Rezension zu Familie Grace, der Tod und
ich von Laure Eve
Verlag:
FJB Seitenzahl: 352
Format: Hardcover
Preis: 18,99 Euro
ISBN: 978-3-8414-2244-6
Übersetzer: Christiane Steen
Band 1
Inhalt:
Jeder an der Schule kennt die
Geschwister Grace, jeder bewundert sie und jeder möchte zu ihrem
engsten Kreis dazugehören. Keiner an der Schule spricht es aus, doch
alle wissen es: Die Graces sind Hexen, allesamt. Genau wie alle
anderen möchte auch River am Tisch der Graces sitzen und einen von
ihnen ihren Freund nennen. Besonders Fenrin hat es ihr angetan. Der
einzige männliche Spross der Familie Grace zeichnet sich durch
unkonventionellen Lebenswandel mit wechselnden Partnerschaften und
durch seine Zugehörigkeit zur prominenten Familienclique aus.
Jeden Monat sucht er sich eine neue
Partnerin. Keine davon scheint ihm wirklich viel zu bedeuten. Doch
River gibt nicht auf. Sie legt sich einen Plan zurecht. Sie muss
einfach nur genauso geheimnisvoll wirken wie die Geschwister, dann
wird sie schon ihre Aufmerksamkeit für sich gewinnen.
Das Spiel ist nicht einfach und doch
scheint es zu funktionieren.
Wichtigste Charaktere:
Fenrin ist
der Zwillingsbruder von Thalia. Er wirkt oft innerlich
zerrissen und ein wenig missmutig. Monatlich wechselt er seine
Freundin. Jedes Mädchen an der Schule wünscht sich die Eine zu
sein, die er als feste Partnerin für sich erwählt.
Thalia ist
Fenrins Zwillingsschwester. Man sagt ihr nach, dass sie durch und
durch wie ihre Mutter sei. Sie wirkt wie die Anführerin der
Gracefamilie. Ihre Schönheit und ihre Ausstrahlung lassen sie
unnahbar wirken.
Summer trägt
gerne schwarze Kleidung. Sie wirkt rebellisch und auch ein wenig
instabil. Sie ist die Erste, die River an sich heranlässt.
River
behauptet von sich selbst ängstlich zu sein. Bevor sie scheitert,
handelt sie lieber gar nicht erst. Doch schon bald legt sich das
Mädchen eine raue Schale zu und kämpft gegen ihre innere
Prädisposition an. Sie wird zu einem Charakter, der nach außen hin
stark und mutig wirkt; einem Mädchen voller Geheimnisse, die es zu
wahren gilt.
Erweiterter Inhalt:
River fühlt sich einsam. Sie fühlt
sich, als würde sie nicht wirklich dazugehören, möchte dies aber
unbedingt. Nicht zu diesen belanglosen Mitschülern, die nur über
die anstehenden Partys, Fernsehserien und wer mit wem geschlafen hat,
sprechen. Nein, sie möchte, wie so viele anderen der Schule, in den
Kreis der Graces aufgenommen werden.
Wenn die Geschwister einen Raum
betreten, dann scheint sich sämtliche Aufmerksamkeit auf ihnen zu
fokussieren. Wenn einer der Graces etwas sagt, dann gibt es keine
zweite Meinung. Wenn sie einen Gang langgehen, dann teilt sich die
Menge, um ihnen Platz zu machen. Man munkelt die Grace-Familie würde
aus Hexen bestehen. Hexen fürchten sich vor nichts und haben den Mut
sie selbst zu sein. Sie kümmern sich nicht darum, was andere denken.
Genauso sind die Graces. Genauso möchte auch River sein.
River legt sich einen Plan zurecht: Sie
muss einfach ebenso geheimnisvoll und ebenso undurchschaubar wirken,
dann wird sie schon die Aufmerksamkeit von Fenrin gewinnen. Mit ihm
möchte sie, genau wie alle anderen Mädchen der Schule, zusammen
sein. Sie darf die Angst, die in ihrem Herzen wohnt und die
Unsicherheit, die sie so oft empfindet, nicht zeigen. Sie muss sich
eine unnahbare Ausstrahlung zulegen. River gelingt es, diesen Plan
umzusetzen und bald schon wird einer der Graces auf sie aufmerksam.
Jedoch ist es nicht Fenrin.
Es beginnt mit kleinen Ritualen, an
denen River teilnehmen darf. Nach und nach entwickelt sich zaghaft
eine Bindung zwischen Summer und ihr und damit eröffnet sich River
eine völlig neue Welt. Sie wird in das Haus der Graces eingeladen
und zieht den Neid sämtlicher Mitschüler auf sich. Doch bald schon
erhält sie eine Warnung von einem, der bereits da stand, wo sie sich
nun befindet: Wenn einer der Familie beschließen sollte, dass sie
nicht mehr dazugehören solle, dann würden auch die anderen sie
fallen lassen und dieser Fall würde durchaus schmerzhaft enden.
Eigene Meinung:
Familie Grace, der
Tod und ich ist eine Geschichte voller düsterer Magie. Auf jeder
Seite spürt man die Geheimnisse, die sich wie ein Netz um die
Familie Grace weben. Auf jeder Seite spürt man die Macht, die die
Mitglieder der Familie auf ihr Umfeld ausstrahlt.
Die Geschwister,
aber auch ihre Eltern setzen ihre Willen um, indem sie mit magischen
Ritualen arbeiten. Auch ist gewiss, dass ein Fluch über der Familie
hängt. Ein Fluch, der dafür sorgt, dass Fenrin sich an keine feste
Partnerin binden darf. Ein Fluch, der dafür sorgt, dass keiner von
ihnen wirklich frei sein kann.
Der Fluch, die
Geheimnisse und die Magie sorgen dafür, dass über der ganzen
Geschichte stets eine unterschwellige Spannung liegt.
River ist ein
Mädchen, das unbedingt dazugehören möchte. Dieser Wunsch ist so
stark, dass es ihr gelingt, ihre unsichere und ängstliche Art
abzustreifen und fortan ebenso kalt und berechnend wie die
Grace-Geschwister zu wirken. Bald schon muss man sich als Leser
fragen, welcher der Charaktere nun wirklich der Stärkste ist. Denn
eines ist sicher: Jeder von ihnen verschließt seine verletzliche
Seite vor der Außenwelt und bald schon scheint es in einen
Wettstreit darin auszuarten, wer seine Geheimnisse am besten zu hüten
weiß.
Zum Ende hin erwartete mich eine
überraschende Wendung, die ich so nicht hatte kommen sehen.
Geneigte Leser, die bei der Erwähnung
von Fenrin eine Liebesgeschichte vermuten, werden ein wenig
enttäuscht sein. In diesem Roman geht es nicht um eine Romanze,
vielmehr geht es um Magie, Geheimnisse, aber auch um Freundschaft und
um das gute Gefühl dazuzugehören.
Fazit:
Familie
Grace, der Tod und ich ist ein magischer Roman. Man wird von der
ersten Seite an in den Alltag einer Familie geführt, aus welcher
nach und nach immer mehr dunkle
Geheimnisse ans Tageslicht geraten.
Auf jeder Seite spürt man eine unterschwellig Spannung.
Nach
und nach fällt der sprichwörtliche Vorhang
und das wahre Ich der
Figuren kommt zum Vorschein.
Die
Leitfragen, die das Buch durchziehen,
lauten: Gibt es Magie wirklich? Wie wirkt sie? Was ist wahr und was
verschweigen die Charaktere. Die überraschende Wendung am Ende hat
mir sehr gut gefallen.
Ich würde dieses Buch Lesern empfehlen, die ein magisches und
geheimnisvolles Buch mit einer unterschwelligen Spannung suchen. Eine
Geschichte über Hexen, die mir sehr gefallen hat.
Buchzitate:
Die einzige Möglichkeit,
das zu sein, was man sein wollte, war so zu tun, als wäre man es
schon. Eines Tages hatte man nicht mehr das Gefühl zu schauspielern. Eines Tages gab es keinen Grund mehr dafür, und dann endlich,
endlich konnte man sich entspannen.
„Du liebst die Bibliothek
mit all ihrem grüblerischen, raschelnden Papier. Du wirst vom Ruf
der Bücher angezogen, so wie vom fernen Heulen der Wölfe.“ Er zog
mich auf.
Kurzgefasst:
Spannung/Action:
Liebe:
Charaktere:
Handlungsstrang:
Schreibstil:
Im Gesamtpaket: