Dienstag, 5. November 2019

Durchgelesen: Was so in mir steckt

Rezension zu Was so in mir steckt von Barry Jonsberg


Verlag: cbj (Werbung gem. TMG)
Seitenzahl: 352
Format: Hardcover mit Schutzumschlag
Preis: 18,00 Euro
Übersetzer: Ursula Höfker
ISBN: 978-3-570-16553-9
Altersempfehlung des Verlages: Ab 18 Jahren
Abgeschlossene Erzählung








Inhalt:

Destry Camberwick ist für Rob die Projektionsfläche aller Sehnsüchte, allen Glücks an der Schule. Immer wenn Rob an ihr vorbeigeht, verschlägt es ihm die Sprache. Tagein, tagaus muss er an Destry denken. Zufällige Begegnungen, lassen den Mund offenstehen, richten das Nackenhaar auf und erzeugen kalte Schweißausbrüche. Die Indizien liegen klar auf der Hand: Rob ist verliebt.
Die Panikattacken, die Rob in den ungünstigsten Momenten überkommen, machen es ihm nicht einfacher. Wie soll er Destry seine Gefühle gestehen. Ja, wie soll sie überhaupt erfahren, dass es ihn gibt, wenn er nicht mal in der Lage ist, ein einziges Wort mit ihr zu wechseln?

Robs bester Freund Andrew und sein grießgrämiger Opa stehen dem Jungen sofort mit Rat und Tat zur Seite. Rob muss etwas tun, was Destrys Aufmerksamkeit auf ihn zieht. Zum Beispiel am Schulsport teilnehmen und sich dort hervortun, eine Passion zu haben, kann nicht schaden, auch ein Hund könnte helfen, um ganz beiläufig mit Destry, die selbst ein solches Haustier besitzt, ins Gespräch zu kommen. Letztlich fällt sogar der Vorschlag am Schultalentwettbewerb teilzunehmen und dort eine Begabung zu zeigen, von der bislang noch keiner etwas wusste. Rob ist von all diesen Ideen nicht begeistert. Im Sport ist er eine absolute Niete, er kommt sympathisch unambitioniert daher.
Doch was tut man nicht alles für die Liebe?



Im Detail:

Mit Rob erschafft Barry Jonsberg einen Protagonisten, der – ähnlich wie Candice in „Das Blubbern von Glück“ - ziemlich unambitioniert, zugleich aber erstaunlich altersklug und liebenswert daherkommt. Gleich zu Beginn der Geschichte interviewt Rob zu „Studienzwecken“ seine Eltern zum Thema Verliebtsein. Er stellt Fragen wie: „Mum, weiten sich deine Pupillen, wenn du Dad anschaust? Strömt dein Blut in deine Epidermis und spürst du ein Flattern in der Magengrube?“. Klar, dass nach vielen Jahren Ehe die Antwort des befragten Elternteils eher ernüchternd ausfällt. Doch Rob lässt sich nicht unterkriegen. Die Ermittlungen in Sachen Liebe zeigen ihm nur viel deutlicher, dass das, was er für Destry Camberwick empfindet, mehr ist als eine harmlose Schwärmerei.

Doch was tut man, wenn man sich seiner Gefühle zwar sicher ist, aber beim Anblick der Angebeteten in Schweiß ausbricht und keinen einzelnen Satz hervorbekommt?

Rob sucht Hilfe bei seinem geliebten Großvater. Einem sehr griesgrämigen, ständig fluchenden alten Mann, der im Altersheim Wetten abschließt, wer wohl als nächstes ins Gras beißen wird. Rob weiß genau von den Schwächen seines Opas. Er weiß, dass andere Menschen sich erst einmal an diese raue Schale gewöhnen müssen. Gemeinsam mit Andrew, Robs bestem Freund, ist Opa jedoch gewillt, der großen Liebe seines Enkels ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Nicht immer sind Opas und Andrews Ratschläge jedoch praxistauglich.

Rob ist kein großer Sportler und genießt es auch nicht im Rampenlicht zu stehen. Dennoch ist der Junge gewillt Opfer für Destry zu bringen. Während die Lage recht aussichtslos erscheint, stellt er sich der Herausforderung. Rob meldet sich auf die Stelle des Torwarts, die in der Schulmannschaft neu besetzt werden soll. Er wird von einem Tag auf den anderen Vegetarier, kettet sich vor dem Supermarkt ans Geländer, um gegen schlechte Tierhaltung zu protestieren, geht mit der Promenadenmischung von einem der im Altersheim lebenden alten Männer spazieren, er schreibt Gedichte und versucht sich als Theaterschauspieler. Nur hat das alles einen großen Haken: Rob ist absolut talentfrei, unsportlich und auch nicht gerade ein absoluter Glückspilz. Mit großem Geschick beschreibt der Autor das klägliche Scheitern seiner Hauptfigur. Nicht spöttisch, nicht herablassend, aber mit augenzwinkerndem Humor.

Rob ist jemand, der sich nicht unterkriegen lässt, der alles gibt, was er kann, nur um seinem Ziel, Destry Camberwicks Aufmerksamkeit zu wecken, ein wenig näher zu kommen.



Fazit:

The Things We Do For Love ...

Was tut man nicht alles für die Liebe. Barry Jonsberg ist es gelungen mit ,„Was so in mir steckt“, erneut eine Geschichte mit enorm viel Spannung, Herz und Humor zu schreiben. Die Überforderung und die gegenseitigen Beziehungen ihrer Figuren zueinander sind wieder fulminant niedergeschrieben; so viel Wortwitz und abgründiger Humor.

Wer Herzenswärme und ein besonderes Gespür für die Komik und Tragik des Alltäglichen sucht, wird bei Barry Jonsberg immer fündig. Eine absolute Empfehlung.



Buchzitate:

„Schhhh“, machte er. „Ich denke nach und das ist schon im günstigsten Fall eine delikate Angelegenheit. Wenn du mich unterbrichst, verliere ich den Faden und spiele stattdessen Videospiele.“



Kurzgefasst:

Dynamik:






Liebe/Freundschaft:






Charaktere:






Handlungsstrang:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket:


Kommentare:

  1. Guten Abend liebe Tanja,
    das Buch kenne ich vom Sehen, aber habe diesem keine weitere Beachtung geschenkt. Jetzt durch Deine Rezension hast Du meine Neugier geweckt. Irgendwie finde ich, dass die Thematik jetzt für mich gut passen würde bzw. zum Lesen einlädt.
    Danke für die Vorstellung. Das Buch habe ich mir gerne gemerkt.
    Liebe Grüße
    Andrea ♥

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    1. Hallo liebe Andrea,
      zugegeben: Das Cover wäre auch an mir erstmal vorbeigegangen. Eine Bloggerin hat mich darauf hingewiesen, dass es sich bei dem Buch um ein neues Buch von Barry J. handelt. Da war ich dann natürlich gleich hin und weg.
      Kennst du denn schon Das Blubbern von Glück von dem Autor? Das kann ich dir auch nur wärmstens ans Herz legen. Barry Jonsberg erschafft so unglaublich tolle Figuren <3

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

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  2. Hallo Tanja,
    ich hatte das Buch zwar in deinem Monatsrückblick gesehen, sonst sagte es mir jedoch noch nichts. Es klingt aber gar nicht so schlecht und irgendwie auch ganz witzig, vielleicht nicht für Rob, aber für alle anderen und damit vielleicht auch für den Leser :D
    Irgendwie ist es auch mal schön, wenn der Protagonist nicht alles kann und erfolgreich besteht.
    Lg Dana

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    1. Hallo liebe Dana,
      mir ist es ähnlich ergangen. Ich bin auch nur durch eine befreundete Bloggerin darauf aufmerksam geworden. Och, Rob gelingt es eigentlich sehr gut, mit den Widrigkeiten, die ihm das Schicksal so bietet, umzugehen. Ich finde du solltest unbedingt mal ein Buch von Barry Jonsberg lesen. Er hat wirklich ein Talent für schrullige und liebenswerte Charaktere.
      Ganz liebe Grüße
      Tanja

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  3. Huhu Tanja,

    das Buch habe ich glaube noch nie irgendwo gesehen. Es klingt wirklich gut. Ich bin mir allerdings sehr unschlüssig, ob es was für mich ist. :) Es freut mich aber sehr, dass es dir gefallen hat. :)

    Ich wünsche dir ein wundervolles Wochenende mit ganz viel Lesezeit. <3

    Liebe Grüße

    Sunny

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    1. Hallo liebe Sunny,
      ich habe auch das Gefühl, dass das Buch irgendwie ein wenig untergegangen ist. Dabei ist die Geschichte so süß und die Charaktere sind auch so richtig schön schrullig und liebenswert. Ich kann dir nur empfehlen das Buch oder aber auch das Blubbern von Glück von B. Jonsberg zu lesen. Ich denke es wird dir bestimmt gefallen.

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

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  4. Hallo Tanja,

    Rob kann einem ja richtig leid tun und irgendwie möchte man ihm helfen. Auch der Opa sagt mir zu und ich bin gespannt, wie mir das Buch und der darin vorkommende Humor gefallen werden. Wie du ja weißt, stehen seine Bücher mittlerweile auf meiner WuLi - auch dank dir!

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Huhu Uwe,
      Rob hat es wirklich nicht einfach, aber er schlägt sich verdammt gut. Der Opa ist extrem schrullig. Er ist auch ständig am fluchen. Ich denke du wirst dich - genauso wie ich - in jede einzelne der Figuren verlieben. Ich bin so gespannt, was du zu deinem ersten B. Jonsberg Buch sagen wirst <3

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

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  5. Guten Morgen Tanja

    Das Buch klingt wirklich nach *lesenmüssen*! Das Interview mit den Eltern stelle ich mir gerade bildlich vor. Ich denke gerade daran, wie meine Mutter mich aufgeklärt hat. Ihr Gesicht, als ich gefragt habe, macht IHR das auch noch? :_))))))
    Dann der schrullige Opa und seine Wetten im Altersheim. Ich werde mir das Buch bei meinem Buchhändler bestellen. Darf eigentlich erst wieder im Mai einkaufen, aber in so schwierigen Zeiten muss was Humorvolles her.

    Danke für deine tolle Rezi und liebe Grüße,
    Gisela

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    1. Hallo liebe Gisela,
      ich musste gerade selbst ein wenig lachen. Ja, ich kann mir die Szene mit deinen Eltern auch sehr gut vorstellen :o))))) Ich glaube solche Situationen vergisst man auch nie ;o)

      Ich freue mich sehr, dass du das Buch bei deinem Händler bestellen wirst. Barry Jonsberg schreibt wirklich tolle Geschichten und hat ein Händchen für liebenswürdige Charaktere. Ich denke du wirst eine Menge Spaß mit der Geschichte haben :o)

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

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