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Dienstag, 24. Oktober 2017

Durchgelesen: Ein weiter Weg

Rezension zu Ein weiter Weg von Dan Gemeinhart


Verlag: Königskinderverlag (Carlsen)
Seitenzahl: 272
Format: Hardcover
Preis: 16,99 Euro
ISBN: 978-3-551-56039-1
Übersetzer: Annette von der Weppen
Altersempfehlung des Verlages: Ab 13 Jahren
Abgeschlossene Erzählung








Inhalt:

Im Jahr 1890 macht sich der dreizehnjährige Joseph auf den Weg sein geliebtes Pferd Sarah wiederzufinden, welches sein Vormund in einer Nacht- und Nebelaktion an einen vorbeiziehenden Pferdehändler namens Ezra Bishop verkauft hat. Immer wieder erhascht Joseph einen kleinen Hinweis, in welche Richtung Ezra Bishop mit seiner Herde weitergezogen ist. Immer deutlicher wird ihm bewusst, dass der Pferdehändler dazu neigt, Gewalt anzuwenden und seine Vertragspartner über den Tisch zu ziehen. Doch gleichgültig, welche Hindernisse sich Joseph entgegenstellen, er geht seinen Weg. Egal, wie unfair ihm andere Menschen begegnen, Joseph hält sich an die Grundwerte, die ihm seine Eltern vermittelt haben: Er handelt stets gerecht. Und so kommt es, dass er neben der gefährlichen Begegnung mit einem Bären, einem Besuch im Indianerdorf, einer wilden Flussfahrt, der Begegnung mit einem gefährlichen Betrüger auch einen besten Freund fürs Leben und fast ein neues Zuhause findet.



Schreibstil:

„Ein weiter Weg“ erinnerte mich in einigen Aspekten sehr an das weitere von Dan Gemeinhart erschienene Buch, „Die wirkliche Wahrheit“. Auch hier liegt dem noch jungen Protagonisten ein Tier ganz besonders am Herzen. Auch hier wagt der Held sich auf eine Reise und erlebt ein großes Abenteuer. Auch das Thema Freundschaft ist erneut ein sehr wichtiger Aspekt dieses Romans.

Die Geschichte von Joseph und seiner Suche nach dem Pferd Sarah spielt im Jahr 1890. Der Flair dieser Zeit wird deutlich, wenn man die kleinen Details der Geschichte betrachtet. Für Ordnung sorgt zum Beispiel noch ein Sheriff mit einem Stern an der Weste, die Charaktere reden sich mit Bursche oder Sir an. Eine Pistole funktioniert noch auf altmodische Weise, indem man zuvor noch den Hahn spannen muss. Autos oder Fahrräder findet man hier nicht, als Fortbewegungsmittel dient noch das gute alte Pferd.

Wir verfolgen die Geschichte aus der Sicht eines dreizehnjährige Jungen namens Joseph, der jedoch mit seinem Verhalten oft viel älter wirkt. Sehr oft habe ich mich dabei ertappt, dass ich mir vor dem inneren Auge einen dreißigjährigen Mann vorgestellt habe. Josephs Eltern und auch die jüngere Schwester sind an Krankheit sowie einem Unfall verstorben. Alles, was er noch hat, ist Sarah, das Pferd, das ihm bislang treu zur Seite stand. Ein Freund in guten und schlechten Zeiten. Joseph zieht los um dieses Pferd zu finden. Wenn ihm Unrecht widerfährt, dann handelt er nicht aus Rache oder Wut, sondern besinnt sich der Worte seiner Eltern und versucht so gerecht wie möglich zu handeln. Seine Entscheidungen sind immer gut durchdacht, vorbildlich und sehr weise gefasst.

Auf seiner Reise begegnet Joseph bald einem einsamen und traurig wirkenden chinesischen Jungen. Seit Tagen hat A-Kih, der vor einem Kaufsmannsladen sitzt, angeblich nichts gegessen. Joseph kauft ihm Brot und Wasser und versucht ein Gespräch. Doch A-Kih kennt nur seine eigene Sprache. Bald schon befinden sich die beiden Jungen gemeinsam auf ihrem Weg. Trotz Verständigungsprobleme entspinnt sich schon bald eine wundervolle und enge Freundschaft, die ohne Worte funktioniert.

Joseph und A-Kih werden dem Leser bald schon ans Herz wachsen. Die Abenteuer, die sie auf ihrer Reise erleben sind spannend und immer wieder fragt man sich, was wohl den chinesischen Jungen antreibt. Ein kleiner schwarzer Vogel scheint sein Talisman zu sein. Immer wieder zeigt er ihn vor, immer wieder spricht er andere Menschen auf seiner Reise in seiner seltsam fremden Sprache an. Seine Worte klingen mal beruhigend, mal drängend.



Fazit:

Ein weiter Weg ist die Geschichte von Joseph, einem dreizehnjährigen Jungen, der auf der Suche nach seinem Pferd von einem Abenteuer ins nächste gerät. Im Fokus des Buchs steht das Thema Freundschaft, die, so lernt der Leser aus Dan Gemeinharts Worten, nicht immer auf Gemeinsamkeiten beruhen muss. Der Protagonist wirkt mit seinem erwachsenen und ehrenwerten Ansichten, mit seinem Mut und seiner Entschlossenheit wie jemand, den man sich gerne zum Vorbild nehmen möchte.

Ein weiter Weg ist das zweite Buch von Dan Gemeinhart, welches mich restlos von sich überzeugen konnte. Empfehlen möchte ich diese Geschichte Lesern, die ein Abenteuer suchen, die das Thema Freundschaft interessiert und die einen ganz besonderen Autor für sich entdecken wollen.



Buchzitate:

Meine Mutter hat immer gesagt, wenn jemand etwas Hässliches tut, soll man nicht einfach genauso hässlich sein, sondern lieber ein bisschen Sonnenschein verbreiten, zum Ausgleich.

Wenn man nichts hat, wohin man gehen kann, bleibt man wohl am liebsten einfach da, wo man ist – und sei es noch so schrecklich.

Meine Stimme brach, aber wenn etwas getan werden muss, dann bleibt einem nichts anderes, als sich reinzuknien und die Sache so gut wie möglich zu erledigen.



Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Liebe/Freundschaft: 






Charaktere:






Handlungsstrang:






Schreibstil:





 
Im Gesamtpaket: 






Ich danke dem Verlag herzlich für die Übersendung des Rezensionsexemplars.

Samstag, 7. Oktober 2017

Durchgelesen: Die wirkliche Wahrheit

Rezension zu Die wirkliche Wahrheit von Dan Gemeinhart


Seitenzahl: 256
Format: Hardcover
Preis: 16,99 Euro
ISBN: 978-3-551-56015-5
Übersetzer: Annette von der Weppen
Altersempfehlung des Verlages: Ab 12 Jahren
Abgeschlossene Erzählung








Inhalt:

Marks großer Traum ist es, einmal in seinem Leben den Mount Rainier zu besteigen. Kurzerhand schnappt er sich seinen treuesten Freund und Begleiter, einen Hund namens Beau, packt seine Sachen und zieht die Haustür hinter sich zu. Zu Fuß, mit einem gefüllten Rucksack, einer leeren Reisetasche und einer Kamera, begeben sich die beiden Freunde auf das wohl größte Abenteuer ihres Lebens.



Erweiterter Inhalt:

Ohne einen Blick zurück zu werfen begibt sich Mark gemeinsam mit seinem Freund, einem kleinen aber treuen Hund namens Beau, auf einen Roadtrip. Sein Ziel ist der Gipfel des Berges Mount Rainier. Mark weiß, dass er vielleicht nie mehr wieder heimkehren wird. Er ist sehr krank.
Weder seine Eltern noch seine beste Freundin weiht er in sein Vorhaben ein. Ihm ist klar, dass seine besorgten Eltern einen Suchtrupp losschicken werden. Um das Scheitern seines Plans zu verhindern, legt Mark daher eine falsche Fährte.

Auf der Reise erleben die beiden Freunde viele Abenteuer. Sie treffen auf Menschen, die ihre eigenen Geschichten mit sich herumtragen und diese mit den Reisenden teilen. Sie geraten in gefährliche Situationen und müssen sich nicht nur einmal fragen, ob ihr Gegenüber es gut oder schlecht mit ihnen meint. Bald schon erblickt Mark in einer heruntergekommenen Bar auf einem der Fernseher eine ihn betreffende Suchmeldung. Die Zeit, sein großes Ziel zu erreichen, rinnt ihm davon. Nicht nur, weil jemand auf sie aufmerksam werden könnte, sondern auch, weil Mark krank ist und diese Krankheit macht ihm zusehends zu schaffen.



Meine Meinung:

Die Wirkliche Wahrheit ist ein Buch über eine ganz wundervolle Freundschaft zwischen einem Hund und einem kleinen Jungen. Besonders gut ist dem Autor die Darstellung von Beau und seinem Besitzer gelungen. Kleine Details, wie der treue Blick aus zwei verschiedenfarbigen Augen, das fröhliche Schwanzwedeln, das Mark in schlimmen Situationen Mut spendet oder aber auch ein herzzerreißendes Winseln, hauchen Beau Leben ein. Wie ein kleiner Held stellt er sich trotz seiner Größe Marks Feinden mutig entgegen und folgt seinem Freund selbst dorthin, wo er selbst vielleicht den Tod finden könnte.

Mark hingegen geht seinen Weg. Ihm scheinen die Sorgen der Daheimgebliebenen nahezu egal. Nicht mal eine Postkarte oder einen Anruf sind sie ihm wert. Statt Zweifeln überkommt ihn gelegentlich sogar Wut gegenüber seiner Umwelt. Wut, die ihm hilft seine Angst zu überwinden, die ihn aber auch mal ungerecht wirken lässt. Doch trotz dieser Schwäche kann man diesen Jungen auch bewundern. Egal, wie hart ihm das Schicksal mitspielt, er lässt sich von seinem Traum und seinem großen Ziel nicht abbringen.

Sehr schön zu entdecken waren die kleinen künstlerischen Kniffe, die der Autor in seinen Roman gewoben hat. So besteht die Aufgliederung des Buches aus ganzen und halben Kapiteln. In den halben Kapiteln liest man von Jessie, Marks bester Freundin und seinen Eltern, die sich zu Hause sorgen. Jedes dieser Kapitel beginnt und endet mit einem Haiku, einer Art Gedicht, die sich aus einer bestimmten Anzahl von Silben zusammensetzt. Jessie und Mark lieben Haikus. Sie waren schon immer ein kleiner Insider ihrer Freundschaft.
Die „ganzen“ Kapitel hingegen zeigen stets den Teil eines Bergbildes. Nach und nach vervollständigt sich die Zeichnung und zeigt mit der Kilometerangabe in der Überschrift an, wie nahe Mark seinem Ziel kommt.

Dieser Roman baut nicht nur auf einer wundervollen Freundschaft auf und vermittelt zugleich eine Botschaft an den Leser. Das Abenteuer, welches man hier gemeinsam mit Mark und Beau erlebt, wird auch spätestens auf den letzten Seiten hin richtig spannend. Ich habe geflucht und geschimpft. Ich habe mit dem Schicksal gehadert und an den Seiten geklebt. Ich habe gebetet und gehofft. - Für Mark und für Beau, den besten Freund, den man sich nur wünschen kann.



Fazit:

Die Wirkliche Wahrheit ist eine Geschichte über bedingungslose Freundschaft, aber auch eine, die von Träumen und Opfern, die zu deren Erfüllung gebracht werden müssen, handelt. Es ist ein Roadtrip und ein großes Abenteuer. Noch nie habe ich in einem Buch einen Hund kennengelernt, der mir so ans Herz gewachsen ist. Meiner Meinung nach ist Beau der wahre Held der Geschichte und ein Freund, wie ihn sich wohl jeder wünscht.

Ich empfehle dieses Buch an Leser, die Lust verspüren, sich gemeinsam mit einem Jungen, der nicht zurückschaut, einem Abenteuer voller Gefahren zu stellen. Denen, die eine Freundschaft erleben möchten, die über alle Grenzen hinaus geht. Und denen, die eine kleine Reise erleben wollen, die sie so schnell nicht vergessen werden.



Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Liebe/Freundschaft:






Charaktere:






Handlungsstrang:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket: 






Ich danke dem Verlag herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars