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Mittwoch, 7. Februar 2024

Durchgelesen: Ein Frosch, der auszog, ein Prinz zu werden

Rezension zu Ein Frosch, der auszog, ein Prinz zu werden – Ein Märchen für 1001 Nachmittag von Jacqueline Weichmann-Fuchs

 

Verlag: Selfpublisher – anschauen bei Amazon (Werbung gem. TMG)
Homepage der Autorin: http://www.weichmann-fuchs.de/
Seitenzahl: 288
Format: Taschenbuch
Preis: 13,90 Euro
Altersempfehlung des Autors: 12 - 18 Jahre
ISBN: 978-3982467160
Abgeschlossene Erzählung 

Mittwoch, 20. Dezember 2023

Durchgelesen: Der Adventskalender zum Glück

Rezension zu Der Adventskalender zum Glück von Siri Østli

 

Verlag: Bastei Lübbe (Werbung gem. TMG)
Seitenzahl: 445
Format: Taschenbuch
Preis: 12,00 Euro
Übersetzer: Daniela Stilzebach
Altersempfehlung des Verlages: Jahre
ISBN: 978-3-404-19234-2
Abgeschlossene Erzählung 

Dienstag, 22. November 2022

Durchgelesen: A Curse of Dusk and Dawn

Rezension zu A Curse of Dusk and Dawn von Anna-Sophie Caspar

 

Verlag: Carlsen Impress (Werbung gem. TMG)
Seitenzahl: 252
Format: Taschenbuch
Preis: 12,99 Euro
Altersempfehlung des Verlages: Ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-551-30498-8
Abgeschlossene Erzählung






Dienstag, 11. Februar 2020

Durchgelesen: Firewall

Rezension zu Firewall von Erin Jade Lange


Verlag: Magellan (Werbung gem. TMG)
Seitenzahl: 352
Format: Klappbroschur
Preis: 16,00 Euro
Übersetzer: Jessika Komina, Sandra Knuffinke
Altersempfehlung des Verlages: ab 13 Jahren
ISBN: 978-3-7348-5045-5
Abgeschlossene Erzählung





Mittwoch, 22. August 2018

Durchgelesen: Liebe ist so scheißkompliziert

Rezension zu Liebe ist so scheißkompliziert von Sabine Schoder


Verlag: Fischerverlage (Werbung gem. TMG)
Seitenzahl: 400
Format: Klappbroschur
Preis: 14,00 Euro
ISBN: 978-3-7335-0406-9
Altersempfehlung des Verlages: Ab 14 Jahren
Abgeschlossene Erzählung




Samstag, 7. Oktober 2017

Durchgelesen: Die wirkliche Wahrheit

Rezension zu Die wirkliche Wahrheit von Dan Gemeinhart


Seitenzahl: 256
Format: Hardcover
Preis: 16,99 Euro
ISBN: 978-3-551-56015-5
Übersetzer: Annette von der Weppen
Altersempfehlung des Verlages: Ab 12 Jahren
Abgeschlossene Erzählung








Inhalt:

Marks großer Traum ist es, einmal in seinem Leben den Mount Rainier zu besteigen. Kurzerhand schnappt er sich seinen treuesten Freund und Begleiter, einen Hund namens Beau, packt seine Sachen und zieht die Haustür hinter sich zu. Zu Fuß, mit einem gefüllten Rucksack, einer leeren Reisetasche und einer Kamera, begeben sich die beiden Freunde auf das wohl größte Abenteuer ihres Lebens.



Erweiterter Inhalt:

Ohne einen Blick zurück zu werfen begibt sich Mark gemeinsam mit seinem Freund, einem kleinen aber treuen Hund namens Beau, auf einen Roadtrip. Sein Ziel ist der Gipfel des Berges Mount Rainier. Mark weiß, dass er vielleicht nie mehr wieder heimkehren wird. Er ist sehr krank.
Weder seine Eltern noch seine beste Freundin weiht er in sein Vorhaben ein. Ihm ist klar, dass seine besorgten Eltern einen Suchtrupp losschicken werden. Um das Scheitern seines Plans zu verhindern, legt Mark daher eine falsche Fährte.

Auf der Reise erleben die beiden Freunde viele Abenteuer. Sie treffen auf Menschen, die ihre eigenen Geschichten mit sich herumtragen und diese mit den Reisenden teilen. Sie geraten in gefährliche Situationen und müssen sich nicht nur einmal fragen, ob ihr Gegenüber es gut oder schlecht mit ihnen meint. Bald schon erblickt Mark in einer heruntergekommenen Bar auf einem der Fernseher eine ihn betreffende Suchmeldung. Die Zeit, sein großes Ziel zu erreichen, rinnt ihm davon. Nicht nur, weil jemand auf sie aufmerksam werden könnte, sondern auch, weil Mark krank ist und diese Krankheit macht ihm zusehends zu schaffen.



Meine Meinung:

Die Wirkliche Wahrheit ist ein Buch über eine ganz wundervolle Freundschaft zwischen einem Hund und einem kleinen Jungen. Besonders gut ist dem Autor die Darstellung von Beau und seinem Besitzer gelungen. Kleine Details, wie der treue Blick aus zwei verschiedenfarbigen Augen, das fröhliche Schwanzwedeln, das Mark in schlimmen Situationen Mut spendet oder aber auch ein herzzerreißendes Winseln, hauchen Beau Leben ein. Wie ein kleiner Held stellt er sich trotz seiner Größe Marks Feinden mutig entgegen und folgt seinem Freund selbst dorthin, wo er selbst vielleicht den Tod finden könnte.

Mark hingegen geht seinen Weg. Ihm scheinen die Sorgen der Daheimgebliebenen nahezu egal. Nicht mal eine Postkarte oder einen Anruf sind sie ihm wert. Statt Zweifeln überkommt ihn gelegentlich sogar Wut gegenüber seiner Umwelt. Wut, die ihm hilft seine Angst zu überwinden, die ihn aber auch mal ungerecht wirken lässt. Doch trotz dieser Schwäche kann man diesen Jungen auch bewundern. Egal, wie hart ihm das Schicksal mitspielt, er lässt sich von seinem Traum und seinem großen Ziel nicht abbringen.

Sehr schön zu entdecken waren die kleinen künstlerischen Kniffe, die der Autor in seinen Roman gewoben hat. So besteht die Aufgliederung des Buches aus ganzen und halben Kapiteln. In den halben Kapiteln liest man von Jessie, Marks bester Freundin und seinen Eltern, die sich zu Hause sorgen. Jedes dieser Kapitel beginnt und endet mit einem Haiku, einer Art Gedicht, die sich aus einer bestimmten Anzahl von Silben zusammensetzt. Jessie und Mark lieben Haikus. Sie waren schon immer ein kleiner Insider ihrer Freundschaft.
Die „ganzen“ Kapitel hingegen zeigen stets den Teil eines Bergbildes. Nach und nach vervollständigt sich die Zeichnung und zeigt mit der Kilometerangabe in der Überschrift an, wie nahe Mark seinem Ziel kommt.

Dieser Roman baut nicht nur auf einer wundervollen Freundschaft auf und vermittelt zugleich eine Botschaft an den Leser. Das Abenteuer, welches man hier gemeinsam mit Mark und Beau erlebt, wird auch spätestens auf den letzten Seiten hin richtig spannend. Ich habe geflucht und geschimpft. Ich habe mit dem Schicksal gehadert und an den Seiten geklebt. Ich habe gebetet und gehofft. - Für Mark und für Beau, den besten Freund, den man sich nur wünschen kann.



Fazit:

Die Wirkliche Wahrheit ist eine Geschichte über bedingungslose Freundschaft, aber auch eine, die von Träumen und Opfern, die zu deren Erfüllung gebracht werden müssen, handelt. Es ist ein Roadtrip und ein großes Abenteuer. Noch nie habe ich in einem Buch einen Hund kennengelernt, der mir so ans Herz gewachsen ist. Meiner Meinung nach ist Beau der wahre Held der Geschichte und ein Freund, wie ihn sich wohl jeder wünscht.

Ich empfehle dieses Buch an Leser, die Lust verspüren, sich gemeinsam mit einem Jungen, der nicht zurückschaut, einem Abenteuer voller Gefahren zu stellen. Denen, die eine Freundschaft erleben möchten, die über alle Grenzen hinaus geht. Und denen, die eine kleine Reise erleben wollen, die sie so schnell nicht vergessen werden.



Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Liebe/Freundschaft:






Charaktere:






Handlungsstrang:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket: 






Ich danke dem Verlag herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars

Donnerstag, 28. September 2017

Durchgelesen

Rezension zu Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums von Benjamin Alire Sáenz


Verlag: dtv
Seitenzahl: 384
Format: Taschenbuch
Preis: 9,95 Euro
ISBN: 978-3-423-71741-0
Übersetzer: Brigitte Jakobeit
Altersempfehlung des Verlages: Ab 14 Jahren
Abgeschlossene Erzählung









Inhalt:

Ari braucht keine anderen Menschen in seinem Leben. Er kommt sehr gut alleine zurecht. Auch die Jungs aus dem Schwimmunterricht meidet er. Er möchte sich nicht mit ihnen unterhalten. Doch plötzlich taucht am Beckenrand ein anderer Junge auf, der ihn einfach so fragt, ob er Ari nicht das Schwimmen beibringen soll. Kurzerhand stellt sich der Fremde als Dante vor und Ari verrät ihm seinen vollen Namen: Angel Aristoteles.

Es sind nicht nur diese merkwürdigen Namen, die die beiden gemein haben. Auf den ersten Blick trennen Aristoteles und Dante Welten. Ari redet nur sehr wenig. Seine Weltansicht ist düster. Er ist oft unzufrieden. Dante redet über alles. Er empfindet Freude an den Dingen des Lebens. Doch bald schon finden die beiden Gemeinsamkeiten. Sie stellen Regeln auf, wie ihre Freundschaft funktionieren kann. Diese Regeln dürfen nicht gebrochen werden. Zusammen gehen sie durch die schwere Zeit des Erwachsenenwerdens und dann brechen sie doch die ein oder andere Regel.



Schreibstil:

Benjamin Alire Sáenz erschafft in seinem Roman „Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums“ zwei Protagonisten, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Der Leser betrachtet die Geschehnisse aus Aristoteles Perspektive. Einem fünfzehnjährigen Jungen, der schwer mit den Veränderungen, die das Erwachsenwerden so mit sich bringt, zu kämpfen hat.

Aris Eltern haben, ihre eigenen Geheimnisse, die sie mit sich tragen. Der Vater war im Vietnamkrieg und kämpft noch immer seinen inneren Krieg. Die Mutter kann über den Verlust des älteren Bruders, der – soviel weiß Ari immerhin – seit Jahren im Gefängnis verbringt, einfach nicht sprechen. Ari hingegen sehnt sich nach dem älteren Bruder, jemanden, den er zwar nie richtig kennengelernt hat, mit dem er sich aber gerne über die Dinge unterhalten würde, die ihn beschäftigen. Zusätzlich zu dieser Last des Schweigens innerhalb der Familie, distanziert sich Ari von seiner Umwelt. Es gibt viele Dinge, die er nicht mag und die meisten Menschen gehören dazu. Somit hüllt er sich in Schweigen und macht Probleme mit sich selbst aus.

Gerade diese innere Einstellung sorgt dafür, dass Ari auf den ersten Seiten des Buches unsympathisch auf mich wirkte. Auch das Zusammentreffen mit Dante ändert Aris Routine nicht. Er geht seinen Weg. Nur hat er nun eben Dante, der ihn unglaublich gerne mag.

Ari selbst sagt einmal von sich, dass er ein schlechter Mensch ist. Ich hätte ihn gerne verteidigt und gesagt, dass er sich in mit dieser Feststellung irrt. Doch leider bestätigt Ari diese Aussage, an einigen Stellen des Buches mit seinen Taten. So schreibt Dante ihm unentwegt Briefe, als beide Jungen sich für eine längere Zeit nicht sehen können. Ari antwortet ihn selbst auf eine Bemerkung der Mutter hin, dass er doch mal zurückschreiben könnte, erst einmal nicht. Dante ist es, der – wie so oft – Verständnis zeigt und schreibt, dass er ihm antworten könne, wenn ihm danach sei. In einer anderen Szene schenkt Dante Ari etwas, was ihm sehr am Herzen liegt. Ari hingegen schaut sich das Geschenk nicht einmal an, sondern schleudert es an die Wand. Man schiebt es als Leser gerne auf seine innere Unzufriedenheit.

Dante und seine Eltern jedoch schenken Ari das Vertrauen, das er selbst nicht in sich hat. Sie beschließen ihn von Anfang an zu mögen. Ohne Einschränkung.

Ich habe mich viele Seiten lang gefragt, ob ich Ari und seine Geschichte werde mögen können. Und dann … kam das Ende. Auch, wenn ich einiges erwartet habe und mich dieser Ausgang keineswegs überraschend getroffen hat, so war es doch die Kehrtwende, die noch lange bei mir nachwirken wird. Vom Ende des Buches an konnte ich Ari plötzlich verstehen. Nach dem Ende war zwar Dante immer noch mein Lieblingscharakter, aber Ari hatte ich plötzlich ins Herz geschlossen. Ich verstand einiges, was er getan hat und ich liebte ihn für den Kampf, der für ihn so viel schwerer war und den er dann letztlich doch bis zum Ende gekämpft hat.

Ich mochte dieses Buch für seine Botschaft. Für mich ist Aristoteles und Dante eine Geschichte über eine unglaublich wundervolle Freundschaft, die zeigt, dass man sich nicht immer vollkommen verstehen muss. Die zeigt, dass Akzeptanz und Loyalität ein Fundament sind, auf dem man Großes bauen kann.

Was den Schreibstil innerhalb des Romanes anbelangt, so brauchte ich auch hier einige Zeit, um in das Buch hineinzukommen. Anfangs wirkten mir die Dialoge zu gestelzt, vielleicht auch zu poetisch. Doch im Laufe der Seiten passte gerade dieser Ton sehr gut zu den zwei Philosophen, die Dante und Aristoteles auf ihre Weise sind. Ein oftmals sehr feinsinniger Humor spielte in den Dialogen mit, den ich bald sehr zu schätzen wusste.



Fazit: 
 
Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums ist eine Geschichte, deren volles Potential sich erst durch das Ende entfaltet. 

Was sich zu Beginn lediglich als eine von vielen Coming-of-age-Stories liest, entwickelt sich immer mehr zu einer raffinierteren Parabel über das Anderssein und die Freundschaft. Sie wird noch lange nachwirken.

Gerade der Protagonist Aristoteles ist es, der aus dem Rahmen eines „normalen“ Jugendlichen herausfällt. Oft wirkt er unsympathisch. Er möchte nicht geliebt werden und dennoch gibt es Menschen, die bedingungslos zu ihm halten. Dante hingegen steht im krassen Kontrast zu ihm. Er bringt die positive Weltsicht mit, die Ari fehlt.

Diese Geschichte ist eine großartige über Freundschaft, Zusammenhalt, Loyalität, aber auch über Akzeptanz gegenüber Andersartigkeit.

Ich empfehle diesen Roman an Leser, die ein Buch suchen, das einen über die letzte Seite hinaus nicht loslässt.



Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Liebe:






Charaktere:






Handlungsstrang:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket:

Freitag, 17. März 2017

Durchgelesen

Rezension zu Rache und Rosenblüte von Reneé Ahdieh



Verlag: Bastei Lübbe (One)
Seitenzahl: 432
Format: Hardcover
Preis: 17,00 Euro
ISBN: 978-3-8466-0040-5
Übersetzer: Martina M. Oepping
Altersempfehlung des Verlages: Ab 12 Jahren
Band 2







Inhalt:

Während Chalid den Bewohnern seines Reiches dabei hilft, die Schäden, die durch das Unwetter entstanden sind, zu reparieren, befindet sich Shahrzad in der Obhut ihrer Schwester und ihres ehemaligen Geliebten Tarik.
Es vergeht kaum ein Tag, an dem Shahrzad nicht darüber nachsinnt, wie sie den Fluch, der über Chalid liegt, brechen und zudem auch ihrem Vater helfen kann, dem es zusehens schlechter geht. Shahrzad verlangt es nach Chalids Nähe, auch muss sie Tarik früher oder später ihre wahren Gefühle offenbaren, doch wie wird er reagieren? Tariks Leute begegnen der zurückgekehrten Königin von Chorasan mit Misstrauen und bald schon entdeckt Shahrzad auch in den eigenen Reihen Feinde. Es wird Zeit zu handeln. Eine Lösung bietet sich an, doch für diese muss Shahrzad sich in Gefahr begeben und die verraten, die sie liebt.



Schreibstil:

Reneé Ahdieh beginnt ihre Fortsetzung mit dem gewohnt bildhaften und fesselnden Schreibstil, die Leser ihres ersten Teils bereits kennenlernen durften.
Schnell taucht man auch hier in dem dörflichen orientalischen Setting ab, in dem sich die Protagonistin bewegt. Gemeinsam mit ihrer Schwester und ihrem ehemaligen Geliebten Tarik verbringt Shahrzad ihr Dasein in einer Zeltstadt. Ziegen laufen dort herum, Wasserschalen dienen dazu sich zu säubern, die Zahnreinigung erfolgt mit Minze, weißem Pfeffer und zerstoßenem Steinsalz. Aber auch die Anrede ihres Vaters mit dem Kosenamen „Baba“ oder Kleidungsstücke/Waffen, die Namen wie Shamshir, Tikka-Schärpe, Quamis und Scimitar tragen, sorgen für Kopfkino und einen entsprechenden Flair beim Leser.

Auch wenige magische Elemente baut die Autorin in Rache und Rosenblüte ein. Fliegende Teppiche und das magische Buch, dessen Inhalt sich der Vater von Shahrzad zu eigen machen möchte, seien als Beispiel genannt.

Rache und Rosenblüte bietet, genau wie der vorangegangene Teil, Lesefreude von der ersten bis zur letzten Seite. An keiner Stelle kommt Langeweile auf. Das liegt wohl unter anderem an den gut geschliffenen Charakteren, aber auch an der Gefahr, die allgegenwärtig ist und an den Fragen, die sich der Leser stellen wird. So möchte man wissen, was es mit dem magischen Buch auf sich hat, von dem Shahrzads Vater sich keine Sekunde trennen mag und welches ihm zusehends die Lebenskraft zu entziehen scheint. Im Fokus steht selbstverständlich die Frage, ob es Shahrzad gelingen wird den Fluch zu brechen, der über Chalid liegt. Auch tauchen in der Zeltstadt Wächter auf, die die gleiche Tätowierung tragen, wie die Mörder, die Shahrzad bereits in Ray töten wollten. Und dann ist da noch die allgegenwärtige Gefahr, der Chalid ausgesetzt ist. Der König hat nicht nur einen Feind und viele wollen ihn fallen sehen. Ganz an der Spitze Tarik, dem so viel an dem wilden Mädchen liegt, mit dem er aufgewachsen ist. Bald stellt sich auch die Frage: Wer ist Feind und wer ist Freund?

In Rache und Rosenblüte darf sich der Leser zudem nicht nur über eine Liebesgeschichte, sondern gleich über mehrere Verstrickungen dieser Art freuen. So leidet man mit Jalal, der seiner Liebe Despina nachtrauert, verfolgt die Dreiecksbeziehung Tarik-Chalid-Shahrzad und wird Zeuge einer zaghaften Romanze, die sich zwischen Tariks besten Freund und Shahrzads Schwester anbahnt. Jede dieser Liebesgeschichten ist fesselnd, wie der ganze Roman an sich.

Neben „alten“ Charakteren, die man wiedertrifft und die die Autorin bereits in Band 1 dem Leser ins Herz geschrieben hat, lernt man in diesem Buch auch neue Helden kennen. So begegnet man hier unter anderem dem skurrilen und in Rätseln sprechenden Jungen Artan. In seinem Auftreten mehr als merkwürdig und auf den ersten Blick gewiss nicht gerade sympathisch, versucht man ihn gemeinsam mit der Protagonistin einzuordnen. Auch mit diesem Stilelement erzeugt die Autorin Neugierde und Spannung beim Leser.

In Zorn und Morgenröte wurden unter anderem viele kleine Fabeln eingewoben, mit denen Shahrzad versucht hat Chalid von seinem Vorhaben, sie zu töten, abzubringen. Auch in Rache und Morgenröte werden kleine Märchen mit einer weisen Anekdote erzählt. Geschickt webt die Autorin diese Geschichten in der Geschichte in die Handlung ein, ohne, dass der Leser sich dadurch gelangweilt oder gestört fühlt. Ganz im Gegenteil. Diese Märchen wirken erfrischend und bleiben noch danach im Gedächtnis.



Fazit:

Rache und Rosenblüte ist die Fortsetzung von Zorn und Morgenröte und zugleich der Abschluss der von Reneé Ahdieh verfassten Fantasysaga. Mit der gewohnt eigenwilligen und impulsiven Protagonistin versucht man den Fluch zu brechen, der auf ihrem Ehemann Chalid liegt und der das Zusammensein der beiden Geliebten verhindert. Überraschende Wendungen, Gefahren, die an jeder Ecke lauern und Lösungen, die mit Opfern verbunden sind, sorgen für einen durchweg spannenden Plot. Mehrere Liebesgeschichten, gut geschliffene Charaktere, fantastische Elemente und ein orientalisches Setting runden die Geschichte ab. Mit kleinen Geschichten (weisen Fabeln), setzt die Autorin dem durchweg gelungenen Roman noch ein Sahnehäubchen auf.

Bei dieser Buchreihe kommen Fantasyfans auf ihre Kosten. Eine vollumfängliche Leseempfehlung von mir.



Buchzitate:

Shahrzad stand im Eingang, eine Hand auf dem juwelenbesetzten Dolch an ihrer Hüfte. Ihre äußere Erscheinung war unbewegt. Aber etwas Wildes lauerte tief in ihren Augen.


Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Liebe:






Charaktere:






Weltenaufbau:






Handlungsstrang:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket: 






Ich danke dem Verlag herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars

Freitag, 3. März 2017

Durchgelesen

Rezension zu Traumprinz von David Safier


Verlag: Rowohlt/Kindler
Seitenzahl: 320
Format: Hardcover
Preis: 19,95 Euro
ISBN: 978-3-463-40604-6
Illustrator: Oliver Kurth
Abgeschlossene Erzählung









Inhalt:

Nellie befindet sich gerade mit ihrer großen Liebe Bendix in der Badewanne seiner hippen Berliner Altbauwohnung, als eine Stimme durch den Flur schallt. Bendix verkündet, noch mit dem Prosecco in der Hand: „Mist, da kommt meine Freundin!“ und für Nellie bricht eine Welt zusammen.

Als könnte es nicht noch schlimmer kommen, wirft Bendixs Freundin, die ungebetene Besucherin ohne Klamotten, nur mit einem Handtuch bekleidet, raus - mitten auf Berlins Straßen. Nellie ist frustriert und sucht Rat bei ihrem Kollegen Lenny. Ein Ausflug zu einer Kunstausstellung soll für Ablenkung sorgen.

Eine Begegnung mit dem ausstellendem Künstler Moore sorgt für weitere Überraschungen, denn dieser bekommt als Fangeschenk ein hübsches Notizbuch geschenkt. Nellie ist verzaubert und entschließt sich kurzerhand zu einer kleptomanischen Tat: Sie steckt das Büchlein ein. Hierin möchte sie neue Inspirationen und Freude beim Zeichnen finden. Die folgenden Ereignisse werden nicht nur Nellies Leben vollumfänglich verändern. Denn bei diesem Buch handelt es sich nicht nur um ein normales Zeichenheft. Die Bilder werden vielmehr lebendig und schon bald steht vor Nellie die personifizierte Ausgeburt ihrer Träume … - aber auch das nur auf den ersten Blick.



Schreibstil:

Traumprinz zeigt viele schöne Ansätze. Gerade, was die fantastischen Elemente angeht. Der Roman wimmelt nur von Ideen. Der besondere Blick für Charaktere erlaubt Safier die Modulation individuell gestalteter Typen. Gelegentlich brechen aber karikatureske Züge durch.

Eine der Randfiguren nennt sich zum Beispiel Lenny. Der drogensüchtige Arbeitskollege von Nelly, der mit dieser in einem Comicladen arbeitet, entwirft in seiner Freizeit ein Brettspiel, bei dem die Spielfigur, ein Waisenkind namens Evila, alles dafür tut, dass die heile Welt um sich herum zerstört wird. Wenn Lenny von Evila erzählt, dann leuchten seine Augen. Lenny hatte vermutlich nie eine Freundin, dafür aber sehr nerdige und leidenschaftliche Hobbies. Wenn Nellie also mit Liebeskummer Trost bei ihrem Kollegen sucht, dann wird dieser kaum mit einer großen Packung Eis und Taschentücher aufwarten. Nein, Lenny schlägt stattdessen einen Abend mit einer Zombieliebeskomödie vor.

Die Protagonistin Nellie selbst, handelt oft unüberlegt. Sie stolpert somit von einer Katastrophe in die nächste. Auch ihre Worte sprudeln oft einfach so aus ihr heraus. Leider entsteht nicht immer Situationskomik. Eher bleiben die Dialoge oft oberflächlich und teilweise auch etwas albern. Beispiel: Nellie trifft auf die zwei Bodyguards des Künstlers Moore. Diese reagieren aggressiv mit ihrem schwedischen (?) Dialekt (Buchzitat): „Wir bröken dir die Böne“. Und ich dachte mir: Möst.

Traumprinz Retro hingegen, erwacht mithilfe von Nellies Zeichnung im magischen Notizbuch als ritterlicher Gefährte. Gerade zum Anfang tut er sich schwer mit der Realität, kommt er doch mitten aus der Fabelwelt Amanpour, wo sprechende Bäume, Prinzessinnen, Hexen und Schlangenmenschen zu Hause sind. Retro reagiert also angemessen, wenn er auf leicht bekleidete Mädchen in der Innenstadt Berlins trifft und diesen einen gutgemeinten Ratschlag erteilt: Sucht euch doch eine Anstellung als Fischausnehmer im Hafen, damit ihr euer Leben nicht als Huren verdingen müsst.
Auch im weiteren Verlauf ist Retro erbarmungslos ehrlich. Er sagt Nellie freiheraus, dass diese keine Schönheit ist und einen sehr erstaunlichen Damenbart ihr Eigen nennt. Nellie mag gekränkt reagieren, doch die Ehrlichkeit Retros kann auch aufmunternd wirken, wenn der Prinz im nächsten Moment den Mut seiner Begleiterin lobt.

Bei David Safiers Traumprinz war ich hin- und hergerissen. Stellenweise empfand ich die fantastischen Wendungen als sehr kreativ und sehr unterhaltsam, teilweise wirken sie so weit hergeholt, dass sie einfach nur zur Unterhaltung dienen.
Stellenweise hatte ich das Gefühl, dass D. Safier für seinen Zeichner schreibt.

Ein absolutes Highlight dieses Romans sind die Zeichnungen von Oliver Kurth in diesem Buch. Ihm gelingt es im Comicstil die Ideen des Autors humorvoll umzusetzen. Beim Umblättern freut man sich über jedes neue Bild, welches den stellenweise etwas überhitzten Worten des Ausdruck verleiht.



Fazit:

In Traumprinz warten individuelle Charakteren und fantasiereiche Elemente auf den Leser. Die Erzählung wirkt stellenweise aber so weit hergeholt, dass sie einfach nur zur Unterhaltung dient und bestenfalls als Parabel zu verstehen ist.
Ein besonderes Highlight stellen die Zeichnungen von Oliver Kurth im Innenteil dar. Der Leidenschaft, die ich im Text teilweise vermisst habe, wurde hier Ausdruck verliehen.



Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Liebe: 






Charaktere:






Weltenaufbau: 






Handlungsstrang:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket:


Donnerstag, 19. Januar 2017

Durchgelesen

Rezension zu Atemnot von Ilsa J. Bick

Verlag: Egmont Ink
Seitenzahl: 352 Seiten
Format: Klappbroschur
Preis: 14,99 Euro
ISBN: 978-3-86396-064-3
Übersetzer: Anke Caroline Burger
Altersempfehlung des Verlages: 14 bis 17 Jahre
Abgeschlossene Erzählung








Inhalt:

Kommissar Pendleton händigt Jenna, welche kurze Zeit zuvor von der Polizei aus dem Wasser gezogen wurde, ein Aufnahmegerät aus und bittet sie der Polizei ihre Geschichte zu erzählen. Nach und nach offenbart das Mädchen, was geschehen ist, bis zu dem Zeitpunkt an dem der Polizeibeamte sie aus dem Wasser fischte. Jenna gibt gleich von Anfang an zu, dass sie nicht unbedingt ein Opfer ist. Sie gesteht eine Lügnerin zu sein. Sie offenbart eine düstere und einsame Welt, in der sie jeden Tag einen stillen Kampf auszufechten hatte. Sie erzählt von ihrem Vater, der stets die Augen verschließen und eine heile Welt sehen wollte, von Eltern, die mit den äußeren Umständen nicht zurecht kamen und Halt bei einem fremden Partner gesucht haben. Jenna berichtet, wie sie Opfer eines Hausbrands wurde und welche Narben ihre Vergangenheit bei ihr hinterlassen hat. Sie ist sehr stark, aber sie ist auch nicht unzerbrechlich. In dem Schulwechsel sieht sie keine Hoffnung auf Besserung. Doch ihre Welt verändert sich, als sie auf Menschen trifft, die es gut mit ihr meinen. So gibt es zum Beispiel den Lehrer, Mr. Anderson, der eine Schwäche für Mädchen mit Problem-Biografien hat.



Wichtigste Charaktere:

Jenna ist die Protagonistin der Geschichte. Sie musste in ihrer Vergangenheit einiges über sich ergehen lassen. Einerseits ist sie stark und tough, andererseits zeigt sie auch eine zerbrechliche Seite. Jenna ist sehr klug und weiß sich zu helfen.

Mr Anderson ist einer von Jennas Lehrern an der neuen Schule. Mr. Anderson ist sehr feinfühlig und bietet dem Mädchen stets seine Hilfe an.

David begegnet Jenna als einer der wenigen Menschen an der neuen Schule offen, hilfsbereit und freundlich.

Danielle steht Jenna gleich von Anfang an feindsehlig gegenüber. Sie lästert über Jenna und macht ihr das Leben gerne schwer.

Bob, auch genannt Mr. Pendleton, ist der Kommissar, der Jenna aus einer Notlage hilft. Er wurde mit ihrem Fall betraut und erhofft sich eine Aussage von ihr.



Schreibstil:

Mit Atemnot schafft Ilsa J. Bick einen Roman der von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Sie schreibt über Menschen, die an der Welt zerbrochen sind und die dennoch versuchen weiterzumachen.

So gibt es hier einen Lehrer, dessen Träume nach und nach zerplatzt sind. Der jedoch versucht seinem Leben einen Sinn zu geben, indem er anderen Menschen helfen möchte, ihre kaputten Seelen zu heilen. Es gibt einen Vater; der vordergründig brave Bürger, kompensiert seine reale Ohnmacht um die Zerbrechlichkeit seines Familienglücks, indem er Trost bei einer anderen Frau sucht.
Doch gerade dieses Verhalten sorgt bei Frau und Tochter für ganz eigene Probleme. Die Tochter wird gezwungen Geschehenes zu verschweigen, mit der damit verbundenen schweren seelischen Belastung.
Die Mutter hingegen versucht, dem Kummer und der Last, derer sie nicht Herr werden kann ebenfalls zu entfliehen, indem auch sie sich eine Liason sucht und an ihrem letzten großen Traum, einer Buchhandlung, festhängt, der die Familie jedoch finanziell zu zerstören droht.
Die Probleme sind so festgefahren, dass es keinen Ausweg außer dem eines großen Knalls zu geben scheint.

Immer wieder baut die Autorin Spannung auf, beginnt mit subtilen Andeutungen, die sich langsam verdichten und schließlich ihren Kulminationspunkt im offen beschriebenen Grauen finden.
So gibt Jenna bereits zu Anfang zu, dass sie nicht unbedingt nur ein Opfer ist. Sie gesteht, eine Lügnerin zu sein. Der Kommissar bittet Jenna die Geschichte zu erzählen, weil sie die Einzige ist, die noch lebt. Alleine diese Andeutungen bleiben im Kopf und zerstören die Hoffnung, die man immer wieder fassen möchte, im Keim und dennoch klammert man sich als Leser daran. Genauso ergeht es auch der Protagonistin und den Charakteren der Geschichte. Sie wissen, dass das Leben ihnen nicht gut mitspielt und dennoch kämpfen sie sich voran. Sie hoffen und versuchen etwas zu verbessern.



Fazit:

Ilsa J. Bick berichtet in Atemnot von der Zerbrechlichkeit familiärer Lebenssicherheiten, von Jenna, einem Mädchen, das für eine Opfer-Geschichte nicht taugt.
Sie erschafft Menschen, die ein einfaches Schema von Opfer-Täter Beziehungen mehrfach durchbrechen. Menschen, die Jenna helfen wollen, aus ihrer Situation auszubrechen, aber andererseits selbst am Leben gescheitert sind. Ilsa J. Bick berichtet in Atemnot von Enttäuschung, Verlust, Hoffnung und Liebe und schreibt eine fesselnde und psychologisch tiefgründige Geschichte, die einen noch lange nicht loslassen wird.

In diesem Roman gibt es keine Gewinner oder Verlierer. Es gibt Menschen, die auf ihre Art versuchen, ihr Leben zu meistern und nicht selten daran scheitern.
Ganz großes Leseerlebnis!



Buchzitate:

In der Klapse hatten wir noch eine andere Ritzerin. Sie hat Worte und Buchstaben geschnitten. Ich nicht.

Ich bin ein Glückskind, eine Lügnerin, eine Streberin, eine Prinzessin, ich habe gestohlen - und getötet. Und meine Geschichte – die Wahrheit – fängt mit Mr. Anderson an.



Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Liebe:






Charaktere:






Handlungsstrang:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket:

Sonntag, 13. November 2016

Durchgelesen

Rezension zu Dein Leuchten von Jay Asher


Verlag: cbt
Seitenzahl: 320
Format: Klappbroschur
Preis: 14,99 Euro
ISBN: 978-3-570-16479-2
Übersetzer: Karen Gerwig
Altersempfehlung des Verlages: Ab 13 Jahren
Abgeschlossene Erzählung








Inhalt:

Jedes Jahr kurz vor den Herbstferien, muss Sierra sich von ihren Freundinnen für einen Monat verabschieden. Sie fährt in ihre alte Heimat nach Oregon, um sich dort gemeinsam mit ihren Eltern um das Weihnachtsbaumgeschäft zu kümmern. Die Bäume müssen gefällt und in der Vorweihnachtszeit an die Kunden verkauft werden.

Jedes Jahr beschäftigt die Familie viele männliche Hilfskräfte, die fast alle in Sierras Alter sind und dennoch hat Sierra noch nicht den richtigen Freund für sich gefunden. Als in diesem Jahr ein Junge an dem Weihnachtsbaumstand auftaucht und einen Baum kaufen möchte, ist Sierra plötzlich total überwältigt. Es ist nicht nur dieses niedliche Grübchen an der Wange, welches sie so verzaubert hat.

Bald kommen sich Caleb und Sierra näher, doch nicht nur Sierras Vater steht dieser Bindung sehr skeptisch gegenüber. Auch macht ein Gerücht über Caleb die Runde, welches Sierra unmöglich ignorieren kann.



Schreibstil:

In „Dein Leuchten“ begleiten wir die Hauptcharakterin Sierra dabei, wie sie in ihre alte Heimat reist, um dort das Familiengeschäft zu unterstützen. Jedes Jahr rund um Thanksgiving müssen die Bäume auf der Weihnachtsbaumplantage gefällt und sodann zum Verkaufsstand gebracht werden.

Der Fokus der Geschichte liegt auf der Leidenschaft der Hauptcharakterin, dem Verkauf und der Aufzucht der Bäume. Sierra hat sogar ihre eigene geheime Stelle, an der sie ihre eigenen Tannen aufzieht. Jeder Baum hat dort für sie seine eigene Geschichte und liegt ihr am Herzen.

Der Erzählton des Romans ist eher ruhig und besinnlich. Neben der Freundschaft zu ihren Freundinnen in der alten und in der neuen Heimat und dem Gedanken, ob die Eltern die Plantage bald aufgeben wollen, beschäftigt Sierra bald der Gedanke an einen attraktiven Jungen, der an ihrem Stand mehrere Bäume einkauft.

Andrew, einer der Hilfsarbeiter, hat schon seit dem Vorjahr ein Auge auf die Tochter seines Chefs geworfen. Dass diese sich nun für Caleb interessiert, ist ihm ein Dorn im Auge. Er zeigt bald seinen Unmut. Auch die Eltern sehen eine Bindung kritisch. Schließlich soll das Herz der Tochter nicht gebrochen werden, wenn die Saison einmal mehr zu Ende geht und alle Beteiligten wieder heimreisen. Doch auch Calebs Vergangenheit holt ihn jetzt in der Gegenwart ein.
Konfliktpotential ist also vorhanden, nur leider werden diese Situationen nicht bis an die Grenzen ausgereizt.

Caleb selbst hat ein großes Herz. Teilweise opfert er sich auf, um Buße für Schuld aus vergangenen Tagen zu leisten.
Der Erzählton ist präzise, die Handlungsabläufe, aber nicht immer stringent. So sind einmal Sierra, einmal Caleb auf den jeweils anderen böse, weil dieser nicht die Antwort liefert, die sie sich in diesem Moment erhofft haben.

Die Charaktere an sich verfolgen keine böswilligen Absichten. Sie sind stets nett zueinander, so dass eine positive Grundstimmung in dem Roman herrscht.

Ecken und Kanten, Charaktermerkmale sind nur in Nuancen zu erkennen. Einzig Devon der Freund von Sierras bester Freundin wirkt sehr sorglos. Er steht des öfteren auf dem Schlauch. Sei es, wenn es um die Befindlichkeiten seiner Freundin geht, sei es, wenn über ihn gesprochen wird. Er hat ein gutes Herz, ist aber eben auch etwas stumpf.



Fazit:

Dein Leuchten ist ein eher ruhiger und besinnlicher Roman. Jay Asher schlägt einen leichten, fast beschwingten Erzählton an und begegnet ihrem Personal mit großer Empathie.
Der Handlungsort Weihnachtsbaumplantage sowie die Liebesgeschichte sorgen für die passende vorweihnachtliche Stimmung.
Wer Harmonie und einen nicht zu konfliktreichen Handlungsstrang sucht, wird mit dieser Geschichte seine Freude haben.



Buchzitate:

Es riecht nach Weihnachten. Das sagen so viele Leute, wenn sie zum ersten Mal hier auftauchen, als hätten die Worte die ganze Zeit darauf gewartet ausgesprochen zu werden.



Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Liebe:






Charaktere:






Handlungsstrang:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket:







Ich danke dem Verlag herzlich für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

Mittwoch, 9. November 2016

Durchgelesen

Rezension zu Wie Sie den Schwedenkrimi des Jahrhunderts schreiben von Henrik Lange


Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 160
Format: Klappbroschur
Preis: 12,99 Euro
ISBN: 978-3-442-15892-8
Übersetzer: Lena Flegler
durchgehend s/w illustriert









Inhalt:

Eigentlich sagt der Titel des Romans schon alles: Henrik Lange erklärt in seinem Buch mit mehr Zeichnungen als Text „wie Sie den Schwedenkrimi des Jahrhunderts schreiben“ und wie der Hauptcharakter eines Schwedenkrimis aussehen sollte, welchen weiteren Charakteren er im Laufe der Geschichte begegnen sollte. Wie man den Plot aufbaut, wie man den Krimi enden lässt, damit es ein Bestseller wird; welche Werbemaßnahmen man dezent in das Buch einbauen kann, wie man genügend Füllstoff kreiert. Der Autor findet auf alle Fragen eine klischeebeladene und humorvolle Antwort.



Schreibstil:

Vorweg: Dieses Buch ist kein Ratgeber im eigentlichen Sinne. Vielmehr zeigt der Autor die Klischees des klassischen Schwedenkrimis auf. Humorvoll stellt er die notwendigen Charaktere wie die ständig zynische und verbitterte Rechtsmedizinerin, die alte Dame, die im Wesentlichen nur den Zweck verfolgt, im Weg rumzustehen sowie den nervigen Vorgesetzten, der dem Helden eher Steine in den Weg legt, als ihm wirklich zu helfen, anhand eines Beispielplots vor.

Ist es nicht immer so, dass die Exfreundin im falschen Moment anruft, irgendeine Hütte heimelig beleuchtet am Rande erwähnt wird, der Kaffeeautomat ständig kaputt und der Held einerseits total der Versager, andererseits aber der Einzige ist, dem man die Lösung des Falls zutraut?

Mit einem einfachen schwedischen Vornamen ausgestattet, möglichst heruntergekommen im Aussehen und Lebensstil, mit einer kleinen Narbe an der Schulter, deren Geschichte man in weiteren Romanen als Nebenplot vermarkten kann, einer Tochter, mit der er eher schlecht als recht klarkommt, ungesunder Ernährung und ständig verkatert, entspricht der Charakter schon den archetypischen Merkmalen des typischen Schwedenkrimiklischees.

Wie erhält man den nötigen Füllstoff für die Handlung? Henrik Lange sorgt in seinem Ratgeber auch dafür, dass der Autor nicht nur schnell seinen Mordfall präsentiert und mit überraschenden Wendungen füllt, auch gibt er Empfehlungen, welche Nebensächlichkeiten man in seinen Roman einfließen lassen sollte. Ganz nebenbei erklärt er die Vorzüge, die sich dadurch für den Autor ergeben. Er rät: Bauen Sie ruhig beiläufig ihre Hobbys/Leidenschaften mit in die Geschichte ein. Bauen Sie zum Beispiel eine im Hintergrund laufende Radiosendung über vegetarische Ernährung oder die Nachbarin ein, die den heruntergekommenen Helden mit dem Resultaten ihrer grandiosen Backrezepte versorgt. Diese Erwähnungen schaffen einen perfekten Einstieg für nachfolgende Werke wie zum Beispiel Kochbücher.
Auch eine ausgiebig beschriebene Landschaftsszene bietet so ihre Vorteile: Einerseits schafft man ein wenig Füllstoff für den Roman, andererseits kann man dem Leser an diesen Szenen zeigen, dass man wirklich gut schreiben kann. Auch Produktplacement kann nie schaden. Die beiläufige Erwähnung einer Auto- oder Handymarke sorgt gegebenenfalls später für nette Werbegeschenke der angesprochenen Firma!?

Neben Tipps zum Schreiben des Krimis, Füllstoff für die Handlung und Werbestrategien, erhält der Leser auch einen Ratschlag, welche Personen man unbedingt in der Danksagung erwähnen sollte. Als kleines Special für Schwedenkrimikenner werden namhafte Schwedenkrimis mit vier Comicfeldern im Schnelldurchlauf vorgestellt.

Wie man sieht: Dieses Buch bietet einerseits ein paar interessante Tipps, andererseits nimmt es sich selbst auch nicht allzu ernst.



Zeichenstil:

Henrik Lange füllt sein Buch mit Zeichnungen im ähnlichen Stil, wie denen, die man auf dem Titelbild bereits erkennen kann. Mit dunklen Schraffierungen versehen, wirken Szenen und Charaktere ein wenig verrucht, die Aura schmuddelig und düster.

Auf einer Seite findet man im Schnitt die Überschrift und einen kurzen Text, der den Leser ins Bild setzt, worum es hier geht. Eine humorvolle, leicht zynische Zeichnung schafft visuelle Anreize. Hier sieht man nicht selten einen der Charaktere mit einer Sprechblase versehen. Einige Pfeile weisen auf die verschiedenen Details der Zeichnung hin und bieten mit einer Randbemerkung „wertvolle“ Tipps für den angehenden Autor.



Fazit:

Wie Sie den Schwedenkrimi des Jahrhunderts schreiben wirft erfrischende und geistreiche Blicke auf das Phänomen Schwedenkrimi. Es bietet geneigten Lesern eine humorvolle Einführung in die Klischees des Schwedenkrimis.
Mit zynischen Zeichnungen und Randbemerkungen hilft Henrik Lange dem Leser vielleicht nicht die Erfolgsleiter in geradezu atemberaubendem Tempo zu erklimmen, informativ, inspirierend und sehr unterhaltsam ist es aber allemal.
Eines ist gewiss: Nach dem Lesen dieses Comicratgebers kehrt man mit der ein oder anderen Lachträne im Augenwinkel und hochmotiviert, was das Schreiben eines Schwedenkrimis angeht, in den Alltag zurück.



Buchzitate:

Vielleicht wollen Sie ja eigentlich viel lieber ein Sachbuch über die Klöppeltradition im mittelalterlichen Skövde schreiben? Aber würde das irgendwer lesen? Nein. Trotzdem kann es funktionieren – bauen Sie es einfach in eine Krimihandlung ein.



Kurzgefasst:

Zeichnungen:






Humor/Unterhaltung:






Charaktere:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket: 






Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars