Rezension zu Throne of Glass 3 –
Erbin des Feuers von Sarah J. Maas
Verlag:
dtv Seitenzahl: 656
Format: Taschenbuch
Preis: 11,95 Euro
ISBN: 978-3-423-71653-6
Übersetzer: Ilse Layer
Altersempfehlung des Verlages: Ab 14 Jahren
Band 3
Inhalt:
Mehr schlecht als Recht kommt Celaena
dem Auftrag des Königs von Ardalan nach, der sie nach Wendlyn
geschickt hat, um den dortigen Herrscher umzubringen. Sie
kundschaftet das Schloss aus, schmiedet dabei allerdings bald schon
ihre eigenen Pläne. Celaena möchte mehr über die Wyrdschlüssel
herausfinden. Hierbei soll ihr die Fae-Königin Maeve behilflich
sein. Diese rückt die Informationen jedoch nicht so einfach heraus.
Celaena soll ihr erst eine Kostprobe ihrer Magie liefern. Bevor sie
nicht in der Lage ist das Feuer in ihr zu kontrollieren, wird ihr der
Zugang zu Maeves Herrschaftsgebiet Doranelle versagt. Celaena bleibt
also nichts anderes übrig, als sich auf den Handel einzulassen: Sie
soll solange mit Maeves Untergebenem Rowan auf der Festung Nebelwarte
trainieren, bis dieser sie für würdig erachtet Doranelle betreten
zu dürfen.
Wichtigste Charaktere:
Celaena ist die verloren geglaubte
Königin von Terassen. Ihr Land wurde einst zerschlagen und dessen
Bevölkerung versklavt. In Band 3 durchlebt die kämpferische und
zugleich innerlich zerrissene Protagonistin durch neue
Schicksalsschläge eine enorme Wandlung ihrer Persönlichkeit.
Rowan taucht in diesem Band erstmals
auf. Durch einen Blutschwur ist er an die Königin der Fae, Maeve
gebunden. In ihrem Auftrag soll er Celaenas Magie entfesseln und sie
entsprechend ausbilden. Dieser Charakter hat mit einer eigenen
düsteren Vergangenheit zu kämpfen. Er ist hart, unerbittlich und
genau das, was Celaena braucht, um an ihre Grenzen zu stoßen.
Chaol ist die persönliche Leibwache
und zugleich der engste Freund des Prinzen. Durch seine Entscheidung
Celaena nach Wendlyn zu schicken und im Anschluss das Erbe seines
Vaters anzutreten, dadurch, dass er Dorian - zu dessen eigenen Schutz
– vieles verschweigen muss, leidet die Freundschaft zwischen
Leibwache und Prinzen sehr. Chaol ist ein gebrochener Charakter, wie
viele andere in diesem Buch. Er leidet unter dem Verlust seines
engsten Freundes und seiner großen Liebe Celaena und dennoch kämpft
er für das Wohlergehen beider. Das was ihm geblieben ist, ist seine
Ehre und die Treue zu seinem Prinzen. Etwas, wofür er kämpfen wird.
Dorian, der Prinz von Ardalan, muss
zusehen, wie sein Vater skrupellos und brutal seine Ziele verfolgt.
Der Verrat von Chaol, seinem besten Freund, und seiner ehemaligen Liebe
Celaena hat ihn schwer getroffen. Der Mut und die Kraft, seinen
eigenen Weg zu gehen, fehlt dem Prinzen. Kraft und neue Hoffnung
findet er in diesem Roman durch eine neue, heimliche Liebe.
Manon soll den Pläne ihrer Großmutter
folgen und ihr Erbe als Anführerin des Blackbeak-Hexenclans
annehmen. Dazu jedoch muss sie sich erst einmal behaupten. Das ist
leichter gesagt als getan, denn es gibt einige Hexen, die auf ihren
Platz in der Thronfolge scharf sind. Ränkeleien und Machtkämpfe
bestimmen Manons Leben und plötzlich gibt es da so etwas wie eine
Art von Freundschaft. Etwas, was Manons bisher gekannte Welt auf den
Kopf stellt, denn die Hexen wurden durch ihre Erziehung so geprägt,
dass sie Gefühle wie Mitleid, Trauer oder gar Liebe nie kennenlernen
durften. So etwas macht sie schwach und Schwäche ist etwas, was sich
die Hexen innerhalb der Zirkel nicht leisten können.
Schreibstil:
Sarah J. Maas dritter Band Erbin des
Feuers ist sehr komplex. Viele neue Handlungsstränge und Charaktere
werden eingeführt. Es bedarf der Konzentration des Lesers, um hier
den Überblick zu behalten, denn leider enthält auch dieser Teil
weder ein Namensglossar noch eine Karte von Wendlyn.
Der Leser verfolgt das Geschehen aus
mehreren Perspektiven. In erster Linie begleitet er Celaena, die
gemeinsam mit Rowan auf der Festung Nebelwarte ein Training
absolvieren muss, um an Informationen über die Wyrdsteine zu
gelangen. Aus Chaols und auch aus Dorians Sicht verfolgt er die
Geschehnisse in Ardalan. Während Chaol mit den Rebellen
sympathisiert und versucht mehr über die verschwundene Magie im
Königreich herauszufinden, kämpft Dorian mit dem Verrat seiner
engsten Freunde Celaena und Chaol. In Band 3 werden zudem
verschiedene Hexenclans eingeführt, die für den König von Ardalan
eine Armee bilden sollen. Aus der Sicht einer von ihnen, der Hexe
Manon, verfolgt der Leser das Geschehen innerhalb dieses Zirkels.
Von diesen vier Haupterzählsträngen
zweigen viele kleine Nebenplots ab. Die Autorin verwebt die einzelnen
Fäden zu einem schlüssigen und komplexen Handlungsstrang. Keiner
der einzelnen Perspektiven gestaltet sich als langweilig. Immer
wieder werden überraschende Wendungen eingeführt. Die Charaktere
werden an ihre Grenzen – und darüber hinaus – getrieben.
Die Entwicklung der einzelnen
Charaktere ist sehr schön zu beobachten. So wird zum Beispiel die
Hexe Manon von ihrer Großmutter und ihrem Umfeld geprägt. Sie wurde
zur Gefühlskälte erzogen. Sie kennt weder Mitleid, noch Zuversicht,
geschweige denn Liebe. Die Hexen ihres Klans töten ohne darüber
nachzudenken. Sie sind brutal und reine Kampfmaschinen. Wie gemacht
für die Pläne des Königs von Ardalan. Mit Wyvern bewaffnet sollen
sie für ihn in den Krieg ziehen. Dadurch, dass der Leser aus Manons
Perspektive die Geschehnisse innerhalb der Hexenzirkel aus erster
Reihe verfolgt, wird er Zeuge, wie diese Freundschaften schließt.
Erst nach und nach und sehr schleichend entwickelt sich dieser
Prozess. Und bald schon muss sich Manon darüber wundern, warum sie
nicht nur einen der Befehle ihrer Großmutter nicht so befolgen kann,
wie es dieser beliebt.
Mit Rowan führt Sarah J. Maas zudem
einen neuen love interest in die Geschichte ein. Der eiskalte und
scheinbar gefühlskalte Krieger treibt Celaena an und zwingt sie
durch Aufgaben dazu ihre Magie freizusetzen. Er hat kein Mitleid mit
ihr, wenn sie weint, nur knapp dem Tod entrinnt und auch fast getötet
wird. Ich habe Rowans Art gehasst und von Herzen gehofft, dass er
sich ändern wird. Denn schließlich weicht er Celaena in diesem Buch
kaum von der Seite ...
Dieser Roman bleibt von Anfang bis Ende
hin spannend und fesselnd. Was nicht zuletzt den vielen Geschehnissen
und überraschenden Wendungen zu verdanken ist. Das Ende jedoch setzt
dem Ganzen noch einmal „die Krone“ auf. Hier wird der Leser stark
sein müssen, wenn seine Charaktere kämpfen und auch letztlich,
jeder auf seine Art, leiden müssen. Es ist sehr ratsam den vierten
Band bereits auf dem Lesestapel bereit zu halten. Denn diese
Geschichte will weitergelesen werden.
Fazit:
Der
dritte Band der Throne of Glass Reihe besticht durch einen sehr
komplexen Handlungsstrang. Die Autorin strickt viele kleine
Nebenplots um die Haupthandlung herum und sorgt durch einen sehr
bildlichen Schreibstil, vielschichtige
und entwicklungsfähige Figuren und
zahlreiche unvermutete Wendungen
für ein Leseerlebnis der besonderen Art. Neu eingeführte
Hauptcharaktere wie der attraktive aber zugleich gefühlskalt
wirkende Rowan und die mit eisernen Zähnen und Krallen bewaffnete
Blackbeak-Hexe Manon tun der Geschichte sehr gut.
Zwar fordert der
dritte Band durch das Fehlen einer Karte von Wendlyn und eines
Namensglossars zusätzlich zum komplexen Plot die Konzentration des
Lesers, dennoch ist diese Reihe im Allgemeinen und dieser Teil im
Speziellen etwas, was sich kein Liebhaber von Fantasyliteratur
entgehen lassen sollte.
Buchzitate:
„Eine Lektion hast du
immerhin schon gelernt.“ Als sie den Kopf schief legte, fügte er
hinzu: „Die Leute, die du liebst, sind bloß Waffen, die man gegen
dich verwenden wird.“
„Mach dir klar, was du
willst, Aelin, und pack es an. Bitte nicht darum; wünsch es dir
nicht. Nimm es dir.“
Kurzgefasst:
Spannung/Action:
Liebe:
Charaktere:
Weltenaufbau:
Handlungsstrang:
Schreibstil:
Im Gesamtpaket: