackige Dialoge und sehr individuelle Charaktere lassen auf
keiner der über 500 Seiten Langeweile aufkommen.
Wenn die Publisher Weekly schreibt:
„Spannung, epische Wucht und Ideen dieser Fantasy sind nicht zu
schlagen – ein Meisterwerk!“, dann kann ich diese Aussage nur
unterschreiben.
Buchzitate:
„Kann ein Mann tapfer sein, auch wenn
er sich fürchtet?“ - „Das ist der einzige Moment, in dem er
tapfer sein kann“, erklärte sein Vater.
„Was der König erträumt“, sagt
er, „das baut die Rechte Hand.“
„Vergiss nie, was du bist,
denn die Welt wird es ganz sicher nicht vergessen. Mach es zu deiner
Stärke, dann kann es niemals deine Schwäche sein. Mach es zu deiner
Rüstung und man wird dich nie damit verletzen können.“
(Tyrion der Zwerg)
Die meisten Menschen würden
eine schwere Wahrheit eher leugnen, als sich ihr zu stellen.
„Ich hatte noch nie im Leben eine
Freund.“ - „Wir sind keine Freunde“, sagte Jon. „Wir sind
Brüder.“
(Jon zum „Feigling“ Sam beim Dienst
an der Nachtwache)
Kurzgefasst:
Spannung/Action:
Liebe:
Charaktere:
Weltenaufbau:
Handlungsstrang:
Schreibstil:
Im Gesamtpaket: