Rezension zu Die letzten Tage von Rabbit Hayes von Anna McPartlin

Verlag: rororo (Rowohlt)
Seitenzahl: 464 Seiten
Format: Taschenbuch
Preis: 12,00 Euro
ISBN: 978-3-499-26922-6
Abgeschlossene Erzählung
Inhalt:
Nach einem Beinbruch erhält Rabbit die
Diagnose: Der bereits einmal besiegte Krebs ist zurück und hat
gestreut; ist über diverse Organe bis in die Knochen
vorgedrungen. Molly, Rabbits Mutter, begleitet ihr Kind in ein
Hospiz. Doch genau, wie der Rest der Familie, möchte sie nicht
wahrhaben, dass die Tochter nicht mehr lange zu leben hat.
In
dieser Zeit ist jeden Tag
jemand bei ihr im
Hospiz. An jedem Tag ist ihr Zimmer gefüllt von Gesprächen,
Zänkereien und Gelächter. Die Menschen, deren Leben sie bereichert
und beseelt hat, begleiten sie bis zum nahen Ende. Alte Geschichten
leben wieder auf und neue entstehen, während Rabbit immer wieder
zwischendrin einschläft, weil die Medikamente und ihre Krankheit
ihren Tribut fordern. In diesen Momenten driftet sie in die
Vergangenheit ab, in der sie mit ihrem Bruder, dessen Freunden und
ihrer großen Liebe, dem Sänger von Kitchen Sink, auf Tour geht.
Schreibstil:
Der Leser erfährt die Geschichte von Rabbit einmal aus den
Textauszügen ihres Blogs, dann aus der Jetzt-Zeit und letztlich über
ihre Träume, in denen sie in die Vergangenheit abschweift.
Die Geschichte beginnt zu dem
Zeitpunkt, als Rabbits Krebs sich im vierten Stadium befindet. Der
Brustkrebs wurde einst mit dem Abnehmen einer Brust erfolgreich
besiegt. Dann jedoch kam er wieder und hat sich über diverse Organe
soweit gestreut, dass mittlerweile sogar die Knochen betroffen sind.
Die Ärzte haben Rabbit aufgegeben, das wird klar, als die junge Frau
an ein Hospiz verwiesen wird. Doch Molly und Jack,
Rabbits Eltern weigern sich, den Kampf um ihre Rabbit aufzugeben. Sie
recherchieren nach Versuchsreihen, suchen einen Wunderheiler auf und
ahnen doch, dass ihnen nicht mehr viel gemeinsame Zeit bleiben wird.
Die Ausflüge in die Vergangenheit
zeigen eine jugendliche Rabbit, die in den Sänger der Band Kitchen
Sink verliebt ist. Da ihr Bruder dort einst Drummer war, ist auch
Johnny (der Sänger) des öfteren bei der Familie zu Besuch. Johnny
ist cool, er ist selbstbewusst und er setzt sich mit einer absoluten
Selbstverständlichkeit für Rabbit ein. Doch das Mädchen ist eher
wie eine kleine Freundin oder wie eine Schwester für ihn. Rabbit
hingegen schwärmt für Johnny und ist sehr verliebt.
Dieses Buch lebt von wundervollen und
humorvollen Dialogen. Als Leser begleitet man Rabbits Familie – und
die ist nicht gerade klein – ihre Freunde und die junge Frau
selbst. Schnell wird man feststellen, dass jedes Familienmitglied ein
großes und gutes Herz hat und allesamt etwas chaotisch sind. Molly
flucht und schimpft. Es ist ihr egal, was andere über sie denken.
Wer sie nicht mag, der hat halt Pech gehabt. Sie gibt nie auf und
sagt stets, was sie denkt. Ihre Worte können vielleicht verletzen,
das ist ihr aber egal. Sie ist schlagfertig und auch gerne zynisch.
Aber auch die anderen Familienmitglieder sind einfach nur zauberhaft.
Alle versuchen Rabbit Mut zu machen und ihr mit guter Laune zu
begegnen, doch diese Fassade ist schwer aufrechtzuerhalten, wenn das
Kind, die beste Freundin bzw. die Schwester vor den eigenen Augen
körperlich verfällt.
Auch hat Rabbit eine kleine Tochter,
die durch die gutgemeinten Lügen der Familie immer noch glaubt, dass
Mama sich nur ein Bein gebrochen hat und bald wieder aus dem
„Krankenhaus“ herauskommen wird. Doch Juliet ist nicht dumm. Sie
ahnt ziemlich schnell, dass hier irgendetwas nicht stimmt.
Rabbits Familie besteht aus sehr vielen
Familienmitgliedern. Auch der Freundeskreis der Familie ist nicht
klein. Es mag stellenweise etwas schwer sein den Überblick zu
behalten. Ein Namensverzeichnis im Anschluss wäre wünschenswert
gewesen. So muss man sich gerade zum Anfang schon öfters nochmal
fragen, wer doch gleich noch Jeffrey war oder wo man den Namen Casey
das letzte Mal gehört hat.
Auch gibt es einige Szenen, in denen
der Leser detailliert Geschichten über Randcharaktere und Anekdoten
erfährt, die zwar nichts zum Handlungsstrang beitragen, aber sehr
amüsant anmuten.
Fazit:
Anna
McPartlin zeigt, wie man witzige Dialoge
schreibt. Ihr werdet euch in die zuckersüße jugendliche
Rabbit und in all die wundervollen Charaktere verlieben.Viele schöne
Anekdoten und Geschichten aus der vergangenen Zeit laden zum
Schmunzeln ein und erwärmen das Herz.
Freude,
Trauer,
Euphorie: In seiner Finalphase verdichtet sich Rabbits Lebens noch
einmal auf wundervolle Weise.
Ein Buch über Familienzusammenhalt und
Nächstenliebe, das zu fesseln versteht.
Eine Empfehlung für Leser, die gerne
eine traurige aber auch zugleich humorvolle und schöne Geschichte
lesen möchten.
Buchzitate:
Sie schläft
nicht, sie isst nicht, sie trinkt nicht, aber sie besteht darauf,
dass alle anderen es tun. Sie ist im Kampfmodus. Eben Ma.
Sie wischte sich
eine einzelne Träne fort, die dem großen Meer in ihr entkommen war,
und biss in den Toast.
Bei Rabbit zu
Hause gab es Umarmungen und Gelächter, und es war egal, was man
anhatte, was man tat oder in welchem Zustand man aufkreuzte: Nichts
war ein Problem, alles ließ sich lösen.
Kurzgefasst:
Spannung/Action:
Liebe:
Charaktere:
Handlungsstrang:
Schreibstil:
Im Gesamtpaket:



